VonNiklas Hechtschließen
Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn ruft die GDL ihre Mitglieder erneut zum Streik auf. Dennoch dürften in NRW am Donnerstag und Freitag einige Linien fahren.
Köln – Die Lokführergewerkschaft GDL ruft ihre Mitglieder erneut zum Streik auf. Von Donnerstag (7. März), 2 Uhr, bis Freitag, 13 Uhr, soll der Personenverkehr der Deutschen Bahn still stehen, kündigte die GDL in einer Mitteilung am Montag an. Im Güterverkehr sollen die Arbeitsniederlegungen bereits am Mittwoch um 18 Uhr beginnen und bis Freitagmorgen, 5 Uhr, andauern. Auch Nordrhein-Westfalen wird dann wieder massiv vom Streik betroffen sein – allerdings voraussichtlich nur die Züge der Deutschen Bahn.
Bahnstreik im Überblick
► Was? Lokführer-Streik bei der Bahn
► Wann Personenverkehr? Von Donnerstag, 7. März 2024, 2 Uhr, bis Freitag, 8. März 2024, 13 Uhr
► Wann Güterverkehr? Von Mittwoch, 6. März 2024, 18 Uhr, bis Freitag, 8. März 2024, 5 Uhr
Züge anderer Bahnunternehmen, deren Mitglieder nicht in der GDL organisiert sind, dürften aller Voraussicht nach wie geplant verkehren. Anbieter wie die RheinRuhrBahn, National Express und Eurobahn könnten dann zumindest einen Teil der Ausfälle bei der Deutschen Bahn auffangen, ebenso wie Busse und Straßenbahnen im öffentlichen Nahverkehr.
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Diese Zug-Linien in NRW werden nicht von der Deutschen Bahn betrieben
- National Express: RE1, RE4, RE5, RE7, RE11, RB48
- Eurobahn: RE3, RE13, RE78, RE82, RB50, RB59, RB61, RB65, RB66, RB69, RB71, RB72, RB73, RB89
- RheinRuhrBahn: RE14, RE44, RB31, RB36
- Westfalenbahn: RE70
- Rurtalbahn: RB21, RB28
- Redaktionshinweis: Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Weitere Anpassungen möglich.
Dass die Lokführer ihre Arbeit jeweils 35 Stunden lang niederlegen wollen, ist kein Zufall. „Die Forderungen der GDL nach einer 35-Stunden-Woche hat der Bahnvorstand bis heute scheinbar nicht verstanden“, unterstreicht die GDL in der Mitteilung ihre Kernforderung. Die Gewerkschaft warf dem Konzern vor, nicht an einer Lösung des Tarifkonflikts interessiert zu sein. Der Abbruch der Tarifverhandlungen hatte sich in den vergangenen Tagen bereits angekündigt.
Welche S-Bahn-Linien in NRW trotzdem fahren – wenn auch mit Einschränkungen
Am Montagabend (4. März) gab die Deutsche Bahn bekannt, welche S-Bahn-Linien während des 35-stündigen Streiks trotzdem fahren sollen – wenn auch mit Einschränkungen. Nämlich:
- S1 Dortmund – Solingen: Die Züge verkehren im 60-Minuten-Takt.
- S6 Essen – Köln: Die Züge verkehren im 60-Minuten-Takt zwischen Essen Hbf – Kettwig und zwischen Düsseldorf-Rath Mitte – Köln-Hansaring
- S8 Hagen – Mönchengladbach: Die Züge verkehren im 60-Minuten-Takt
- S19 Düren – Au (Sieg): Die Züge aus Richtung Düren enden und beginnen in Eitorf. Die Folge sind Teilausfälle zwischen Au (Sieg) und Eitorf. Ein Schienenersatzverkehr mit zwei Bussen der Firma Lisa Reisen und Dominquez zwischen Au (Sieg) und Hennef (Sieg) ist eingerichtet.
- S23/RB23 Bonn – Euskirchen: Die Züge verkehren im 60-Minuten-Takt bis 20 Uhr.
- Quelle: zuginfo.nrw, Stand: 7. März, 11:15 Uhr
Welche S-Bahn-Linien in NRW an den Streiktagen ohne Einschränkungen fahren
Die Deutsche Bahn hat zudem S-Bahn-Linien bekannt gegeben, die während der Streiktage ohne Einschränkung verkehren sollen. Diese sind:
Bahnstreik in NRW: Welche RB-Linien in Nordrhein-Westfalen ohne Einschränkungen fahren
Auch einige RB-Linien fahren in NRW trotz Streik. Die folgenden sollen sogar ohne Einschränkungen verkehren. Dazu gehören:
- RB21 Nord Linnich – Jülich-Düren
- RB21 Süd Düren – Heimbach
- RB31 Duisburg – Xanten
- RB35 Gelsenkirchen Hbf – Mönchengladbach Hbf
- RB36 Duisburg Ruhrort – Oberhausen Hbf
- RB48 Wuppertal-Oberbarmen – Bonn-Mehlem
- RB50 Lünen – Münster (Westf) Hbf
- RB53 Dortmund Hbf – Iserlohn
- RB59 Dortmund Hbf – Soest
- RB61 Hengelo – Bielefeld Hbf
- RB65 Münster (Westf) Hbf – Rheine
- RB66 Münster (Westf) Hbf – Osnabrück
- RB67 Bielefeld Hbf – Münster (Westf) Hbf
- RB69 Bielefeld Hbf – Münster (Westf) Hbf
- RB71 Bielefeld Hbf – Rahden
- RB72 Herford – Paderborn
- RB73 Bielefeld Hbf – Lemgo-Lüttfeld
- RB89 Münster (Westf) Hbf – Paderborn
- Quelle: zuginfo.nrw, Stand: 7. März, 11:15 Uhr
Bahnstreik in NRW: Welche RB-Linien in Nordrhein-Westfalen mit Einschränkungen fahren
Auch diese RB-Linien fahren in NRW trotz Streik, vielerorts jedoch eben mit Einschränkungen. Dazu gehören:
- RB20 Stolberg-Altstadt – Düren: Die Züge verkehren im 60-Minuten-Takt zwischen Alsorf-Annapark – Aachen – Stolberg.
- RB22 Gerolstein – Trier: Nur die Schülerzüge 10465, 10472, 10477 und 10006 fahren
- RB24 Köln – Euskirchen/Kall: Die Züge verkehren im 60-Minuten-Takt bis 21 Uhr.
- RB25 Köln – Lüdenscheid: Die Züge verkehren im 120-Minuten-Takt bis 22:30 Uhr
- RB27 Mönchengladbach – Koblenz: Die Züge verkehren im 120-Minuten-Takt bis 20 Uhr.
- RB30/39 Bonn – Walporzheim: Die Züge verkehren im 120-Minuten-Takt zwischen Remagen – Walporzheim.
- RB33 Aachen – Heinsberg/Essen: Die Züge verkehren im 120-Minuten-Takt zwischen Aachen – Mönchengladbach bis 20 Uhr; zwischen Heinsberg – Lindern verkehren Ersatzbusse nach dem bereits kommunizierten Baufahrplan
- RB51 Dortmund – Enschede: Die Züge verkehren im 120-Minuten-Takt.
- RB53 Dortmund – Iserlohn: Die Züge verkehren weiterhin (Ausnahme Spätfahrten).
- RB63 Münster – Coesfeld: Die Züge verkehren im 60-Minuten-Takt.
- RB64 Münster – Enschede: Die Züge verkehren im 60-Minuten-Takt
- Quelle: zuginfo.nrw, Stand: 7. März, 11:15 Uhr
Bahnstreik NRW: Welche RE-Linien trotz Streik am Donnerstag und Freitag regulär fahren
Auf den RE-Linien verkehren einige Bahnen im Regelverkeh. Ein Überblick, welche RE-Linien vom Streik nicht betroffen sind:
- RE1 (RRX) Aachen Hbf – Hamm (Westf) Hbf
- RE3 Düsseldorf Hbf – Hamm (Westf)
- RE4 Aachen Hbf – Dortmund Hbf
- RE5 (RRX) Wesel – Koblenz Hbf
- RE6 (RRX) Köln/Bonn Flughafen – Minden (Westf)
- RE7 Krefeld Hbf – Rheine
- RE10 Kleve – Düsseldorf Hbf
- RE11 (RRX) Hamm (Westf) Hbf – Kassel-Wilhelmshöhe
- RE13 Venlo – Hamm (Westf) Hbf
- RE14 Borken – Coesfeld (Westf) – Essen Hbf
- RE15 Münster Hbf – Emden
- RE16 Iserlohn – Essen Hbf
- RE17 Hagen Hbf – Warburg (Westf)
- RE19 Düsseldorf Hbf – Arnhem Central
- RE37 Neuss Hbf – Krefeld Hbf
- RE42 Mönchengladbach Hbf – Münster (Westf) Hbf (Bitte beachten, dass die Züge mit der Relation Essen Hbf – Münster (Westf) Hbf entfallen)
- RE44 Moers – Bottrop Hbf
- RE47 Düsseldorf – Remscheid-Lennep
- RE60 Rheine – Braunschweig
- RE70 Bielefeld – Braunschweig
- RE78 Bielefeld – Nienburg
- RE82 Bielefeld – Altenbeken
- Quelle: zuginfo.nrw, Stand: 7. März, 11:15 Uhr
Bahnstreik NRW: Welche RE-Linien trotz Streik am Donnerstag und Freitag mit Einschränkungen fahren
Folgende Linien fahren an den Streiktagen mit Einschränkungen:
- RE2 Osnabrück – Essen: Die Züge verkehren nur zwischen Münster Hbf – Osnabrück Hbf.
- RE34 Siegen Hbf – Dortmund Hbf: Die Züge aus Richtung Dortmund Hbf enden und beginnen in Letmathe. Die Folge sind Teilausfälle zwischen Siegen Hbf und Letmathe. Ein Schienenersatzverkehr mit zwei Bussen der Firma Aydin zwischen Letmathe und Siegen Hbf ist eingerichtet.
- Quelle: zuginfo.nrw, Stand: 7. März, 11:15 Uhr
Weselsky: „Damit ist die Bahn kein zuverlässiges Verkehrsmittel mehr“
„Der Bahnvorstand schert sich nicht um die berechtigten Interessen der Eisenbahner und hat damit selbst die Verhandlungen bestreikt, sodass auch keine Lösung zustande kommen konnte“, zitiert die GDL in ihrer Mitteilung den Bundesvorsitzenden Claus Weselsky. Zudem sprach die Lokführergewerkschaft der Bahn die Fähigkeit ab, in den kommenden Tagen einen Notfallfahrplan aufrechtzuerhalten. Damit werde die Bahn noch unpünktlicher als, ohnehin schon.
Mit Blick auf weitere Streiks nach dem nun angekündigten 35-Stunden-Streik erklärte Weselsky, dass er auch Arbeitsniederlegungen in den Ferien oder an den Feiertagen nicht ausschließen werde. „Wir sagen den nächsten Streik an, wenn wir es für richtig halten“, so der GDL-Chef. Es gelte keine Ankündigungsfrist von 48 Stunden mehr. Damit sei die Bahn kein zuverlässiges Verkehrsmittel mehr. Im Januar hatte die GDL ihren für sechs Tage angekündigten Streik früher als geplant beendet. (nhe)
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