Der knallharte Spar-Plan in München: Jetzt trifft es sogar unsere Brunnen
VonSascha Karowski
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München steht vor finanziellen Herausforderungen. Einsparungen betreffen alle Referate und werden im Alltag spürbar, etwa durch weniger Termine im Bürgerbüro.
München – Die Kassen sind leer, München muss sparen. Das ist bekannt. Unklar war, wie und wo auch im nächsten Jahr der Rotstift angesetzt werden muss. Zumindest das steht nun fest – und wir Münchner werden es alle spüren. Gleich vorweg: Jedes Referat ist gleichermaßen zum Sparen verpflichtet, und das nicht nur für das kommende Haushaltsjahr. Allerdings werden wir Bürger das bei den ein oder andern gestrichenen Ausgaben freilich mehr merken.
Sparmaßnahmen in München: Baureferat wird Parks und Grünanlagen weniger oft reinigen
So zum Beispiel beim Baureferat. Die Abteilung von Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer ist angehalten, im kommenden Jahr mit rund 25,6 Millionen Euro weniger auszukommen. Verzichtet wird künftig daher beispielsweise auf die nächtliche Beleuchtung von Brunnen und Kunstobjekten. Und wenn bei dieser sogenannten Ambientebeleuchtung mal was kaputt ist – repariert wird es auch nicht. Apropos Brunnen: Die Stadt betreibt mehr als 200 Trink- und Zierbrunnen, in der Regel über sechs Monate im Jahr. Diese Zeit wird reduziert – und zwar um vier Wochen. Dadurch können immerhin 300 000 Euro an Strom- und Wasserkosten eingespart werden.
Gekürzt wird auch bei der Reinigung öffentlicher Grünanlagen – 20 Mal weniger häufig rücken die Mitarbeiter des Baureferates aus. Ähnlich wird auch bei den Straßentunneln (Wandverkleidung und Sockelbereich) verfahren. Der Abstand zwischen den Reinigungen wird verdoppelt. Mit Folgen: „Dadurch werden Verschmutzungen seltener entfernt, eine öffentliche Wahrnehmung ist wahrscheinlich, die Beschwerden hierzu können sich häufen“, schreibt das Referat in der Beschlussvorlage.
Sparmaßnahmen in München: Weniger mobile Toiletten, Ausbau stationärer Anlagen verzögert sich
Auch reduziert wird die Anzahl mobiler Toiletten im Stadtgebiet. Und der Ausbau der stationären Anlagen verzögert sich. Ursprünglich hätten 2026 acht WCs errichtet werden sollen. Jetzt werden es nur fünf. Ja, das kann einem schon stinken. Aber besser wird es erstmal nicht. Auch nicht an der Isar. Die externe Sicherheitsfirma, die dort Streife läuft, wird das im kommenden Jahr in den Stoßzeiten (stark frequentierte Sommermonate) nicht in der personell aufgestockten Variante erledigen. Das spart Personalkosten. Und da Personal (und Sachmittel) auch an anderer Stelle eingespart werden müssen, entfällt 2026 die Kampagne „Saubere Isar“. Sauber!
Das sind die zwölf schönsten Parks in München – nicht alle sind bekannt
Doch damit nicht genug, auch andere Referate setzen den Rotstift an. Das Kulturreferat etwa will die städtischen Zuschüsse für die Musiktheater des Freistaates streichen. Doch auch für die eigenen Betriebe steht weniger Geld zur Verfügung. Ähnliches Bild beim Sozialreferat, wo die sogenannten Zuschuss-Nehmer (alle, die irgendwie auf städtische Gelder angewiesen sind) mit weniger Geld auskommen müssen. Gestrichen wird beim Sozialreferat allerdings auch. Insgesamt müssen 36,7 Millionen Euro eingespart werden. Daher werden weiterhin frei werdende Stelle drei Monate nicht nachbesetzt, nicht dringend notwendige Reparaturen in Kitas & Co. werden verschoben. Besonders hart: Es kann sogar so weit kommen, dass Standorte zusammengelegt werden müssen. Das geschieht bereits. Zum Beispiel bei den Freiwilligenzentren der Caritas. Die beraten und vermitteln Ehrenamtliche – aber künftig nur noch an zwei statt an fünf Standorten.
Sparmaßnahmen in München: Es gibt nächstes Jahr weniger Termine in den Bürgerbüros
Und auch beim Kreisverwaltungsreferat werden wir Bürger den Sparplan merken. So wird es zu Verzögerungen bei der Erteilung von Parkausweisen kommen, auch das Bearbeiten von Veranstaltungsbescheiden (Konzerte & Co.) wird länger dauern. In den Bürgerbüros stehen weniger Termine zur Verfügung – insbesondere für Beglaubigungen und die Beantragung von Führungszeugnissen.