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5 Coaches, die es an deutschen Schulen geben müsste

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Einige Schüler:innen in Deutschland testen ab sofort „Mental Health Coaches“, die ihnen Wissen über psychische Gesundheit beibringen. Reicht das?

Kinder und Jugendliche in Deutschland sind optimistischer als noch vor einem Jahr. Das sind gute Nachrichten. Trotzdem sind Depressionen unter jungen Menschen immer noch weit verbreitet, selbst Burn-outs sind in der Gen Z keine Seltenheit mehr. Aus diesem Grund sollen Schulen ihre Schüler:innen künftig mehr Hilfe für ihre mentale Gesundheit bieten.

In einem Modellprogramm an rund 100 Schulen sollen „Mental Health Coaches“ ab sofort Wissen über mentale Gesundheit vermitteln sowie über vertiefende Hilfs- und Beratungsangebote informieren. „Die letzten Jahre waren enorm stressig. Corona war mit massiven Einschränkungen und massiven Belastungen verbunden“, sagt Familienministerin Lisa Paus (Grüne) am Dienstag, 12. September 2023, an einer Berliner Schule.

Mental Health Coaches sollen an Schulen Wissen über psychische Gesundheit vermitteln. Gutes Konzept, aber es braucht noch mehr.

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„Mental Health Coaches“ als Ansprechpartner:innen an deutschen Schulen

„Wichtig ist, sich in solchen Situationen nicht zu schämen, sondern sich die Hilfe zu holen, die man braucht“, sagt Paus. Mehrere Studien belegen, dass Kinder und Jugendliche der Gen Z in der Zeit der Corona-Pandemie besonders gelitten haben: Von heute auf morgen fielen Sport und Musik weg, Freund:innen konnten sich nicht mehr treffen.

„Dann ging es wieder in die Schule und es hieß: Aufholen, aufholen. Und dann kam gleich darauf der Krieg in Europa“, sagt Paus. Und die Folgen, wie die Inflation, würden alle beschäftigen.

Jeder gehe mit solchen Belastungen anders um. Daher sei es wichtig, mit den „Mental Health Coaches“ Ansprechpartner:innen für individuelle Sorgen zu haben, findet die Familienministerin. Ein gutes Konzept: Wir von BuzzFeed News Deutschland fragen uns jedoch, was mit anderen Sorgen ist, die Jugendliche noch so haben? Fünf Ideen, welche Arten von Coaches es noch so bräuchte:

1. Finanz-Coaches

Wie viel muss ich für meine Rente sparen? Das fragen sich viele Menschen. Gäbe es an Schulen Finanz-Coaches, wäre diese Frage vielleicht überflüssig.

Die Finanzapp-Gründerin Susanne Krehl kritisiert, dass es die Schule versäumt, Kindern finanzielles Fachwissen beizubringen. „Kredite, Dispo, Ratenkäufe und Zinseszins bei echten Geldanlagen – darüber wird kaum aufgeklärt“, so Krehl. „Mein großer Wunsch für die Zukunft ist, dass wir eine pragmatischere Schulbildung haben, die aufs Leben vorbereitet.“ Auch beim Thema Rente gibt es vor allem bei Frauen große Wissenslücken, die Finanz-Coaches in Schulen vielleicht verhindern könnten.

2. Beziehungs-Coaches

Wie schafft man es, dass eine Beziehung langfristig funktioniert? Ein Thema, das schon an Schulen vermittelt werden könnte.

Weil ihnen „echte“ Männer nicht liebenswert genug sind, weichen junge Frauen auf TikTok lieber auf Book-Boyfriends aus. Kein Wunder, wenn man Geschichten hört, von Ehemännern, die wegen eines Tippfehlers das Abendessen ruinieren. Doch wie funktioniert eine liebevolle, gleichberechtigte Beziehung? Wie streitet man richtig und wie teilt man Ausgaben als Paar gerecht auf? All diese Fragen könnte an Schulen doch wirklich ein:e Beziehungs-Coach beantworten.

3. Beruf-Coaches

Dass der Job nicht mehr zu einem passt, kann sehr belastend sein. Nicht so, wenn man lernt, damit richtig umzugehen.

Abgesehen von ein paar Tagen Berufs-Messe oder Studienberatung ist es an deutschen Schulen nicht weit her mit echtem Berufs-Coaching. Und das, obwohl die Entscheidung, was wir später mal als Beruf machen, wohl eine der elementarsten ist. Nicht selten sind Leute in ihrem Job unglücklich (sieben Dinge, die du dann tun kannst) oder wissen überhaupt nicht, worauf es im Berufsleben später mal ankommt. Beruf-Coaches an Schulen könnten TikTok-Trends wie „Lazy Girl Jobs“ vielleicht verhindern.

4. Glück-Coaches

Was macht uns eigentlich glücklich?

Was macht wirklich glücklich? Spoiler: Geld ist es nicht, denn mehr als 2200 Euro machen nicht glücklich. Aber was ist es dann? Macht Single sein glücklich? Oder bringt dir der TikTok-Trend Lucky Girl Syndrom Glück? Fragen über Fragen, die Glück-Coaches beantworten könnten.

5. Social-Media-Coaches

Social Media? Ja bitte, aber nur mit Köpfchen!

Wer zu viel auf sozialen Medien herumhängt, tut sich selbst keinen Gefallen – hier drei Gründe, warum TikTok, Snapchat und Co. depressiv machen. Besonders vor ungesunden Vergleichen wie dem TikTok-Trend #thatgirl warnen Expert:innen, weil er „unter enormen Druck“ setzt.

Zusätzlich können Bild-Apps wie Snapchat und Instagram deine Erinnerung zerstören oder jungen Menschen eine falsche Vorstellung vom „idealen Influencer-Leben“ oder dem perfekten Aussehen vermitteln. Stichwort: Bold Glamour Filter, vor dem Social-Media-Coaches Schüler:innen warnen müssten.

(Mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Westend61/IMAGO, Zoonar/IMAGO, Collage

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