Ausflugsziele

Traumhafte Naturlandschaften im Ruhrgebiet: Hier sieht es aus wie in Skandinavien

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Das Ruhrgebiet ist vor allem für Erinnerungen an den Bergbau bekannt. Gleichzeitig erinnern einige Ecken in der Natur an Landschaften aus anderen Ländern.

Hamm – Stille, keine Autos und Natur so weit wie das Auge reicht. Man wähnt sich in Schweden oder wahlweise in den Alpen – und doch liegen diese Traumlandschaften unerwarteterweise im Ruhrgebiet, mitten in NRW. Sie sind allesamt einen Ausflug wert.

Pfingstsee in Bottrop: verwunschener See erinnert an Skandinavien und liegt dennoch in NRW

Der Pfingstsee in der Kirchheller Heide erinnert an Landschaften aus Schweden (Archivfoto).

Eine der Stellen, an denen man skandinavisches Natur-Flair im Ruhrgebiet erleben kann, ist der Pfingstsee in Bottrop. Der verwunschene See liegt in der Kirchheller Heide. Diese erstreckt sich zwischen den drei Städten Bottrop, Dinslaken und Oberhausen am nordwestlichen Teil des Ruhrgebiets und ist für ihre zahlreichen Seen und Wälder bekannt. Entstanden ist der Pfingstsee durch den Bergbau. Denn durch den Abbau von Kohle und Gestein entstanden dort unter der Erde Hohlräume. Nachdem die meisten davon eingestürzt waren, sackte auch die obere Erdschicht nach. Durch die entstandenen Bergsenkungen flossen gleich zwei Bäche, wodurch der Pfingstsee und der Weihnachtssee entstanden.

Bis heute wächst der Pfingstsee immer weiter an. Auf der Website zur Industriekultur im Ruhrgebiet heißt es, dass Luftaufnahmen zeigen, wie das Wasser im Lauf der Jahre immer mehr Waldflächen geflutet hat. Wer denn Pfingstsee bei Bottrop besuchen möchte, kann dort an einem Damm über das Wasser gehen.

Haus Scheppen in Essen: Wasserburg in malerischer Landschaft zieht Besucher am Baldeneysee in ihren Bann

Am Baldeneysee in Essen gibt es in Ufernähe eine kleine Insel (Archivfoto).

Etwas weiter westlich von der Kirchheller Heide liegt das Haus Scheppen in Essen. Die einstige Mittelalterburg von Haus Scheppen liegt auf einer Insel im Baldeneysee. Als ihr erster Besitzer gilt ein gewisser Gillburg von Scheppen, der im 14. Jahrhundert lebte. Nach einem Feuer während des Zweiten Weltkriegs wurden weite Teile von Haus Scheppen zerstört. Heute sind von der Wasserburg nur noch Teile der Ruine übrig. Um die Burg gibt es diverse Anlegerplätze für Segelboote.

Elfringhauser Schweiz bei Hattingen: Wandern wie in den Alpen

In der Elfringhauser Schweiz gibt es zahlreiche Wandermöglichkeiten (Archivfoto).

Südöstlich vom Baldeneysee befindet sich die Elfringhauser Schweiz. Diese erstreckt sich zwischen Hattingen, Wuppertal, Sprockhövel und Velbert. Mit ihren zahlreichen Hügeln gehört die Elfringhauser Schweiz zur Bergisch-Märkischen Hügellandschaft. Inmitten der Hügellandschaft gibt mit dem Delibachtal und dem Felderbachtal zwei Bachtäler. Weil die 300 Meter hohen Erhebungen an die Alpen erinnern, erhielt die Hügellandschaft bei Elfringhausen den Beinamen Schweiz. Neben zahlreichen Wanderwegen gibt es in der Elfringhauser Schweiz auch die Möglichkeit Erdbeeren zu pflücken.

Riesiges Naherholungsgebiet mit Hügeln und Aussichtstürmen – „Die Haard“ erinnert an Dinosaurier

Das Waldgebiet Haard erstreckt sich über 5500 Hektar (Archivfoto).

Weiter nördöstlich liegt das Waldgebiet Haard. Das riesige Naherholungsgebiet liegt bei Recklinghausen und erstreckt sich über eine Fläche von 5500 Hektar. In der Haard gibt es gleich 16 kleinere Berge. Daher wird die Haard auch gerne als Hügellandschaft bezeichnet. Zwei der Berge verfügen auch über Aussichtsplattformen. Die sandigen Täler der Haard stammen sogar aus der Kreidezeit, also einer Zeit, in der es noch Dinosaurier gab. Wer noch weitere Orte entdecken will, kann im Ruhrgebiet auch wandern gehen.(jr)

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/Imago

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