Gegenoffensive

Video zeigt Präzisionsschlag: Ukraine zerstört Raketenwerfer von Russlands Armee

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Die Gegenoffensive der Ukraine kommt langsam voran. Nicht nur Kiews Truppen, auch Russlands Armee muss hohe Verluste einstecken – gerade bei Waffen.

Kiew – Die Gegenoffensive der Ukraine läuft seit Juni und verzeichnete zuletzt immer mehr Geländegewinne. Jeder Quadratmeter und jedes zerstörte Waffensystem Russlands zählt. Ein Video des 14. Regiments der ukrainischen Armee zeigt nun einen solchen Präzisionsschlag gegen einen BM-21 Grad-Mehrfachraketenwerfer der Truppen Moskaus im Ukraine-Krieg.

Video der ukrainischen Armee zeigt Treffer auf BM-21-Grad

Das 14. Regiment der ukrainischen Armee hat einem Bericht des Telegram-Kanals AFUStratCom sowie des Militärportals Defense Express zufolge ein russisches BM-21 Grad-Mehrfachraketenwerfersystem zerstört. Dabei habe es eine Zusammenarbeit mit der operativ-strategischen Gruppe Tavria gegegeben, heißt es bei Defense Express.

Ein russisches BM-21 Mehrfachraketensystem im Juli im Donezk (Symbolbild).

„Dank der Aufklärung und Zielerfassung zerstörte das 14. Regiment eine feindliche BM-21 Grad und beschädigte einen weiteren Grad-Raketenwerfer sowie einen Versorgungslastwagen“, schrieb AFUStratCom auf Telegram und teilte dabei ein Video von dem Angriff. Auch auf X (ehemals Twitter) wurden die Aufnahmen mehrfach geteilt. Wo und wann genau der Präzisionsschlag gelungen sein soll, wurde aus taktischen Gründen zunächst nicht verraten.

Die Angaben zu dem Treffer ließen sich - wie viele Berichte aus dem Krieg - nicht unabhängig verifizieren. Das russische BM-21 Mehrfachraketenwerfersystem hat je nach Version und Munition eine Reichweite von im Schnitt 20 bis 40 Kilometern. Die Abkürzung BM steht für „Bojewaja maschina“ (zu Deutsch: Kampffahrzeug), Grad ist das russische Wort für Hagel. Immer wieder gelingt es Kiews Truppen, russische Systeme zu zerstören, zu beschädigen oder sogar zu erbeuten: Allein 800 Artilleriesysteme oder Fahrzeuge sollen einem Bericht der Deutschen Welle zufolge mittlerweile in den Besitz der Ukraine übergegangen sein, darunter 300 Panzer.

Gegenoffensive der Ukraine kommt voran: 256 Quadratkilometer zurückerobert

Der russische Präsident Wladimir Putin bezeichnete die ukrainische Gegenoffensive zuletzt als „erfolglos“. Die Ukraine erleide schwere Verluste, hieß es aus dem Kreml. Kiew selbst meldete Geländegewinne im Osten und Süden des Landes. Beim Abschnitt Bachmut im Donezker Gebiet habe man zuletzt 49 Quadratkilometer zurückerobert, insgesamt seien es seit Beginn der Gegenoffensive vor 14 Wochen damit 256 Quadratkilometer, hieß es am Montag (11. September) aus Kiew. Das entspricht in etwa einer Fläche Land in der Größe der Insel Malta.

Im Schwarzen Meer gelang Kiews Armee zudem die Rückeroberung der strategisch wichtigen Boiko-Türme – dabei kämpften ukrainische Soldaten in Schlauchbooten gegen einen russischen Su-30-Jet. Die Befreiung der Gas- und Ölplattform bringe die Ukraine „viele Schritte näher“ an die Rückeroberung der von Russland annektierten Halbinsel Krim, so der ukrainische Militärgeheimdienst über den Angriff.

Laut einer Einschätzung des US-Militärgeheimdienstes Defense Intelligence Agency hat die Ukraine eine Chance von 40 bis 50 Prozent, die verbliebenen russischen Verteidigungslinien bis Ende des Jahres zu durchbrechen. Dabei setzten ukrainische Truppen zuletzt erstmals auch einen Panzer in einer Kamikaze-Aktion ein und erzielten damit einen militärischen Erfolg gegen die stark befestigten russischen Verteidigungslinien.

Rubriklistenbild: © Telegram: СтратКом ЗСУ / AFU StratCom / Video des 14. Regiments der ukrainischen Armee

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