VonEva Burghardtschließen
In Gelsenkirchen deckt ein spezielles Behörden-Team erhebliche Mängel in Wohnungen auf. Schimmel und illegale Bauten sind nur einige der Missstände.
Gelsenkirchen – Kaputte Fenster, Schimmel und Kakerlaken: In Gelsenkirchen (NRW) hat ein spezielles Team aus verschiedenen Behörden wieder einmal baufällige Wohnungen überprüft. Solche Kontrollen finden in regelmäßigen Abständen statt. Zuletzt hatte das sogenannte „Interventionsteam EU Ost“ bei einer Kontrolle gleich sieben Wohnungen für unbenutzbar erklärt.
Spezialteam durchsucht Wohnungen in Gelsenkirchen
Knapp drei Wochen nach der letzten Kontrolle waren die Behörden aus Gelsenkirchen jetzt am 8. Februar in Wohnungen an der Grillostraße, der Dresdener Straße, der Straße Im Busche und in der Schulz-Briesen-Straße im Einsatz. Dabei wurden insgesamt 18 Wohnungen kontrolliert.
Mit dabei waren Vertreterinnen und Vertreter des Kommunalen Ordnungsdienstes, des Verkehrsüberwachungsdienstes, der Stadtplanung, der Bauordnung, des Jobcenters Gelsenkirchen, der Emscher Lippe Energie (ELE) und der Polizei. Dabei handelt es sich um ein Spezialteam, das in Gelsenkirchen zum Einsatz kommt, um sogenannte Problemimmobilien zu kontrollieren. Die einzelnen Bereiche des Teams sind alle mit dabei, um je nach Bedarf handeln zu können.
Kontrolleure entdecken Schimmel, Kakerlaken und illegale Anbauten
So wurden etwa in allen Gebäuden bauliche Mängel im Treppenhaus festgestellt, darunter auch zersplitterte Fenster. Seitens der Bauordnung wurden dann entsprechende Verfahren wegen der Verstöße eingeleitet. In drei Wohnungen fand das Spezialteam außerdem „erhebliche Feuchtigkeitsschäden mit Schimmelpilzbefall“, wie die Stadt mitteilt. In einer Wohnung entdeckten sie sogar Kakerlaken. Nach Informationen des Umweltbundesamtes können Kakerlaken Keime verschleppen und bei Betroffenen allergische Reaktionen auslösen.
Darüber hinaus entdeckten die Behörden verschiedene illegale Anbauten und Nutzungen. In elf Wohnungen wurden Verfahren eingeleitet, weil etwa das Dachgeschoss illegal ausgebaut wurde. „Allein in einem Gebäude wurden sieben derartige illegale Umbauten festgestellt“, so der Bericht der Stadt.
Elf Stromzähler wegen Zahlungsrückstand gesperrt
In Gelsenkirchen und anderen Städten im Ruhrgebiet leben Menschen teils unter prekären Zuständen in überteuerten Wohnungen. Dahinter steckt oft eine Masche, um die Notlage der Mieterinnen und Mieter auszunutzen. Auch in Herne werden solche Wohnungen immer wieder überprüft. Ein besonders betroffener Wohnblock in Herne soll jetzt aber saniert und umgebaut werden.
Kontrollen in Gelsenkirchen – das haben die Behörden aufgedeckt
►Das Interventionsteam EU Ost durchsuchte in Gelsenkirchen insgesamt 18 Wohungen.
►In allen Gebäuden gab es „bauliche Mängel“ wie zersplitterte Fenster oder kaputte Treppenhäuser.
►In drei Wohnungen wurden Feuchtigkeitsschäden und Schimmel entdeckt, in einer lebten Kakerlaken.
►In elf Wohnungen wurden Verfahren eingeleitet, weil sie illegal ausgebaut wurden.
►Fünf Stromzähler wurden wegen zu hoher Zahlungsrückstände gesperrt.
►Vier Fälle von Sozialleistungsmissbrauch stellten die Behörden fest.
►Bei drei Personen muss der Arbeitnehmerstatus überprüft werden.
►Zwei Fälle von Schulabwesenheit wurden dem Sozialamt gemeldet.
►Die Behörden verteilten sechs Bußgelder wegen fehlendem Versicherungsschutz oder Feinstaubplaketten an Autos. Ein Fahrzeug musste abgeschleppt werden.
(Quelle: Stadt Gelsenkirchen)
Bei den Kontrollen in Gelsenkirchen ging es auch um nicht bezahlte Rechnungen. So sperrte der Energieversorger ELE elf Stromzähler, weil der Zahlungsrückstand zu hoch war. In vier Fällen deckte das Team außerdem Sozialleistungsmissbrauch auf. Dem Referat Soziales der Stadt Gelsenkirchen meldete das Team zwei Fälle von Schulabwesenheit.
Auch im Umfeld der Wohnungen waren die Kontrolleure aktiv und ahndeten Verstöße. Insgesamt gab es sechs Bußgelder wegen fehlender oder fehlerhafter Feinstaubplaketten. Ein Fahrzeug musste abgeschleppt werden, weil der Versicherungsschutz fehlte. (ebu)
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