Sie frisst Bienen

Asiatische Hornisse rückt näher: „Rigoros vernichtet“

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Die Asiatische Hornisse bahnt sich weiter ihren Weg durch NRW. (Symbolbild/Montage)
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Bereits seit einiger Zeit macht sich die Asiatische Hornisse in NRW breit. Auch rund um Hamm nehmen die Sichtungen zu. Wie ein Imker darüber denkt.

Hamm – Am 16. April in Castrop-Rauxel. Am 2. Mai in Bergkamen. Und noch am 28. August in Soest: Die Asiatische Hornisse bahnt sich weiter ihren Weg durch das Land. Vor rund vier Jahren wurde das mutmaßlich aus Belgien eingewanderte Insekt erstmalig in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen. Seitdem wird dessen Ausbreitung besonders von Imkern und anderen Naturschützern genauestens beobachtet, denn: Die Hornissenart ernährt sich unter anderem von Bienen und anderen Bestäuberinsekten – und könnte so zu einer Gefahr für das heimische Ökosystem werden.

Asiatische Hornisse rückt Hamm immer näher: „Besitzt immense Ausbreitungskraft“

Eine Sichtung in Hamm gibt es bislang noch nicht, wie Stadtsprecher Tom Herberg auf Nachfrage bestätigte. Doch mit Blick auf die Nachweise im Umkreis ist die Ankunft des Insekts im Herzen von Westfalen wohl nur noch eine Frage der Zeit. „Die Asiatische Hornisse besitzt eine immense Ausbreitungskraft. Grund ist unter anderen, dass viel mehr Prinzessinnen pro Nest entstehen als bei unseren heimischen Hornissen.“ Außerdem errichtet das Insekt ihr Nest meist hoch oben in Baumkronen, weshalb es im belaubten Zustand nur schwer zu erkennen ist.

Nach Stich von Asiatischer Hornisse: Schnellstens in Sicherheit bringen

Wer als Nicht-Allergiker gestochen wird, für den ist das zunächst nicht gefährlicher als bei dem heimischen Pendant. Was jedoch durchaus problematisch werden kann: Das exotische Insekt setzt laut dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) beim Stich eine Duftmarke, die den Gestochenen für ihre Artgenossen als Angreifer markiert. De facto bedeutet das: Nach dem ersten Stich durch eine Asiatische Hornisse sollten Menschen sich schnellstmöglich in einen geschlossenen Raum in Sicherheit bringen, um nicht noch weiteren Stichen ausgesetzt zu werden.

Wer ein Nest der Asiatischen Hornisse entdeckt, sollte deshalb stets einen ausreichenden Abstand halten, so Herberg. Um die weitere Ausbreitung verfolgen zu können, sollten Sichtungen zudem an die Stadt Hamm gemeldet werden, bestenfalls mit einem Foto. Damit soll auch die weitere Ausbreitung des Insekts beobachtet werden, um bei möglichen Folgen für das heimische Ökosystem frühzeitig reagieren zu können. Die Stadt Hamm befinde sich dazu im stetigen Austausch mit anderen Kommunen, erklärt der Sprecher.

Wie ein Hammer Imker mit der Ausbreitung der Asiatischen Hornisse umgeht

Auch der Hammer Michael Zwilling wird häufiger von Berufsgenossen aus dem Umkreis wegen der Asiatischen Hornisse angerufen. Der Imker ist als Beauftragter im Kreis Unna und Hamm zwar eigentlich eher für die Umsiedlung von Bienen und Wespen, als für den Neuankömmling zuständig. Er helfe aber auch in solchen Fällen immer gerne, wie er selbst sagt. „Ich habe eine Weiterbildung zur Asiatischen Hornisse gemacht.“ Seither kenne er sich genauestens mit dem Thema aus, und mache sich deshalb angesichts der Ernährungsvorlieben der Asiatischen Hornisse derzeit noch keine Sorgen.

Dass die Asiatische Hornisse 2024 noch ein Problem für die Hammer Imker wird, glaubt Michael Zwilling nicht. (Archivbild)

Dass die Asiatische Hornisse in diesem Jahr noch ein Problem für die Imker in Hamm werden könnte, glaubt Zwilling nicht. 2025 könnte das jedoch schon anders aussehen. Das würde er aber sofort bemerken, so Zwilling: „Ich bin Rentner, hänge also oft vor dem Nestloch und beobachte meine Bienenvölker.“ Wenn sich dort ein Exemplar der Art tummelt, könne er schnell reagieren und seine Tiere schützen: Die Asiatische Hornisse schnappt sich Bienen, die zurück zum Nest kommen. In der Folge trauen sich die anderen Bienen nicht mehr heraus, und das gesamte Volk geht mit der Zeit ein.

„Werden rigoros vernichtet“: Wie Italien die Asiatische Hornisse bekämpft

Wie ein solcher Schutz konkret aussehen könnte, berichtet Zwilling anhand von Vorgehensweisen im Ausland: „In Italien rückt bei einer Sichtung eine Sondertruppe aus, und durchsucht die Umgebung des Bienenstands mit einer Wärmebildkamera.“ Wenn ein Exemplar des invasiven Insekts gefunden wird, wird dieses zunächst abgekühlt, damit es bewegungsunfähig ist. „Dann bekommen die einen Sender auf den Rücken und werden wieder fliegen gelassen. Wenn so die Nester der Asiatischen Hornisse gefunden werden, werden diese rigoros vernichtet.“

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