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Seltenes Himmelsspektakel: „Blutmond“ ermöglicht Blick auf verborgene Sterne

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Während der Mond im Erdschatten verschwindet, enthüllt der Himmel seine verborgenen Schätze. Was Sie bei der Mondfinsternis nicht verpassen sollten.

Frankfurt – Am 7. September 2025 werden so viele Menschen zum Mond schauen wie schon lange nicht mehr. Schließlich ist für diesen Abend eine totale Mondfinsternis angekündigt – und der „Blutmond“ ist ein seltener und äußerst spannender Anblick. Doch nicht nur den rot gefärbten, total verfinsterten Vollmond kann man am 7. September am Himmel sehen. Wie jede Nacht ist der Himmel voller Sterne – man muss nur genau hinschauen.

Der „Blutmond“ steht am Himmel – umgeben von Sternen, die die totale Mondfinsternis sichtbar macht. (Aufnahme von November 2022)

Um die Sterne zu sehen, sollte man speziell am 7. September allerdings besonders gut auf die Uhr schauen und die Zeit während der totalen Mondfinsternis zum Sternegucken nutzen. Taucht der Vollmond nämlich wieder aus dem Erdschatten heraus, ist er sehr hell und überblendet die meisten Sterne. Die totale Phase der Mondfinsternis beginnt bereits vor dem Mondaufgang in Deutschland und dauert bis 20.52 Uhr. In dieser Phase ist das Licht des Vollmonds sehr gedämpft und rötlich – wenn man Sternegucken möchte, dann ist es in dieser Zeit noch am besten möglich.

Totale Mondfinsternis am 7. September 2025: „Verschwundener“ Vollmond lädt zum Sternegucken ein

Anschließend wird der Vollmond nach und nach wieder am Himmel auftauchen – erst als schmale Sichel, dann taucht ein immer größerer Teil des Mondes auf. Ab 21.56 Uhr ist der Vollmond wieder in seiner vollen Pracht am Himmel zu sehen – Sternegucken ist dann kaum noch möglich. Zuvor kann man allerdings den Blick wunderbar über den Himmel schweifen lassen. Gegen 20.30 Uhr – also kurz vor Ende der Totalität – geht im Osten ein Stück unterhalb des Mondes der Planet Saturn auf. Er ist gut daran zu erkennen, dass er heller leuchtet als die Sterne.

Beobachtet man ihn durch ein Teleskop, das man vielleicht sowieso für die Mondfinsternis aufgebaut hat, kann man die Ringe des Saturn sehen – ein beeindruckender Anblick. Ein Stück links oberhalb von Mond und Saturn findet man das Sternbild Pegasus mitsamt einem auffälligen Quadrat. Es handelt sich dabei um das sogenannte „Herbstviereck“ – ein Zeichen dafür, dass am Sternenhimmel der Herbst Einzug hält.

Das passiert bei einer Mondfinsternis

Mehrmals im Jahr kann man auf der Erde eine Mondfinsternis beobachten. Doch was passiert bei diesem Himmelsereignis eigentlich? Und wie kann man eine Mondfinsternis sehen?
Mehrmals im Jahr kann man auf der Erde eine Mondfinsternis beobachten. Doch was passiert bei diesem Himmelsereignis eigentlich? Und wie kann man eine Mondfinsternis sehen?  © IMAGO/LausitzNews.de/Felix Leda
Damit eine Mondfinsternis entsteht, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein. Zuerst muss ein Vollmond am Himmel stehen. Mit dem Vollmond ist automatisch auch die zweite Bedingung erfüllt…
Damit eine Mondfinsternis entsteht, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein. Zuerst muss ein Vollmond am Himmel stehen. Mit dem Vollmond ist automatisch auch die zweite Bedingung erfüllt… © Marios Lolos/dpa
… denn die ist, dass die Erde zwischen Sonne und Mond stehen muss. Beim Vollmond ist das der Fall: Die Sonne strahlt die komplette “Mondscheibe” an und die Erde hat einen freien Blick darauf.
… denn die ist, dass die Erde zwischen Sonne und Mond stehen muss. Beim Vollmond ist das der Fall: Die Sonne strahlt die komplette “Mondscheibe” an und die Erde hat einen freien Blick darauf. © Victoria Jones/dpa
Die dritte Bedingung für eine Mondfinsternis ist etwas komplizierter: Sonne, Erde und Mond müssen so positioniert sein, dass der Mond durch den Schatten wandert, den die Erde ins Weltall wirft. Diese Bedingung wird nicht bei jedem Vollmond erfüllt – sonst gäbe es 12 bis 13 Mondfinsternisse pro Jahr.
Die dritte Bedingung für eine Mondfinsternis ist etwas komplizierter: Sonne, Erde und Mond müssen so positioniert sein, dass der Mond durch den Schatten wandert, den die Erde ins Weltall wirft. Diese Bedingung wird nicht bei jedem Vollmond erfüllt – sonst gäbe es 12 bis 13 Mondfinsternisse pro Jahr. © Axel Seidemann/dpa
Stattdessen gibt es jedes Jahr mindestens zwei Mondfinsternisse – immer dann, wenn der Vollmond durch den Schnittpunkt zwischen Mondbahn und Erdbahn wandert, durch einen der sogenannten Drachenpunkte.
Stattdessen gibt es jedes Jahr mindestens zwei Mondfinsternisse – immer dann, wenn der Vollmond durch den Schnittpunkt zwischen Mondbahn und Erdbahn wandert, durch einen der sogenannten Drachenpunkte. © Christophe Gateau/dpa
In den zwei Wochen vor oder nach einer Mondfinsternis kann man irgendwo auf der Erde auch immer eine Sonnenfinsternis sehen. Das hängt mit den Bewegungen von Erde, Sonne und Mond zusammen.
In den zwei Wochen vor oder nach einer Mondfinsternis kann man irgendwo auf der Erde auch immer eine Sonnenfinsternis sehen. Das hängt mit den Bewegungen von Erde, Sonne und Mond zusammen. © Jair Cabrera Torres/dpa
Eine Mondfinsternis ist ganz einfach zu beobachten: Überall dort, wo man den Mond am Himmel stehen sieht, während die “Mofi” stattfindet, ist das Himmelsereignis zu sehen.
Eine Mondfinsternis ist ganz einfach zu beobachten: Überall dort, wo man den Mond am Himmel stehen sieht, während die “Mofi” stattfindet, ist das Himmelsereignis zu sehen. © Victoria Jones/dpa
Eine Mondfinsternis wird in mehrere Phasen unterteilt. Zuerst schiebt sich langsam der Halbschatten der Erde über den Mond.
Eine Mondfinsternis wird in mehrere Phasen unterteilt. Zuerst schiebt sich langsam der Halbschatten der Erde über den Mond. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Dieses Phänomen ist mit bloßem Auge nur zu sehen, wenn man genau hinschaut. Der Halbschatten ist nämlich nur ein heller grauer Schatten, der sich über den Vollmond legt.
Dieses Phänomen ist mit bloßem Auge nur zu sehen, wenn man genau hinschaut. Der Halbschatten ist nämlich nur ein heller grauer Schatten, der sich über den Vollmond legt. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Nach dem Halbschatten kommt der Kernschatten. Dieser ist deutlich dunkler und man kann mit bloßem Auge gut erkennen, wie er sich über den Mond legt. Es scheint, als würde der Vollmond von einer Seite “angeknabbert” werden.
Nach dem Halbschatten kommt der Kernschatten. Dieser ist deutlich dunkler und man kann mit bloßem Auge gut erkennen, wie er sich über den Mond legt. Es scheint, als würde der Vollmond von einer Seite “angeknabbert” werden. © Boris Roessler/dpa
Der Kernschatten der Erde schiebt sich nach und nach über den Mond und lässt den Vollmond immer mehr wie eine Mondsichel aussehen.
Der Kernschatten der Erde schiebt sich nach und nach über den Mond und lässt den Vollmond immer mehr wie eine Mondsichel aussehen. © Sven Hoppe/dpa
Handelt es sich um eine totale Mondfinsternis, schiebt sich der Kernschatten über die gesamte Mondscheibe. Dadurch verschwindet der Mond jedoch nicht vollständig – stattdessen entsteht ein etwas überraschendes Phänomen.
Handelt es sich um eine totale Mondfinsternis, schiebt sich der Kernschatten über die gesamte Mondscheibe. Dadurch verschwindet der Mond jedoch nicht vollständig – stattdessen entsteht ein etwas überraschendes Phänomen. © Uli Deck/dpa
Ist der Vollmond komplett vom Erdschatten verfinstert, kann man den „Blutmond” sehen. Statt komplett zu verschwinden, ist der gesamte Vollmond in rötlichem Licht wieder am Himmel zu sehen.
Ist der Vollmond komplett vom Erdschatten verfinstert, kann man den „Blutmond” sehen. Statt komplett zu verschwinden, ist der gesamte Vollmond in rötlichem Licht wieder am Himmel zu sehen. © Marcus Brandt/dpa
Das Phänomen entsteht, weil das Sonnenlicht durch die Luftschichten der Erdatmosphäre gebrochen wird. Kurzwelliges blaues Licht wird dadurch geschwächt, während das rote Licht bis zum Mond durchdringt. Der Mond wird also weiter vom langwelligen roten Licht erreicht – und bleibt so schwach sichtbar.
Das Phänomen entsteht, weil das Sonnenlicht durch die Luftschichten der Erdatmosphäre gebrochen wird. Kurzwelliges blaues Licht wird dadurch geschwächt, während das rote Licht bis zum Mond durchdringt. Der Mond wird also weiter vom langwelligen roten Licht erreicht – und bleibt so schwach sichtbar. © Marcel Kusch/dpa
Bei einer partiellen Mondfinsternis wird der Mond dagegen nur teilweise verfinstert. Den „Blutmond” kann man dann nicht sehen.
Bei einer partiellen Mondfinsternis wird der Mond dagegen nur teilweise verfinstert. Den „Blutmond” kann man dann nicht sehen. © Robert Michael/dpa
Eine wissenschaftliche Tatsache, die bei jeder Mondfinsternis aufs Neue bewiesen wird, ist übrigens, dass die Erde eine Kugel ist. Das kann man erkennen, wenn man sich anschaut, wie der Schatten geformt ist, der über den Mond zieht: Er ist gebogen – wie bei einer Kugel, die einen Schatten wirft.
Eine wissenschaftliche Tatsache, die bei jeder Mondfinsternis aufs Neue bewiesen wird, ist übrigens, dass die Erde eine Kugel ist. Das kann man erkennen, wenn man sich anschaut, wie der Schatten geformt ist, der über den Mond zieht: Er ist gebogen – wie bei einer Kugel, die einen Schatten wirft. © Peter Kneffel/dpa
Im Gegensatz zur Beobachtung einer Sonnenfinsternis benötigt man für die Mondfinsternis keinen Schutz für die Augen.
Im Gegensatz zur Beobachtung einer Sonnenfinsternis benötigt man für die Mondfinsternis keinen Schutz für die Augen.  © Francisco Canedo/dpa
Man kann den Mond mit bloßem Auge beobachten, mit einem Fernglas oder Teleskop und nach Herzenslust Bilder machen, ohne das eigene Augenlicht zu gefährden.
Man kann den Mond mit bloßem Auge beobachten, mit einem Fernglas oder Teleskop und nach Herzenslust Bilder machen, ohne das eigene Augenlicht zu gefährden. © Uwe Anspach/dpa
Der Grund dafür ist ganz einfach: Der Mond reflektiert das Licht der Sonne. Das wird dadurch aber so sehr „entschärft”, dass es die Augen nicht mehr gefährdet.
Der Grund dafür ist ganz einfach: Der Mond reflektiert das Licht der Sonne. Das wird dadurch aber so sehr „entschärft”, dass es die Augen nicht mehr gefährdet. © Robert Michael/dpa
Aus diesem Grund kann man den Mond gefahrlos beobachten und auch fotografieren – allerdings ist es nicht einfach, gute Aufnahmen des Mondes zu machen.
Aus diesem Grund kann man den Mond gefahrlos beobachten und auch fotografieren – allerdings ist es nicht einfach, gute Aufnahmen des Mondes zu machen. © Frank Molter/dpa
Der Mond erscheint dem menschlichen Auge nämlich größer, als er in Wirklichkeit ist – das heißt: auf Fotografien erscheint der Mond immer deutlich kleiner als man es erwarten würde.
Der Mond erscheint dem menschlichen Auge nämlich größer, als er in Wirklichkeit ist – das heißt: auf Fotografien erscheint der Mond immer deutlich kleiner als man es erwarten würde. © Angelika Warmuth/dpa
Bei einer Mondfinsternis kommt noch dazu, dass der dunkler werdende Mond am dunklen Himmel steht – eine echte fotografische Herausforderung.
Bei einer Mondfinsternis kommt noch dazu, dass der dunkler werdende Mond am dunklen Himmel steht – eine echte fotografische Herausforderung. © Maurizio Gambarini/dpa
Wer sein Handwerk jedoch versteht, kann solche Aufnahmen von der Mondfinsternis machen: Der teilweise verfinsterte Mond am 16. Mai 2022 neben der Frauenkirche in Dresden.
Wer sein Handwerk jedoch versteht, kann solche Aufnahmen von der Mondfinsternis machen: Der teilweise verfinsterte Mond am 16. Mai 2022 neben der Frauenkirche in Dresden. © Robert Michael/dpa
Der „Blutmond” neben einem angestrahlten Hochofen im Landschaftspark Duisburg am 21. Januar 2019.
Der „Blutmond” neben einem angestrahlten Hochofen im Landschaftspark Duisburg am 21. Januar 2019. © Marcel Kusch/dpa
Alle Phasen einer Mondfinsternis in der Übersicht.
Alle Phasen einer Mondfinsternis in der Übersicht. © Thomas Rensinghoff/dpa

Während der totalen Mondfinsternis kann man Sternbilder am Himmel sehen

Blickt man vom Mond aus nach rechts, kann man dort die Tierkreiszeichen Wassermann, Steinbock und Schütze sehen. Sie reihen sich am Horizont entlang von Osten nach Süden auf. Im Sternbild Schütze befindet sich das Zentrum der Milchstraße, das etwa 27.000 Lichtjahre entfernt ist. Hoch oben im Zenit befindet sich das Sternbild Schwan mit dem hellen Stern Deneb. Der Schwan bildet ein Kreuz hoch am Himmel, durch das sich das Band der Milchstraße zieht – die man allerdings nur bei sehr dunklem Himmel sehen kann.

UhrzeitPhase der Mondfinsternis
17.28 Uhr:Halbschattenfinsternis beginnt (in Deutschland nicht sichtbar).
18.27 Uhr:partielle Mofi beginnt (in Deutschland nicht sichtbar).
19.09 Uhr:Der Mond erreicht seine Vollmond-Position.
19.30 Uhr:Die totale Mondfinsternis beginnt (in Deutschland nicht sichtbar).
19.39 Uhr:Der Vollmond geht in München auf.
19.53 Uhr: Der Vollmond geht in Frankfurt auf.
20.11 Uhr: Maximale Verdunklung des Mondes.
20.52 Uhr:Die totale Phase der Mondfinsternis endet.
21.56 Uhr: Die partielle Phase der Mondfinsternis endet.
22.55 Uhr: Die Halbschattenfinsternis endet.
Quelle: timeanddate.de

Während der totalen Mondfinsternis stört der Vollmond das Sternegucken nicht

Deneb ist ein Teil des Sommerdreiecks, das hoch am Himmel steht. Dazu gehören auch noch die hellen Sterne Wega (im Sternbild Leier) und Altair (im Sternbild Adler). Viel später in der Nacht – wenn der Vollmond hell und störend am Himmel steht – kann man auch noch weitere Planeten entdecken: Jupiter geht gegen 2 Uhr nachts im Osten auf. Schaut man ihn mit einem Fernglas an, kann man bereits seine vier größten Monde (die Galileischen Monde Io, Europa, Kallisto und Ganymed) erkennen. Im Teleskop sieht man auch seine Wolkenbänder

Zwischen Saturn und Jupiter ist auch das Sternbild Stier mit den offenen Sternhaufen Plejaden und Hyaden aufgegangen und im Osten lugt die erste Hälfte des Wintersternbilds Orion über den Horizont. Kurz nach vier Uhr morgens schaut dann auch der Morgenstern Venus im Osten vorbei. Der Vollmond befindet sich zu dieser Zeit bereits tief im Westen am Himmel und sollte es möglich machen, den Osthimmel zu beobachten. Erst wenn die Sonne längst aufgegangen ist, geht der Vollmond im Westen unter. (tab)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Alan Dyer

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