Anwohner besorgt

Kampfjet sorgt für lauten Knall über NRW – sogar Polizei wird alarmiert

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Ein Kampfjet-Flug hat mit einem lauten Knall in NRW für Aufsehen gesorgt. Anwohner riefen bei der Polizei an. Das steckt hinter dem Tornado-Flug über Westfalen.

Detmold – Seit geraumer Zeit fliegen mehr Kampfjets über NRW. Jetzt hat ein Flug etliche Anwohner in und um den Kreis Lippe (NRW) am Montag (20. März) aber regelrecht in Angst versetzt. „Kurz nach 10 Uhr war in vielen Teilen Lippes ein extrem lauter Knall zu hören“, teilte die Polizei mit, die viele besorgte Anrufe erhielt. In den sozialen Medien berichteten viele Menschen gar von „vibrierenden Fensterscheiben“ und „bebenden Wänden“. Dahinter steckte ein Tornado-Flug. Auch am 1. Mai durchbrach ein Kampfjet über NRW die Schallmauer.

NRW: Tornado-Kampfjet durchbricht die Schallmauer über Kreis Lippe

Der Tornado hatte bei seinem Flug über NRW die Schallmauer durchbrochen.

Die Polizei Kreis Lippe konnte nach dem Kampfjet-Flug schnell Entwarnung geben: Eine Explosion oder ähnliches gab es nicht. „Verantwortlich für den Knall war tatsächlich ein Flugzeug der Bundeswehr, welches die Schallmauer durchbrochen hat“, teilte ein Sprecher mit. Diese sei dann am Boden „mit einem lauten Überschall-Knall hörbar“ und teils spürbar gewesen.

Eurofighter, Tornado, A350: Diese Flugzeuge gibt es bei der Bundeswehr

Deutsche Tornado-Kampfjets auf dem Rückflug aus dem Irak
Der Jagdbomber Panavia 200 Tornado hat bald ausgedient, da die Maschinen des bis 1998 produzierten Flugzeugs so langsam das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Den Flieger gibt es bei der Bundeswehr in drei Varianten: Tornado IDS (Basisversion), Tornado ECR (bewaffnete Aufklärungsversion), Tornado Recce (unbewaffnete Aufklärungsversion). Das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien und Italien entwickelte Mehrkampfflugzeug soll in Zukunft unter anderem durch F-35A aus amerikanischer Produktion ersetzt werden. © Luftwaffe/dpa
Ein Eurofighter startet auf dem Flugplatz Laage bei Rostock zu einem Übungsflug
Der derzeit modernste Kampfjet in den Reihen der Bundeswehr: der Eurofighter Typhoon. Bis zu 2.901,78 km/h schnell wird das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien entwickelte Flugzeug. Bis 2025 soll die vierte Tranche des Kampfjets ausgeliefert werden und damit die Eurofighter der Tranche 1 (Indienststellung: 2004) in den Beständen der Luftwaffe ersetzen. © Jens Büttner/dpa
Der Airbus A350-900 „Konrad Adenauer“ vor der Dienstreise von Bundeskanzler Olaf Scholz nach Lateinamerika am Flughafen Berlin-Brandenburg
Der Airbus A350-900 ist derzeit der größte und modernste Regierungsflieger der Bundeswehr. Insgesamt drei Exemplare des Großraumjets sind für die Flugbereitschaft im Einsatz. Ihre prestigeträchtigste Aufgabe ist der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals. © Kay Nietfeld/dpa
Ein roter Teppich wird vor dem Airbus A340 der Flugbereitschaft der Bundeswehr auf dem Flughafen Adisumarmo (Surakarta) in Indonesien ausgerollt
Die Airbus A340-300 war das Vorgängermodell die A350-900 bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Nachdem es im Jahr 2018 zu vermehrten technischen Problemen mit den Großraumjets kam, wurde die Anschaffung der Nachfolger beschlossen. Die A340-300 bleibt derzeit allerdings noch parallel zum Nachfolgemodell im Dienst, nicht zuletzt deswegen, da noch nicht alle A350-900 mit einer vollumfänglichen Regierungskabine ausgestattet sind. © Raphael Huenerfauth/photothek/imago
Eine Airbus A400M vor dem Abflug vom Fliegerhorst Wunstorf, um Hilfsgüter für Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien auszuliefern
Das Transportflugzeug Airbus A400M dient der Verschickung von Personal und Material. Bis zu 114 Soldaten finden in der Maschine Platz, die aber auch schwereres Gerät wie den Schützenpanzer Puma transportieren kann. Mit den Maschinen wurden auch Hilfsgüter für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien im Februar 2023 ausgeflogen. © Moritz Frankenberg/dpa
Ein Transportflugzeug C-130J der Israeli Air Force wirft Frachtkisten an Fallschirmen über Israel ab
Das Transportflugzeug C-130J gibt es sowohl in der Tankerversion KC-130J als auch in der Transportversion C-130J-30 Super Hercules. Die Transportversion bietet Platz für bis zu 128 Personen oder 92 Fallschirmjäger oder acht Frachtpaletten und kann auch auf kurzen Pisten und auf unbefestigtem Untergrund starten und landen. Die Tankerversion kann Jets und Hubschrauber am Boden und in der Luft auftanken. Das Bild zeigt eine C-130J der Israeli Air Force im Einsatz © Ofer Zidon/imago
Eine Airbus A319CJ auf dem Flugfeld von oben
Die Airbus A319CJ ist ein weiteres Flugzeug in den Diensten der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Seit Sommer 2010 verfügt sie über zwei Corporate Jetliner dieses Typs. Die Maschinen werden für VIP-Transporte des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen eingesetzt und bieten Platz für bis zu 44 Personen. © Norbert Thomas/Bundeswehr
Ein Regierungsflieger Airbus A321-231 der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung bei einer „Touch & Go“-Landeübung auf dem Flughafen Leipzig / Halle bei Schkeuditz
Die Bundeswehr bezeichnet die Airbus A321-231 auch als „deutsche Air Force One“. Obwohl das Flugzeug auch Verwundete und Kranke befördern kann, ist seine Hauptaufgabe der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen. Der Regierungsflieger kann bis zu 82 Passagiere, davon zwölf VIPs, transportieren. © Christian Grube/imago
T-38-Maschinen der US Air Force vor einem Sonnenuntergang
Die Maschinen vom Typ Northrop T-38C Talon stehen zwar in den Diensten der Bundeswehr, befinden sich jedoch auf der Sheppard Air Force Base in Texas in den USA. Für deutsche Piloten ist die Northrop T-38C Talon ein Schulflugzeug für den Flug im Überschallbereich, für dessen Nutzung sie in die USA reisen müssen. Das Foto zeigt T-38-Maschinen der US Air Force. © ZUMA Wire/imago
Eine Bombardier Global 5000 der Flugbereitschaft der Bundeswehr landet am Flughafen Hamburg Airport
Das Flugzeug Global 5000 kommt ausnahmsweise mal nicht von Airbus, sondern vom kanadischen Hersteller Bombardier. Es befördert kleinere VIP-Delegationen von bis zu 13 Personen auf Kurz- und Mittelstreckenflügen, in der Regel innerhalb Europas. © Kevin Hackert/imago
Ein Ölaufklärer DO 228 LM fliegt vor der Küste Deutschlands
Die Marine nutzt den Ölaufklärer DO 228 LM. Mit diesen Maschinen unterstützt sie das Havariekommando in Cuxhaven und Bundesverkehrsministerium im Kampf gegen Umweltkatastrophen: Mit Kameras und Sensoren können sie bei Tag und Nacht Verschmutzungen auf der Wasseroberfläche erkennen und diese melden. Damit helfen sie nicht nur bei Havarien, sondern gehen auch gegen illegale Müll- und Ölentsorgung durch Schiffe vor. © Matthias Döhler/Bundeswehr

Das bestätigte auch das zuständige Luftfahrtamt der Bundeswehr mit Sitz am Flughafen Köln/Bonn. „Das Luftfahrzeug war auf dem Weg von Schleswig nach Ingolstadt und überflog, während eines Routineübungsfluges, um 09:47 Uhr Ortszeit den Kreis Lippe kurzzeitig in Überschallgeschwindigkeit“, sagte ein Sprecher gegenüber 24RHEIN. Der Tornado-Jet war dabei in einer Höhe von rund 11.340 Metern über dem Meeresspiegel unterwegs. „Nach den uns vorliegenden Daten erfolgte der Einsatz unter Beachtung der flugbetrieblichen Bestimmungen“, so der Luftwaffen-Sprecher. Das Kampfflugzeug stammte demnach aus dem Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“, welches am Fliegerhort Schleswig-Jagel stationiert ist.

Wie entsteht ein Knall beim Kampfjet-Flug?

Flugzeuge erzeugen während eines Flugs Druckwellen in der Luft, die sich in Schallgeschwindigkeit ausbreiten. Bei etwa 330 Metern pro Sekunde (ca. 1188 km/h) überholt ein Kampfjet jedoch seine eigenen Druckwellen und durchbricht so die „Schallmauer“, was für einen lauten Überschallknall sorgt.

Eurofighter oder Tornado: Kampfjets fliegen immer wieder über NRW – sogar nachts

In NRW sind immer wieder Eurofighter- und Tornado-Jets zu sehen und hören. Das liegt vor allem daran, dass sich mit dem Fliegerhorst Nörvenich einer der wichtigsten Luftwaffen-Standorte im Kreis Düren befindet. Aufgrund der Nähe fliegen die Kampfjets besonders häufig über dem Großraum Köln. Mit der Verlegung von dutzenden Tornado-Jets im Sommer 2022 hat die Anzahl der Flüge zugenommen.

In den letzten Monaten hatte es sogar immer wieder Kampfjet-Nachtflüge über Köln gegeben. Ansonsten finden derzeit vor allem gewöhnliche Übungs- und Vermessungs-Flüge von Bundeswehr-Kampfjets über NRW statt. (os) Fair und unabhängig informiert, was in NRW und Deutschland passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Björn Trotzki/Imago

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