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Der insolvente Maschinenbauer Illig hat einen neuen Eigentümer und wagt damit einen Neustart. So geht es für die Mitarbeiter und das Unternehmen weiter.
Heilbronn - Die Anzahl an Unternehmensinsolvenzen in Baden-Württemberg steigt aktuell wieder an, doch nicht immer muss eine solche Anmeldung auch mit einer Geschäftsaufgabe enden. Ein Investor übernahm im Frühjahr beispielsweise einen insolventen Autozulieferer aus dem Südwesten, wodurch 220 Mitarbeiter aufatmen konnten. Ende April hatte auch der traditionsreiche Maschinenbauer Illig mit Stammsitz in Heilbronn Insolvenz angemeldet, wovon über 500 Mitarbeiter in der Käthchenstadt in Baden-Württemberg betroffen waren. Nachdem ein großer Teil der Belegschaft das Unternehmen verlassen musste, wagt Illig unter einem neuen Eigentümer einen Neustart.
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Seit der Insolvenzanmeldung haben rund 200 Mitarbeiter den Maschinenbauer Illig in Heilbronn verlassen, sodass die Neuaufstellung nun mit einer deutlichen reduzierten Belegschaft einhergeht. Das Unternehmen hatte bereits Ende Juli verkündet, das Ende 2023 gestartete Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung durch den Einstieg eines deutschen Mittelstandsinvestors erfolgreich abgeschlossen zu haben. Die Eigentumsübertragung ist inzwischen ebenfalls abgeschlossen. Ein anderer Maschinenbauer aus Baden-Württemberg hat jüngst rund 400 Arbeitsplätze abgebaut, dabei aber komplett auf Kündigungen verzichtet.
Maschinenbauer Illig wagt Neustart unter neuem Namen – Produktion bleibt in Heilbronn
In der Mitteilung von Ende Juli hatte Illig bereits erklärt, dass der Investor – dessen Name zunächst nicht genannt wurde – das gesamte Produktportfolio übernehmen und alle Geschäfte der Gruppe weltweit fortführen werde. Im August sollte zudem eine neue Gesellschaft die Aufgaben der bisherigen Illig Maschinenbau GmbH & Co. KG übernehmen, was inzwischen abgeschlossen ist. In einer weiteren Mitteilung erklärte Illig zum einen, dass es sich bei dem Investor um das Beratungsunternehmen Orlando Capital aus München handelt und zum anderen, dass die Geschäfte fortan von der Illig Packaging Solutions GmbH weitergeführt werden.
| Name | Illig Packaging Solutions GmbH |
|---|---|
| Gründung | 1946 |
| Hauptsitz | Heilbronn, Baden-Württemberg |
| Branche | Maschinenbau |
| Mitarbeiter | 596 (Ende 2022) |
| Umsatz | 116,8 Millionen Euro (2022) |
Durch die Neustrukturierung mussten zwar Mitarbeiter den Maschinenbauer verlassen, der Mitteilung zufolge wird sich durch die Übernahme aber ansonsten wenig ändern. Die Thermoform- und Verpackungssysteme, auf die Illig seit jeher spezialisiert ist, werden weiterhin am Stammsitz in Heilbronn sowie im rumänischen Sibiu produziert. Zudem soll durch das von Orlando Capital investierte Barmittel auch die Ausbildung am Stammsitz weitergeführt werden. Darüber hinaus erwartet Illig, dass das Geschäft mit Neumaschinen, das während der Sanierung stark abgeflacht war, eine deutliche Belebung erfährt.
Abbau von 200 Arbeitsplätzen bei Illig war offenbar Voraussetzung für Investoreneinstieg
Der Abbau von 200 Arbeitsplätzen am Standort im Heilbronner Stadtteil Sontheim war offenbar eine Vorgabe des Investors; die betroffenen Mitarbeiter kritisierten laut der Heilbronner Stimme vor allem die mangelnde Wertschätzung und einen hohen Zeitdruck. Dieser Schritt war jedoch notwendig, um das Traditionsunternehmen aus Baden-Württemberg langfristig zukunftsfähig aufzustellen. Auch bei der Rettung der insolventen Modekette Peter Hahn mussten dennoch 400 Mitarbeiter gehen. Illig selbst sieht die Weiterführung des Geschäftsbetriebs aber auch als wichtiges Signal für die Kunden und Geschäftspartner des Unternehmens.
Obwohl Illig durch den Einstieg des Unternehmens aus der Insolvenz gerettet wurde, ist die große Neustrukturierung offenbar doch noch nicht vollständig abgeschlossen. „Wir werden unsere Vertriebsaktivitäten in den weltweiten Märkten wieder intensivieren und die Beziehungen zu unseren Kunden stärken“, erklärte die Geschäftsführung. „Gleichzeitig müssen wir unsere Prozesse und die Supply Chain am Hauptsitz in Heilbronn noch effizienter ausrichten, um nachhaltig wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Mit dem Rückenwind sei eine stärkere Investition in die Entwicklung neuer Technologien und Innovationen möglich. BW24 hat jüngst auch über den Stellenabbau bei einem Autozulieferer mit Sitz in Heilbronn berichtet.
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