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Israels neue Offensive: Desaströse Lage für Menschen in Gaza-Stadt

Israel treibt seine Bodenoffensive in Gaza-Stadt voran. Anwohner stehen vor der bitteren Wahl, ob sie erneut fliehen oder bleiben.

Gaza-Stadt – Israel setzte am Mittwoch seine Bodenoffensive in Gaza-Stadt fort. Die Einwohner stehen vor der qualvollen Entscheidung, entweder mit ihren Familien zu fliehen oder die Gefahren des Bleibens auf sich zu nehmen. Sie melden anhaltende Schüsse aus allen Ecken der Stadt.

Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran

Haft-e Tir in Teheran
Am 13. Juni 2025 startete die israelische Armee Luftangriffe auf die Islamische Republik Iran unter dem Codenamen „Operation Rising Lion“. Ziel der Angriffe waren die Atomanreicherungsanlagen des Landes sowie Zentren der Macht des Mullah-Regimes. Doch auch Irans Hauptstadt Teheran geriet unter Beschuss, wie dieses Bild einer Frau auf dem Haft-e Tir Platz in Teheran zeigt. © afp
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu
Befohlen hatte Israels Angriff auf den Iran Premierminister Benjamin Netanjahu. Er begründete den Angriff auf das Mullah-Regime mit der atomaren Gefahr, die von diesem für den jüdischen Staat ausgehen würde. Teheran sei kurz davor, eine Atombombe fertigzustellen. Und solange der Iran die Vernichtung Israels als Teil seiner Staatsdoktrin verstehe, könne man mit Blick auf den Iran in Jerusalem kein Risiko eingehen. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Noch am selben Tag schlug der Iran zurück.
Noch am selben Tag schlug der Iran zurück. Unter dem Codenamen „Operation True Promise III“ flogen Raketen Richtung Israel, die auch die Regionen rund um Tel Aviv trafen. Hier zu sehen ist ein Rettungshelfer mit einem Kind auf dem Arm in der Stadt Ramat Gan, einem Vorort der Millionenmetropole am Mittelmeer. © Ilia Yefimovich/dpa
Sowohl im Iran als auch wie hier in der israelischen Großstadt Tel Aviv waren die Schäden der gegenseitigen Luftangriffe enorm.
Sowohl im Iran als auch wie hier in der israelischen Großstadt Tel Aviv waren die Schäden der gegenseitigen Luftangriffe enorm. Laut unbestätigten Meldungen sollen im Iran bis zum 16. Juni 2025 etwa 800 Menschen getötet worden sein. In Israel sollen nach offiziellen Angaben acht Menschen infolge der Raketenangriffe aus dem Iran gestorben sein. © Oded Balilty/dpa
Nahostkonflikt - Trump über Angriff auf iranische Atomanlagen
Doch wer sind die wichtigsten Akteure im Israel-Iran-Krieg? Und gibt es eine Opposition im Mullah-Regime? Antworten auf diese Frage finden Sie in den folgenden Bildern. Neben dem bereits erwähnten Benjamin Netanjahu steht auf der einen Seite Donald Trump. Der US-Präsident befahl am 22. Juni 2025 einen koordinierten Angriff aus der Luft und von der See auf die Atomanreicherungsanlagen des Iran. Die Operation lief unter dem Codenamen „Operation Midnight Hammer“. Die US-Streitkräfte nahmen die iranischen Atomanlagen in Fordo, Natanz und Isfahan unter Beschuss. Laut Trump, hier bei der Verkündung der Operation und in Begleitung von Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth, wurden alle drei Anlagen vollständig zerstört. © Carlos Barria/dpa
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat nach Donald Trump im Pentagon für die Fernsehkameras
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat nach Donald Trump im Pentagon für die Fernsehkameras. Hegseth nannte die Militäroperation gegen den Iran einen vollen Erfolg. An dem Angriff waren laut dem Verteidigungsministerium insgesamt rund 125 Flugzeuge beteiligt, darunter sieben B-2-Bomber, mehrere Tankflugzeuge sowie Aufklärungs- und Unterstützungsmaschinen Ebenfalls beteiligt an dem Angriff war laut Hegseth ein U-Boot, das im Golf von Oman stationiert war und insgesamt 30 Tomahawk-Raketen auf Ziele im Iran abfeuert. © Alex Brandon/dpa
Israel Katz, seit November 2024 Verteidigungsminister im Kabinett von Benjamin Netanjahu
Ein weiterer Protagonist im eskalierenden Nahostkonflikt ist Israel Katz, seit November 2024 Verteidigungsminister im Kabinett von Benjamin Netanjahu. Beide gehören der rechtskonservativen Likud-Partei an. Katz gilt parteiintern als Konkurrent Netanjahus. In Sachen israelischer Außenpolitik vertritt er aber ähnliche Position. So lehnt Katz, hier bei einem Truppenbesuch an der israelischen Grenze zum Libanon, eine Zweistaatenlösung im Konflikt mit den Palästinensern ebenso ab wie Netanjahu. © Ariel Hermoni/dpa
Majorgeneral Amir Hatami, hier mit Admiral Mahmoud Mousavi (rechts) und Admiral Habibollah Sayyari
Ein mächtiger Mann im Iran ist Verteidigungsminister und Majorgeneral Amir Hatami, hier mit Admiral Mahmoud Mousavi (rechts) und Admiral Habibollah Sayyari bei einer Sitzung im Hauptquartier in der iranischen Stadt Zolfaghar. Hatami drohte Israel nach deren Raketenangriff mit Vergeltung und warf der „zionistischen Armee“ Versagen im Bodenkampf vor, weshalb sie ihre Angriffe auf die Luft beschränken würden. © imago
Als noch mächtigerer Militärvertreter im Iran galt zeit seines Lebens Qasem Soleimani
Als noch mächtigerer Militärvertreter im Iran galt zeit seines Lebens Qasem Soleimani. Er war seit 1998 Kommandeur der Quds-Einheit, einer Unterabteilung der iranischen Revolutionsgarde, die Spezialeinsätze außerhalb des Irans durchführt. Er galt als Vertrauter von Ajatollah Ali Chamenei und als einer der Hauptverantwortlichen für die Ausweitung des iranischen Einflusses auf weite Teile des Nahen Ostens. Am 3. Januar 2020 wurde Soleimani während eines Besuch im benachbarten Irak auf Befehl von US-Präsident Donald Trump von einer Drohne des US-Militärs getötet. An jedem Jahrestag veranstaltet das Mullah-Regime in Teheran eine große Gedenkdemonstration. © Ameer Al Mohammedaw/dpa
Esmail Qa‘ani zum Oberbefehlshaber der Quds-Brigaden
Nach dem Tod von Qasem Soleimani wurde sein Stellvertreter Esmail Qa‘ani zum Oberbefehlshaber der Quds-Brigaden des Iran ernannt. © imago
Der mächtigste Mann auf der anderen Seite ist Irans „Oberster Führer“ Ajatollah Ali Chamenei.
Der mächtigste Mann im Iran ist der „Oberste Führer“ Ajatollah Ali Chamenei. Der Anführer des Mullah-Regimes, hier bei einer Zeremonie im Rahmen des „Festivals der Engel“ im Jahr 2023, ist seit 1989 das politische und religiöse Oberhaupt des schiitisch geprägten Iran. Diese Position macht Chamenei auch zum „Revolutionsführer“. Er ist außerdem die höchste geistliche Instanz im Range eines Ajatollah und der Oberbefehlshaber der iranischen Streitkräfte in der Islamischen Republik Iran. © imago
Ruhollah Khomeini, besser bekannt als Ajatollah Khomeini.
Sein Vorgänger im Amt des Ajatollahs war Ruhollah Khomeini, besser bekannt als Ajatollah Khomeini. Er führte die Islamische Republik Iran seit der Islamischen Revolution 1979 bis zu seinem Tod 1989 an. Hier betet Khomeini im französischen Exil, aus dem heraus er die Revolution in seinem Heimatland organisierte, und das er erst am 1. Februar 1979 in Richtung des Iran wieder verließ. © imago
Ajatollah Ali Chamenei tat dies zuletzt im Jahr 2024 in Teheran
Dem obersten Führer des Landes kommt auch die Aufgabe zu, die Präsidentschaftswahlen im Iran zu eröffnen. Ajatollah Ali Chamenei tat dies zuletzt im Jahr 2024 in Teheran. In der Hochsicherheitszone der Hauptstadt der islamischen Republik gab das Staatsoberhaupt seine Stimme ab. © Arne Immanuel Bänsch/dpa
Der Wächterrat, hier bei einer Sitzung im Jahr 2009
Von einer freien Wahl kann bei der Präsidentschaftswahl im Iran aber keine Rede sein. Der Wächterrat, hier bei einer Sitzung im Jahr 2009, entscheidet unter dem Vorsitz des Ajatollahs, welche Kandidaten überhaupt an der Wahl teilnehmen dürfen. Von insgesamt 80 Bewerbungen blieben gerade einmal sechs Kandidaten übrig, bei denen es sich allesamt um systemtreue Politiker handelte. © imago
Die Präsidentschaftswahl 2024 im Iran gewann Massud Peseschkian.
Die Präsidentschaftswahl 2024 im Iran gewann Massud Peseschkian. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2021 hatte der Wächterrat der Islamischen Republik Iran seine Kandidatur noch verhindert. Peseschkian gilt innerhalb des Irans als eher moderate Kraft. Er versprach eine Öffnung seines Landes hin zum Westen und betonte, der Iran strebe keine Atomwaffen an. Gleichzeitig forderte auch Peseschkian das „Verschwinden des zionistischen Regimes [Israel] von der Landkarte“ und feierte die iranischen Raketenangriffe auf Israel im Jahr 2024. © imago
Trauerfeier für Irans Präsident und Außenminister Ebrahim Raisi
Eigentlich hätte die Präsidentschaftswahl im Iran erst 2025 stattfinden sollen. Doch weil der amtierende Präsident, der ultrakonservative Ebrahim Raisi, im Mai 2024 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben kam, wurde die Wahl nach vorverlegt. © dpa
Hossein Amir-Abdollahian, Außenminister des Iran
Bei dem Hubschrauberabsturz kam auch Hossein Amir-Abdollahian, Außenminister des Iran und hier beim Weltwirtschaftsforum in Davos, ums Leben. © Hannes P Albert/dpa
Abbas Araghtschi (m.), der hier gemeinsam mit dem iranischen Botschafter in Russland, Kazem Jalali, auf Staatsbesuch bei Präsident Wladimir Putin
Nachfolger von Massud Peseschkian im Amt des Außenministers wurde Abbas Araghtschi (m.), der hier gemeinsam mit dem iranischen Botschafter in Russland, Kazem Jalali, auf Staatsbesuch bei Präsident Wladimir Putin im Kreml aufschlägt. Russland gilt als strategischer Verbündeter der Islamischen Republik Iran. Die beiden Länder bilden gemeinsam mit Armenien eine diplomatische Achse im Kaukasus und sind militärische Partner bei den Konflikten in Syrien, Irak und Afghanistan. Russland ist aber nicht der einzige internationale Verbündete des Mullah-Regimes. © Alexander Kazakov/dpa
OIC-Sitzung in Istanbul mit Irans Außenminister
Ein weiterer, wenn auch deutlich weniger enger, Verbündeter des Iran ist Pakistan. Hier unterhält sich der iranische Außenminister Abbas Araghtschi (r) mit seinem pakistanischen Amtskollegen Ishaq Dar während der Sitzung des Außenministerrats der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC). © Khalil Hamra/dpa
die islamistische Terrormiliz Hisbollah im Libanon
Einer der engsten internationalen Verbündeten des Mullah-Regimes im Iran ist die islamistische Terrormiliz Hisbollah im Libanon. Der Iran unterstützt die Gruppierung mit bis zu einer Milliarde US-Dollar pro Jahr. Wie die Führer der Islamischen Republik Iran gilt auch die Hisbollah als schiitisch geprägte Organisation und als Teil der „Achse des Widerstands“ gegen den Einfluss der USA und Israels in der Region. © imago
mehrere tausend Pager wie den im Bild und andere elektronische Geräte der Hisbollah im Vorfeld mit dem Sprengstoff Nitropenta zu präparieren
Dem israelischen Geheimdienst Mossad gelang im September 2024 ein empfindlicher Schlag gegen die Hisbollah-Miliz. Den Mossad-Agenten gelang es, mehrere tausend Pager wie den im Bild und andere elektronische Geräte der Hisbollah im Vorfeld mit dem Sprengstoff Nitropenta zu präparieren und nahezu zeitgleich explodieren zu lassen. Mindestens 37 zum Teil hochrangige Mitglieder der Hisbollah starben, rund 3.000 Menschen wurden teils schwer verletzt. © imago
Huthi-Rebellen im Jemen
Ebenfalls zu der „Achse des Widerstands“ gehören die Huthi-Rebellen im Jemen. Die schiitische Terrororganisation zettelte dort 2004 einen Bürgerkrieg an. 2014 eroberten sie jemenitische Hauptstadt Sanaa, 2015 schließlich die Kontrolle über den Rest des Landes. Der Iran ist bislang das einzige Land, das die Huthis als legitimie Herrscher des Jemen anerkennen. Während die alte Regierung im Jemen von dem sunnitisch geprägten Königshaus in Saudi-Arabien unterstützt wurde, erhalten die Huthi-Rebellen finanzielle, militärische und logistische Hilfe aus dem Iran. Im Gegenzug vertreten die Huthis die Interessen der Mullahs in der Region und führen für sie einen Stellvertreterkrieg gegen Israel und die USA im Roten Meer. © imago
die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas
Das letzte Mitglied der „Achse des Widerstands“ ist die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas, die seit 2006 über den Gazastreifen herrscht, und die seit den 1990er Jahren von der Islamischen Republik Iran unterstützt wird. Laut israelischen Geheimdiensten erhält die Hamas bis zu 350 Millionen US-Dollar jährlich aus dem Iran - obwohl die palästinensische Terrororganisation sunnitisch geprägt ist und damit im Gegensatz steht zum schiitisch dominierten Mullah-Regime im Iran. © imago
Hamas-Führer Yahya Sinwar
Geeint sind die palästinensische Hamas und die iranischen Mullahs in ihrem Hass auf Israel. Der äußerte sich in seiner ganzen Grausamkeit am 7. Oktober 2023, als Terror-Einheiten der Hamas den Süden Israels überfielen, 1.200 Menschen töteten und 200 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppten. Geplant wurde der Angriff durch den mittlerweile verstorbenen Hamas-Führer Yahya Sinwar (m.), der dabei umfangreiche Hilfe aus dem Iran erhielt. Unter anderem wurden mehr als 500 Hamas-Kämpfer im Vorfeld der Attacke im Iran ausgebildet.  © imago
Proteste gegen die Regierung des Iran im Jahr 2009
Doch bei weitem nicht alle Menschen im Iran stehen hinter der Herrschaft des autoritären Mullah-Regimes. Das bewiesen zuletzt die Proteste gegen die Regierung im Jahr 2009. In Teheran kam es im Zuge dessen zu gewaltsamen Ausschreitungen. © imago
Reza Pahlavi, Sohn des gestürzten iranischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi
Das bekannteste Gesicht der iranischen Opposition ist Reza Pahlavi, Sohn des gestürzten iranischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi. Der Schah-Erbe lebt im Exil in den USA und ruft von dort aus seine Landsleute regelmäßig zum Widerstand gegen das Mullah-Regime auf. © Thomas Padilla/dpa
Reza Pahlavi, hier als sieben Jahre alter Kronprinz des Iran, verließ das Land 1978 und reiste für seine Ausbildung in die USA
Reza Pahlavi, hier als sieben Jahre alter Kronprinz des Iran, verließ das Land 1978 und reiste für seine Ausbildung in die USA. Ein Jahr später kam es zur Islamischen Revolution im Iran und dem Ende der dortigen Schah-Herrschaft. © imago
Mohammed Reza Pahlavi, Schah im Iran
Sein Vater, Mohammed Reza Pahlavi, regierte den Iran als letzter Schah seit 1941. Nach der Islamischen Revolution in seinem Heimatland und der Machtübernahme der Mullahs floh Pahlavi mit seiner Frau nach Kairo.  © imago
Mohammed Reza Pahlavi regierte als autoritärer Herrscher im Iran und besuchte in dieser Funktion 1967 auch Deutschland.
Mohammed Reza Pahlavi regierte als autoritärer Herrscher im Iran und besuchte in dieser Funktion 1967 auch Deutschland. Während seines Besuchs in Berlin kam es zu heftigen Protesten gegen die Schah-Monarchie der noch jungen Studentenbewegung. Anhänger des Schah-Regimes und Agenten des iranischen Geheimdienstes prügelten unbehelligt auf Demonstranten und Passanten ein. In die gewalttätigen Auseinandersetzungen schaltete sich die schließlich die Berliner Polizei ein. Im Zuge dessen erschoss der Polizist Karl-Heinz Kurras den Studenten Benno Ohnesorg. Kurras wurde 2009 als Stasi-Agent enttarnt. © imago
Yasmine Pahlavi und Iman Pahlavi in Washington DC
Im Gegensatz zu seinem Vater strebt Reza Pahlavi nach eigener Aussage den Aufbau einer demokratischen Regierung im Iran an. Dafür tritt er immer wieder auf öffentlichen Kundgebungen auf, wie hier in Washington DC im April 2025. Zu der Veranstaltung begleiteten den Schah-Erbe seine Frau Yasmine Pahlavi und die gemeinsame Tochter Iman Pahlavi. © imago
Ein weiteres prominentes Gesicht der iranischen Opposition ist Maryam Rajavi.
Ein weiteres prominentes Gesicht der iranischen Opposition ist Maryam Rajavi. Die 71 Jahre alte Politikerin lebt im Exil in Paris und ist Präsidentin des „Nationalen Widerstandsrates im Iran“ (NWRI). Zu Beginn der Islamischen Revolution im Iran im Jahr 1979 stand Rajavi noch auf der Seite der Mullahs. Zum Bruch kam es erst ab 1981. Ein Jahr später verließ Rajavi den Iran. Die Politikerin will einen Regimewechsel im Iran durch das iranische Volk und bietet laut einem Interview mit Fox News eine „demokratische und inklusive Alternative“ zum Mullah-Regime. © imago
Rudy Giuliani. Der ehemalige Bürgermeister von New York sprach auf einer Kundgebung von Reza Pahlavi in Washington DC.
Hinter Maryam Rajavi stehen auch prominente Figuren der US-Politik aus dem Umfeld von Donald Trump. Dazu gehört unter anderem Rudy Giuliani. Der ehemalige Bürgermeister von New York sprach auf einer Kundgebung vor Anhängerinnen und Anhängern Rajavis in Washington DC. © imago
Elahe Tavakolian auf einer Demonstration gegen das Mullah Regime im Iran
Ohnehin ist ein Großteil der Führungspersönlichkeiten der iranischen Opposition weiblich. Zum Symbol des weiblichen Widerstands gegen das patriarchale Mullah-Regime wurden seit den 2010ern Augenverletzungen. Zahlreiche Demonstrantinnen erlitten diese infolge der Aufstände gegen die Islamische Republik Iran. Eine solche erlitt auch Elahe Tavakolian, die mittlerweile in Italien lebt und dort regelmäßig an Demonstrationen teilnimmt. © imago
Studentin Kosar Eftekhari aus dem Iran
Auch die Studentin Kosar Eftekhari erlitt eine solche Verletzung und verließ den Iran infolgedessen. Sie lebt mittlerweile in Berlin und engagiert sich dort in der iranischen Oppositionsbewegung. © imago
Journalistin, Autorin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad
Eine weitere bekannte Persönlichkeit der iranischen Opposition ist die Journalistin, Autorin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad, die hier auf einer Kundgebung in Washington DC spricht. Die heute 48 Jahre alte Frau wurde 1994 im Iran verhaftet, weil sie regierungskritische Flugblätter in Umlauf gebracht haben soll. Heute lebt Alinejad in den USA und gründete dort im Jahr 2010 die Gruppe IranNeda, in der sich Schritstellerinnen und Schriftsteller sowie Intelektuelle aus dem Iran gemeinsam gegen das Mullah-Regime engagieren. © imago
2009 in Teheran verstorbenen Neda Agha-Soltan
Der Name IranNeda leitet sich von der 2009 in Teheran verstorbenen Neda Agha-Soltan ab. Die iranische Studentin wurde während einer Demonstration gegen das Mullah-Regime von einem Mitglied der Bürgermiliz Basidsch erschossen. Ihr Vorname, der auf persisch „Stimme“ oder „Ruf“ bedeutet, wurde zum Symbol und Kampfbegriff der iranischen Oppositionsbewegung. © imago
Sara Seyed ist Schauspielerin, Autorin, Produzentin und internationale Menschenrechtsanwältin.
Gegen das Mullah-Regime im Iran kämpft auch Sara Seyed. Sie ist Schauspielerin, Autorin, Produzentin und internationale Menschenrechtsanwältin.  © imag

Schätzungen zufolge befinden sich Hunderttausende Palästinenser auf dem Gebiet des israelischen Vormarsches. Das Militär begann am Montagabend mit der Einkreisung von Gaza-Stadt. Es schickte Truppen und Panzer aus zwei Divisionen, die aus der Luft und vom Meer aus unterstützt wurden. Es wird erwartet, dass sie nach und nach tiefer in das Stadtzentrum vordringen, wenn weitere Streitkräfte zu der Operation hinzukommen, sagte ein israelischer Militärbeamter am Dienstag unter der Bedingung der Anonymität gemäß den militärischen Richtlinien.

Hamas: Fast 100 Tote in Gaza binnen 24 Stunden

In den letzten 24 Stunden wurden fast 100 Menschen getötet und weitere 400 verletzt, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza am Mittwochnachmittag Ortszeit mit. Premierminister Benjamin Netanjahu sagt, das israelische Militär müsse Gaza-Stadt einnehmen, um den Sieg über die Hamas zu erklären. Die israelischen Streitkräfte teilten am Mittwoch mit, dass ihre Luftwaffe und ihr Artilleriekorps in den letzten 48 Stunden mehr als 150 Mal Gaza-Stadt angegriffen hätten. Die Vereinten Nationen bezeichneten die Kampagne unterdessen als „mutwillige Zerstörung“.

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Nach Angaben der lokalen Behörden wurden seit Beginn der israelischen Militäroperationen im Gazastreifen am 7. Oktober 2023 mehr als 65.000 Palästinenser getötet. Die Hamas war in den Süden Israels eingedrungen und hatte dabei etwa 1.200 Menschen getötet. Der Gazastreifen ist weitgehend zerstört: Ganze Stadtteile wurden dem Erdboden gleichgemacht, und die meisten landwirtschaftlichen Flächen sind schwer beschädigt. Am Dienstag erklärte eine unabhängige UN-Kommission, Israels Vorgehen in Gaza komme einem Völkermord gleich – eine Anschuldigung, die israelische Beamte zurückwiesen.

Erschreckende Berichte von Israels Krieg im Gazastreifen

Ghada Dahman, 40, die aus ihrem teilweise zerstörten Haus im Stadtteil Nasser telefonisch verbunden ist, sagte, ihre Familie wisse nicht, wie sie sich inmitten der Invasion in Sicherheit bringen könne. Einige Verwandte seien in den letzten Tagen zu ihnen in die Ruinen gekommen, nachdem ihre eigenen Häuser bombardiert worden seien, sagte sie. „Wir sind sehr verwirrt und wissen nicht, ob wir gehen oder bleiben sollen“, sagte Dahman. „Wenn wir unser Haus verlassen, finden wir es vielleicht eines Tages bei unserer Rückkehr nicht mehr vor.“

Ihr Zugang zu lebenswichtigen Informationen über den Verlauf der Militäroperation und die Sicherheit der Straßen in Richtung Süden war am Mittwoch eingeschränkt. Viele Menschen in Gaza-Stadt und weiter nördlich litten unter schweren Netzwerkstörungen. Die in Ramallah ansässige palästinensische Telekommunikationsaufsichtsbehörde erklärte, die neuen Störungen des Internets und der terrestrischen Dienste seien auf „anhaltende Aggressionen und Angriffe auf wichtige Netzwerkrouten“ zurückzuführen.

Palästinenser fliehen mit ihren Habseligkeiten, die sie auf Fahrzeuge und Karren geladen haben, nachdem es am 17. September 2025 zu verstärkten israelischen Luftangriffen und Evakuierungsbefehlen in den nördlichen Gebieten des Enklavengebiets in Gaza-Stadt gekommen war.

NetBlocks, das den weltweiten Internetzugang überwacht, führte die Unterbrechung auf „Angriffe auf eine der wichtigsten Glasfaserstrecken“ zurück, „die im Zusammenhang mit einer neuen israelischen Bodenoffensive in der Region stehen“. Das israelische Militär reagierte nicht auf Fragen zu Schäden am Telekommunikationsnetz der Region.

Hilfsorganisationen schlagen Alarm wegen Gaza

In einer gemeinsamen Erklärung vom Mittwoch forderte eine Koalition großer globaler Hilfsorganisationen die Staats- und Regierungschefs der Welt auf, mehr zu tun, um einzugreifen. Sie schloss sich damit einer wachsenden Zahl von Regierungen und Menschenrechtsorganisationen an. Das israelische Außenministerium wies den Bericht zurück, bezeichnete ihn als „unwahr“ und beschuldigte die Verfasser, „Vertreter der Hamas“ zu sein.

„Worte und halbherzige Maßnahmen reichen nicht aus“, heißt es in der Erklärung der 22 humanitären Führungskräfte. „Der Moment erfordert entschlossenes Handeln.“ Die Staats- und Regierungschefs der Welt hätten in den letzten zwei Jahren versagt, heißt es weiter: „Fakten werden ignoriert. Zeugenaussagen werden beiseite geschoben. Und als direkte Folge davon werden immer mehr Menschen getötet.“

Katar, das seit Beginn des Krieges als einflussreicher regionaler Vermittler zwischen Israel und der Hamas fungiert, verurteilte am Mittwoch die Bodenoffensive in Gaza-Stadt. Das Land bezeichnete die Operation als „Fortsetzung des Völkermordkrieges gegen das brüderliche palästinensische Volk und als schwere Verletzung des Völkerrechts“. Israel hatte letzte Woche bei einem Angriff in der katarischen Hauptstadt Doha hochrangige Hamas-Funktionäre ins Visier genommen, was internationale Empörung auslöste.

Netanjahu sieht Angriff auf Gaza-Stadt als notwendig

Netanjahu hat die Offensive in Gaza-Stadt als notwendigen Schritt bezeichnet, um die seit Oktober 2023 in Gaza festgehaltenen israelischen Geiseln nach Hause zu holen. Viele Israelis, darunter Angehörige der Geiseln und einige Beamte, befürchten jedoch, dass die neuen Einstürze und Bombardierungen das Leben der Geiseln dort gefährden werden.

Die israelischen Streitkräfte kündigten am Mittwoch an, eine zweite Route für die Bewohner von Gaza-Stadt zur Evakuierung in den Süden des Gebiets zu öffnen. Die Route führt über die Salah-al-Din-Straße, die durch das Zentrum von Gaza führt und 48 Stunden lang geöffnet sein soll. Für die meisten sind jedoch die stundenlangen Staus auf der Küstenstraße al-Rashid – der einzigen anderen verfügbaren Straße – wahrscheinlich das geringste ihrer Probleme.

Gaza-Stadt ist das Ziel der neuen israelischen Bodenoffensive.

Während schätzungsweise Zehntausende Menschen täglich fliehen, fühlen sich viele festgefahren: Die Transportkosten sind exorbitant. Nur wenige glauben, dass sie irgendwo eine Unterkunft finden oder sich sogar ein Zelt kaufen können, wenn sie im Zentrum oder Süden von Gaza ankommen – wo die israelischen Militärangriffe ebenfalls weitergehen.

Wucherpreise für die Flucht aus dem Bombengebiet in Gaza

Shaimaa Abu Haseera war verzweifelt, als sie die wenigen Möglichkeiten aufzählte, die sie hatte, um für sich und ihre drei Kinder relative Sicherheit zu finden, während die israelischen Truppen näher rückten. „Ich kann wegen der hohen Transportkosten und der teuren Mieten im Süden nicht wegziehen. Ich bin derzeit arbeitslos“, sagte sie. Ihre Stelle als Hebamme in der Klinik, in der sie arbeitete, war gestrichen worden. „Meine Kinder sind aufgrund der häufigen Bombardierungen in unserer Nähe in einem schlechten psychischen Zustand“, sagte sie am späten Dienstag.

Einwohner von Gaza-Stadt, die in den letzten Tagen geflohen sind, gaben an, dass sie zwischen 1.600 und 4.000 Schekel (479 bis 1.196 US-Dollar) für den Transport bezahlt haben. Die Kosten hängen davon ab, wie viel Gepäck sie haben und wie groß ihre Familie ist. Die Armutsquote in Gaza – wo die weltweit führende Organisation für Ernährungssicherheit eine Hungersnot bestätigt hat – ist so hoch, dass die meisten Menschen nicht die Mittel haben, um zu fliehen.

Die kleine Start Deir al-Balah im Zentrum von Gaza wurde von Menschen überflutet, die Mawasi meiden wollten. Mawasi ist die von Israel ausgewiesene „humanitäre Zone“ im Süden Gazas, wo laut Hilfsorganisationen die Bedingungen lebensbedrohlich sind.

Auch Journalisten können nicht mehr berichten

„Es sind so viele Menschen auf den Straßen“, sagte Tasneem al-Bhaisi, die vor zwei Wochen aus Gaza-Stadt geflohen ist. „Die Menschen wissen nicht, wohin sie gehen sollen. Es ist wirklich wahnsinnig voll geworden.“ Jede Flucht werde immer schwieriger, sagte sie. Die zerstörten Straßen sind sandig und schwer befahrbar. Die Vertriebenen sind ständigen Gefahren und Demütigungen ausgesetzt: Es gibt keine Toiletten, keine Gesundheitsstationen und keine Essensausgaben entlang des Weges, sagte sie.

„Die Bedingungen in Deir al-Balah sind derzeit schlimmer, als man sich vorstellen kann“, sagte Shireen Abu Qammar, eine lokale Journalistin, die aus Gaza-Stadt vertrieben wurde, nachdem das israelische Militär dort eine Evakuierungsanordnung erlassen hatte. „Wir wurden mehr als einmal vertrieben, und die Bedingungen waren noch nie so schwierig: Überfüllung ohne Unterkunft. Die Menschen schlafen auf der Straße. Es gibt nicht genug Platz.“

Aufnahmelager haben keinen Platz mehr für Geflüchtete

„Ich kam vor 20 Tagen in ein Lager, und es gab kaum Platz“, sagte Abu Qammar. „Nach einem Tag wurde das Lager geschlossen, weil es keine größere Anzahl von Menschen aufnehmen konnte.“

Das UN-Menschenrechtsbüro erklärte am Dienstag, der Angriff des israelischen Militärs auf Gaza-Stadt „zerstöre das letzte funktionsfähige Element der zivilen Infrastruktur Gazas“. Das Büro beschrieb die israelische Militärstrategie in der Stadt außerdem als „gleichbedeutend mit ethnischer Säuberung“ und sagte, sie „scheint darauf ausgerichtet zu sein, eine dauerhafte demografische Veränderung herbeizuführen“.

Tobi Raji, Sammy Westfall, Júlia Ledur und Amaya Verde haben zu diesem Bericht beigetragen.

Zu den Autoren

Abbie Cheeseman berichtet für die Washington Post aus Beirut über den Nahen Osten. Bevor sie zur Post kam, war sie fünf Jahre lang als freiberufliche Korrespondentin im Nahen Osten tätig. Davor arbeitete sie als investigative Reporterin in London und konzentrierte sich dabei auf die Luftangriffe der USA im Nahen Osten und in Afghanistan.

Louisa Loveluck ist Korrespondentin in London und berichtet über globale Krisen. Von 2019 bis 2023 war sie Büroleiterin der Zeitung in Bagdad und berichtete zuvor aus Beirut über den Krieg in Syrien.

Miriam Berger, Redakteurin in der internationalen Nachrichtenredaktion der Washington Post, ist seit dem 7. Oktober in Jerusalem im Einsatz, wo sie über Israel, die palästinensischen Gebiete und den Krieg im Gazastreifen berichtet. Bevor sie zur Washington Post kam, war sie in Jerusalem und Kairo tätig und arbeitete als freie Reporterin.

Lior Soroka ist ein in Tel Aviv ansässiger freiberuflicher Reporter, der über den Krieg zwischen Israel und Gaza und den größeren Konflikt im Nahen Osten berichtet. Soroka arbeitete von 2013 bis 2022 für Haaretz, wo er sich auf Kunstthemen konzentrierte, und von 2018 bis 2021 in der Podcast-Abteilung von Kan News. Er ist Absolvent des International Journalists‘ Programmes.

Wir testen zurzeit maschinelle Übersetzungen. Dieser Artikel wurde aus dem Englischen automatisiert ins Deutsche übersetzt.

Dieser Artikel war zuerst am 18. September 2025 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.

Rubriklistenbild: © Anadolu Hassan Jedi/Imago

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