Epstein-Akten und Inflation drücken Trumps Beliebtheit auf Rekordtief
VonBabett Gumbrecht
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Eine Befragung verdeutlicht, dass die US-Bürger hauptsächlich Trumps Handhabung der gestiegenen Lebenshaltungskosten und des Epstein-Falls kritisieren.
Washington D.C. – Der Umgang mit den Lebenshaltungskosten und den Akten des verstorbenen verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein werden US-Präsident Donald Trump jetzt zum Verhängnis. Denn laut einer neuen Umfrage ist die Zustimmung für Trump auf den niedrigsten Stand seiner zweiten Amtszeit gefallen.
Nur noch 38 Prozent der amerikanischen Bevölkerung bewerten seine Amtsführung positiv, so das Ergebnis der Reuters/Ipsos-Studie, die am Dienstag (18. November) publiziert wurde. Als Hauptursachen gelten die kritische Bewertung seiner Politik bezüglich der Inflation sowie seine Haltung zu den Ermittlungen rund um den toten und verurteilten Sexualverbrecher Epstein.
Gemischtes Bild der US-Wirtschaft: Menschen kritisieren Trumps Umgang mit der Inflation
Zur Einordnung: Die Befragung erstreckte sich über vier Tage und endete am Montag (17. November). Lediglich 26 Prozent der US-Amerikaner sehen Trumps Vorgehen gegen die hohen Lebenshaltungskosten als erfolgreich an. Erst Anfang November zeigten Berichte verschiedener US-Medien, obwohl Trump die Preisentwicklung in den USA als Erfolg seiner Politik darstellt, ein gemischtes Bild der US-Wirtschaft.
Trump meint, unter seiner Führung seien die Preise in den USA gesunken, „und zwar erheblich“, sagte der Republikaner Anfang November vor Journalisten in Washington. Die Inflation sei niedriger, Energie günstiger und Benzinpreise ebenso. Der Sender CNN stellte aber klar, dass die Lebensmittelpreise seit Trumps Amtsantritt insgesamt gestiegen seien. Trump warf US-Medien vor, über diese Entwicklungen absichtlich nicht zu berichten, „weil es Fake News sind“. Im Präsidentschaftswahlkampf 2024 hatte der Republikaner versprochen, das Leben für die Menschen in den USA wieder günstiger zu machen.
Die lange Liste Jeffrey Epsteins: Donald Trump, Prinz Andrew und viele mehr
Das Faktencheck-Portal Politifact berichtete, dass zwar die Preise für Eier und Benzin seit Trumps Amtsantritt gesunken seien, die Inflation insgesamt jedoch bei rund drei Prozent liege – und damit in etwa auf dem Niveau, das zu seinem Amtsantritt gemessen wurde. Je nach Berechnungsmethode zeigten sich unterschiedliche Entwicklungen: Ohne die schwankungsanfälligen Bereiche Energie und Lebensmittel sei die Inflationsrate leicht zurückgegangen.
Freundschaft zu Epstein wird Trump zum Verhängnis: Bevölkerung und US-Kongress für Freigabe der Akten
Ebenfalls einen Einschnitt in Trumps Beliebtheit bringt seine Behandlung der Epstein-Angelegenheit. Diese findet nur bei 20 Prozent Zustimmung. Sieben von zehn Teilnehmern sind überzeugt, dass die Regierung Daten über Epsteins Kundschaft geheim hält. Mittlerweile hat der US-Kongress grünes Licht für die Freigabe der Akten gegeben und Trump damit in die Schranken gewiesen.
Überblick: Zahlen und Fakten zur Trump-Umfrage
Aktuelle Zustimmung
38 Prozent (niedrigster Stand 2. Amtszeit)
Wirtschaftspolitik
Nur 26 Prozent Zustimmung bei Inflationsbekämpfung
Epstein-Akten
Nur 20 Prozent Zustimmung zu Trumps Umgang
Kongress-Entscheidung zu Epstein
Freigabe der Epstein-Akten gegen Trumps Widerstand
Umfrage-Details
1017 Teilnehmer, vier Tage, rund drei Prozent Fehlertoleranz
Der Präsident nennt die Epstein-Affäre seit Monaten einen „Schwindel“ der Demokratischen Partei, die von seinen eigenen Erfolgen ablenken soll. Trump hatte in New York und als Nachbar in Palm Beach in Florida ab den 1990er Jahren mit Epstein verkehrt. Videos und Fotos legen eine Freundschaft zwischen den beiden Männern nahe. Bisher konnte dem Präsidenten aber kein persönliches Fehlverhalten nachgewiesen werden.
Tiefwerte wie Amtsvorgänger Biden: Auch bei Republikanern sinkt Rückhalt für Trump
Zu Beginn seiner zweiten Präsidentschaft im Januar lag Trumps Beliebtheit noch bei 47 Prozent. Die aktuellen Zahlen kommen den schlechtesten Werten seiner ersten Präsidentschaft nahe, die bei 33 Prozent lagen, und ähneln den niedrigsten Bewertungen seines demokratischen Amtsvorgängers Joe Biden, der zeitweise nur 35 Prozent Zustimmung erhielt.
Die Erhebung wurde zu einem Zeitpunkt durchgeführt, als Trumps Unterstützung innerhalb der Republikanischen Partei offenbar abnimmt. Das zeigt sich, als das republikanisch dominierte Abgeordnetenhaus der Veröffentlichung von Justizministeriums-Dokumenten zum Epstein-Fall zustimmte. An der internetbasierten Reuters/Ipsos-Erhebung nahmen 1017 volljährige US-Bürger aus dem ganzen Land teil. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei etwa drei Prozentpunkten. (Quellen: CNN, Politifact, Reuters, dpa) (bg)