Deutsche Bahn

Bahnstreik mit massiven Auswirkungen – Ausfälle auch am Samstag möglich

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Der Bahnstreik der GDL führt zu vielen Zugausfällen in ganz Deutschland. Auch am Samstag sind noch Beeinträchtigungen möglich, trotz teils früherem Streikende.

Update vom 12. Januar, 11:03 Uhr: Seit Mittwochmorgen (10. Januar) legt der Bahnstreik der GDL den Zugverkehr in Deutschland größtenteils lahm. Auch wenn die Arbeitsniederlegung offiziell am Freitagabend (12. September) um 18 Uhr endet, wird es danach weiter Einschränkungen geben. Unter anderem im Regionalverkehr in Nordrhein-Westfalen könne am Freitagabend auch nach dem Ende des GDL-Streiks nur im Notfahrplan gefahren werden, teilte die Deutsche Bahn mit.

„In einzelnen Regionen können im Nah- und S-Bahnverkehr bereits unmittelbar nach Streikende wieder mehr Züge fahren“, sagte ein Bahnsprecher der Deutschen Presse-Agentur. Erst am Samstag (12. September) könne laut der Deutschen Bahn zu einem regulären Fahrplan zurückkehrt werden. Jedoch seien dabei weiterhin „einzelne Abweichungen“ möglich. Beim Zugbetreiber Transdev wird der Bahnstreik derweil früher als geplant beendet. Laut der GDL sei das Unternehmen bereit, über sämtliche Kernforderungen der Lokführergewerkschaft zu verhandeln.

GDL kündigt neuen Bahnstreik ab Mittwoch an – massive Auswirkungen erwartet

Köln – Lange wurde es befürchtet, jetzt ist klar: Die Deutsche Bahn wird schon in der kommenden Woche erneut bestreikt. Die Lokführergewerkschaft GDL ruft zum nächsten Bahnstreik auf. Und der hat es diesmal in sich. Während die letzten beiden Streiks im November und Dezember 2023 nur jeweils einen Tag dauerten, kündigt die GDL diesmal einen Streik über fast drei Tage an – von Mittwochnacht bis Freitagabend.

Deutsche Bahn wird erneut bestreikt – fast drei Tage lang

Konkret sollen die Lokführer im Personenverkehr die Arbeit ab Mittwoch, 10. Januar, um 2 Uhr niederlegen. Der Streik dauert laut GDL-Plan dann bis Freitagabend (12. Januar), 18 Uhr. Im Güterverkehr von DB Cargo beginnt der Streik sogar schon am Dienstagabend (9. Januar) um 18 Uhr.

Neuer GDL-Streik – die Details:

Beginn des Streiks im Güterverkehr: Dienstag, 9. Januar, 18 Uhr

Beginn des Streiks im Personenverkehr: Mittwoch, 10. Januar, 2 Uhr

Ende des Streiks: Freitag, 12. Januar, 18 Uhr

Welche Auswirkungen hat der neue Bahnstreik?

Die genauen Auswirkungen des Streiks sind noch nicht endgültig klar. Aber: „Die DB geht von massiven Auswirkungen des GDL-Streiks auf den Bahnbetrieb aus“, teilte das Unternehmen am Sonntagabend mit. Vergangene GDL-Streiks haben gezeigt: Pendler und Bahnreisende müssen mit großen Problemen während des Streiks rechnen. Auch in NRW sind etliche Regionalzüge und S-Bahnen vom Streik betroffen. Durch den Streik fallen viele Züge in NRW sogar ganz aus.

Gleichzeitig will die Deutsche Bahn aber auch gerichtlich gegen den Streik vorgehen und ihn so vielleicht doch noch verhindern. „Dieser Streik ist nicht nur absolut überflüssig, sondern wir halten ihn auch rechtlich für nicht zulässig“, sagt DB-Personalvorstand Martin Seiler. Es sei jetzt wieder an der Zeit, zu verhandeln, so Seiler weiter.

Die GDL will die Deutsche Bahn ab Mittwoch erneut bestreiken (Symbolbild/Fotomontage).

GDL-Bahnstreik dürfte auch in NRW für fast kompletten Stillstand sorgen

Bei den Warnstreiks im November und Dezember 2023 sind bundesweit und auch in Nordrhein-Westfalen die meisten Züge ausgefallen, sowohl im Fernverkehr als auch im Nah- und Regionalverkehr. Ähnliche Auswirkungen dürfte auch der neue GDL-Streik haben, zumal er diesmal auch deutlich länger sein wird. Auch in NRW werden daher aller Voraussicht nach wieder die meisten Züge während des Streiks ausfallen.

Neben der Deutschen Bahn ruft die GDL ab Mittwochnacht auch bei den Unternehmen Transdev und City Bahn Chemnitz zum Streik auf. Besonders der Transdev-Streik wird wohl nochmal für zusätzliche Ausfälle in NRW sorgen. Das Bahnunternehmen betreibt mehrere RE- und RB-Linien im bevölkerungsreichsten Bundesland.

GDL schmettert jüngstes Bahn-Angebot ab

Zuletzt gab es noch vorsichtige Hoffnung, weitere Streiks im aktuellen Tarifstreit zwischen Bahn und GDL doch noch abzuwenden. Die Bahn hatte der Lokführergewerkschaft am Freitag (5. Januar) ein neues Angebot vorgelegt, wo es erstmals auch um die Senkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter ging. Das ist die Kernforderung der GDL in dieser Tarifrunde. Die Bahn hatte in dem Angebot ein Wahlmodell vorgeschlagen. „Die können dann statt 38 nur noch 35 Stunden arbeiten – oder auch 40 Stunden arbeiten. Jeder wählt aus, wie in einer Cafeteria“, hatte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler der Süddeutschen Zeitung dazu gesagt.

Jetzt hat die Lokführergewerkschaft dieses Angebot der Bahn regelrecht abgewatscht. Dieses Wahlmodell sei für die betroffenen Mitarbeiter ein „als Schlag ins Gesicht und ist genau das Gegenteil von dem, was seitens der GDL gefordert wird“, so GDL-Chef Claus Weselsky. Er bezeichnet das Angebot gar als „Mogelpackung“.

Neue Eskalation im Tarifstreit zwischen Bahn und GDL

Damit kommt es jetzt zur nächsten Eskalation im Tarifstreit, der seit Anfang November 2023 läuft. Bislang gab es zwei Verhandlungsrunden und zwei Warnstreiks. Ende November hatte die GDL die zweite Verhandlungsrunde abgebrochen und die Verhandlungen für gescheitert erklärt. Per Urabstimmung hatte die Gewerkschaft sich dann im Dezember die Zustimmung für längere Streiks von ihren Mitgliedern geholt.

Ein zwischenzeitlicher Weihnachts- und Neujahrsfrieden endet am 7. Januar. Für die Zeit danach drohten schon seit Wochen neue Streiks. Und die GDL fackelt jetzt nicht lange, sondern macht Ernst. Währenddessen müssen sich nun Bahnreisende und Pendler tagelang auf massive Einschränkungen einstellen. Und eine Einigung im Tarifstreit ist aktuell nicht in Sicht. (bs) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Maria Weber/IMAGO

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