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Martina Lippl
Kai Hartwig
Michelle Brey
Jennifer Lanzinger
Kilian Bäuml
Alina Schröder
Starkregen setzt Teile Deutschlands unter Wasser. Die Behörden sind alarmiert. Alle Informationen im News-Ticker.
Update vom 3. Juni, 11.34 Uhr: Traurige Gewissheit im oberbayerischen Schrobenhausen. Rettungskräfte haben die Leicht einer Frau im Keller eines Hauses entdeckt. Wie ein Polizeisprecher mitteilt, handelt es sich um die 43-Jährige, die seit Sonntag vermisst wurde. Dieser News-Ticker ist beendet. Die weiteren Entwicklungen zum Hochwasser in Deutschland finden Sie ab sofort hier.
Update vom 3. Juni, 10.45 Uhr: Tausende Kräfte sind unermüdlich in den Hochwassergebieten in Baden-Württemberg und Bayern im Einsatz. Die Pegel gehen in Baden-Württemberg teils zurück oder steigen auch wieder in den nächsten Tagen an. In Bayern konzentriere sich aktuell das Hochwasser auf die Donau. Von Regensburg bis Passau erwartet die Hochwasserzentrale den Scheitel im Verlauf der nächsten beiden Tage – in ähnlicher Höhe wie 2002.
Die Böden sind durch den Dauerregen der letzten Tage gesättigt – doch der DWD warnt im Süden erneut vor kräftigen Gewittern mit Starkregen (siehe Update 9.30 Uhr). Doch laut einem Wetterexperten gibt es ein wenig Hoffnung auf Entspannung der extremen Lage.
Update vom 3. Juni, 9.30 Uhr: Alarmstufe Rot am Bodensee und im benachbarten Allgäu. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Niederschlagsmengen zwischen 20 und 35 Litern pro Quadratmeter. „Gefahr für Leib und Leben.“ Überflutungen und Erdrutsche sind möglich. Menschen werden aufgerufen, Hochwasser-Schutzmaßnahmen zu treffen.
Weiter nördlich in Bayern hat Regensburg als erste Großstadt den Katastrophenfall ausgerufen. Hier steigt das Wasser der Donau weiter und weiter, hat am frühen Morgen einen Stand von 5,90 Metern erreicht.
In Baden-Württemberg sind aktuell vor allem der Ostalbkreis, der Rems-Murr-Kreis, Göppingen, Uhningen und Ebersbach betroffen. Im Leintal werden mehrere Orte evakuiert. Wie das Innenministerium mitteilt, gab es in zahlreichen Gemeinden starke Überflutungen. Wie ist weitergeht, ungewiss. „Angesichts der dynamischen Lageentwicklung muss jederzeit mit Änderungen des Einsatzgeschehens gerechnet werden“, so ein Sprecher.
Update vom 3. Juni, 6.51 Uhr: Ein 22 Jahre alter Feuerwehrmann wird nach einem Einsatz im Hochwasser immer noch vermisst. Einsatzkräfte suchen im schwäbischen Offingen weiterhin nach dem Vermissten, bislang wurde er aber noch nicht gefunden. „Die Suche wird weiter fortgesetzt werden“, sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen.
Der 22-Jährige war in der Nacht zum Sonntag in der Gemeinde im Landkreis Günzburg mit einem Boot der DLRG-Wasserrettung unterwegs gewesen. Das mit fünf Einsatzkräften besetzte Boot war aufgrund starker Strömung gegen 2.50 Uhr gekentert. Vier Einsatzkräfte konnten sich demnach aus eigener Kraft an Land retten und blieben unverletzt. Im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm war in derselben Nacht bereits ein Feuerwehrmann bei einer Rettungsaktion ums Leben gekommen.
- Lage in Bayern spitzt sich zu: Weiterer Damm droht zu brechen.
- Gemeinde warnt vor Hochwasser-Tourismus: „Gaffer“ erschweren demnach die Einsätze vor Ort.
- DWD warnt vor neuen Unwettern: Kreise in Bayern und Baden-Württemberg betroffen.
Am Sonntag wurde im oberbayerischen Schrobenhausen eine 43-jährige Frau vermisst. Rettungskräfte vermuteten sie in einem überfluteten Keller. Wegen der gefährlichen Lage konnten Helfer aber bis Sonntagabend nicht nach ihr suchen. Ob sie mittlerweile gefunden wurde, konnte ein Polizeisprecher am Montag zunächst nicht sagen.
Update vom 3. Juni, 6.20 Uhr: Die Lage in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten in Süddeutschland bleibt trotz einer nächtlichen Entwarnung des Deutschen Wetterdienstes weiter angespannt: In der Ortschaft Ebenhausen-Werk bei Reichertshofen im bayerischen Landkreis Pfaffenhofen ist nach Behördenangaben in der Nacht zu Montag ein Damm gebrochen. In der Gemeinde Ebersbach an der Fils südöstlich von Stuttgart rief die Stadtverwaltung die Bewohner auf, sich auf Evakuierungen vorzubereiten.
In der Nacht hatte der Deutsche Wetterdienst alle Unwetterwarnungen vor schweren Gewittern mit Starkregen aufgehoben. Vor allem in Süddeutschland gibt es laut Wetterdienst noch gebietsweise schauerartige Regenfälle mit möglichem Starkregen. Ab Montagmittag sind davon vor allem Gebiete südlich der Donau sowie am Bayerischen Wald betroffen.
Der anhaltende Regen und die angespannte Hochwasserlage beeinträchtigen auch weiterhin den Bahnverkehr in Süddeutschland. Wegen der Unwetterschäden müssen Reisende in Bayern und Baden-Württemberg auch am Montag mit Zugausfällen und Verspätungen im Fernverkehr rechnen, wie die Deutsche Bahn auf ihrer Webseite mitteilte. Demnach ist München derzeit mit Fernverkehrszügen aus Richtung Stuttgart, Würzburg und Nürnberg nicht anfahrbar. Zu Zugausfällen kommt es unter anderem auf den Strecken zwischen München und Berlin sowie zwischen Stuttgart und Frankfurt. Die Deutsche Bahn rät derzeit von Reisen nach Süddeutschland ab.
Bilder vom Hochwasser in Deutschland: Zahlreiche Orte unter Wasser – es gibt Tote und Vermisste




Hochwasser in Deutschland: Verwirrung um vermisste 43-jährige Frau
Update vom 2. Juni, 23.10 Uhr: Entgegen erster Meldungen sucht die Polizei weiter nach der in Schrobenhausen vermissten 43-Jährigen. Sie wird in einem überfluteten Keller vermutet. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord sagte am Abend dem BR: Personentaucher hätten den Keller bereits teilweise abgesucht, aber bislang niemanden aufgefunden.
Update vom 2. Juni, 22.20 Uhr: Zehntausende Helfer kämpfen in Bayern und Baden-Württemberg gegen das Hochwasser. Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ist eine 43-jährige Frau ums Leben gekommen. Wie mehrere Medien berichten, sei sie am Samstagabend im Keller ihres Hauses von den Wassermassen überrascht worden. Sie galt zuvor als vermisst. Taucher konnten wegen der starken Strömung eine Zeit lang nicht in das untere Geschoss vordringen. An der Donau bereitet man sich indes auf die drohende Hochwasserwelle vor, auch in der baden-württembergischen Gemeinde Merkenbeuren.
Einsatzkräfte bangen außerdem weiter um einen Feuerwehrmann, der in Offingen in Schwaben vermisst wird. Der 22-Jährige war in der Nacht zu Sonntag bei einem Einsatz in einem Boot unterwegs.
Update vom 2. Juni, 20.35 Uhr: Der DWD warnt am Sonntagabend vor neuen, starken Regenfällen im Süden des Landes. In vielen Teilen Bayerns gilt eine Unwetterwarnung der Stufe 2, darunter Landkreise unterhalb von München bis an den Alpenrand sowie zwischen Augsburg und Bamberg. In Baden-Württemberg ist der Süden zwischen Freiburg und Ravensburg bis zur Schweizer Grenze erneut betroffen.
Östlich von Stuttgart, im Rems-Murr-Kreis, Ostalbkreis sowie Schwäbisch-Hall gilt Alarmstufe Rot. Hier wird vor schwerem Gewitter mit Starkregen und Hagel gewarnt (Stand: 20.27 Uhr). Darüber hinaus hat der DWD auch eine Unwetter-Warnung für den Osten Deutschlands herausgeben. Diese gilt für Regionen um Frankfurt-Oder und Eisenhüttenstadt.
Update vom 2. Juni, 18.30 Uhr: Eine Gemeinde in Baden-Württemberg warnt inzwischen vor Hochwasser-Tourismus. In Meckenbeuren (Bodenseekreis) ist der Fluss Schussen über die Ufer getreten, zahlreiche Häuser sind geflutet.
Hochwasser in Deutschland: Gemeinde warnt „Gaffer“
„Eine große Behinderung für die Einsatzkräfte stellen die zahlreichen Hochwassertouristen und Gaffer dar, die sich zum Teil in Lebensgefahr bringen“, heißt es in einer Mitteilung.
„Auch wenn es gerade weniger oder gar nicht regnet, werden Sonntagsspaziergänger gebeten, das Hochwassergebiet zu meiden, Sperrungen an Brücken und Straßen zu respektieren“, sagte eine Sprecherin.
Update vom 2. Juni, 17.45 Uhr: Die Hochwasser-Lage macht den Gemeinden zu schaffen, jetzt haben auch die Landkreise Dachau – vor den Toren Münchens – und Kelheim in Niederbayern den Katastrophenfall ausgerufen. Das teilten die Landratsämter am Sonntag mit. „Die derzeitige Lage, verbunden mit den Prognosen hinsichtlich der Pegelstände, bleibt angespannt. Mit dieser Maßnahme möchten wir deshalb gewährleisten, dass Hilfeleistungen bestmöglich koordiniert und bewältigt werden können“, sagte Kelheims Landrat Martin Neumeyer.
Örtliche Kräfte seien zudem in Dachau nicht mehr in der Lage, die zahllosen Einsatzstellen in den kommenden Stunden abarbeiten zu können, wie Landrat Stefan Löwl sagte.
Hochwasser-Lage in Deutschland: Weitere Einschränkungen im Zugverkehr
Update vom 2. Juni, 16.30 Uhr: Fahrgäste müssen sich wegen der Unwetter in Süddeutschland auch am Montag auf Einschränkungen im Zugverkehr einstellen, das teilte die Deutsche Bahn mit. Wer bis einschließlich Sonntag eine Fahrkarte für den Zeitraum von Sonntag bis diesen Montag gekauft hat und seine Fahrt wegen der Unwetterschäden verschieben möchten, kann später reisen. Die Zugbindung sei für diese Fahrkarten aufgehoben, teilte das Unternehmen am Sonntag mit. In welchem Umfang der Verkehr beeinträchtigt ist, lässt sich nach Angaben einer Sprecherin noch nicht beziffern.
Am Sonntag waren mehrere Fernverkehrsstrecken im Süden Deutschlands betroffen. Züge fielen aus, etwa auf den Strecken München-Nürnberg-Berlin, Stuttgart-Mannheim-Frankfurt sowie Karlsruhe-Stuttgart-Crailsheim-Nürnberg und Karlsruh-Stuttgart-Ulm-Augsburg-München. Die Bahn riet von Reisen in Gebieten in Bayern und Baden-Württemberg ab, die von Hochwasser betroffen sind.
Hochwasserlage in Deutschland: Schwerverletzter durch Stromschlag
Update vom 2. Juni, 15.55: Die Überschwemmungen in Bayern haben in mehreren Landkreisen die Stromversorgung beeinträchtigt. Wie Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) mitteilte, sind im Gebiet der LEW Verteilnetz GmbH vor allem die Landkreise Günzburg, Augsburg, Dillingen und Unterallgäu von lokalen Stromausfällen betroffen.
Im Netz der Bayernwerk Netz GmbH konzentriere sich das Störungsaufkommen aktuell auf Oberbayern. Verstärkt betroffen sei derzeit der Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm sowie der nördliche Landkreis Freising (Allershausen). Das Umspannwerk Reichertshofen sei zudem stromlos. Die Stromversorgung der Bevölkerung kann laut Aiwanger derzeit noch größtenteils über alternative Netzverbindungen sichergestellt werden.
Update vom 2. Juni, 15.45 Uhr: Bei Stromarbeiten im oberbayerischen Landkreis Freising ist ein Mann lebensgefährlich verletzt worden. Der 27-jährige Beschäftigte eines Energieunternehmens habe einen Stromschlag erlitten. Das teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord mit. Er sei aus einem überfluteten Bereich am Rathaus in Allershausen geborgen und mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen worden. Es sei anzunehmen, dass die Arbeiten im Zusammenhang mit dem Hochwasser gestanden hätten.
Hochwasser in Deutschland: Lage in Bayern spitzt sich zu – Weiterer Damm droht zu brechen
Update vom 2. Juni, 15 Uhr: In Pfaffenhofen an der Ilm spitzt sich die Hochwasserlage zu. Ein weiterer Damm droht aufgrund der Wassermassen zu brechen – nun im Bereich von Manching, wie das Landratsamt mitteilte. Zuvor war schon im Bereich der Gemeinde Baar-Ebenhausen ein Damm an zwei Stellen geborsten. Das Wasser stieg danach unaufhaltsam (siehe Update, 12.25 Uhr).
Die Behörden riefen nun die Bewohnerinnen und Bewohner der folgenden Orte dazu auf, sich in höhere Stockwerke zu begeben:
- Rottmannshart
- Westenhausen
- Lindach
- Ernsgaden
- Irsching
- Knodorf
Über das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sei eine Warnmeldung „Extreme Gefahr“ für diese Bereiche herausgegeben worden.
Update vom 2. Juni, 14.10 Uhr: Die Autobahn A9 ist im nach einem Dammbruch im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm auf einer Länge von rund 50 Kilometern gesperrt. Betroffen sei eine Strecke zwischen Allershausen und Ingolstadt, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord mitteilte. Die Fahrbahn sei teilweise überspült, hieß es weiter. Es gebe zudem Stromausfälle. Betroffen sei eine erhebliche Anzahl von Menschen. Es werde versucht, das Problem zu lösen.
Hochwasser in Deutschland: 22-Jähriger nach Evakuierungseinsatz vermisst – Rettungsboot kenterte
Update vom 2. Juni, 13.30 Uhr: Es gibt einen weiteren Vermissten im Zusammenhang mit der Hochwasserlage in Deutschland. Das berichtet der BR unter Berufung auf einen Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd-West. Ein 22-Jähriger war in der Nacht zu Sonntag in Offingen (Bayern) mit Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr und der DLRG bei einer Evakuierung im Einsatz. Das Boot kenterte, die Suche nach dem jungen Mann laufe. Die anderen vier Helfer konnten demnach gerettet werden.
Indes hat der DWD seine Wetterkarte aktualisiert. Teile Bayerns und Baden-Württembergs bleiben orange schraffiert (siehe Update, 8.55 Uhr). Hinzugekommen sind Warnungen für Sachsen und Brandenburg. Dort drohen starke Gewitter, Starkregen und Windböen.
Hochwasser in Deutschland: Zwei Dämme in Bayern gebrochen – Elf Landkreise mit Katastrophenfall
Update vom 2. Juni, 12.20 Uhr: Im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm ist am Sonntag ein Damm an zwei Stelle gebrochen. Das berichtet die dpa. Es handele sich um einen Damm im Bereich der Gemeinde Baar-Ebenhausen am Fluss Paar, einem Nebenfluss der Donau, sagte demnach ein Sprecher des Landratsamtes.
In folgenden Landkreisen in Bayern gilt der Katastrophenfall:
- Dachau
- Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis
- Augsburg
- Schrobenhausen
- Dillingen
- Freising
- Donau-Ries
- Unterallgäu
- Günzburg
- Aichach-Friedberg
- Neu-Ulm.
Update vom 2. Juni, 11.45 Uhr: In Bayern spitzt sich die Hochwasserlage ortsweise zu. Wie der BR berichtet, ereignete sich im Landkreis Pfaffenhofen ein Dammbruch. Betroffen seien die Gemeinden Reichertshofen, Baar-Ebenhausen und Manching. Bewohner sollten das Erdgeschoss verlassen und in höhere Stockwerke gehen. Zudem könnte die A9 bei Allershausen gesperrt werden. Der BR bezieht sich hier auf einen Landratsamtssprecher.
In Baden-Württemberg stehen indes Teile der Gemeinde Meckenbeuren (Bodenseekreis) unter Wasser. Der Fluss Schussen sei in den Ortsteilen Kehlen und Brochenuell über das Ufer getreten und habe Straßen geflutet, wie eine Gemeindesprecherin am Sonntag miteilte Verletzte gab es demnach zunächst nicht. Der Pegelstand des Flusses sei am Samstagabend auf mehr als 4,86 Meter gestiegen. Seitdem falle er langsam ab. Normalerweise sei der Schussen dort nur 45 Zentimeter tief.
Update vom 2. Juni 2024, 9.15 Uhr: Im Landkreis Augsburg wurden in der Nacht Teile von drei Orten evakuiert. Betroffen waren Nordendorf, Kühlental und Batzenhofen. Das berichtet der BR unter Berufung auf Landrat Martin Sailer. Ähnlich sieht es in Hohenkammer im Landkreis Freising aus. Dort sind laut BR 150 Menschen evakuiert worden. Im Landkreis Dachau wurde der Katastrophenfall ausgerufen. Hier kam es ebenfalls zu Evakuierungen. Die A8 in Richtung München wurde teilweise gesperrt (zwischen Sulzemoos und Dachau/Fürstenfeldbruck).
Update vom 2. Juni, 8.55 Uhr: In der Nacht wurde die A7 zwischen Homberg und Bad Hersfeld geflutet. Die Autobahn wurde von der Polizei wegen den Folgen des Starkregens gesperrt. Beruhigen scheint sich das Wetter vorerst nicht. Auch am Sonntag bleibt die Lage vor allem in Bayern und Baden-Württemberg angespannt.
Große Teile der beiden Bundesländer sind in der aktuellen Wetterkarte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) orange schraffiert. Das gilt als „Vorabinformation Unwetter vor schwerem Gewitter“, heißt es vom DWD.
- Zeitraum der Warnung: Sonntag, 12 Uhr bis Montag, 9 Uhr.
- „Gebietsweise kräftige Gewitter mit Unwetterpotenzial“, hinzu komme Starkregen – teils über mehrere Stunden.
- Kleinräumig könnten bis zu 50 Liter pro Quadratmeter, lokal eng begrenzt auch bis zu 70 Liter pro Quadratmeter, zusammenkommen.
Das Technische Hilfswerk (THW) hat die Zahl seiner Einsatzkräfte in den Überschwemmungsgebieten in Süddeutschland indes deutlich aufgestockt. Mittlerweile seien mehr als 1800 Kräfte im Einsatz, teilte eine Sprecherin am Sonntagmorgen mit.
Update vom 2. Juni 2024, 7.30 Uhr: Im bayerischen Pfaffenhofen an der Ilm ist nun offenbar ein Feuerwehrmann bei einem Einsatz im Hochwasser ums Leben gekommen. Das berichtet der BR unter Berufung auf die Polizei. Demnach sei die Freiwillige Feuerwehr Ehrenberg-Pfaffenhofen am Samstagabend gegen 23 Uhr zu einem Einsatz gerufen worden. Mehrere Personen seien in einem Bungalow durch Hochwasser eingeschlossen gewesen. Vier Feuerwehr-Einsatzkräfte hätten mithilfe eines Bootes versucht, den Menschen zu helfen. Dann das tragische Unglück: das Boot kenterte im Hochwasser. Wie der BR weiter berichtet, konnten sich drei Feuerwehrleute retten. Der 42-Jährige galt zunächst als vermisst, wurde jedoch kurz darauf tot aufgefunden. Ein Sprecher des Landratsamts bestätigte das Unglück am Sonntagmorgen.
Wie der BR weiter berichtet, wird zudem eine Person im Landkreis Schrobenhausen vermisst. Diese soll sich in ihrem Keller aufgehalten haben. Aufgrund der aktuellen Hochwasser-Lage können Einsatzkräfte demnach jedoch aktuell nicht zu dem Haus durchdringen.
Hochwasserlage in Deutschland: Weitere Gemeinden evakuieren – ICE-Waggons entgleisen nach Erdrutsch
Update vom 2. Juni 2024, 6.10 Uhr: Auch am Sonntag bleibt die Hochwasserlage in zahlreichen Regionen angespannt. In den Überschwemmungsgebieten im bayerischen Landkreis Augsburg weiten die Behörden die Aufrufe zur Evakuierung aus. Anwohner sollten die Gemeinden Kühlenthal und Allmannshofen umgehend verlassen, warnte die Integrierte Leitstelle am frühen Sonntagmorgen. Für Menschen, die die Gebiete nicht selbst verlassen können, wurden Busse bereitgestellt.
Auch an anderen Orten in dem Landkreis wurden Menschen am Abend und in der Nacht aufgerufen, ihre Wohnungen und Häuser zu verlassen. Betroffen waren vor allem Kommunen am Fluss Schmutter, einem Zufluss der Donau. In der Augsburger Messe wurde eine Notunterkunft eingerichtet.
Hochwasserlage in Bayern: Zwei Altenheime evakuiert
Mehr als 200 Menschen sind im bayerischen Landkreis Pfaffenhofen in der Nacht zu Sonntag vor dem Hochwasser in Sicherheit gebracht worden oder haben ihre Häuser selbst verlassen. Zwei Altenheime seien evakuiert worden, sagte Landrat Albert Gürtner (Freie Wähler) am frühen Sonntagmorgen. In den Häusern habe ein Stromausfall gedroht, die rund 140 betroffenen Bewohner seien in Krankenhäusern untergebracht worden. Zudem seien mindestens 100 weitere Menschen von Evakuierungen in ufernahen Bereichen betroffen gewesen. Es gebe Notunterkünfte in Turnhallen.
Das Wasser des Flusses Paar stieg am Sonntag zunächst weiter an. Der Scheitelpunkt werde im Gemeindebereich Hohenwart bis 6.00 Uhr morgens erwartet, sagte Landrat Gürtner weiter. Anschließend solle es die entlang der Paar liegenden Kommunen Reichertshofen, Baar-Ebenhausen und Manching erreichen. Die Paar ist ein Nebenfluss der Donau.
ICE-Waggons entgleisen nach Erdrutsch in Baden-Württemberg
Und auch in Baden-Württemberg machen die Wassermassen zahlreichen Landkreisen zu schaffen. Zwei Waggons eines ICE mit 185 Passagieren an Bord sind im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd am späten Samstagabend nach einem Erdrutsch entgleist. Die Passagiere blieben laut einem Bahnsprecher unverletzt und wurden in der Nacht zu Sonntag aus dem Zug evakuiert. „Es hat ein bisschen gerumpelt. Dann war eigentlich alles gut geregelt, keine Panik, alle waren ruhig. Die Einsatzkräfte waren schnell da und haben sich gut um uns gekümmert“, sagte Passagierin Elena Fabian der dpa.
Schwäbisch Gmünd liegt etwa 50 Kilometer östlich von Stuttgart. Dort hatte es wie in weiten Teilen Baden-Württembergs seit Freitag erhebliche Niederschläge gegeben. Dem Bahnsprecher zufolge sprangen die ersten beiden Waggons des ICE 510 auf der Fahrt von München nach Köln gegen 23.20 Uhr aus den Gleisen, kippten aber nicht um. Der Erdrutsch hatte demnach eine Breite von etwa 30 Metern.
Strecke zwischen Aalen und Stuttgart bleibt vorerst gesperrt
Die Zugpassagiere kamen zunächst in einem nahe gelegenem Kindergarten unter. Dann wurden sie mit Bussen nach Plüderhausen (Rems-Murr-Kreis) und Stuttgart gebracht. Wie lange die Strecke zwischen Aalen und Stuttgart gesperrt bleibt, war zunächst unklar - ebenso, wann wieder Fernzüge zwischen Stuttgart und München fahren können.
Experten der Bahn und der Bundespolizei hätten mit der Untersuchung der Unfallstelle begonnen, teilte die Stadt Schwäbisch Gmünd am frühen Sonntagmorgen mit. Wann und wie der ICE geborgen werde, könne jedoch erst bei Tageslicht entschieden werden. Die Feuerwehr war nach der Entgleisung mit 85 Einsatzkräften vor Ort, das Deutsche Rote Kreuz mit rund 70 Kräften.
Zahlreiche Bewohner in Sicherheit gebracht - Unzählige Helfer im Einsatz
Update vom 1. Juni 2024, 21.53 Uhr: Die Hochwassersituation in Deutschland bleibt angespannt, insbesondere im südlichen Teil des Landes. In einigen Gemeinden werden Bewohner, deren Häuser vom Wasser umschlossen sind, mithilfe von Schlauchbooten und Hubschraubern in Sicherheit gebracht. Fahrzeugdächer sind aus den schlammigen Wassermassen zu sehen. Unzählige Helfer sind unermüdlich im Einsatz. Ein starker Regenfall lässt Teile Bayerns im Wasser versinken. Am Samstag wurde in sieben Landkreisen der Notstand ausgerufen. An einigen Messstellen im westlichen Bayern wurde die höchste Hochwasserwarnstufe vier erreicht, an anderen wird sie noch erwartet.
Der Ministerpräsident Markus Söder und der Innenminister Joachim Herrmann besuchten das von Hochwasser betroffene Gebiet in Schwaben. In Diedorf, einer der am stärksten betroffenen Gemeinden, verschafften sich die beiden CSU-Politiker einen Überblick über die Situation. Der Ministerpräsident betonte, dass die aktuelle Lage für die Einwohner eine „extreme Belastung“ darstelle. Er warnte zudem: „Das ist noch nicht vorbei. Es geht jetzt erst richtig los.“
Katastrophenfall nach Hochwasser in Deutschland: Alle Rettungshubschrauber im Einsatz
Update vom 1. Juni 2024, 19.19 Uhr: In Deutschland sind an diesem Wochenende viele Gebiete von Hochwasser und Unwettern betroffen. Der ADAC ist nach eigenen Angaben ebenfalls an Rettungsmaßnahmen in Süddeutschland beteiligt und setzt große Ressourcen ein. Der Sprecher der ADAC-Luftrettung, Jochen Oesterle, teilte der Deutschen Presse-Agentur am Samstag mit: „Wir sind mit allen Rettungshubschraubern Süddeutschlands im Einsatz“. Die Crews haben bereits erste Personen aus gefährdeten Gebieten evakuiert.
Zudem kommt es zu Straßensperrungen, beispielsweise auf der Autobahn A3 in der Nähe von Regensburg. Ein Sprecher erklärte: „Das Wasser drückt von den Feldern auf die Autobahn“. Aufgrund teilweiser Überflutungen der Fahrbahnen wird der Verkehr umgeleitet.
Auch in Ostdeutschland gibt es aufgrund von überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern viele Feuerwehreinsätze. Besonders betroffen sind Landkreise in Ostthüringen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldet für den Samstag weiterhin Starkregen, weshalb in einigen Landkreisen, wie im Altenburger Land, bis zum Nachmittag vor heftigen Gewittern gewarnt wurde.
Katastrophenfall nach Hochwasser: Dammbruch in Augsburg – DWD warnt jetzt vor Gewittern
Update vom 1. Juni, 16.34 Uhr: Wie geht es weiter mit der teils heftigen Wetter-Lage in Deutschland? In weiten Teilen der Republik wüten noch immer Unwetter, zu Starkregen sind vor allem in der Mitte und im mittleren Osten heftige Gewitter hinzugekommen. Darüber berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD) auf seinem X-Account. In Baden-Württemberg hat sich das Wetter größtenteils beruhigt, die Auswirkungen machen den Einsatzkräften aber nach wie vor zu schaffen.
Etliche Ortschaften sind überflutet, in Bayern ist die Lage mitunter noch schlimmer. In fünf Landkreisen herrscht der Katastrophenfall, nach dem Dammbruch im Landkreis Augsburg müssen ganze Ortsteile abgeriegelt und evakuiert werden. „Es ist nicht mehr ausreichend, sich in höhere Stockwerke zu begeben“, hieß es dazu vom Landratsamt in Augsburg.
Unwetter wüten in Süddeutschland – Rettungsboote und Helikopter im Einsatz
Update vom 1. Juni, 14.25 Uhr: Der kritische Zustand um Augsburg hält weiterhin an. Trotz der Bemühungen der Einsatzkräfte ist nun ein Damm gebrochen, wie das Landratsamt mitteilt. Seit dem Vormittag herrscht dort der Katastrophenfall. Menschen mussten in Fischbach im umliegenden Landkreis mit dem Helikopter aus ihrem Haus gerettet werden. Anders hätten sie es nicht mehr verlassen können, heißt es. Seit Stunden seien auch Boote im Einsatz, eingeschlossenen Bewohnern zu helfen.
Katastrophenfall nach Hochwasser in Deutschland: Region um Augsburg ringt mit dem Unwetter
Update vom 1. Juni, 13.19 Uhr: Keine Entlastung für die Einsatzkräfte in vielen Teilen des Südens. Um Augsburg herrscht seit dem Vormittag Ausnahmezustand, die Landratsämter riefen in drei angrenzenden Landkreisen den Katastrophenfall aus. Und es wird befürchtet, dass die Pegelstände noch weiter stark ansteigen könnten.
Seit Stunden fällt in der Südhälfte Deutschlands heftiger Regen. In der Region zwischen München und Stuttgart leuchtet die Unwetter-Karte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) weiterhin violett. Es herrscht Lebensgefahr. Menschen in Baden-Württemberg mussten mit Booten gerettet werden, Keller liefen voll.
An den Alpenrändern hat das Unwetter etwas nachgelassen, dafür ist die Regen- und Gewitterfront in Thüringen, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt gebietsweise angekommen.
Katastrophenfall ausgerufen: Augsburg zieht nach heftigen Unwettern die Reißleine
Update vom 1. Juni, 11.34 Uhr: Die Lage rund um Augsburg spitzt sich zu. Schon seit den Morgenstunden bündelt sich die Unwetterfront vor allem in der Südhälfte Deutschlands. In etlichen Landkreisen Bayerns und Baden-Württembergs gilt die höchste Unwetter-Warnstufe des Deutschen Wetterdienstes (DWD).
Nach den Landkreisen Günzburg und Augsburg gilt nun auch im Landkreis Aichach-Friedberg der Katastrophenfall. Gebietsweise sei die Situation dramatisch, heißt es von den Behörden vor Ort. „Deshalb habe ich entschieden, den K-Fall auszurufen. Wir müssen alle Kräfte aktivieren und bündeln, um den Menschen bestmöglich zu helfen“, schrieb Landrat Klaus Metzger (CSU).
Derweil ziehen erste Unwetter-Wolken auch im Osten auf. Entlang der tschechisch-deutschen Grenze und rund um Dresden hat der DWD die Warnstufe von 1 auf 2 erhöht. Ab den Mittagsstunden wird mit schweren Gewitter gerechnet. Die Gefahr halte bis in die Nacht.
Wetter-Alarm in Deutschland: Erster Landkreis erreicht Jahrhunderthochwasser
Update vom 1. Juni, 10.45 Uhr: Seit Tagen hängt das Damoklesschwert über Deutschland, für einen Landkreis in Bayern haben sich die Befürchtungen um eine Jahrhundertflut nun bewahrheitet. Weitere könnten folgen, warnen Wetter-Experten. Eine konkrete Prognose sei bei solchen Unwetter-Tiefs wie derzeit aber schwierig.
Das zuständige Landratsamt von Günzburg gab bekannt, dass die Wasserstände eines Jahrhunderthochwasser erreicht wurden. Ein Jahrhunderthochwasser ist ein statistischer Wert und bezieht sich auf ein Hochwasserereignis, das durchschnittlich einmal in hundert Jahren erreicht oder überschritten wird. Die Bewohner von Günzburg werden aufgefordert, sich von Gewässern fernzuhalten. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rät, den Aufenthalt im Freien zu vermeiden. In den betroffenen Gebieten könnten unter anderem Stromausfälle auftreten.
Im benachbarten Landkreis Augsburg herrscht Alarmbereitschaft. Obwohl die Bedingungen nicht so extrem wie in Günzburg sind, wurde aufgrund der steigenden Wasserstände der Katastrophenfall ausgerufen. In großen Teilen Bayerns besteht weiterhin die höchste Unwetterwarnung des DWD.
Südhälfte Deutschlands versinkt im Unwetter – Regen wohl bis Montagabend
Update vom 1. Juni, 8.53 Uhr: Schon am frühen Samstagmorgen ist wohl klar, dass sich das Unwetter in weiten Teilen Bayerns noch bis Montagabend halten wird. Darüber berichtet Meteorologe Jörg Kachelmann auf seinem X-Account. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rief für etliche Landkreise im Süden Deutschlands die höchste Unwetter-Warnung aus. Aktuell leuchtet die Unwetter-Karte zwischen München und Stuttgart violett.
Es bestehe derzeit „große Gefahr für Leib und Leben durch massive Überflutungen und hohe Pegelstände“, schreibt der DWD und rief dazu auf, Aufenthalt im Freien und Fahrten unbedingt zu vermeiden. Erdrutsche könnten nicht ausgeschlossen werden, auch bestehe das Risiko, von Wassermengen eingeschlossen zu werden. Bei einigen Flüssen, wie der Donau in Bayern, ist das Wasser bereits über die Ufer getreten. Wege können geflutet und dadurch unpassierbar werden, warnt der DWD.
Im Süden von Bayern wird sich die #Dauerregen-lage mit kleinen Unterbrechungen wohl bis Montagabend ziehen. Die Wettermodelle sehen zusätzlich zu den bereits gefallenen Mengen nochmals teils über 100 l/m². Es droht mancherorts ein Rekord-#Hochwasser. /LDhttps://t.co/CHtzKECDMW
— Kachelmannwetter (@Kachelmannwettr) June 1, 2024
Im Landkreis Unterallgäu werde derzeit eine Evakuierung mehrere Dörfer vorbereitet. Die Menschen wird geraten, ihre Häuser schon jetzt freiwillig zu verlassen. „Die Dammbereiche werden überflutet, die Hochwasserrückhaltebecken sind größtenteils voll“, zitiert focus.de Landrat Alex Eder (FW).
Unwetter in Deutschland: Dauerregen in Bayern und Baden-Württemberg
Update vom 1. Juni 2024, 6.10 Uhr: Im Süden Deutschlands geht weiterhin Dauerregen in beträchtlichen Mengen nieder. Im schwäbischen Sigmarszell im Landkreis Lindau etwa fielen innerhalb eines Tages rund 128 Liter Regen pro Quadratmeter. Auch in fünf weiteren Städten in Bayern und Baden-Württemberg kamen bis zum frühen Samstagmorgen Niederschlagsmengen von mehr als 100 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden zusammen, wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte.
Im bayerischen Ottobeuren im Landkreis Unterallgäu waren es rund 108 Liter sowie in Weiler-Simmerberg im Landkreis Lindau circa 104 Liter. In Baden-Württemberg war Wangen im Allgäu (Landkreis Ravensburg) der Ort mit dem meisten Regen, dort fielen rund 108 Liter pro Quadratmeter. In Kißlegg waren es rund 105 Liter.
Der Dauerregen hat vielerorts die Wasserstände der Flüsse ansteigen lassen. Vor allem große Teile Baden-Württembergs und Bayerns erwartet ein Wochenende mit erheblichem Dauerregen. Laut DWD gilt vielerorts weiterhin die höchste Warnstufe.
Hochwasser-Alarm in Deutschland: Landkreis ruft Katastrophenfall aus – Bewohner sollen Handys bereithalten
Update vom 31. Mai 2024, 22.48 Uhr: Besonders in Süddeutschland wird aufgrund der heftigen Niederschläge vielerorts mit Hochwasser gerechnet. In ersten Orten wurden bereits Personen dazu aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Gleiches könnte auch in Oberschwaben zutreffen, Bewohner und Bewohnerinnen sollen für diesen Fall ihre Handys nachts anlassen. Bisher wurde Anwohnern empfohlen, vorsorglich ihre Wertgegenstände aus dem Keller und dem Erdgeschoss zu holen und möglichst nicht ins Untergeschoss ihrer Häuser zu gehen.
„Es ist leider zur Zeit unklar, wie schnell die Pegel im weiteren Verlauf steigen werden. Daher gilt besondere Vorsicht“, hieß es auf der Seite der Einsatzkräfte. Auch im bayerischen Landkreis Günzburg ist die Lage angespannt, dort wurde sogar der Katastrophenfall ausgerufen. Noch am Freitagabend wurden die Campingplätze an den Flüssen Günz, Kammel und Mindel geräumt. Vorsorglich ließ der Landkreis zusätzliche 15.000 Sandsäcke befüllen. „Wir nehmen die Situation sehr ernst“, sagt Landrat Hans Reichhart. Man wolle die Zeit bestmöglich nutzen, bis das Hochwasser ankommt.
Die Hochwasser-Gefahr in Deutschland wächst: Tausende Menschen sollen ihr Zuhause verlassen
Update vom 31. Mai 2024, 21.17 Uhr: Die starken Regenfälle in Teilen des Landes haben die Hochwassergefahr in einigen Regionen drastisch erhöht. Rund 1300 Menschen in Meckenbeuren im Bodenseekreis wird deshalb geraten, ihr Zuhause zu verlassen. Es handele sich um keine Evakuierung, sondern um eine Empfehlung, sagte eine Sprecherin der Gemeinde in Baden-Württemberg am Freitagabend. Es wird laut Mitteilung damit gerechnet, dass die anhaltend starken Regenfälle insbesondere zu extremem Hochwasser im Fluss Schussen führen, auch das Risiko für weitere Flüsse im Gemeindegebiet steige.
DWD mit höchster Unwetter-Warnung – „Monatsmenge Regen innerhalb von zwei Tagen“
Erstmeldung vom 31. Mai 2024, 17.28 Uhr: Frankfurt – Die Wetter-Lage in Deutschland spitzt sich zu: Am Freitag (31. Mai) warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor Unwettern mit anhaltendem Starkregen, wobei insbesondere der Süden und Südwesten des Landes betroffen sind. In Teilen Baden-Württembergs haben heftige Regenfälle bereits Keller und Straßen überflutet. Meteorologen befürchten eine Jahrhundertflut.
Unwetter-Lage spitzt sich in Deutschland zu – Bayern und Baden-Württemberg besonders betroffen
Die Wetterkarte leuchtet in der Bundesrepublik bunt: Während Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen von der Unwetter-Warnung betroffen sind, ist die Lage in den anderen Bundesländern überwiegend ruhig. Das soll sich aber spätestens am Samstag (1. Juni) ändern. Der DWD meldet für einige Gebiete in Hessen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg bereits eine Vorwarnung für schwere Gewitter mit Starkregen.
Die höchste Warnstufe ist für Bayern südwestlich und im Umkreis von München sowie für Baden-Württemberg südlich von Stuttgart bis zur Schweizer Grenze und dem Bodensee ausgerufen worden. „Da fällt quasi eine Monatsmenge Regen innerhalb von zwei Tagen“, erklärte ein DWD-Meteorologe am Freitagnachmittag. „Es ist vergleichbar mit den Regenmengen, die vor Kurzem im Saarland herunterkamen.“
„Große Gefahr für Leib und Leben“ – hohe Regenmengen erwartet
Wie sich diese Regenmengen auswirken, könne man noch nicht sagen. Das hänge auch davon an, wie viel Wasser die Flüsse noch aufnehmen können. Trotz allem besteht eine hohe Überschwemmungsgefahr. Laut dem Wetter-Experten sind die Regionen Oberschwaben und Ostalb in Baden-Württemberg am stärksten betroffen. In Ravensburg werden beispielsweise Niederschlagsmengen zwischen 60 und 100 Liter pro Quadratmeter erwartet. Die Stadt Leipheim in Bayern (Landkreis Günzburg) rechnet in den kommenden Tagen mit einem Hochwasser, das nur einmal in hundert Jahren vorkommt.
Durch massive Überschwemmungen, hohe Wasserstände, unzugängliche oder von Wassermassen eingeschlossene Gebiete und mögliche Erdrutsche besteht „große Gefahr für Leib und Leben“. Einige Gemeinden haben sich bereits für die bevorstehenden Unwetter gewappnet. (asc/dpa)
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