Erneut Bahnstreik

Streik in NRW – das müssen Fahrgäste in und um Köln wissen

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Innerhalb einer Woche wurde erst im ÖPNV, dann bei der Bahn gestreikt. Was Fahrgäste rund um Köln wissen müssen. Jetzt steht der nächste Bahnstreik an.

Neuer GDL-Streik für Dienstag (12. März) angekündigt

Wie am Sonntagabend (10. März) bekannt wurde, ruft die GDL erneut zum Streik bei der Deutschen Bahn auf. Ab Dienstagmorgen, 2 Uhr, sollen die DB-Züge für 24 Stunden lang stillstehen. 24RHEIN zeigt im Überblick, welche Züge in NRW aufgrund des Streiks ausfallen und welche trotzdem fahren.

Erstmeldung: Erst Streik im ÖPNV, dann bei der Bahn – 5., 6., 7. und 8. März

Köln – Pendlerinnen und Pendler in NRW müssen in dieser Woche starke Nerven haben. Denn die erste März-Woche ist eine echte Streik-Woche. Gestreikt wird erst im ÖPNV, dann bei der Deutschen Bahn. Auch die Lufthansa wird in dieser Woche bestreikt.

Der erneut zweitägige Streik im ÖPNV sowie der Bahnstreik der GDL ab Donnerstag dürfte die Pendlerinnen und Pendler in Köln und Umgebung massiv treffen. 24RHEIN zeigt im Überblick, wie Pendlerinnen und Pendler in dieser Woche am besten rund um Köln unterwegs sind.

Erst zweitägiger Streik im Nahverkehr, dann Bahnstreik

Streiks in NRW: Wo und wann gestreikt wird

Streik im ÖPNV am 5. und 6. März 2024: Gestreikt wurde am 5. und 6. März (Dienstag/Mittwoch) in ganz NRW. Der Streik endete mit Betriebsbeginn am Donnerstag (3 Uhr). Er hatte massive Auswirkungen auf Bus und Bahn. Betroffen waren neben der KVB in Köln beispielsweise auch die Rheinbahn in Düsseldorf und die SWB in Bonn.

Streik bei der Deutschen Bahn ab 7. März 2024: Der Bahnstreik soll ab Mittwochabend, 6. März, 18 Uhr, im Güterverkehr beginnen. Ab Donnerstag, 7. März, wird dann ab 2 Uhr auch der Personenverkehr der Bahn bestreikt. Dort wird der Streik laut GDL-Angaben 35 Stunden lang dauern – demnach bis Freitag, 8. März, 13 Uhr.

Streik bei der Lufthansa am 7. März 2024: Fast zeitgleich wird auch bei der Lufthansa gestreikt. Das Bodenpersonal der Fluggesellschaft streikt ab Donnerstag, 7. März, 4 Uhr. Der Streik soll bis Samstag, 7:10 Uhr dauern.

ÖPNV-Streik am Dienstag (5. März) und Mittwoch (6. März) – Alternativen zu Bus und Bahn rund um Köln

Pendlerinnen und Pendler in NRW rund um Köln müssen in dieser Woche starke Nerven haben. Gestreikt wird im ÖPNV, bei der Deutschen Bahn und bei der Lufthansa (Symbolbild).

Welche Auswirkungen hat der Streik im ÖPNV? „Nachdem zuletzt am 29. Februar und 1. März landesweit Beschäftigte des Nahverkehrs die Arbeit niedergelegt haben, ruft Verdi nun erneut zu zweitägigen Warnstreiks auf. Am Dienstag und Mittwoch (5./6. März) stehen landesweit zahlreiche Busse und Bahnen ganztägig still“, teilte die Gewerkschaft Verdi am Freitag mit. Der ÖPNV-Streik bedeutet für die KVB, dass alle Bahnen ausfallen und nur wenige Busse fahren. Auch bei der SWB und der Rheinbahn in Düsseldorf werden die meisten Busse und Bahnen wieder ausfallen.

Welche Alternativen gibt es zu Bus und Bahn? Alternativ können Pendlerinnen und Pendler am Dienstag und Mittwoch die Züge der Deutsche Bahn sowie anderer Eisenbahnunternehmen nutzen. Regionalbahnen, Züge und S-Bahnen sollten an den beiden Tagen wie geplant fahren. Grundsätzlich sollten sich Pendlerinnen und Pendler jedoch im Vorfeld informieren, wie sie trotz Streik zu ihrem Reiseziel gelangen und gegebenenfalls mehr Zeit einplanen.

Überraschender Platz 1: Das waren die längsten Streiks in Deutschland

KVB-Bahnen stehen still, dazwischen ein Banner mit „Wir sind es wert“
Ende Februar bis Anfang März 2024 sorgte eine große Streikwelle im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) über sechs Tage deutschlandweit für viele Ausfälle. Damit war der Verdi-Arbeitskampf insgesamt einer der längeren in der Branche. © Christoph Hardt/Imago
Ein leerer Hauptbahnhof München durch den GDL-Bahnstreik am 5. Mai 2015.
Durch den vorzeitigen Abbruch im Januar 2024 bleibt der GDL-Arbeitskampf vom Mai 2015 der längste Streik bei der Deutschen Bahn. Über fünf Tage lang war der Verkehr der Deutschen Bahn größtenteils lahmgelegt. Genauer gesagt fuhren im Personenverkehr 127 Stunden lang und im Güterverkehr sogar 138 Stunden lang kaum noch Züge. © Michael Westermann/Imago
Streikende anlässlich eines Protestes der Gewerkschaft öffentliche Dienste, Transport und Verkehr. (21.05.1992)
Ende April bis Anfang Mai 1992 fanden sowohl im ÖPNV als auch bei der damals noch Deutschen Bundesbahn die bisher längsten Arbeitskämpfe auf der Schiene statt. Zwölf Tage am Stück gab es deutschlandweit massive Ausfälle bei allen Bussen, Straßenbahnen und anderen Zügen. Ausgangspunkt waren die damaligen Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst, denen sich auch die Bahngewerkschaften angeschlossen hatten. Der unbefristete Streik endet mit 5,4 Prozent höherem Einkommen für alle sowie mehr Urlaubsgeld. Im Vergleich zu manch anderer Branche war das aber eigentlich ein eher kürzerer Streik, wie schon das nächste Beispiel zeigt. © bonn-sequenz/Imago
Ärzte aus ganz Deutschland demonstrieren in Leipzig für mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen
Am 1. März 2006 legten Ärztinnen und Ärzte an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern in ganz Deutschland ihre Arbeit nieder. Über 13 Wochen kämpften sie für einen eigenständigen Tarifvertrag zu Gehältern, Arbeitszeit und Arbeitszeitbedingungen. Nach 107 Tagen Streik einigte man sich am 16. Juni 2006 auf den ersten Ärztetarifvertrag überhaupt. © momentphoto/Bonss/Imago
Teilnehmer einer Demonstration des öffentlichen Dienstes in München
Parallel zur Ärzteschaft gab es 2006 auch einen langen Streik im öffentliche Dienst der Länder. Dabei ging es um ein neues Tarifrecht und vor allem die Verhinderung längerer Wochenarbeitszeiten. Erst nach 113 Tagen, also rund 16 Wochen, konnten sich Gewerkschaft und Bundesländer einigen. © Lindenthaler/Imago
Streikende bei einer Demo der IG Metall.
Einer der wegweisendensten Streiks in der Metallindustrie begann im Oktober 1956 in Schleswig-Holsten. Beim 114-tägigen (rund 16 Wochen) Arbeitskampf setzte die IG Metall die Fünftagewoche und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auch für Arbeiter durch. © IG Metall
Streik der IG Druck und Papier vor der Bundesdruckerei
1994 gingen die Beschäftigten der Druckindustrie in einen langen Streik. Nach 117 Tagen, also fast 17 Wochen, Arbeitskampf erzielte die Verdi-Vorläufergewerkschaft IG Druck zwei Prozent höhere Löhne. Etwa zehn Jahre zuvor hatten die Drucker bereits 87 Tage vergeblich für die 35-Stunden-Woche gestreikt. (Symbolbild)  © Sven Simon/Imago
Streikende stehen mit einem Transparent mit der Aufschrift „Wir machen Wind bei Vestas! Tarifverträge Jetzt!“ auf dem Kapstadtring in der City Nord.
Ganze 123 Tage, also über 17 Wochen, dauerte der Tarifstreit der IG Metall mit der deutschen Tochter des dänischen Windanlagenbauers Vestas. Obwohl nur wenige Beschäftigte an dem Arbeitskampf im Jahr 2023 beteiligt waren, war er dennoch erfolgreich. Es gab 5,4 Prozent mehr Lohn, eine Inflationsausgleichsprämie von 2750 Euro und Altersteilzeit. © Georg Wendt/dpa
DGB-Chef Sommer unterstützt Streikende von Gate Gourmet am Flughafen Düsseldorf (01.12.2005).
Rund 80 Beschäftigte legten von Ende 2005 bis 2006 beim Airline-Caterer „Gate Gourmet“ ihre Arbeit nieder. Insgesamt dauerte der Streik 26 Wochen, also rund sechs Monate. Unterstützung gab es unter anderem vom damaligen Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer (mittig). (Archivbild) © Felix Heyder/dpa
Sprengung in einem Granitsteinbruch in Hauzenberg.
301 Tage dauerte der längste Branchenstreik in Deutschland. 1991 und 1992 traten etwa 260 Arbeiter der Granitindustrie im Bayerischen Wald in den fast einjährigen Ausstand. Der regionale Konflikt um die Bewertung von Akkordlöhnen erhielt bundesweit aber kaum Aufmerksamkeit. (Symbolbild) © imagebroker/Bahnmüller
Streik und Fabrikbesetzung bei Seibel 1975 DEU, Deutschland, Erwitte
Der längste Arbeitskampf in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen fand 1975 bis 1976 in Erwitte statt. Wegen drohender Kündigungen traten rund 150 Beschäftigte des Zementwerks Seibel & Söhne im März 1975 in einen Ausstand. Da dieser nicht von der Gewerkschaft getragen wurde, handelte es sich um einen „wilden Streik“, der letztlich 449 Tage andauerte. Der Fabrikant verweigerte die damals für Juni 1976 vereinbarte Wiederaufnahme der Arbeit. Weshalb die Produktion anschließend vor allem mit neuen Arbeitern weiterging. © Klaus Rose/Imago
Streikende Pflegekräfte vor der Asklepios-Klinik in Seesen.
Der wohl längste Streik in der deutschen Geschichte fand von 2019 bis 2020 an der Asklepios-Klinik in Seesen (Niedersachsen) statt. Über 66 Wochen, also rund 15 Monate, kämpften Pflegekräfte und Therapeuten für einen Tarifvertrag. Einen Haken hat der Rekord dann doch: Wegen der angespannten Corona-Lage wurde der Streik über Monate ausgesetzt. Letztlich ging er aber erst Ende 2020 richtig zu Ende. © Ver.di-Landesbezirk Niedersachsen-Bremen

Bahnstreik am Donnerstag (7. März) und Freitag (8. März) – Alternativen zur Bahn rund um Köln

Welche Auswirkungen hat der Bahnstreik? Donnerstag und Freitag sieht es anders aus. Dann fahren zwar wieder die Busse und Bahnen in Köln und Umgebung. Stattdessen wird jedoch die Deutsche Bahn bestreikt. Zugverbindungen und S-Bahnen, die von der DB angeboten werden, könnten ausfallen oder nur mit massiven Einschränkungen fahren. Welche Züge während des Streiks fahren sollen, und welche Züge der Bahn am 7. und 8. März ausfallen, zeigt 24RHEIN jeweils im Überblick.

Als Alternative bieten sich andere Bahnunternehmen an, die nicht vom GDL-Streik betroffen sind. Dazu gehört unter anderem National Express. Außerdem stellen die KVB und die umliegenden Nahverkehrsunternehmen wie Rheinbahn, SWB und Co. eine Alternative zum Bahnstreik dar. Der Streik im Nahverkehr endet am Donnerstag mit Betriebsbeginn gegen 3 Uhr. Danach stellen Bus und Bahn im Nahverkehr also eine Alternative zu Zügen dar, die aufgrund des Bahnstreiks ausfallen.

Besonders die KVB-Linie 16 und KVB-Linie 18 können somit für viele Pendlerinnen und Pendler im Kölner Raum von entscheidender Bedeutung sein, denn mit diesen Bahnen kommen Fahrgäste von Köln beispielsweise nach Bonn, Brühl oder Hürth. Allerdings muss man deutlich mehr Zeit einplanen. Wer nach Bergisch Gladbach möchte, kann mit der KVB-Linie 1 durchfahren. Grundsätzlich sollten sich Pendlerinnen und Pendler jedoch im Vorfeld informieren, wie sie trotz Streik zu ihrem Reiseziel gelangen und gegebenenfalls mehr Zeit einplanen.

Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/Imago

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