Planetenparade

Sieben Planeten am Nachthimmel: Wann und wie die Himmelskörper zu sehen sind

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Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun – in nächster Zeit sind alle Planeten unseres Sonnensystems am Abendhimmel zu beobachten.

Frankfurt – Die ersten beiden Monate des Jahres 2025 sind perfekt, um Planeten zu beobachten. Es herrscht noch tiefster Winter und es wird früh dunkel, außerdem sind gleich mehrere Planeten mit bloßem Auge am Himmel zu sehen. Um in den Genuss zu kommen, sämtliche sichtbaren Planeten auch wirklich zu sehen, sollte man möglichst früh nach Einbruch der Dunkelheit nach draußen gehen und den Blick zum Himmel erheben. Denn nicht alle Planeten stehen lange am Nachthimmel.

Dort können im Januar und Februar bis zu vier Planeten mit bloßem Auge gesehen werden. Dazu kommen noch zwei Planeten, die man nur mithilfe eines Teleskops beobachten kann. Ein Überblick über die „Planetenparade“, die den Nachthimmel Anfang 2025 zu einem echten Highlight macht – sortiert von Ost nach West.

Mars: Der rote Planet leuchtet tatsächlich rötlich am Himmel

Der Mars hat den Spitznamen „roter Planet“ nicht nur, weil seine Oberfläche von rotem Staub bedeckt ist – auch mit bloßem Auge von der Erde aus betrachtet leuchtet er rötlich am Himmel. Im Januar und Februar 2025 ist der Mars der Planet, der am Nachthimmel am weitesten östlich steht. Um ihn zu finden, sollte man nach Einbruch der Dunkelheit nach Osten schauen (in die Richtung, in der morgens die Sonne aufgeht). Dort steht der Mars rötlich leuchtend über dem Horizont. Im Laufe der Nacht wandert er weiter nach rechts und gleichzeitig weiter am Himmel nach oben.

Die Planeten unseres Sonnensystems. (Symbolbild)

Sucht man den roten Planeten erst im Februar am Nachthimmel, befindet er sich ein ganzes Stück weiter oben. Der Mars ist noch mehrere Monate lang am Himmel zu sehen, wird dabei jedoch immer mehr von seiner Helligkeit verlieren. Erst im August verschwindet er für den Rest des Jahres 2025 vom Himmel.

Jupiter: Der größte Planet des Sonnensystems strahlt hell

Weiter geht es etwas weiter westlich mit dem größten Planeten unseres Sonnensystems: Jupiter ist ein Gasriese und so groß, dass die Erde mehr als 1300 Mal in ihn hineinpassen würde. Er ist außerdem der zweithellste Planet an unserem Nachthimmel und ist ebenfalls direkt mit Einbruch der Dunkelheit zu sehen. Jupiter ist dann hoch im Osten zu finden. Er steigt ebenfalls im Laufe der Nacht weiter nach oben und bewegt sich weiter nach Süden. Das geschieht übrigens auf einer gemeinsamen gedachten Linie mit allen anderen Planeten.

Diese gedachte Linie wird Ekliptik genannt – es ist die Bahn, auf der die Sonne scheinbar entlangwandert. Auch die Planeten und der Mond ziehen ungefähr auf dieser Linie ihre Bahnen. Deshalb erscheinen Planeten – wenn wie derzeit mehrere von ihnen gleichzeitig am Himmel zu sehen sind – wie auf einer Kette aufgereiht. Die Ekliptik erstreckt sich vom Osten bis in den Westen.

Uranus und Neptun: Weit weg und nur mit dem Teleskop zu sehen

Nach Jupiter folgt der Uranus. Er befindet sich am Himmel ganz in der Nähe des Gasriesen – kann jedoch nur mit einem Teleskop sichtbar gemacht werden. Auch er wandert auf der Ekliptik entlang und ist bis etwa Mitte April mit einem Teleskop zu sehen. Ähnliches gilt für Neptun, den zweiten Planeten unseres Sonnensystems, den man ebenfalls nur mithilfe eines Teleskops zu Gesicht bekommt. Der äußerste Planet unseres Sonnensystems ist am Nachthimmel im Südwesten zu finden, ganz in der Nähe der hellen Venus und des blassen Saturn. Neptun ist noch bis etwa Mitte Februar am Himmel zu finden, wenn man weiß, wohin man sein Teleskop ausrichten muss.

Planeten am Nachthimmel finden

Die meisten mit bloßem Auge sichtbaren Planeten sind kaum zu übersehen: Venus, Jupiter und Mars leuchten hell und sind ganz offensichtlich keine Sterne. Saturn ist mittlerweile sehr blass und kann ohne Teleskop (mit dem man sein Ringsystem sehen kann) mit einem Stern verwechselt werden. Um die Planeten am Himmel zu finden und richtig zuzuordnen, gibt es mittlerweile zahlreiche Smartphone-Apps, die bei der Orientierung am Himmel helfen (beispielsweise Stellarium oder Star Walk).

Die Auf- und Untergangszeiten der einzelnen Planeten kann man tagesaktuell im Internet nachschauen, beispielsweise auf der Website Heute am Himmel. Die Zeiten kann man auch über die Smartphone-Apps ermitteln.

Venus: Erdnachbar und hellster Planet am Nachthimmel

Wer dachte, der Planet Jupiter strahlt hell am Himmel, sollte einen Blick auf die Venus werfen. Der Nachbarplanet der Erde ist derzeit als „Abendstern“ im Südwesten zu bewundern – kein anderer Planet leuchtet so hell wie die Venus. Wer es eilig hat, kann sie sogar schon vor Einbruch der Dunkelheit erkennen – sie ist so hell, dass sie schon während des Sonnenuntergangs zu sehen ist. Um die Venus zu sehen, sollte man allerdings recht früh zum Himmel schauen – um spätestens 21 Uhr geht sie nämlich im Westen unter.

Insgesamt bleibt sie dem Abendhimmel noch bis etwa Mitte März erhalten, dann wechselt die Venus nahtlos an den Morgenhimmel, wo sie vor und während des Sonnenaufgangs als „Morgenstern“ ebenso hell strahlt wie am Abendhimmel. Erst im Dezember verschwindet die Venus für einige Zeit komplett vom Himmel.

Saturn: Seine Ringe verschwinden – genau dann, wenn der Planet nicht zu sehen ist

Der Saturn ist schon viele Monate lang am Himmel zu sehen, doch er hat längst mit seinem Rückzug begonnen. Derzeit ist er nur noch am frühen Abend zu beobachten – und auch das nicht mehr lange. Nach einer großen Annäherung an die Venus im Januar wird der Planet bald vom Abendhimmel verschwinden. Noch bis etwa 25. Februar kann man ihn im Westen in der Nähe der Venus sehen, dann taucht er unter den Horizont.

Das Timing dafür ist schlecht, denn zu der Zeit, zu der Saturn nicht zu sehen ist, könnte man beobachten, wie seine Ringe aufgrund eines optischen Effekts verschwinden – und wieder auftauchen. Saturn kommt Anfang Mai an den Morgenhimmel zurück – seine Ringe sind dann allerdings auch schon wieder da.

Merkur: Sonnennächster Planet ist für kurze Zeit am Abendhimmel zu sehen

Kaum verschwindet der Saturn vom Himmel, taucht der nur selten sichtbare Merkur auf. Etwa ab dem 24. Februar kann man den sonnennächsten Planeten in der Abenddämmerung im Westen beobachten. Anfangs sind es nur wenige Minuten, im März summiert sich die Beobachtungszeit dann auf etwa 45 rund um den 8. März. Ab Mitte März ist Merkur dann nicht mehr am Himmel zu sehen. Erst im Juni taucht er wieder auf – ist dann allerdings schwieriger zu beobachten als im Februar/März. (tab)

Rubriklistenbild: © imago images/Shotshop

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