VonSascha Karowskischließen
Dreikampf um das Münchner Rathaus: Bei der Kommunalwahl am 8. März bewerben sich Dieter Reiter (SPD), Dominik Krause (Grüne) und Clemens Baumgärtner (CSU) um das Amt des Oberbürgermeisters.
München – Mit dem SPD-Parteitag am 17. November und der Aufstellung von Dieter Reiter als OB-Kandidat der Genossen ist der Wahlkampf offiziell eröffnet. Reiter wird bei der Kommunalwahl am 8. März gegen den amtierenden zweiten Bürgermeister Dominik Krause (Grüne) und den ehemaligen Wirtschaftsreferenten Clemens Baumgärtner (CSU) antreten. Natürlich gibt es noch weitere Kandidaten. Aber Chancen auf den Chefsessel dürfen sich wohl nur diese drei ausrechnen. Wir zeigen hier, wer im Dreikampf ums Rathaus wie genau punkten will.
Dieter Reiter: Er setzt auf bezahlbare Wohnungen, starken Mieterschutz, moderne Schulen und Kitas
Dieter Reiter will ein lebenswertes, soziales und zukunftsfähiges München, das sich alle leisten können – besonders jene, die die Stadt am Laufen halten. Er will auf bezahlbare Wohnungen, starken Mieterschutz, moderne Schulen und Kitas sowie starke städtische Angebote wie Alten- und Servicezentren, die München Klinik und den München-Pass setzen.
Die Stadtverwaltung müsse zudem schneller werden, etwa durch Digitalisierung, dürfe dabei älteren Menschen aber nicht abhängen. „Wirtschaftlich will ich Münchens Stärke sichern, Zukunftsbranchen ebenso fördern wie den Handwerker um die Ecke.“ Als Amtsinhaber stehe er für Kontinuität und Wandel mit Augenmaß: „München muss nicht neu erfunden werden – vieles ist gut, manches kann besser werden.“ Er setzt auf Mobilität, die flexibel ist, die Menschen von A nach B bringt – und nicht ideologisch geprägt sein soll: sichere Schulwege, bessere Fuß- und Radwege, mehr Busspuren und besser koordinierte Baustellen. „Dazu kommen Tausende neue Bäume, mehr Trinkbrunnen und neue Grünflächen. Mein Ziel: ein solidarisches, starkes München, das zusammenhält.“
Dominik Krause: „Geothermie und Photovoltaik ausbauen und München unabhängig machen von fossilen Diktaturen“
„Wenn wir in der nächsten Wahlperiode das Thema Wohnen nicht endlich angehen, werden wir eine massive Verdrängung von Münchnern erleben, die für unser Gemeinwesen unersetzlich sind wie Krankenschwestern, Polizisten oder Busfahrer“, sagt Grünen-Bürgermeister Dominik Krause, den seine Partei zum OB-Kandidaten gekürt hatte. Die Wohnungskrise sei demokratiegefährdend. Daher werde er das Thema bezahlbares Wohnen von Beginn an als OB zur Chefsache machen. In den beiden Entwicklungsgebieten im Norden gebe es Potenzial für zehntausende neue Wohnungen. Wichtig sei ihm gleichzeitig, die Grünflächen zu schützen, denn sie machten Münchens Lebensqualität aus. „In München gibt es hohen Büro-Leerstand. Hier bietet sich durch Umwandlungen die Chance, Wohnraum ohne weitere Verdichtung zu schaffen.“
In einer wachsenden Stadt sei zudem der weitere Ausbau des ÖPNV essenziell. Daher sollen U- und Trambahn-Netz ausgebaut und auch die Radinfrastruktur verbessert werden. „Auch wenn es gerade nicht Zeitgeist ist: Klimaschutz bleibt eine zentrale Aufgabe. Als OB will ich Geothermie und Photovoltaik ausbauen und München unabhängig machen von fossilen Diktaturen.“ Zudem will sich Krause als OB persönlich darum kümmern, dass in München wieder mehr funktioniert und schneller geht. „Ich will nicht alles anders machen, aber vieles besser.“
Clemens Baumgärtner: „Wir müssen wieder dahin kommen, dass die Wirtschaft gefördert und nicht behindert wird“
Der ehemalige Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner will eine Stadt, in der sich Münchner und Gäste sicher und wohlfühlen können. „Ich werde mich deswegen für mehr Sicherheitspersonal in U-Bahnen und U-Bahnhöfen einsetzen.“ Eine Ausweitung der Videoüberwachung an Brennpunkten und den Einsatz auch mobiler Kamerasysteme, eine personelle Aufstockung des kommunalen Außendienstes (KAD), seine bessere Verzahnung mit der Polizei sowie eine bessere Beleuchtung im öffentlichen Raum seien ihm ebenfalls wichtig. Zudem möchte er „ideologische Verkehrsprojekte ohne verkehrlichen Nutzen“ stoppen. Auch mit der Parkplatzvernichtung müsse Schluss sein. Ferner möchte er Arbeitsplätze sichern, die Verwaltung verschlanken. „Wir müssen wieder dahin kommen, dass die Wirtschaft gefördert und nicht behindert wird.“
Zudem sei ihm wichtig, dass sich die Menschen in München das Leben und das Wohnen noch leisten können. Unbebaute Flächen, die der Stadt gehören, könnten übergangsweise zum Wohnen genutzt werden. „Ich würde auf der Brache an der Marsstraße 76 mobile PopUp Dorms für Studierende, also Holzcontainer im Passivhausstandard, aufstellen. Diese können nach Wiener Vorbild in rund zwei Monaten produziert und in sechs Tagen aufgebaut werden.“ Auch so könne moderner und umweltfreundlicher Wohnraum entstehen.



