Was leuchtet so hell?

Kosmische Täuschung: Warum zwei Planeten für Ufo-Meldungen sorgen

  • schließen

Zwei hell leuchtende Objekte sorgen derzeit am Morgenhimmel für Verwirrung. Was sich dahinter verbirgt, können Sie in den kommenden Tagen selbst beobachten.

Frankfurt – Sind es Drohnen, Scheinwerfer oder doch einfach nur zwei besonders helle Sterne, die derzeit am frühen Morgenhimmel zu sehen sind? Mit diesen Vermutungen meldeten sich Beobachtende bei der CENAP Ufo-Meldestelle im Odenwald. Doch weit gefehlt: Bei den hellen „Lichtern“, die man vor Sonnenaufgang im Osten am Himmel sehen kann, handelt es sich um etwas ganz Natürliches. Es sind die beiden hellsten Planeten unseres Sonnensystems.

Zwei helle Lichter am Morgenhimmel: Planeten Venus und Jupiter treffen sich

Derzeit treffen sich Venus und Jupiter am Himmel zu einer sogenannten „Konjunktion“. Dabei kommen sich die beiden hellen Planeten scheinbar sehr nah. Ihre größte Annäherung erreichten sie am Morgen des 12. August 2025. Doch auch in den kommenden Tagen werden sie sich noch in großer Nähe befinden und sicher weiter für Aufmerksamkeit am Morgenhimmel sorgen.

Auch wenn es am Himmel so aussieht, als ständen Venus und Jupiter in unmittelbarer Nachbarschaft, stimmt das genau genommen gar nicht. Nur die irdische Perspektive sorgt dafür, dass es so aussieht. Tatsächlich sind die beiden Planeten immer sehr weit voneinander entfernt, was man ihren durchschnittlichen Entfernungen zur Sonne ablesen kann: Die Venus ist im Schnitt etwa 108 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt, beim Jupiter sind es sogar ungefähr 778 Millionen Kilometer.

Mysteriöses Himmelsschauspiel im Osten: Jupiter und Venus leuchten hell

Wer Jupiter und Venus am frühen Morgenhimmel bewundert, kann über mehrere Tage hinweg sehen, wie sie ihre Positionen tauschen: Am 11. August standen sie nebeneinander (Jupiter links, Venus rechts). Am 12. August stand die Venus bereits etwas unterhalb des Jupiter und am 13. August werden die beiden hellen Planeten genau übereinander stehen (Venus unten, Jupiter oben). Danach zieht die Venus langsam nach Norden (links) und unten, während Jupiter weiter nach Osten (rechts) und nach oben steigt.

Die hellen Planeten Jupiter (links) und Venus (rechts) trafen sich am 12. August 2025 zur Konjunktion am Morgenhimmel.

Einen besonders schönen Himmelsanblick kann man am 20. August morgens erwarten: Dann gesellt sich nämlich die schmale Sichel des abnehmenden Mondes zu dem hellen Planeten-Duo, ein Stück links davon kann man außerdem die beiden hellsten Sterne des Sternbilds Zwillinge, Castor (oben) und Pollux (unten) sehen. Wer weiter nach rechts schaut, kann zudem das markante Sternbild Orion mit dem auffälligen Orionnebel und dem bekannten Stern Beteigeuze entdecken. (tab)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Qu Yubao/Xinhua

Kommentare