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GDL droht: Nächster Bahnstreik soll länger und härter werden

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  • Melissa Ludstock
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Der Bahnstreik wurde nach fast drei Tagen beendet. Doch ein neuer GDL-Streik bahnt sich schon. Claus Weselsky wurde am Freitag deutlich.

  • GDL-Chef Claus Weselsky droht bereits mit einem neuen Bahnstreik, falls die Deutsche Bahn kein verbessertes Angebot macht.
  • Ob es im Tarifstreit nun zu neuen Verhandlungen kommen wird, ist bislang unklar.
  • Der GDL-Streik bei der Deutschen Bahn endete am Freitagabend (12. Januar), um 18 Uhr.
  • Dieser News-Ticker wird laufend aktualisiert.

Update vom 12. Januar, 21:35 Uhr: Die Lokführergewerkschaft GDL droht kurz nach Ende des Bahnstreiks schon mit einem neuen Arbeitskampf. Man wolle der Deutschen Bahn nach dem Ende des fast dreitägigen Streiks nun „ein Stück weit Zeit geben, um zur Besinnung zu kommen“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Freitagabend in Berlin. „Tun sie das nicht, wird die nächste Arbeitskampfmaßnahme folgen. Sie wird länger sein und sie wird das Unternehmen noch härter treffen.“ Der Bahnstreik endete am Freitag, um 18 Uhr. Eine Annäherung im Tarifstreit ist aktuell nicht in Sicht.

Deutsche Bahn will wieder mit GDL verhandeln

Update vom 12. Januar, 17:48 Uhr: Kurz vor Ende des dreitägigen Streiks hat die Deutsche Bahn die Lokführergewerkschaft GDL zu weiteren Verhandlungen aufgefordert. „Wir sind verhandlungsbereit, wir sind gesprächsbereit“, sagte DB-Sprecherin Anja Bröker am Freitag in Berlin. Es liege jetzt auch an der GDL, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Streiken, um alle Forderungen durchzusetzen – so funktionieren Tarifverhandlungen nicht“, so Bröker.

Der GDL-Streik endet am Freitag um 18 Uhr. Ende November 2023 hatte die GDL die Verhandlungen mit der Bahn für gescheitert erklärt. Seitdem gab es einen eintägigen Streik im Dezember und nun den fast dreitägigen Streik im Januar. GDL-Chef Claus Weselsky forderte am Freitag ein Entgegenkommen der Bahn bei den stockenden Verhandlungen. „Wenn nichts passiert, dann ist der nächste Arbeitskampf unvermeidlich“, so der Gewerkschaftsführer.

GDL-Chef Weselsky droht mit nächstem Bahnstreik – ohne Verhandlung „unvermeidlich“

Update vom 12. Januar, 14:54 Uhr: Ist nach dem Streik vor dem Streik? Zumindest bringt das GDL-Chef Claus Weselsky am Freitagmittag ins Gespräch. „Wenn nichts passiert, dann ist der nächste Arbeitskampf unvermeidlich“, sagte Weselsky in Magdeburg. Der aktuelle Streik bei der Deutschen Bahn läuft noch bis Freitagabend, 18 Uhr. Danach will die Lokführergewerkschaft den Arbeitgebern „ein Stück weit“ Zeit geben.

Weselsky warf der Bahn vor, die Verhandlungen bislang zu blockieren. „Wer sagt, er verhandelt nicht mit uns über Absenkung der Wochenarbeitszeit, wird bestreikt“, betonte Weselsky nochmal.

Die GDL hatte den Streik im Personenverkehr der Deutschen Bahn am Mittwochmorgen begonnen, im Güterverkehr wird seit Dienstagabend gestreikt. Mit dem Arbeitskampf will die Gewerkschaft den Druck auf die Bahn erhöhen, um im Tarifkonflikt mit dem Konzern unter anderem eine Arbeitszeitreduzierung für Schichtarbeiter bei vollem Lohnausgleich zu erreichen. Die Bahn lehnt das bisher ab.

Bahnstreik endet bei Transdev früher – Deutsche Bahn weiter massiv betroffen

Update vom 12. Januar, 10:52 Uhr: Die Arbeitsniederlegung der GDL ist eigentlich bis Freitagabend (11. Januar) um 18 Uhr geplant, doch bei Transdev wird der Streik nun früher beendet. Das Zugunternehmen habe „in einem schriftlichen Angebot versichert, über sämtliche Kernforderungen der aktuellen Tarifrunde ernsthaft zu verhandeln“, teilte GDL-Chef Claus Weselsky mit. Für die Lokführergewerkschaft ist eine stufenweise Absenkung der Wochenarbeitszeit auf eine 35-Stunden-Woche essenziell.

Bei der Deutschen Bahn läuft der Bahnstreik dagegen weiter wie geplant. Erst am Samstag (12. Januar) sei laut dem Bahnkonzern wieder ein regulärer Fahrplan möglich. Am Freitagabend würde es auch nach Streikende unter anderem im NRW-Regionalverkehr weiterhin einen Notfahrplan geben. Jedoch könnten „in einzelnen Regionen im Nah- und S-Bahnverkehr bereits unmittelbar nach Streikende wieder mehr Züge fahren“, sagte ein Bahnsprecher der Deutschen Presse-Agentur. Zugreisende der DB müssen auch aber am Samstag noch mit „einzelnen Abweichungen“ rechnen.

Bahnstreik sorgt am Donnerstag für massive Zugausfälle in NRW

Update vom 11. Januar, 6:58 Uhr: Am Donnerstag ist es an den Bahnhöfen in NRW weiterhin ruhig. Aufgrund des Bahnstreiks fallen heute erneut zahlreiche Züge aus. „Bitte sehen Sie von nicht notwendigen Reisen während des GDL-Streiks ab und verschieben Sie Ihre Reise auf einen anderen Zeitpunkt“, teilt die Deutsche Bahn mit.

Fragen und Antworten – Diese Rechte haben Fahrgäste beim Bahnstreik

Trotz des Streiks stehen Reisende auch im Streikfall nicht schutzlos da. Es gelten weiterhin die Fahrgastrechte der Deutschen Bahn. 24RHEIN erklärt, welche Rechte Fahrgäste während des Bahnstreiks haben.

Bahnstreik sorgt für massive Zugausfälle in NRW – weiterer könnte folgen

Update vom 10. Januar, 16:28 Uhr: Der aktuelle Streik der Lokführergewerkschaft GDL beeinträchtigt den Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen stark. Die allermeisten Züge der Deutschen Bahn fuhren am Mittwoch nicht. Jedoch habe der Notfahrplan mit einem stark ausgedünnten Takt auf einigen Strecken zuverlässig funktioniert, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Bei der ebenfalls von der Arbeitsniederlegung betroffenen Rhein-Ruhr-Bahn wurde der Schienenverkehr sogar komplett eingestellt. Auf einigen Strecken fahren deshalb Ersatzbusse. Andere Bahnunternehmen wie National Express oder der Eurobahn sind nicht direkt vom Streik betroffen, da die Stellwerke der DB Netz mit genügend Personal besetzt waren. Auch am Donnerstag und Freitag gilt bei der Deutschen Bahn durch den GDL-Streik der Notfahrplan, welche nur 20 Prozent des Normalbetriebes umfasst.

Bahnstreik hat gerade angefangen, da droht die GDL schon mit dem nächsten

Update vom 10. Januar, 9:15 Uhr: Kaum hat der fast dreitägige Streik der GDL bei der Deutschen Bahn begonnen, da bringt Gewerkschaftschef Claus Weselsky schon einen weiteren Streik ins Gespräch. „Wenn nichts kommt bis Freitag, machen wir eine Pause und gehen in den nächsten Arbeitskampf“, sagte Weselsky am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin. Eine weitere Streikdrohung, kurz nach Beginn des aktuellen Streiks, der noch bis Freitag, 18 Uhr laufen soll.

Konkret fordert die GDL ein neues Angebot der Bahn, besonders im Hinblick auf die Kernforderung der Gewerkschaft – eine Senkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Die GDL sei laut Weselsky auch bereit, hier Kompromisse einzugehen und die geringere Arbeitszeit schrittweise einzuführen. Das jüngste Bahn-Angebot vom vergangenen Freitag kritisierte Weselsky hingegen als Provokation. Die Bahn hatte ein Wahlmodell für die Arbeitszeit vorgeschlagen.

Bahnstreik der GDL – 80 Prozent aller Züge fallen aus

Update vom 10. Januar, 7:47 Uhr: Der Streik der Lokführergewerkschaft hat in den frühen Morgenstunden begonnen. Die Züge fahren seitdem nach einem reduzierten Notfallplan, sagte ein Bahnsprecher der Deutschen Presse-Agentur. Bundesweit kommt es zu Verspätungen und Ausfällen. Nach Angaben des Sprechers fuhren etwa ein Fünftel aller Züge.

In NRW sollen auf rund 25 Linien während des Streiks keine Züge fahren. Teilweise setzt die Bahn Ersatzbusse ein - so etwa zwischen Köln und Siegen, zwischen Dortmund und Hagen oder zwischen Krefeld und Kleve. Auf rund 15 Linien sollen einige Züge rollen - meist peilt die Bahn dort einen Stundentakt an.

Bahnstreik in Deutschland – Gericht lehnt Antrag der Bahn ab

Update vom 9. Januar, 19:58 Uhr: Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL kann wie geplant stattfinden. Das Hessische Landesarbeitsgericht in Frankfurt hat am Dienstagabend einen Antrag der Deutschen Bahn auf eine Einstweilige Verfügung gegen den Streik abgelehnt.

Bahnstreik ab Mittwoch – Gericht entscheidet noch heute

Update vom 9. Januar, 14:58 Uhr: Der Versuch der Deutschen Bahn, den GDL-Streik gerichtlich noch zu verhindern, dauert weiter an. Am frühen Abend beschäftigt sich das hessische Landesarbeitsgericht in Frankfurt mit dem Fall. Zuvor hatte die Bahn gegen das Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt vom Montag Berufung eingelegt. Dieses hatte den Eilantrag des Konzerns auf eine einstweilige Verfügung gegen den Streikaufruf der GDL abgelehnt. Der Termin vor dem Landesarbeitsgericht ist für 17 Uhr angesetzt. Eine Stunde später – also um 18 Uhr – soll der Streik im Güterverkehr bereits beginnen.

Währenddessen gab es aus NRW für Pendler und Reisende im Zusammenhang mit dem Streik auch etwas erfreuliche Nachrichten. So sollen einige Züge in NRW trotz des Streiks fahren. Dennoch müsse mit massiven Einschränkungen gerechnet werden, so die Bahn. Auch in Rheinland-Pfalz wären im Streikfall einige Bahnlinien betroffen.

Bahnstreik ab Mittwoch – Bahn geht gegen Urteil in Berufung

Update vom 9. Januar, 8:50 Uhr: Nachdem das Arbeitsgericht Frankfurt einen Eilantrag der Bahn auf einstweilige Verfügung gegen den Streikaufruf der GDL abgelehnt hat, will die Bahn weitere juristische Möglichkeiten ausschöpfen. „Die Deutsche Bahn (DB) geht nach der Entscheidung des Arbeitsgerichts Frankfurt am Main in Berufung“, teilte der Konzern am Montagabend mit. Nun soll das hessische Landesarbeitsgericht in zweiter Instanz das Urteil des Frankfurter Arbeitsgerichts überprüfen.

Der Hauptgeschäftsführer des DB-Arbeitgeberverbands AGV Move, Florian Weh, kritisierte den geplanten GDL-Streik als „keine Ultima Ratio, sondern eine Zumutung, die auf Sand gebaut ist“. Bei der GDL hält man dagegen am geplanten 64-Stunden-Streik fest. Wann eine Entscheidung vor dem hessischen Landesarbeitsgericht fällt, ist noch unklar.

Gericht lehnt einstweilige Verfügung gegen Streikaufruf ab – Bahn verliert vor Gericht

Update vom 8. Januar, 20:53 Uhr: Die Deutsche Bahn ist mit dem Versuch gescheitert, den geplanten Lokführerstreik mit juristischen Mitteln zu stoppen. Das Arbeitsgericht Frankfurt lehnte am Montag eine einstweilige Verfügung gegen den Streikaufruf der Gewerkschaft GDL ab. Gegen die Entscheidung ist eine Berufung beim Hessischen Landesarbeitsgericht möglich.

Gerichtsentscheidung zum Bahnstreik noch am Montagabend erwartet

Update vom 8. Januar, 18:05 Uhr: Im Thema um den von der GDL angekündigten Streik bei der Bahn soll es laut Informationen der dpa noch am Montag eine Entscheidung des Arbeitsgerichts in Frankfurt geben. Ob der Streik dadurch abgewendet werden kann, ist unklar. In NRW zeichnen sich dagegen immer mehr Auswirkungen ab, die der 64-Stunden-Streik der Lokführergewerkschaft haben könnte. Sollte es tatsächlich zum Bahnstreik kommen, droht an vielen Stellen bei der Bahn ein Stillstand. Etliche Regionalzüge und S-Bahnen in NRW werden beim Streik ausfallen.

Bahnstreik ab Mittwoch – erste Einschränkungen bekannt

Update vom 8. Januar, 13:58 Uhr: Auch wenn die Deutsche Bahn den GDL-Streik noch gerichtlich stoppen will, wurden jetzt bereits die ersten Einschränkungen bekannt gegeben. Allein in NRW sind dutzende Bahnlinien im Regio- und S-Bahn-Verkehr betroffen. Bei diesen kann es zu Ausfällen oder Verspätungen kommen.

Bahnstreik ab Mittwoch – Bahn will GDL-Aktion vor Gericht stoppen

Update vom 8. Januar, 10:14 Uhr: Die Deutsche Bahn hat ihre Ankündigung wahr gemacht, den ab Mittwoch geplanten Lokführerstreik mit juristischen Mitteln zu stoppen. Man habe beim Arbeitsgericht Frankfurt einen entsprechenden Antrag auf einstweilige Verfügung eingereicht, teilte das Unternehmen am Montag (8. Januar) gegenüber der Deutschen Presse-Agentur mit. Das Gericht bestätigte den Eingang, nannte aber zunächst noch keinen Verhandlungstermin. Der DB-Konzern hält die Arbeitsniederlegung für rechtlich „nicht zulässig“.

Eine vorläufige Entscheidung des Arbeitsgerichtes könnte im Eilverfahren schnell ergehen. Womöglich werden sich die Richter bereits am Montag mit der Sache befassen, da der Ausstand bereits am Dienstag (9. Januar) startet. Anschließend ist auch noch eine Berufung in der zweiten Instanz beim Hessischen Landesarbeitsgericht in Frankfurt möglich.

Bahnstreik ab Mittwoch – Bahn rechnet bundesweit mit massiven Einschränkungen

Update vom 8. Januar, 9:50 Uhr: Die Deutschen Bahn befürchtet durch den anstehenden GDL-Streik erneut bundesweit große Einschränkungen im Zugverkehr. „Dadurch kommt es in diesem Zeitraum zu massiven Beeinträchtigungen im Fern-, Regional- und S-Bahn Verkehr der Deutschen Bahn“, teilte die Bahn auf ihrer Website mit. Für Reisende soll es einen Notfahrplan geben. Auch beim letzten Streik der GDL hatte die Bahn einen Notfahrplan angeboten.

„Der Notfahrplan sichert nur ein sehr begrenztes Zugangebot im Fern-, Regional- und S-Bahn Verkehr der DB. Bitte sehen Sie von nicht notwendigen Reisen während des GDL-Streiks ab und verschieben Sie Ihre Reise auf einen anderen Zeitpunkt“, erklärte die Bahn. Für Reisende, die ihre Fahrt wegen des Streiks verschieben möchten, gibt es erneut Sonderregelungen:

  • Fahrgäste, die ihre für Mittwoch (10. Januar 2024) bis Freitag (12. Januar 2024) geplante Reise aufgrund des Streiks der GDL verschieben möchten, können ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen.
  • Die Zugbindung ist aufgehoben
  • das gebuchte Ticket gilt dabei für die Fahrt zum ursprünglichen Zielort, auch wenn sich die Streckenführung geändert hat
  • Sitzplatzreservierungen können kostenlos storniert werden
  • Außerdem können Reisende ihre Fahrt auch vorverlegen und ihr Ticket bereits am Montag (8. Januar) und Dienstag (9. Januar) nutzen

Darüber hinaus sollen sich Reisende 24 Stunden vor ihrer Fahrt über ihre Verbindung auf bahn.de, im DB Navigator oder bei der telefonischen Reiseauskunft 030/2970 informieren.

Bahnstreik ab Mittwoch – GDL ruft zu mehrtägigem Streik auf

Update vom 7. Januar, 19:45 Uhr: Jetzt ist klar: Ab Mittwochnacht soll die Deutsche Bahn bestreikt werden. Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) ruft die Lokführer zum Streik auf. Der Streik soll am Mittwoch, 10. Januar 2024, um 2 Uhr beginnen. Dauern soll der Streik bis Freitag, 12. Januar 2024, 18 Uhr. Die GDL ruft ihre Mitglieder bei der Deutschen Bahn, Transdev und City Bahn Chemnitz damit auf, ihre Arbeit niederzulegen. Das teilte die GDL am Sonntagabend mit. Bei der DB Cargo beginnt die Arbeitsniederlegung im Güterverkehr bereits am Dienstag, 9. Januar, um 18 Uhr.

  • Wann beginnt der Streik? Mittwoch, 10. Januar 2024, 2 Uhr
  • Wann endet der Streik? Freitag, 12. Januar 2024, 18 Uhr

„Der DB-Konzern hat den Weihnachtsfrieden nicht genutzt, um mit einem verhandlungsfähigen Angebot Arbeitskampfmaßnahmen entgegenzuwirken“, heißt es in einer Mitteilung der GDL am Sonntagabend.

Noch ist nicht klar, welche Auswirkungen der Streik auf Reisende haben wird, die zwischen Mittwochnacht und Freitagabend Fahrten mit der Deutschen Bahn geplant haben. Bei den Warnstreiks im November und Dezember 2023 waren bundesweit zahlreiche Züge ausgefallen – sowohl im Fernverkehr als auch im Nah- und Regionalverkehr. Auch der jetzt für Anfang Januar angekündigte Streik dürfte große Auswirkungen haben. „Die DB geht von massiven Auswirkungen des GDL-Streiks auf den Bahnbetrieb aus“, teilt die Bahn ebenfalls am Sonntagabend mit. Details sind noch nicht bekannt.

Die Deutsche Bahn will jetzt gerichtlich gegen den Streik vorgehen. Laut Mitteilung will die Deutsche Bahn einen „entsprechenden Eilantrag auf einstweilige Verfügung“ beim Arbeitsgericht Frankfurt am Main einreichen. „Dieser Streik ist nicht nur absolut überflüssig, sondern wir halten ihn auch rechtlich für nicht zulässig“, wird DB-Personalvorstand Martin Seiler in der Mitteilung zitiert. Die Bahn fordere die GDL auf, den Streik abzusagen und einen vorgeschlagenen Verhandlungstermin am 10. Januar wahrzunehmen.

Die GDL ruft neben der Deutschen Bahn ab Mittwochnacht auch bei den Unternehmen Transdev und City Bahn Chemnitz zum Streik auf. Transdev betreibt in NRW mehrere RE- und RB-Linien. Auch hier könnte es zahlreiche Ausfälle geben.

Ab wann neue Streiks bei der Deutschen Bahn drohen könnten

Update vom 7. Januar, 15:47 Uhr: Der sogenannte „Weihnachtsfrieden“ ist vorbei, ab Montag müssten Bahnfahrende theoretisch erneut mit Einschränkungen beim Zugverkehr der Deutschen Bahn rechnen. Allerdings hat der Deutsche Beamtenbund, in dem die Gewerkschaft der Lokführer organisiert ist, erklärt, dass es zumindest am Montag und Dienstag keine Arbeitsniederlegungen geben wird. Dafür müssen Autofahrer am Montag mit massiven Einschränkungen rechnen, denn: Tausende Landwirte werden am Montag Straßen blockieren, um gegen die Sparpläne der Ampel zu demonstrieren.

Neuer Bahnstreik droht – doch frühestens erst am Mittwoch

Update vom 6. Januar, 9:36 Uhr: Für mehrere Tage könnte die Lokführergesellschaft bald streiken. Nun scheint klar zu sein: Der Streik beginnt frühestens Mittwoch. Denn am Montag beginnt in Köln die zweitägige Jahrestagung des Beamtenbundes (dbb), wo auch die GDL Mitglied ist.

Der Bundesvorsitzende der dbb, Ulrich Silberbach, sagte dem Kölner Stadt-Anzeiger, er habe mit GDL-Chef Claus Weselsky schon vor Weihnachten verabredet, „dass während der Tagung in Köln keine Streiks stattfinden werden.“ Die An- und Abreise der Tagungsteilnehmer sei sichergestellt. „Was danach passiert, liegt nicht mehr in meiner Hand“, so Silberbach.

Drohender Bahnstreik – Bahn macht GDL ein erstes Angebot

Update vom 5. Januar, 14:03 Uhr: Die Bahn zeigt sich erstmals bereit, über eine Kernforderung der GDL zu verhandeln: die Senkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden. Das ist für die GDL seit Beginn die wichtigste Forderung in der Tarifrunde. Vorgesehen ist in dem neuen Angebot demnach ein Wahlmodell für Schichtarbeiter. „Die können dann statt 38 nur noch 35 Stunden arbeiten – oder auch 40 Stunden. Jeder wählt aus, wie in einer Cafeteria“, sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler der Süddeutschen Zeitung.

Jeder Mitarbeiter könne demnach selbst entscheiden. Bislang hatte die Bahn eine Senkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter kategorisch ausgeschlossen. Nun gibt es also zumindest eine Annäherung in Form des neuen Angebots. Ob das ausreicht, um die GDL noch von Streiks abzubringen, bleibt aber weiterhin unklar. Die Gewerkschaft hat sich noch nicht zum neuen Angebot geäußert.

Neuer Bahnstreik droht – der aktuelle Stand und wann es losgehen könnte

Update vom 5. Januar, 9:09 Uhr: Der Weihnachts- und Neujahrsfrieden zwischen Bahn und GDL neigt sich so langsam dem Ende zu. Noch bis einschließlich Sonntag (7. Januar 2024) wird die Lokführergewerkschaft nicht streiken. Danach droht aber ein Streik über mehrere Tage. Viele Pendler und Bahnreisende sind bereits verunsichert. Denn wann ein möglicher Streik beginnen könnte, ist weiterhin unklar. Die GDL um ihren Chef Claus Weselsky hatte zuletzt betont, einen solchen mehrtägigen Streik rund 48 Stunden im Voraus anzukündigen. Bislang hält sich die Lokführergewerkschaft mit neuen Informationen aber noch bedeckt.

Neue Bahnstreiks noch im Januar?

Erstmeldung vom 4. Januar 2024: Köln – Am 8. Januar beginnt in Nordrhein-Westfalen und in den meisten deutschen Bundesländern nach den Weihnachtsferien wieder die Schule. Und ausgerechnet ab diesem Tag drohen auch neue Streiks bei der Deutschen Bahn. Denn dann endet der sogenannte Weihnachts- und Neujahrsfrieden zwischen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL.

Die GDL hatte zuvor versprochen, bis einschließlich 7. Januar 2024 nicht zu streiken. Danach könnten aber sogar für mehrere Tage am Stück die meisten Züge stillstehen. Unklar ist allerdings noch, wann konkret und wie lange genau gestreikt werden soll. 24RHEIN begleitet die aktuellen Entwicklungen zum nächsten Bahnstreik im Newsticker.

Was über den neuen Bahnstreik der GDL bislang bekannt ist

Der neue GDL-Streik könnte drei bis fünf Tage lang dauern. Das hatte GDL-Chef Claus Weselsky bereits vor Weihnachten der Rheinischen Post (RP) gesagt. Die ersten beiden Warnstreiks der Lokführergewerkschaft fanden im November und Dezember 2023 statt und dauerten jeweils rund einen Tag lang. Der nächste Streik dürfte also deutlich heftiger werden.

Die Zustimmung für längere Arbeitskämpfe hatte sich die Gewerkschaft von ihren Mitgliedern im Dezember per Urabstimmung geholt. Aber zumindest unbefristete Streiks schloss Weselsky vorerst aus. „Einen unbefristeten Streik auszurufen, wäre mit Blick auf die Kunden und die wirtschaftlichen Folgen nicht in Ordnung“, sagte er der RP.

Nächster GDL-Streik: Was bekannt ist

► Wann beginnt der Streik? Ein genaues Datum gibt es bislang nicht, aber frühestens am 8. Januar 2024

► Wie lange dauert der Streik? Auch das ist noch unklar, aber laut GDL-Chef Weselsky voraussichtlich drei bis fünf Tage.

Stand: 4. Januar 2024, 10:00 Uhr

Bei der Bahn droht ab dem 8. Januar 2024 ein neuer GDL-Streik. Wann der beginnt, ist aber noch offen (Symbolbilder/Fotomontage).

Kann der GDL-Streik noch verhindert werden?

Theoretisch ja, allerdings erscheint das momentan nicht realistisch. „Die Arbeitgeberseite hat immer die Möglichkeit, ein Angebot zu versenden, ein Angebot zu machen, in dem die Eckpunkte unter anderem bei der Wochenarbeitszeit so verankert sind, dass es wieder einen Verhandlungseinstieg gibt“, sagte Weselsky zwar am 20. Dezember dem RBB-Inforadio. Dennoch spricht derzeit nicht viel für eine Annäherung.

Ganz im Gegenteil: Aktuell klagt die Deutsche Bahn sogar gegen die GDL. Die Bahn hat am Dienstag (2. Januar 2024) eine sogenannte Feststellungsklage beim Hessischen Landesarbeitsgericht eingereicht. Der Hintergrund: Es geht bei der Klage darum, ob die GDL durch ihre Genossenschaft Fair Train ihre Tariffähigkeit und somit den Status als Gewerkschaft verloren habe. Die GDL hatte im Sommer Fair Train gegründet und damit auch die Bahn unter Druck setzen wollen.

Fair Train fungiert quasi als Leiharbeitsfirma. Die Lokführer sollen dort zu besseren Bedingungen angestellt und dann an Bahn-Unternehmen verliehen werden. Die Bahn wirft demnach der GDL vor, gleichzeitig als Arbeitgeber und als Gewerkschaft aufzutreten. Klar ist aber auch: Eine Auswirkung auf mögliche Streiks wird die Klage nicht haben. Das bestätigte auch das Gericht.

GDL und Bahn streiten seit Anfang November um neuen Tarifvertrag

Der aktuelle Tarifstreit zwischen Bahn und GDL begann im November 2023. Schon kurz nach der ersten Verhandlungsrunde kam es zu einem Warnstreik. Nach der zweiten Verhandlungsrunde Ende November erklärte GDL-Chef Claus Weselsky die Verhandlungen für gescheitert. Anfang Dezember folgte ein zweiter Warnstreik. Eine Annäherung gab es seitdem nicht.

Die GDL fordert in dieser Tarifrunde für die Beschäftigten 555 Euro mehr pro Monat bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten sowie eine steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichsprämie. Bei der ersten Verhandlungsrunde hatte die Bahn eine elfprozentige Entgelterhöhung bei 32 Monaten Laufzeit vorgeschlagen. Das hat die GDL abgelehnt.

Allerdings stellt sich bislang eine andere Forderung als größter Knackpunkt der Verhandlungen heraus. Die GDL fordert, die Wochenarbeitszeit für alle Schichtarbeiter von 38 auf 35 Stunden zu senken – bei vollem Lohnausgleich. Das lehnt die Deutsche Bahn kategorisch ab. Aber ausgerechnet diese Forderung bezeichnete Weselsky schon im Vorfeld des Tarifstreits als „das Schwergewicht“ und wichtigsten Punkt aus Sicht der Gewerkschaft. (bs, jr mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Marc John/Imago & Steinach/Imago

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