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Der Vollmond wird „angeknabbert“: Eine partielle Mondfinsternis steht Ende Oktober an. Ein Ereignis, das die Mechanismen unseres Sonnensystems eindrucksvoll offenbart.
Frankfurt – Wenn der Kernschatten der Erde am 28. Oktober über den Vollmond wandert, wird kein dramatischer roter Blutmond zu sehen sein. Die Verfinsterung des Mondes reicht nur für eine partielle Mondfinsternis – doch auch die ist ein beeindruckendes Schauspiel, das die Mechanismen unseres Sonnensystems verdeutlicht: Die Erde positioniert sich zwischen Sonne und Mond und wirft ihren Schatten ins All. Wenn dieser Schatten den Vollmond streift, erscheint es, als ob ein Teil davon „abgebissen“ wird.
Es ist wichtig, zwischen zwei Arten von Schatten zu unterscheiden: Wenn der Halbschatten der Erde den Mond überquert, ist dies mit bloßem Auge kaum wahrnehmbar – reine Halbschattenfinsternisse sind daher eher unspektakulär. Wenn jedoch der Kernschatten der Erde den Mond erreicht, ist dies mit bloßem Auge sichtbar. Am 28. Oktober ist dies der Fall, obwohl der Kernschatten nur einen kleinen Prozentsatz der Mondoberfläche bedeckt - eine partielle Mondfinsternis ist zu bestaunen.
Partielle Mondfinsternis am 28. Oktober 2023: Himmelsschauspiel ist leicht zu übersehen
Wenn man nicht genau hinsieht, könnte man dieses Himmelsschauspiel sogar verpassen – ganz im Gegensatz zur atemberaubenden ringförmigen Sonnenfinsternis, die am 14. Oktober in Teilen der USA zu beobachten war. Der Zeitplan der partiellen Mondfinsternis am 28. Oktober ist für Beobachter günstig, da sie bereits gegen 20 Uhr abends beginnt. Zu diesem Zeitpunkt steht der Vollmond bereits seit etwa zwei Stunden am Himmel und hat somit eine ordentliche Höhe über dem Horizont erreicht.
| Mondaufgang: | gegen 18.00 Uhr (je nach Standort) |
| Mond tritt in den Halbschatten ein: | 20.00 Uhr (MESZ) am 28.10.2023 |
| Mond tritt in den Kernschatten ein: | 21.35 Uhr |
| Maximum der partiellen Mondfinsternis: | 22.14 Uhr |
| Mond tritt aus Kernschatten aus: | 22.53 Uhr |
| Mond tritt aus Halbschatten aus: | 00.28 Uhr am 29.10.2023 |
| Monduntergang: | gegen 08.00 Uhr am 29.10.2023 (je nach Standort) |
| Quellen: VdS/timeandate.de |
Der Kernschatten der Erde trifft den Mond um 21.35 Uhr – ab diesem Zeitpunkt ist die Mondfinsternis deutlich sichtbar. Schon um 22.14 Uhr ist der Mond maximal verdunkelt, um 22.53 Uhr tritt der Vollmond bereits wieder aus dem Kernschatten heraus. Aber auch danach ist die Beobachtung des Mondes und des Nachthimmels noch lohnenswert. Der Mond mit seinen vielen Kratern ist schon im kleinen Fernglas ein faszinierendes Beobachtungsobjekt – man muss nur daran denken, dass die zahlreichen gut sichtbaren Krater auf seiner Oberfläche durch Meteoriteneinschläge entstanden sind.
Der Mond wird bei der partiellen Mondfinsternis vom Planeten Jupiter „begleitet“
Auch die Umgebung des Mondes am Himmel ist interessant. Etwas unterhalb des Vollmonds begleitet ein heller „Stern“ den Mond auf seiner Reise über den Himmel. Dieser vermeintliche Stern ist Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems und der zweithellste Planet an unserem Nachthimmel. Schon mit einem kleinen Fernglas kann man die vier größten Jupitermonde, die sogenannten Galileischen Monde, sehen, die im Laufe der Nacht um Jupiter zu „tanzen“ scheinen.
Während der partiellen Mondfinsternis sind die Jupiter-Monde Europa, Ganymed, Callisto und Io rund um Jupiter zu sehen, im Laufe der Nacht verschwindet der Mond Io hinter seinem Planeten, um am frühen Morgen auf der anderen Seite wieder aufzutauchen. Nach der Beobachtung solcher Phänomene hat Galileo Galilei Anfang des 17. Jahrhunderts erkannt, dass die Erde sich um die Sonne dreht und nicht umgekehrt. Übrigens hat der Italiener auch den Mond beobachtet – seine Federzeichnung der Mondoberfläche machte ihn 1610 schlagartig berühmt. (tab)
Für diesen von der Redaktion geschriebenen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von Redakteurin Tanja Banner sorgfältig überprüft.
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