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Flugzeug-Panne: Jetzt ist klar, wie viel später Trump in Davos ankommt – wohl mit Grönland-Lösung im Gepäck

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  • Nail Akkoyun
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Aktuelle News zu Davos im Ticker: Beim Weltwirtschaftsforum dominiert 2026 die Geopolitik. Es geht um Grönland, Trumps Drohungen und die Reaktion der Europäer.

Dieser Ticker ist beendet. Weitere Informationen zu Davos finden Sie in unserem neuen Ticker.

Update, 9:32 Uhr: Bezüglich des Grönland-Streits mit Washington warnte Unionsfraktionschef Jens Spahn vor einer zu aggressiven Haltung und hob die Bedeutung der USA für die Europäische Union und Deutschland hervor. „Wir sind in Sicherheitsfragen auf die USA angewiesen“, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk vor Donald Trumps mit Spannung erwartetem Auftritt beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Spahn bezog sich auf nukleare Teilhabe, Ukraine und Russland sowie Geheimdienstinformationen. USA und EU seien zusammen im Kern stärker, so Spahn. „Und deswegen macht es viel Sinn zu versuchen, eine Eskalation zu vermeiden. Wenn sie sich nicht vermeiden lässt, muss man vorbereitet sein.“

Auch Armin Laschet, Chef des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, riet zu besonnener Reaktion und empfahl zunächst abzuwarten. „Leichtfertig jetzt Sprüche machen, sich groß aufspielen, das ist jetzt genau das Falsche“, so der CDU-Politiker im ZDF-Morgenmagazin. Die Gefahr bestehe, dass Trump die Ukraine-Hilfe komplett streiche. „Das Wichtigste ist für uns Europäer, dass wir jetzt hier wirklich zu einem gerechten Frieden für die Ukraine beitragen.“

Trump-Rede heute in Davos: Auftritt verzögert sich

Update, 9:06 Uhr: Donald Trump trat seine Reise zum Weltwirtschaftsforum in Davos mit Verzögerung an. Aufgrund eines technischen Defekts musste die Air Force One umkehren, weshalb der US-Präsident am Mittwoch gegen 06.00 Uhr MEZ mit einem anderen Flugzeug in die Schweiz aufbrach, berichtete ein AFP-Journalist vor Ort. Nach Aussage von Finanzminister Scott Bessent wird Trump mit rund drei Stunden Verspätung in Davos landen.

Das Weiße Haus teilte mit, die Präsidentenmaschine sei zur Luftwaffenbasis Joint Base Andrews zurückgeflogen, nachdem ein „kleines“ elektronisches Problem aufgetreten war. Trump und sein Team stiegen dort in eine andere Maschine um. „Ich denke, Präsident Trump wird sich um etwa drei Stunden verspäten“, sagte Bessent in Davos. Er habe jedoch noch keinen Einblick in den überarbeiteten Zeitplan erhalten.

Update, 6:41 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich zuversichtlich gezeigt, dass eine Einigung im Grönland-Konflikt möglich ist. „Ich denke, wir werden eine Lösung finden, mit der die NATO und die USA sehr glücklich sein werden“, sagte Trump wenige Stunden vor seinem Abflug nach Davos – der sich dann verzögerte.

Trumps Flieger musste auf dem Weg nach Davos umkehren.

Gleichzeitig bekräftigte der Republikaner seine Position, dass die USA Grönland aus „Sicherheitsgründen“ bräuchten. Auf die Frage, wie weit er für den Besitz der Insel gehen würde, antwortete Trump: „Das werden Sie sehen.“ Trump sprach in Zusammenhang mit seiner Reise nach Davos auch davon, dass die USA viele Treffen zu Grönland geplant hätten. Wer konkret daran teilnehmen wird, ließ der Republikaner offen. 

Trump greift nach Grönland: Der Streit um die Arktisinsel in Bildern

Grönland
Donald Trump ist nicht der erste US-Präsident, der ein Auge auf Grönland geworfen hat. Schon in den 1860ern gab es einen ersten US-Vorstoß zum Kauf. So ließ Außenminister William Seward im Jahr 1868 einen „Bericht über die Ressourcen Islands und Grönlands“ erstellen. Es gebe dort Rohstoffvorkommen, die für die USA von Nutzen sein könnten, hieß es damals. Kurz zuvor hatte Seward bereits den erfolgreichen Kauf Alaskas vom russischen Zarenreich organisiert und wollte die Expansionspolitik fortsetzen. © Odd Andersen/AFP
Grönland
Der erste konkrete Kaufversuch scheiterte nicht an Dänemark, sondern am US-Kongress selbst. Dänemark hatte dem Verkauf Grönlands zugestimmt, doch der amerikanische Kongress wollte nicht schon wieder hohe Summen für nahezu unbewohnte „Eisregionen“ ausgeben. Die Abgeordneten waren nach dem teuren Alaska-Kauf skeptisch gegenüber weiteren kostspieligen Territorialerwerbungen in unwirtlichen Gebieten. © Odd Andersen/AFP
Expeditionen nach Grönland
Zwischen 1853 und 1909 führten die USA systematisch wissenschaftliche Expeditionen nach Nordgrönland durch, das damals noch staatsrechtliches Niemandsland war. Forscher wie Elisha Kent Kane, Isaac Israel Hayes und Robert Edwin Peary (dessen Basislager der Expedition von 1909 im Bild zu sehen ist) erkundeten das von den Inughuit bewohnte Gebiet und lieferten sich spektakuläre Wettläufe um die Erreichung des Nordpols. Diese Expeditionen legten den Grundstein für spätere amerikanische Gebietsansprüche. © Imago
Dänisch Westindien
1916/17 gelang den USA ein diplomatischer Schachzug: Dänemark verkaufte seine Kolonie Dänisch-Westindien in der Karibik an die Vereinigten Staaten, die daraufhin im Gegenzug die dänische Oberhoheit über ganz Grönland anerkannten. Dieser Handel war strategisch wichtig, da Dänemark bis dahin nur die grönländische Westküste kolonisiert hatte und Nord- sowie Ostgrönland Niemandsland gewesen waren. © Imago
Dänemark im Jahr 1940
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besetzung Dänemarks am 9. April 1940 flammte das US-Interesse an Grönland erneut auf. Washington befürchtete, Nazi-Deutschland könnte die gewaltige Insel unter seine Kontrolle bringen und damit eine strategische Bedrohung für Nordamerika darstellen. Grönland war durch die britische Seeherrschaft von dem besetzten Dänemark abgeschnitten. © Imago
Grönland
Der dänische Gesandte Henrik Kauffmann handelte am 9. April 1941 eigenmächtig einen Vertrag mit den USA aus, der die Errichtung amerikanischer Militärbasen in Grönland genehmigte. Kauffmann erklärte, dass er keine Weisungen aus dem deutsch besetzten Kopenhagen mehr entgegennehmen werde und sich zum alleinigen Vertreter der dänischen Interessen für Grönland erkläre. Diese „Entscheidung ebnete den Weg für die amerikanische Militarisierung Grönlands, die seither aufrechterhalten wurde.“ © Odd Andersen/AFP
Rostiges Fahrzeug ehemaliger US Luftwaffenstützpunkt im Zweiten Weltkrieg Ikatek Grönland
Bis Kriegsende waren knapp 6000 US-Militärs auf vier Marine- und 13 Armeestützpunkten auf Grönland stationiert (im Bild: der ehemalige US-Luftwaffenstützpunkt im Zweiten Weltkrieg, Ikatek). Die Insel diente vor allem als Basis für atlantiküberwachende Flugzeuge auf der Suche nach deutschen U-Booten und wurde als Auftankstation für eigene Seemissionen genutzt. 1941 wurde zudem die Sirius-Schlittenpatrouille gegründet, um deutsche Versuche zur Errichtung von Wetterstationen der Wehrmacht in der Arktis zu verhindern. © Egmont Strigl/Imago
Harry Truman unterzeichnet NATO-Vertrag 1949
Nach dem Krieg wollte Dänemark die amerikanische Militärpräsenz auf der Insel wieder rückgängig machen, doch ohne Erfolg. US-Präsident Harry Truman (hier bei der Unterzeichnung des NATO-Pakts 1949) schlug Kopenhagen drei Optionen vor: entweder das Abkommen von 1941 fortzusetzen, die US-Stützpunkte für 99 Jahre zu leasen oder Grönland für 100 Millionen US-Dollar in Gold zu kaufen. Die dänische Antwort war eindeutig: „Absurd.“ © Imago
Frederik IX
„Wir verkaufen nicht!“ – Diese klare Absage stammte vom dänischen König Frederik IX (hier ein Gedenkstein in Nuuk) im Jahr 1960, nachdem US-Präsident Eisenhower wiederholt die Absicht geäußert hatte, Grönland von Dänemark kaufen zu wollen. 65 Jahre später sind die Aussagen Dänemarks und der USA zum gleichen Thema nahezu identisch, auch an den Motiven Washingtons hat sich im Wesentlichen nichts geändert. © Imago
Thule Air Base in Grönland
1951 gelang es den USA dennoch, ein Abkommen auszuhandeln, das ihnen gewährte, Grönland weiterhin militärisch zu nutzen, wenn sie dafür die Verteidigung Grönlands übernahmen. In diesem Jahr wurde die Thule Air Base als wichtigster militärischer Stützpunkt in Grönland errichtet. Bis 1958 nutzten die USA den Flughafen Narsarsuaq und bis 1992 den Flughafen Kangerlussuaq als Militärbasen. © Imago
Absturz einer B-52 nahe der Thule Air Base 1968
Die amerikanische Militärpräsenz führte zu schweren diplomatischen Krisen und Problemen. Zu den bedeutendsten gehörten die Zwangsumsiedlung der Bewohnerinnen und Bewohner von Uummannaq direkt neben der Thule Air Base nach Qaanaaq im Jahr 1953 und der Absturz einer B-52 nahe der Thule Air Base 1968 (im Bild). Mit diesem Vorfall musste Dänemark anerkennen, dass die USA heimlich Atomwaffen in Grönland lagerten. © Imago
Grönland
Nach Ende des Kalten Kriegs verminderten die USA ihre militärischen Aktivitäten und zogen sich 1991 aus Kangerlussuaq (im Bild) und Kulusuk zurück. Jedes Mal hinterließen sie das Gebiet mit Schrott verunreinigt und häufig mit umweltschädlichen Stoffen verseucht, weigerten sich aber dafür zu haften. Dänemark erklärte sich bereit, die Verantwortung für das Aufräumen zu übernehmen. © Sergi Reboredo/Imago
Colin Powell, Per Stig Møller und Josef Motzfeldt
2004 wurde das sogenannte Igaliku-Abkommen von den Außenministern Colin Powell (USA, rechts), Per Stig Møller (Dänemark, links) und Josef Motzfeldt (Grönland, Mitte) unterzeichnet. Die USA verpflichteten sich zur Zusammenarbeit für den Umweltschutz und Grönland erhielt mehrere entwicklungsmäßige und finanzielle Vorteile von den USA. Das Abkommen wurde im Heimatort des grönländischen Außenministers geschlossen. © AFP
Klimawandel in Grönland
Das schmelzende Polareis verschärft die strategische Bedeutung Grönlands dramatisch. Die Arktis erwärmt sich laut einer Studie der Stiftung für Wissenschaft und Politik viermal so stark wie im globalen Durchschnitt. Das zurückgehende Meereis öffnet neue Seewege zwischen Asien und Europa und macht Lagerstätten von Rohstoffen an Land und auf dem Meeresboden besser zugänglich. © Jason Briner/dpa
Grönland
In der Arktis werden in Gebieten, die durch die Klimakrise zugänglich werden, riesige Mengen an unentdeckten Erdgas- und Erdölvorkommen vermutet. Diese beiden Faktoren - Kontrolle der neuen Seewege in der Arktis und Zugang zu den immensen Rohstoffvorkommen - sind die wesentlichen Gründe für den jetzigen, erneuten Vorstoß der USA, sich Grönland „anzueignen.“ © Steffen Trumpf/dpa
Anti-Trump-Demo in Kopenhagen 2019
Donald Trump hatte bereits während seiner ersten Amtszeit 2019 ein „gieriges Auge“ auf Grönland geworfen und einen Kauf der Insel ins Gespräch gebracht. Seine Begründung: Man benötige die strategisch gelegene Insel für die „nationale Sicherheit“ der USA. In Kopenhagen kam es deswegen schon damals zu Demonstrationen.  © Niels Christian Vilmann/Imago
Grönland und Trump
Doch so unverhohlen wie jetzt hatte Trump noch nie gedroht, Grönland „haben“ zu wollen. Trump verweist auf die zunehmende Präsenz russischer und chinesischer Schiffe in der Arktis-Region und behauptet, Dänemark sei nicht in der Lage, Grönland ausreichend zu schützen. Sogar eine militärische Intervention schließt er nicht aus. Die große Mehrheit der rund 57.000 auf der Insel lebenden Menschen wollen dagegen mit den USA nichts zu tun haben: Grönland stehe nicht zum Verkauf, hieß es bei einer Demonstration im März 2025. © Christian Klindt Soelbeck/dpa
Vance in Grönland
Ende März 2025 reiste US-Vizepräsident JD Vance nach Grönland. Dort äußerte er vor den stationierten US-Soldaten scharfe Kritik am NATO-Verbündeten Dänemark, zu dem die riesige Eisinsel gehört. Das Land tue angesichts der Bedrohungen durch Russland und China zu wenig für die Sicherheit Grönlands, sagte Vance auf die US-Militärstützpunkt Pituffik im abgeschiedenen Norden Grönlands.  © Jim Watson/AFP
Die Frau von Trump-Berater Stephen Miller zündelt.
Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller stellte in einem CNN-Interview sogar infrage, ob Grönland rechtmäßig zum NATO-Partner Dänemark gehöre. „Nach welchem Recht hat Dänemark die Kontrolle über Grönland?“, fragte Miller provokativ. Ein Social Media Post seiner Ehefrau Katie Miller zeigte eine Karte von Grönland in US-amerikanischen Farben. © Screenshot X
Grönland-Konflikt
In der EU und in der NATO hat sich die Erkenntnis durchgesetzt: Donald Trump meint es ernst mit seinen Grönland-Ambitionen. Europas Spitzenpolitiker reagieren mit klaren Worten auf Trumps Forderungen. Deutschland und weitere Länder stellen sich nach Trumps Drohungen demonstrativ hinter Grönland und Dänemark. Erst im September 2025 hatten dänische Streitkräfte mit Hunderten Soldaten aus mehreren europäischen Staaten an einer NATO-Übung auf Gönland teilgenommen (im Bild). © Ebrahim Noroozi/dpa
Mette Frederiksen und Donald Trump
Dänemark hat Trumps Anspruch auf Grönland und die militärischen Drohungen entschieden zurückgewiesen. Regierungschefin Mette Frederiksen sagte: „Wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen, dann hört alles auf.“ Das wäre das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses und damit auch der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestehenden Sicherheitsarchitektur. © Christian Hartmann/AFP
Thule, Grönland
Mehrere NATO-Bündnisstaaten haben sich zuletzt für eine stärkere Präsenz des Bündnisses in der Region ausgesprochen – auch Deutschland. Im Gespräch ist dabei unter anderem der Start eines neuen Überwachungseinsatzes mit dem Namen „Arctic Sentry“ (deutsch etwa: Wächter der Arktis). Er soll den USA das Argument nehmen, dass die Sicherheit in der strategisch wichtigen Region nicht ausreichend gewährleistet werden kann. © Imago
US-Militärbasis Pituffik Space Base in Grönland
Die USA betreiben schon heute auf Basis von Abkommen mit Dänemark die Pituffik Space Base auf Grönland. Dieser Stützpunkt unterstützt Raketenwarnsysteme sowie Raketenabwehr- und Weltraumüberwachungsmissionen. Dänemark hat grundsätzlich nichts gegen eine verstärkte US-Militärpräsenz auf der Insel, solange die Souveränität respektiert wird. Die dänischen Streitkräfte sind hauptsächlich über das Arktische Kommando in Nuuk auf der Insel präsent. © Thomas Traasdahl/dpa
Grönland
Dass die Trump-Regierung bislang auch militärischen Zwang nicht ausschließt, um die Kontrolle über Grönland zu erlangen, sorgt in Europa für große Beunruhigung. Tatsächlich ist der Fall, dass ein NATO-Land das andere überfällt, in den Statuten der Allianz nicht vorgesehen – der Feind kommt traditionell immer von außen. © Mads Claus Rasmussen/Imago
Alpenglühen in Alaska
Trump hat im Streit um Grönland aber auch immer von einem „Erwerb“ gesprochen. Der Kauf zusätzlichen Territoriums ist in der US-Geschichte kein Novum. In der Vergangenheit haben die USA für bestimmte Gebietserweiterungen immer wieder Geld in die Hand genommen. Dazu zählt beispielsweise auch Alaska (im Bild), das die damalige US-Regierung im Jahr 1867 für einen Spottpreis von 7,2 Millionen Dollar von Russland erwarb.  © Al Grillo/dpa

Update, 21. Januar, 5:21 Uhr: Die Maschine von US-Präsident Donald Trump und seinem Team hat auf dem Flug zum Weltwirtschaftsforum (WEF) nach Davos kehrt gemacht und sich auf den Rückweg Richtung Washington begeben.

Kurz nach dem Start am späten Abend (Ortszeit) habe die Besatzung an Bord der Air Force One ein „kleines elektrisches Problem“ festgestellt, teilte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt mitreisenden Journalisten mit. Aus Vorsicht kehre man daher um, lande auf dem Militärflugplatz Joint Base Andrews nahe der US-Hauptstadt Washington und steige in ein anderes Flugzeug um, hieß es.

Die Nachricht von der unplanmäßigen Umkehr des Flugzeugs wurde etwa eine Stunde nach dem Start der Maschine publik. Trumps Ankunft in Davos, wo er heute am frühen Nachmittag eine Rede halten soll, dürfte sich damit verzögern.

Update, 19:02 Uhr: Am Vorabend seines Auftritts beim Weltwirtschaftsforum in Davos hat sich Donald Trump erneut als Retter der NATO präsentiert. Ohne ihn „gäbe es die NATO jetzt nicht“, schrieb Trump auf Truth Social. „Sie wäre im Aschehaufen der Geschichte gelandet.“ Das sei „traurig aber wahr“. Im Streit um seinen Besitzanspruch auf Grönland hatte Trump bereits am Montag der vergangenen Woche betont: „Ich bin derjenige, der die Nato gerettet hat!!!“

Update, 18.11 Uhr: Inmitten der Grönland-Krise will Donald Trump am Mittwoch in Davos (14.30 Uhr) eine mit Spanung erwartete Rede halten. Anschließend will der US-Präsident am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in der Schweiz mehrere Staats- und Regierungschefs treffen. Davor ließ Trump es sich aber nicht nehmen, sowohl Kanada als auch Großbritannien auf seinem Sprachrohr Truth Social zu attackieren.

Davos heute: EU reagiert auf Trump-Drohungen - Handelsvereinbarung ausgesetzt

Update, 17:34 Uhr: Im Zollstreit mit US-Präsident Donald Trump um Grönland hat das Europaparlament die Umsetzung einer Handelsvereinbarung mit den USA aus dem vergangenen Sommer auf Eis gelegt. Das Parlament werde vorerst nicht über eine Abschaffung der EU-Zölle auf Industrieprodukte aus den USA abstimmen, sagten die Fraktionschefs von Konservativen, Sozialdemokraten und Liberalen am Dienstag in Straßburg. Die Europäer suchen nun beim Wirtschaftsforum im Schweizer Skiort Davos das Gespräch mit Trump. Zugleich bereitet die EU mögliche Gegenzölle vor. Für Donnerstag ist ein Sondergipfel in Brüssel angesetzt.

Davos heute: G7-Treffen mit Russland fällt aus

Update, 16:37 Uhr: Ein mögliches G7-Treffen mit Russland am Donnerstag in Paris ist geplatzt. „Es ist kein Treffen geplant“, sagte Macron der AFP in Davos. Donald Trump hatte zuvor eine persönliche Nachricht von Macron veröffentlicht, in der Frankreichs Präsident ihm ein solches Treffen samt einem gemeinsamen Abendessen in Paris vorgeschlagen hatte. Macron hatte demnach vorgeschlagen, auch Vertreter Russlands, Dänemarks und Syriens nach Paris einzuladen. Das Abendessen mit Trump wäre zeitlich mit dem in Brüssel geplanten EU-Sondergipfel zusammengefallen.

Macron fordert in Davos drastische EU-Reaktion

Update, 16:05 Uhr: Emmanuel Macron hat den USA im Grönland-Konflikt „neuen Kolonialismus“ und eine versuchte Schwächung Europas vorgeworfen. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sprach Frankreichs Präsident von einer „Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten durch Handelsabkommen, die unsere Exportinteressen untergraben, maximale Zugeständnisse verlangen und offen darauf abzielen, Europa zu schwächen und zu unterwerfen, verbunden mit einer endlosen Anhäufung neuer Zölle, die grundsätzlich inakzeptabel sind, umso mehr, wenn sie als Druckmittel gegen die territoriale Souveränität eingesetzt werden“.

Mit Blick auf Trumps Zolldrohungen im Grönland-Konflikt pochte Macron darauf, das EU-Gesetz zur Abwehr wirtschaftlicher Nötigung – die sogenannte Handels-Bazooka – als „mächtiges Instrument“ zu nutzen. „Europa verfügt heute über sehr wirksame Instrumente, und wir müssen sie einsetzen, wenn wir nicht respektiert werden und wenn übrigens das gesamte Spiel nicht respektiert wird.“ Dabei bezeichnete Macron es als „verrückt“, das die EU das Instrument gegen wirtschaftliche Nötigung erstmals gegen die USA einsetzen könnte.

Davos heute: Selenskyj knüpft Teilnahme an Ukraine-Fortschritte

Update, 13:45 Uhr: Wolodymyr Selenskyj machte seine Anwesenheit beim Weltwirtschaftsforum in Davos von konkreten Ergebnissen abhängig. Der ukrainische Präsident sagte Medienvertretern: „Wenn die Dokumente fertig sind, dann wird es ein Treffen (mit US-Präsident Donald Trump) und eine Reise geben“, wie mehrere regionale Medien einheitlich berichteten. Ebenfalls würde er reisen, sollte es Zusicherungen für weitere Energie-Unterstützung oder ergänzende Flugabwehrsysteme geben. „Doch bisher habe ich in der Ukraine einen Auftrag und für mich ist es essenziell, hier alle Dienste zu koordinieren“, betonte Selenskyj.

Kiew strebt im Kontext eines größeren US-Friedensplans die Unterzeichnung von Sicherheitsgarantie-Abkommen sowie eines milliardenschweren Wiederaufbauprogramms mit den Vereinigten Staaten an. Diese Verhandlungen kommen derzeit jedoch nicht voran. Die Ukraine kämpft seit fast vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg.

Grönland-Streit bei Davos im Fokus – Trump arbeitet am „Friedensrat“

Update, 12:51 Uhr: Obwohl europäische Verbündete sich reserviert zeigen, beabsichtigt US-Präsident Donald Trump, am Donnerstag seinen „Friedensrat“ zu präsentieren. Das Weiße Haus kündigte die Verkündung für 10:30 Uhr in dem Schweizer Alpenort Davos an. Laut Medienberichten plant Trump, dabei die sogenannte „Charta des Friedensrates“ zu unterzeichnen. Die Initiative wird vermutlich im Kontext des aktuellen Weltwirtschaftsforums in Davos lanciert. Bereits am Mittwoch soll Trump dort eine Ansprache vor einem internationalen Publikum halten.

Berlin hat auf die Einladung zu der neuen Institution bislang mit Zurückhaltung reagiert. Frankreich verhält sich ebenfalls zögerlich. Neben anderen wurden auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Kremlchef Wladimir Putin, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Polens rechtskonservativer Präsident Karol Nawrocki eingeladen.

Update, 11:48 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen appellierte in Davos an US-Präsident Donald Trump, die transatlantischen Verbindungen nicht durch die Grönland-Thematik zu beschädigen. Die von Trump in Aussicht gestellten Strafzölle gegen europäische Verbündete kritisierte sie beim Weltwirtschaftsforum als „Fehler“. Derartige Konflikte würden ausschließlich solchen Kontrahenten nützen, die man aus strategischen Schlüsselregionen eigentlich heraushalten will. Die EU werde entsprechend durchdacht, jedoch resolut reagieren.

Gleichzeitig rief von der Leyen das im Juli vergangenen Jahres abgeschlossene Handelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und der EU in Erinnerung, das Zollobergrenzen definiert. „In der Politik wie in der Wirtschaft gilt: Ein Deal ist ein Deal“, betonte sie. „Wenn Freunde sich die Hände schütteln, muss das etwas bedeuten.“

Grönland-Showdown in Davos? Trump provoziert im Vorfeld mit Fotomontage

Update, 11:39 Uhr: Mit manipulierten Bildern unterstrich US-Präsident Donald Trump seine Pläne zur Eingliederung Grönlands und Kanadas in die USA. Über seine Plattform Truth Social verbreitete der Republikaner zwei Fotomontagen: Eine Aufnahme präsentiert Trump im Oval Office bei einem Treffen mit europäischen Spitzenpolitikern, wobei im Hintergrund ein Plakat zu sehen ist, das die USA, Venezuela, Grönland und Kanada alle in US-amerikanischen Nationalfarben zeigt.

Trumps Überlegungen zur Übernahme Kanadas sind nicht neu – er hat diese Idee schon früher öffentlich ventiliert. Das Nachbarland solle sich den Vereinigten Staaten anschließen und zum „51. Bundesstaat“ werden. Kanadas Premierminister Mark Carney erteilte diesen territorialen Plänen Trumps im Mai des vergangenen Jahres eine deutliche Abfuhr.

Erstmeldung: Davos – Das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos hat begonnen, und neben wirtschaftlichen Themen steht die Geopolitik im Fokus. Der Konflikt um Grönland spitzt sich seit Wochen zu und beim Treffen 2026 sind mehrere Diskussionen dazu geplant. Am ersten Tag des offiziellen Programms sollen unter anderem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprechen. Präsident Donald Trump wird am Mittwoch in Davos erwartet, um eine Rede zu halten.

Trump betonte, dass Grönland „von entscheidender Bedeutung“ für die nationale und internationale Sicherheit der USA sei. Auf seiner Online-Plattform Truth Social schrieb er: „Es gibt kein Zurück – darin sind sich alle einig!“ Die Gespräche könnten am Rande des aktuellen Weltwirtschaftsforums in Davos stattfinden. Auch Kanzler Friedrich Merz hofft auf ein persönliches Gespräch. Trump wird am Mittwoch (21. Januar) in dem Schweizer Alpenort erwartet.

Kurz vor dem Treffen in Davos drohte Trump im Grönland-Streit mehreren europäischen Ländern mit Strafzöllen, sollten sie einer US-Übernahme der Insel im Wege stehen. Die Arktisinsel gehört zum Königreich Dänemark, und sowohl die dänische als auch die grönländische Regierung lehnen Trumps Ansprüche ab. US-Finanzminister Scott Bessent, der bereits in Davos ist, warnte wiederum die EU vor Vergeltungsmaßnahmen. Er soll heute Nachmittag von einer Reporterin des Trump-nahen Senders Fox Business Network öffentlich befragt werden.

Alain Berset, Generalsekretär des Europarats, äußerte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur Zweifel, ob es für Europa sinnvoll sei, „immer zu versuchen, cool zu bleiben“ und nicht entschlossen zu reagieren. Man müsse möglicherweise auch klare Grenzen setzen und sagen: „Nein, so geht es nicht.“ Es sei wichtig, auf Augenhöhe zu kommunizieren und nicht alles hinzunehmen. In einem Gastbeitrag in der New York Times schrieb er: „Das Völkerrecht ist entweder universell oder bedeutungslos. Grönland wird zeigen, wofür wir uns entscheiden.“

In Zürich, etwa drei Stunden mit dem Zug von Davos entfernt, protestierten am Montagabend schätzungsweise 2000 Menschen gegen Trump und das WEF. Nach der Kundgebung kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die Wasserwerfer einsetzte.

Grönland-Streit überschattet Davos-Treffen

Abseits der Ereignisse in Davos schlug Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ein Treffen der G7-Staaten mit Russland und Dänemark am Donnerstag (22. Januar) in Paris vor. Diese Information stammt aus privaten Textnachrichten zwischen Macron und Trump, die der US-Präsident auf Truth Social veröffentlichte. Am Dienstagvormittag hatte Trump auf seiner Online-Plattform Bilder veröffentlicht, die Textnachrichten von Macron zeigen sollen, in denen Macron ein Treffen der großen westlichen Industrienationen in Paris nach dem Ende des Weltwirtschaftsforums in Davos anregt. Der Élysée-Palast bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Echtheit der Nachrichten.

Das diesjährige Motto des WEF in Davos lautet „Im Geiste des Dialogs“. Zahlreiche Spitzenpolitiker, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, der am Donnerstag eine Rede halten soll, sowie Hunderte Topmanager werden erwartet. UN-Generalsekretär António Guterres sagte seine Teilnahme wegen einer schweren Erkältung ab, während der iranische Außenminister Abbas Araghtschi aufgrund des brutalen Vorgehens der autoritären Führung seines Landes gegen Demonstranten ausgeladen wurde. Weitere prominente Namen auf der Gästeliste von Davos sind dieses Jahr:

  • Ursula von der Leyen, Kommissionspräsidentin der EU
  • Emmanuel Macron, Präsident Frankreichs
  • Mark Carney, Premierminister Kanadas
  • Abdel Fattah El-Sisi, Präsident Ägyptens
  • Pedro Sanchez, Premierminister Spaniens

Davos heute: Topmanager zeigen sich pessimistisch

Während die Welt mit Spannung auf Davos blickt und der Grönland-Streit möglicherweise vor einem Höhepunkt steht, drücken die globalen Krisen die Erwartungen an das WEF. Topmanager, eine bedeutende Gruppe beim Weltwirtschaftsforum, blicken so pessimistisch auf ihre Unternehmen wie lange nicht. Das Vertrauen der Unternehmenschefs in die Umsatzaussichten ist auf ein Fünfjahres-Tief gesunken, wie eine Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC unter rund 4.450 Unternehmensleitern in 95 Ländern und Regionen zeigt. (red mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Evan Vucci/dpa

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