Rettungsplan bekannt geworden

Nach Firmen-Insolvenz: Liste zeigt, welche Filialen in NRW bleiben

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Ein Einzelhandelsunternehmen befindet sich in der Insolvenz. Immer wieder werden Filialschließungen bekannt. Eine Liste zeigt, welche Standorte in NRW bleiben.

Hamm - Der Einzelhandel in Deutschland kämpft ums Überleben. Betroffen davon sind nicht nur inhabergeführte Läden, wie das letzte Nähmaschinengeschäft in der Dortmunder Innenstadt, sondern auch große Ketten. So wurde jüngst die Schließung eines WMF-Standorts in Bochum angekündigt. Und auch die Gries Deco Company mit der beliebten Marke Depot steckte zuletzt in der Krise. Nachdem zahlreiche Filialen bereits dichtgemacht wurden, hat das Unternehmen jetzt seinen Rettungsplan bekannt gemacht – inklusive Liste, welche Standorte bestehen bleiben.

Depot schließt mindestens 100 weitere Filialen – Neustart nach Insolvenz geplant

Über Monate hatte sich die Gries Deco Company nicht zu der Zukunft von Depot geäußert. Im April 2024 hatte man für die Deko-Kette „strukturelle Veränderungen“ angekündigt. 90 Filialen würden auf dem Prüfstand stehen. Zu diesem Zeitpunkt war in nahezu jeder Region in NRW ein Depot vertreten, insgesamt gab es rund 400 Geschäfte in Deutschland. Im Sommer stellte das Unternehmen dann einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung für die Tochtergesellschaft Depot, mindestens 27 deutsche Filialen sollten schließen. Darunter befanden sich sieben in NRW. Die Aussage des CEO Christian Gries lautete seinerzeit: „Läden, mit denen wir kein Geld verdienen, werden wir konsequent schließen.“

Die Depot-Filiale in Hilden (NRW) gehörte zu denen, die geschlossen wurden.

Es blieb jedoch offensichtlich nicht bei der Prüfung von nur 90 Standorten. Nachdem bereits 2024 über 40 Standorte schließen mussten, wurden in den ersten drei Monaten des Jahres 45 Depot-Filialen dichtgemacht, darunter auch einige in NRW. Im April und Mai sollen 54 weitere geschlossen werden, wie Eigentümer Christian Gries im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) Mitte April sagte. Womöglich wird die Liste auch noch länger, da die Verhandlungen mit einigen Vermietern noch andauern.

Nach Firmen-Insolvenz: Liste zeigt, welche Standorte in NRW bleiben

Das Filialnetz schrumpft also drastisch. Das dürfte den ein oder anderen nicht wundern, kündigten doch zuletzt immer häufiger Standorte einen Räumungsverkauf an. Doch welche Depot-Filialen bleiben? Die Bild veröffentlichte eine Liste der 144 Standorte, die als gerettet gelten. Bei 19 Filialen werde noch verhandelt, heißt es. Folgende Standorte in NRW werden demnach bestehen bleiben:

  • Bielefeld, Niedernstraße
  • Bonn
  • Eschweiler
  • Gürtersloh
  • Köln, Weiden Rhein Center
  • Neuss
  • Paderborn
  • Wesel

Laut der Liste sind die Aussichten für ein Fortbestehen der Filialen in Kamen, Lemgo, Lippstadt, Mülheim (RheinRuhrZentrum) und Schloss-Holte positiv.

Kahlschlag bei Depot: Rund 2000 Beschäftigte verlieren ihren Job

Infolge der Schließungen in diesem Jahr verlieren voraussichtlich etwa 2000 der 3300 Beschäftigten ihren Job. Es sei nicht möglich, dass Unternehmen in der alten Größe fortzuführen, erklärte Gries der dpa. „Wir können unser Geschäft wieder auf Erfolgskurs bringen – indem wir die Kosten gezielt optimieren und Depot neuen Schwung verleihen. Das ist die einzige Chance, zu überleben.“

Depot versucht den Neustart. Die Gries Deco Company soll nun abgewickelt, das einstige Tochterunternehmen in eine neu gegründete Gesellschaft, die GDC Deutschland GmbH, überführt werden. Die wird laut Gries wesentliche Vermögenswerte übernehmen und den Betrieb fortführen. Der Gläubigerausschuss hat den Kaufvertrag zu Wochenbeginn freigegeben. Neben dem alten und neuen Eigentümer Gries ist auch Marco De Benedetti, der ehemalige Deutschlandchef von Tupperware, Mitglied der Geschäftsführung.

„Günstigere Alternativen haben uns den Rang abgelaufen“

Die Schwierigkeiten bei der Gries Deco Company fingen bereits vor der Corona-Pandemie, dem Ukraine-Krieg und der Energiekrise an. Das Unternehmen machte nach einem rasanten Wachstum unter der Schweizer Genossenschaft Migros hohe Verluste. Nachdem die Gries Deco Company im Jahr 2019 wieder zurück in den Besitz der Gründerfamilie gegangen war, sei sie nach Angaben des Unternehmens wieder „erfolgreich auf Kurs“ gebracht worden. Doch der Umsatz sank in den vergangenen Jahren weiter.

Die Nonfood-Branche, in der Depot sich bewegt, ist umkämpft und steht wegen der trüben Konsumstimmung unter Druck. Die Einzelhandelskette Kodi war 2024 ebenfalls in die Insolvenz gerutscht. „Günstigere Alternativen im Einzelhandel und Online haben uns den Rang abgelaufen“, sagte Gries der dpa. Depot solle wieder kreativer werden und die Kunden häufiger überraschen. Er setze dabei auch stärker auf den E-Commerce. „Viele Produkte sollen online früher verfügbar sein und direkt aus Asien zum Kunden geschickt werden.“ (hde/dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Snowfield Photography

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