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Anna Kirschner
Florian Dörr
Sebastian Richter
Erik Scharf
Die Pegel der heimischen Flüsse in Südniedersachsen und Nordhessen sind bedenklich. Der Höhepunkt ist noch nicht überall erreicht. Die Hochwasser-Lage im News-Ticker.
Update vom Dienstag, 26. Dezember, 13.02 Uhr: Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hat am Dienstagmittag eine aktualisierte Pressemitteilung zur Hochwasserlage am 2. Weihnachtsfeiertag herausgegeben. In Nordhessen befinden sich demnach aktuell noch immer 16 Pegel in der Meldestufe 1. An den Pegeln Schmittlotheim/Eder, Heimboldshausen/Werra und Allendorf/Werra ist weiterhin die Meldestufe 2 überschritten.
Darüber hinaus befindet sich seit zweieinhalb Tagen bereits der Pegel Bad Karlshafen am hessischen Weserabschnitt in der Meldestufe 3. Insgesamt ist nur ein relativ verzögertes Absinken der Wasserstände zu beobachten, was sich vor allem an der Eder, Werra und Weser bemerkbar macht.
Hochwasserstände erreichen auf Flüssen in Nordhessen ihren Scheitelpunkt
An der Fulda und an ihren Zuflüssen werden an acht Pegeln die Meldestufe 1 überschritten (Hettenhausen/Fulda, Kerzell/Fliede,Bronnzell/Fulda, Kämmerzell/Fulda, Unter-Schwarz/Fulda, Bad Hersfeld1/Fulda und Grebenau/Fulda sowie Adelshausen an der Pfieffe). Im Oberlauf sinken die Wasserstände bereits leicht ab bzw. haben den Scheitel gerade erreicht, ab dem Pegel Unter Schwarz kommt es aber zu weiterhin steigenden Wasserständen.
Am Pegel Bad Hersfeld 1/Fulda kann nach aktuellen Vorhersagen noch einmal kurz und nur leicht die Meldestufe 2 überschritten werden. Im Edereinzugsgebiet kommt es an den Pegeln Auhammer/Eder und Dalwigksthal/Orke zu fallenden Wasserständen, derzeit befinden sich beide Pegel aber noch über der Meldestufe 1. Auch am Pegel Schmittlotheim/Eder fallen die Wasserstände, er befindet sich jedoch noch über der Meldestufe 2. In Affoldern/Eder stagniert der Wasserstand durch die Talsperrensteuerung über der Meldestufe 1. Die Pegel Haueda und Helmarshausen an der Diemel befinden sich über der Meldestufe 1, hier kommt es ab dem Nachmittag zu fallenden Wasserständen.
Hochwasser an der Weser in Nordhessen und Südniedersachsen – Die Nacht wird entscheidend
Update von 19.43 Uhr: Die Wasserstände der Weser nördlich von Kassel haben über den Montag (25. Dezember) hinweg ein wenig zugelegt. Im niedersächsischen, aber nahe an Kassel gelegenen Hann. Münden liegt der Weser-Pegel aktuell bei 5,38 Metern (Stand: 19.30 Uhr). Warnstufe 3 ist damit weiterhin deutlich überschritten. Die Tendenz ist laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser steigend.
Am Weser-Messpunkt der nördlichsten Gemeinde Hessen, Bad Karlshafen, liegt der Pegel weiterhin ebenfalls deutlich über Warnstufe 3. Für die Nacht wird beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) ein leichter Anstieg erwartet. Zuletzt lag der Wasserstand bei 5,53 Metern (Stand: 18 Uhr). Am frühen Dienstagmorgen könnte er 5,60 Meter erreichen.
Nun hängt die weitere Entwicklung davon ab, wie viel Regen in den Einzugsgebieten der Weser fällt. Für die betroffenen Landkreise in Südniedersachsen hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine Unwetterwarnung veröffentlicht. In der Nacht sollen große Mengen Regen fallen.
Hochwasser-Gefahr in Hann. Münden – Situation spitzt sich zu
Update von 16.42 Uhr: Der Stadtverwaltung Hann. Münden zufolge haben die Pegel der Flüsse Werra, Fulda und Weser in der Drei-Flüsse-Stadt ihre vorläufigen Höchststände erreicht. Der Weser-Pegel liegt aktuell bei 5,24 Metern (Stand: 16 Uhr).
Die Lage bleibt dennoch angespannt, denn es ist weiterhin Regen angesagt. In den Oberläufen von Fulda und Werra rechnet man mit langsam sinkenden Pegeln. Doch im Mittellauf der Werra könnte der Pegel noch steigen, was in der Folge auch das flussabwärts liegende Hann. Münden betrifft.
Update von 14.40 Uhr: Die Hochwasservorhersagezentrale (HWVZ) des Landes Niedersachsen warnt am Montag (25. Dezember) wegen des „großen Hochwassers“ an der Weser, die sich in Hann. Münden aus Fulda und Werra speist. Großes Hochwasser heißt, dass ein solches Hochwasser selten, nur 10- bis 30-jährlich, auftritt. In den kommenden Tagen rechnet die HWVZ mit weiteren „hochwasserrelevanten“ Niederschlägen im Wesergebiet.
Die Wasserstände der Weser sollen noch deutlich steigen. Viele Pegel haben aber bereits Meldestufe 3 erreicht. Das heißt laut HWVZ: Es kommt zu größeren Überschwemmungen, die auch Grundstücke, Straßen und Keller betreffen können. Vor allem aber an der Mittelweser weiter nördlich könnten extrem hohe Wasserstände auftreten. Die Scheitelwerte sind noch nicht erreicht, warnt der überregionale Hochwasserdienst.
Die Hochwasserwarnzentrale am Regierungspräsidium Kassel beobachtet die Situation an der Weser ebenfalls. Am Pegel Hann. Münden stagniere der Wasserstand aktuell. „Nach derzeitigen Simulationsrechnungen ist in den kommenden Stunden ein weiterer geringfügiger Anstieg des Wasserstandes nicht auszuschließen.“ Der vorhergesagte Regen dürfte zu einem geringen Anstieg der Pegel und verzögertem Abfließen führen.
Weiter hohe Pegel an der Weser in Nordhessen und Südniedersachsen
Update von 13.45 Uhr: In Nordhessen liegt der Pegel der Weser am Messpunkt Bad Karlshafen weiterhin über der Meldestufe 3. Den Prognosen des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zufolge, könnte er am morgigen Dienstag sogar noch weiter steigen, bevor er wieder sinkt. Um 12 Uhr lag er bei 5,52 Metern.
An der Werra in Allendorf in Osthessen überschreitet der Pegel Meldestufe 2. Auch hier könnte der Pegel der Prognose zufolge am zweiten Weihnachtsfeiertag zunächst weiter steigen. Der Pegel der Eder bei Schmittlotheim (Kreis Waldeck-Frankenberg) hat die Meldestufe 3 am gestrigen Sonntag nur knapp verfehlt. Mittlerweile ist der Pegel deutlich abgesunken und dürfte am 27. Dezember sogar unter die Meldestufe 1 kommen.
Nördlich von Kassel im südlichen Niedersachsen stehen einige Pegel weiter über der Meldestufe 3. Vor allem die Weser bereitet hier Sorgen, besonders nachdem der DWD weiter vor ergiebigem Dauerregen gewarnt hat.
Autofahrer missachten Sperrungen – Rettungseinsätze wegen Hochwasser
Update vom Montag, 25. Dezember, 8.40 Uhr: Das Hochwasser in Nordhessen und Südniedersachsen ruft nun sogar die Polizei auf den Plan. Mehrere Verkehrsteilnehmer versuchten nach einer Meldung der Beamten in Northeim mit ihren Pkw trotz gesperrter Straßen durch das Hochwasser zu fahren. Sie mussten teils aufwendig durch Feuerwehr und THW aus der misslichen Lage befreit werden.
In diesem Zusammenhang verhängte die Northeimer Polizei gegenüber den Fahrzeugführern gebührenpflichtige Verwarnungen und appelliert erneut daran, sich an die geltenden Absperrungen und Verkehrsverbote zu halten. Bei den Beamten heißt es mit Blick auf weiter wegen Hochwasser gesperrten Straßen: Festgestellte Verstöße werden konsequent geahndet.
Hochwasser in Nordhessen und Südniedersachsen: Weiter hohe Pegelstände
Update von 13.21 Uhr: Rund um Kassel kommt es im Zuge der Hochwasserlage vielerorts weiter zu Überschwemmungen. Besonders betroffen ist dabei der südliche Teil von Niedersachsen. In Hann. Münden überschreiten der Pegel der Weser hat so bereits die dritte Warnstufe überschritten. Anwohner sollen dort ihre Autos in Sicherheit bringen, wenn diese in der Nähe des Flusses geparkt sind. Für die Pegel der Fulda wird demnächst der Höchststand erwartet. Bei der Werra könnten allerdings am Abend die Pegel weiter ansteigen.
Ähnlich ist die Lage im Kreis Northeim. In der Nacht waren Einsatzkräfte damit beschäftigt, diverse Keller auszupumpen. Es gibt amtliche Sicherheitswarnungen unter anderem in der Stadt Einbeck. Auch hier könnten am Abend könnten die Pegel der Leine und der Ilme weiter steigen.
Etwas ruhiger ist es dagegen in Nordhessen. Im direkten Umfeld von Kassel hat sich die Lage inzwischen entspannt, der Pegel der Losse, der zunächst große Sorgen bereitet hatte, ist inzwischen wieder abgesunken. Auch im hessischen Teil der Werra sei der Wasserstand kurz vor seinem Höhepunkt, wie das hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) mitteilt. Dann werde der Pegel voraussichtlich wieder sinken.
Hochwasser in Nordhessen: Hoher Pegel der Flüsse – Dauerregen verschärft die Lage
Update von Sonntag, 24. Dezember, 9.33 Uhr: Die Hochwasserlage in Hessen ist nach wie vor angespannt. Zwar sind die Pegelstufen an den meisten Gewässern aktuell leicht rückläufig – allerdings ist für Heiligabend Dauerregen vorhergesagt, durch den die Wasserstände wieder steigen könnten.
Update von 20.53 Uhr: Im Frankenberger Land ist auch die Eder über die Ufer getreten. Felder und Wiesen sind überflutet. Zudem sind auch kleinere Bäche überflutet.
Update von 19.05 Uhr: Nach tagelangen heftigen Regenfällen wurde die Gelster im nördlichen Werra-Meißner-Kreis zum reißenden Strom. Am Samstagabend rückte die Feuerwehr mit 20 Aktiven sowie Angehörige des Bauhofes aus, um den Bereich am Domkeweg in Witzenhausen zu sichern. Die neue Fußgängerbrücke über die Gelster, Verbindung zu den Ostvierteln, wurde gesperrt.
Wehrführer Claus Demand leitete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz des Wohngebietes ein. Sandsäcke wurden bereitgelegt. Über den Tag gab es insgesamt zehn Hochwassereinsätze im Stadtgebiet. Viele Felder im Einzugsbereich der Werra sind überspült.
Hochwasser in Nordhessen: Etliche Überschwemmungen in Kassel
Update von 15.16 Uhr: Im Kreis Kassel laufen die Vorbereitungen der Rettungskräfte vor den ersten Hochwassern. In Kaufungen soll die Losse zeitnah über die Ufer treten. Fünf Zentimeter fehlen noch, bis das Wasser außerhalb des Flussbettes fließt. In Kassel gab es bislang etliche örtlich begrenzte Überschwemmungen.
Auch in Südniedersachsen wappnen sich die Menschen für den Ernstfall. Der Kreis Northeim appellierte in diesem Zusammenhang an die Bevölkerung, den Notruf nicht für Fragen zu Sandsäcken zu nutzen.
Pegel der nordhessischen Flüsse steigen immer weiter
Erstmeldung vom Samstag, 23. Dezember, 12.40 Uhr: Sturm Zoltan hat in ganz Nordhessen seine Spuren hinterlassen. Umgestürzte Bäume, überschwemmte Straßen oder der frühzeitig geschlossene Weihnachtsmarkt in Kassel – die Kraft des Windes machte sich überall bemerkbar.
Zudem prasselte eine beträchtliche Menge Regen auf Nordhessen nieder. Das spiegelt sich derzeit auch bei den Pegelständen der Flüsse wider. Am Samstag (23. Dezember) ordnete das Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) die Lage ein.
Nach Sturm Zoltan: HLNUG warnt vor schnell steigenden Pegeln
Seit Freitag seien demnach insbesondere in den nördlichen und westlichen Landesteilen Hessens „verbreitet über 10 l/m² Regen gefallen, in den Staulagen der Mittelgebirge teilweise über 30 l/m²“. Derzeit warnen die Experten vom Deutschen Wetterdienst (DWD) vor ergiebigen Dauerregen für Teile Nord- und Westhessens sowie den Bereich um den Vogelsberg.
Die ergiebigen Niederschläge in Verbindung mit der bestehenden Dauerregenlage in den Staulagen der hessischen Mittelgebirge hätten in Hessen zu schnell steigenden Wasserständen und einer sich weiter verschärfenden Hochwasserlage geführt, teilte das HLNUG mit. An 29 Pegeln in Hessen seien die Meldestufe 1 und an sechs Pegeln die Meldestufe 2 überschritten.
Wetter in Nordhessen bleibt auch bis Heiligabend regnerisch
In Nordhessen ist derzeit an den Pegeln Dalwisksthal/Orke (stagnierend) und Schmittlotheim/Eder (stark steigend) die Meldestufe 2 überschritten. Im Lahn-Einzugsgebiet weisen die Pegel Etzelmühle/Salzböde (stagnierend), Gießen-Klärwerk/Lahn (steigend) und Leun/Lahn (steigend) Überschreitungen der Meldestufe 2 auf.
In Südhessen befindet sich zudem der für den hessischen Neckar-Abschnitt relevante Pegel Rockenau/Neckar ebenfalls oberhalb der Meldestufe 2. Am hessischen Rhein-Abschnitt hat der Pegel Mainz/Rhein mit 508 cm (7.45 Uhr) in der Nacht die Meldestufe 1 überschritten.
Laut dem Deutschen Wetterdienst dominiert in Hessen weiterhin der Tiefdruckeinfluss. Bis Sonntag (Heiligabend) sollen in den Nordweststaulagen von Rhön und Vogelsberg und des nordhessichen Berglandes 30 bis 40 l/m² hinzukommen.
Steigende Pegel in Nordhessen: Teilweise wird Meldestufe 3 erreicht
Was bedeutet das für die nordhessischen Gewässer? Nach derzeitigen Modellrechnungen des HLNUG ist ein Überschreiten der Meldestufe 2 in Nordhessen an den Pegeln Bad Hersfeld/Fulda im Tagesverlauf und Helmarshausen/Diemel in der Nacht zu Heiligabend wahrscheinlich. Der Pegel Haueda/Diemel kann in den Bereich der Meldestufe 2 steigen. Der Pegel Dalwigkstahl/Orke kann am Abend in den Bereich der Meldestufe 3 steigen.
An der Werra und Weser kommt es mit der sich dort entwickelnden Hochwasserlage ab heute Nachmittag zu ersten Meldestufenüberschreitungen an den hessischen Werra-Pegeln, auch eine Überschreitung der Meldestufe 2 an diesen Pegeln ist in den nächsten Tagen wahrscheinlich. Am hessischen Weser-Abschnitt wird der Pegel Bad Karlshafen voraussichtlich in der Nacht zu Sonntag die Meldestufe 2 überschreiten, auch die Überschreitung der Meldestufe 3 ist am Sonntagvormittag wahrscheinlich. (wke/esa/pm)
Auch in Bayern steigt die Gefahr vor Hochwasser.
Rubriklistenbild: © Petra Siebert








