Bundestagswahl

Porträt von Astrid Mannes (CDU): Netzwerkerin für Lärmschutz und Fördergelder

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Straßenwahlkampf in Ober-Ramstadt: Astrid Mannes ist Direktkandidatin der CDU für den Bundestagswahlkreis Darmstadt.
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Die CDU-Politikerin Astrid Mannes kämpft um das Direktmandat im Bundestagswahlkreis 185 Darmstadt. Sie will sich vor allem für maximlen Lärmschutz an der ICE-Strecke einsetzen.

Darmstadt - Dass der Wahlkampf stressig und kalt ist, gehört dazu“, sagt CDU-Bundestagsdirektkandidatin Astrid Mannes, während sie sich die behandschuhten Finger an einem Becher mit heißem Früchtetee wärmt. Am Freitagvormittag steht sie mit einem dicken, bunten Schal vor dem Rathaus in Ober-Ramstadt und wirbt mit ihrem Team bei den Passant:innen für ihre Politik.

Die stellvertretende Vorsitzende des CDU-Kreisverbands Darmstadt-Dieburg und frühere Bürgermeisterin von Mühltal (Landkreis Darmstadt-Dieburg) hat schon einige Aggressionen in Wahlkämpfen erlebt, erzählt sie. „Doch die Angst dass Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren zu Schaden kommen können, ist neu.“

Bundestagswahl in Darmstadt: Angriff auf CDU-Wahlkampfhelfer

Kürzlich habe ein Unbekannter einen ihrer Wahlkampfhelfer beim Plakatieren in Darmstadt mit der Faust angegriffen. Der Angegriffene habe auf dem Fahrrad fliehen können, die eingeschaltete Polizei den Angreifer aber nicht fassen können. Generell behielten die Sicherheitskräfte die Wahlkampfstände der CDU in Darmstadt im Auge, so Mannes.

Es ist das dritte Mal, dass die 58-Jährige sich um das Direktmandat bemüht. 2017 zog sie direkt in den Bundestag ein und vertrat bis 2021 die Interessen des Wahlkreises. Bei der erneuten Kandidatur 2021 landete sie jedoch nur auf dem dritten Platz, hinter Andreas Larem (SPD) und Daniela Wagner (Grüne).

Astrid Mannes (CDU): Seit Januar 2024 wieder im Bundestag

Im Januar 2024 gelang ihr dann doch der Sprung nach Berlin, als sie für den ausgeschiedenen Abgeordneten und Parteikollegen Ingmar Jung über die Landesliste nachrückte.

Auch diesmal tritt sie im Bundestagswahlkreis 185 (Darmstadt) gegen Andreas Larem (SPD) an. Außerdem stehen Philip Krämer (Grüne), Viola Gebek (FDP), Anja Swars (AfD), Jakob Migenda (Linke), Ana Lena Herrling (Volt) und Stella Streit (Freie Wähler) zur Wahl. Auf der CDU-Landesliste steht Mannes auf Platz sieben.

Astrid Mannes beim Wahltalk in Darmstadt-Kranichstein im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern.

CDU-Politikerin Astrid Mannes setzt sich für mehr Lärmschutz ein

Im Bundestag arbeitete Mannes zuletzt im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz mit und sie war stellvertretendes Mitglied im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung und im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. In der CDU/CSU-Fraktion engagiert sie sich in der Arbeitsgemeinschaft Kommunales, was einer ihrer Schwerpunkte ist.

„Der Austausch der verschiedenen politischen Ebenen“ – kommunal und auf Bundesebene – „ist sehr wichtig“. Aus ihrer zehnjährigen Amtszeit als Bürgermeisterin sowie als Mitglied des Kreistags kenne sie die örtlichen Belange. Die Planung der neuen ICE-Strecke Frankfurt-Mannheim mit Anbindung des Darmstädter Hauptbahnhofs werde bald im Bundestag ins parlamentarische Verfahren gehen. Hier will sich Mannes „für maximalen Lärmschutz an der Neubaustrecke“ einsetzen. Auch an den Bestandsstrecken und Autobahnen gebe es noch Lärmschutzlücken.

Wahlkreis 185

Zum Wahlkreis 185 gehören neben der Stadt Darmstadt auch die Kommunen Alsbach-Hähnlein, Bickenbach, Eppertshausen, Erzhausen, Griesheim, Messel, Modautal, Mühltal, Münster, Ober-Ramstadt, Pfungstadt, Roßdorf, Seeheim-Jugenheim, Weiterstadt, die alle im Landkreis Darmstadt-Dieburg liegen.

Die anderen neun Kommunen im Landkreis Darmstadt-Dieburg zählen zum Wahlkreis 186, der zudem alle Kommunen des Odenwaldkreises sowie die Kommunen Hainburg, Mainhausen, Rodgau, Rödermark und Seligenstadt im Kreis Offenbach umfasst. jjo

Ehrenamtliches Engagement in der Leseförderung

Bildung liegt ihr ebenfalls am Herzen, weshalb sie anstrebt, im Bildungsausschuss mitzuwirken. Schon jetzt engagiert sie sich ehrenamtlich in der Leselernförderung für Analphabet:innen. Zudem ist sie Mitglied im Wirtschaftsrat der CDU, einem unternehmerischen Berufsverband.

„Ich interessierte mich schon immer für Politik“, sagt die im rheinländischen Hilden geborene Astrid Mannes kürzlich bei einer Podiumsdiskussion in Eppertshausen. Zur CDU sei sie durch ihre Sozialisation in einem christlichen Elternhaus gekommen. Sie studierte Geschichte, Öffentliches Recht und Politikwissenschaft an der Universität Bonn und absolvierte eine Ausbildung zur Personalreferentin. Die Historikerin und Autorin lebt in Mühltal.

Mannes: „Nicht der Untergang der Demokratie, wenn die AfD für CDU-Antrag stimmt“

Dass gegenwärtig Menschen in Darmstadt und andernorts gegen die Migrationspolitik der CDU, insbesondere deren gemeinsame Abstimmung mit der AfD, demonstrieren, ficht sie nicht an: „Demokratie ist ein Wettstreit der Ideen und es ist nicht der Untergang der Demokratie, wenn die AfD für einen CDU-Antrag stimmt.“

Die Union habe das getan, was sie im Moment für dringend geboten halte: die Stärkung der Sicherheit. Angesichts der aktuell hohen Gefährdungslage in Deutschland sei es wichtig gewesen, sofort zu handeln und nicht zu warten, bis eine neue Regierung ihre Arbeit aufgenommen habe.

Astrid Mannes (CDU) könnte Opfer der Wahlgesetzreform werden

Aufgrund der Neuregelung des Bundeswahlgesetzes kann es passieren, dass Mannes, selbst wenn sie die Mehrheit der Stimmen erhielte, nicht in den Bundestag einzieht. Es könnte sogar so ausgehen, dass keiner der Kandidierenden aus dem Wahlkreis in den Bundestag geht. Das wäre fatal, sagt Mannes.

Denn es würde nicht nur bedeuten, dass die Darmstädter Interessen nicht vertreten werden, sondern auch, dass keine Fördergelder mehr in die Region flössen. Es sei eine der Hauptaufgaben der Direktkandidat:innen vor Ort über Förderprogramme des Bundes zu informieren.

Alle Kandidatinnen und Kandidaten im Wahlkreis 185

Andreas Larem (SPD), der frühere Bürgermeister von Messel, ist Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags und steht auf Platz 17 der SPD-Landsliste.

Astrid Mannes (CDU), die frühere Bürgermeisterin von Mühltal, ist Mitglied des Bundestagsausschusses für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz und steht auf Platz 7 der CDU-Landesliste.

Philip Krämer (Grüne) ist Mitglied im Sport- sowie im Verteidigungsausschuss des Bundestags.

Für die FDP tritt Viola Gebek an, die als Marketingmanagerin tätig ist und auf Platz 6 der FDP-Landesliste steht.

Die Krankenschwester Anja Swars kandidiert für die AfD und steht auf Listenplatz 14.

Der Campaigner Jakob Migenda ist Wahlkreiskandidat der Partei Die Linke.

Ferner bewerben sich um das Direktmandat im Wahlkreis 185 die Juristin Stella Streit (Freie Wähler), der Elektroingenieur Mitja Stachowiak (Tierschutzpartei), der Ingenieur Roland Hardt (Die Partei), die Wassertechnikingenieurin Ana Lena Herrling (Volt) und die Mediengestalterin Anna Schupp (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands). jjo

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