Trump macht ernst

Ex-Admiral sicher: Ukraine kann gegen Russland noch „durchhalten“

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Mächtig Dampf auch ohne Trump: Die „Bohdana“-Haubitze ist eine eigene Entwicklung der Ukraine – hätte Europa früher stärker auf seine Stärken gesetzt, hätte der US-Präsident heute weniger Macht gegenüber seinen noch bestehenden Verbündeten.
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Für dieses Jahr sind Unterstützungen noch gesichert, vom kommenden Jahr muss die Ukraine eigene Wege finden; es sei denn, die Europäer legen enorm nach.

Washington D. C. – „Die Ukraine ist noch lange nicht besiegt“, schreibt Michael Peck – und widerspricht damit dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump, der seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selensky ins Gesicht gesagt hat, dass die Ukraine gegen Wladimir Putins Invasionstruppen „ohne die Unterstützung der Vereinigten Staaten nur eine geringe Überlebenschance hätte“. Allerdings behauptet auch James Stavridis, die Ukraine könne noch „auf unbestimmte Zeit“ durchhalten.

Damit zitiert Newsweek den ehemaligen Admiral der US Navy, der von 2009 an vier Jahre gedient hat als Supreme Allied Commander Europe (zu Deutsch: „Alliierter Oberkommandierender in Europa“), also als militärstrategisch verantwortlicher Oberbefehlshaber für alle Operationen der Nato-Verbände. Der Berufssoldat geht einerseits davon aus, dass die Nato-Verbündeten die möglichen Verluste aus den USA kompensieren würden; er sei sicher, dass weiterhin „viele Kapazitäten in Richtung Ukraine fließen werden“, wie er sagte.

Trump macht ernst: US-Mittel für die Militärhilfe an die Ukraine werden ziemlich sicher nun erschöpft sein

Die US-Mittel für die Militärhilfe an die Ukraine werden ziemlich sicher nun erschöpft sein, mutmaßen Mark F. Cancian und Chris H. Park. Die gute Nachricht daran sehen die beiden Analysten des Thinktanks Center for Strategic and International Studies (CSIS) darin, „dass ein stetiger Strom amerikanischer Ausrüstung aus zuvor angekündigten Zusagen – wenn Trump dies zulässt – weiterhin in die Ukraine fließen wird“, wie sie schreiben. Weiteres Material lieferten die Europäer, die im Wort stünden mit rund 40 Milliarden Dollar an Militärhilfe, die noch nicht ausgezahlt worden sei. Dies werde Zeit für eine Verhandlungslösung gewinnen, äußern die Analysten.

„Positiv ist, dass die USA im Jahr 2025 voraussichtlich wesentlich mehr Ausrüstung liefern werden als im Jahr 2024, sofern die Trump-Regierung sie nicht unterbricht. Die monatlichen Lieferungen werden von 500 Millionen auf 920 Millionen Dollar steigen“

Mark F. Cancian & Chris H. Park, Center for Strategic and International Studies

Allerdings: „Dies mag zwar ausreichen, um die Stellung zu halten, aber es reicht nicht aus, um Russland zurückzuschlagen und den Sieg zu erringen, den die Ukraine sich wünscht“, so Cancian und Park. Ihnen zufolge seien weniger die Systeme wichtig als die Masse. Darüberhinaus bestünde noch kein Grund zur Besorgnis, weil zwischen der Zusage aus den USA und der Lieferung in die Ukraine Jahre vergehen würde. Allerdings könnte Präsident Donald Trump der Ukraine noch in die Parade fahren.

Die Trump-Regierung könnte anordnen, dass die Lieferungen trotz der Ankündigungen der vorherigen Regierung eingestellt werden, sagt Cancian. Schwierigkeiten sieht er darin, die Lieferungen zu stoppen von neu produzierten Waffen aufgrund von Verträgen zwischen der Ukraine und Herstellern, wenn die USA lediglich Geldgeber seien. Rechtlich gehörten diese Waffen der Ukraine, sagt er. „Die Trump-Regierung könnte jedoch unter Berufung auf nationale Anforderungen Lieferungen an die US-Streitkräfte umleiten, indem sie sich auf Titel des Defense Production Act oder andere Notfallvollmachten beruft. Obwohl diese Behauptung weit hergeholt wäre, hat die Trump-Regierung nicht gezögert, Notfallvollmachten für ihre politischen Ziele zu nutzen.“

Überraschung: Europäer finanziell ähnlich stark im Ukraine-Krieg engagiert wie die USA

Cancian stellt klar, dass die Europäer finanziell ähnlich stark im Ukraine-Krieg engagiert seien wie die USA; auch als der Kongress über die Mittel stritt, hätten sich die Europäer als verlässlicher Partner bewiesen. Allerdings räumt er ein, dass die einzelnen Länder aufgrund ihrer zurückgefahrenen Rüstungsindustrie ihre Möglichkeiten möglicherweise bereits ausgereizt hätten. Und obwohl die Ukraine bereits teilautonom klassische Rüstungsgüter wie die Bohdana-Haubitze oder Artilleriemunition produziere, sei das ein Tropfen auf den heißen Stein; selbst die autonome Produktion von Drohnen sei allein kaum kriegsentscheidend.

Für dieses Jahr sehen die Analysten einen Silberstreif am Horizont – eben aufgrund dem Zeitverzug zwischen Zusage der Finanzierung, der Produktion und der Lieferung. Cancian: „Positiv ist, dass die USA im Jahr 2025 voraussichtlich wesentlich mehr Ausrüstung liefern werden als im Jahr 2024, sofern die Trump-Regierung sie nicht unterbricht. Die monatlichen Lieferungen werden von 500 Millionen auf 920 Millionen Dollar steigen“, sagt er. Diese Lieferungen würden zusammen mit der gleichen Entwicklung der europäischen Länder sowie der gesteigerten Produktion im Inland zu einer Vervielfachung der ukrainischen Feuerkraft führen.

Gleichermaßen unerschütterlich optimistisch hatte bereits im vergangenen November Michael Bohnert geklungen, als er im britischen Telegraph kommentierte, die Europäer hätten ihre wirtschaftlichen Möglichkeiten noch lange nicht ausgereizt: Ihm zufolge würde ein halbes Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des jeweiligen europäischen Landes ausreichen, um den jährlichen Munitionsbedarf der Ukraine zu decken – mit dem Ergebnis, dass das aktuelle Patt beider Kriegsparteien fortgesetzt würde. Mindestens das Doppelte wäre nötig, „um die militärische Wiederherstellung des ukrainischen Territoriums zu unterstützen“, wie er schreibt. Also um den Krieg so lange zu verlängern, bis die Ukraine vielleicht doch gewonnen hätte.

Eklat macht klar: Möglicherweise scheitert eine Unterstützung der Ukraine an nationalen Befindlichkeiten

Der Maschinenbau-Ingenieur und Autor des US-Thinktanks RAND Bohnert hat für die US Navy, die US Air Force sowie für verschiedene Verteidigungsministerien Lebenszyklus-Studien erstellt sowie Kriegsspiele begleitet. Bohnert hadert weiter mit der Unterdeckung der Ukraine an Raketenartillerie. Unter den europäischen Kurzstreckenraketen für Luftabwehrsysteme sieht Bohnert die französisch-italienische SAMP/T (Surface-to-Air Missile Platform/Terrain) vorn. Die übrigen Europäer würden eher die deutsche IRIS-T SLM (Infra Red Imaging System Tail Surface Launched Medium Range) entwickeln. Damit soll auch der europäische Raketenabwehr-Schirm ESSI (European Sky Shield Initiative) bestückt werden.

Möglicherweise scheitert eine schlagkräftige Unterstützung der Ukraine allein an nationalen Befindlichkeiten. Was der Ukraine allerdings die Zukunft verdüstert, ist die Tatsache, dass die Europäer in der Vergangenheit eher Rüstung gekauft haben, als ihren Bedarf mit eigenen Entwicklungen zu decken – mit Ausnahme lediglich der Schweden, die im Zuge ihrer Neutralität einen hohen Grad an Autonomie an Rüstungsgütern erreicht haben.

Wie der Reservistenverband der Bundeswehr Ende 2023 in seinem Magazin berichtet hat, seien die USA und Südkorea die beiden großen Waffenlieferant Europas von außerhalb des Kontinents. Wegen seines latenten Konflikts mit Nordkorea habe sich der Staat in Nordost-Asien auch nach dem Kalten Krieg eine verteidigungsindustrielle Basis erhalten – insbesondere für schweres Gerät, wie das Magazin schreibt. Eine Chance, die Europa vielleicht für sich hätte sehen können. Polen hat sich statt mit europäischen Panzern und Haubitzen mit südkoreanischen K2-Panzern und K9-Panzerhaubitzen nachgerüstet.

Nato ist abhängig: Inwieweit Trump als Handelspartner zur Verfügung steht, bleibt abzuwarten

Der Anteil der EU-Produzenten an der europäischen Rüstung seit Kriegsbeginn liege bei überschaubaren 22 Prozent, schreibt das Magazin mit Rückgriff auf eine Studie des französischen Thinktanks Institut de Relations Internationales et Strategiques in Paris (IRIS). Die Studie datiert auf das Jahr 2023, in dem lediglich in Ansätzen absehbar war, dass sich die USA künftig auf sich selbst konzentrieren würden. Laut dem Reservistenverbands-Autor Björn Müller würde die Studie davon ausgehen, dass neben Deutschland auch weitere europäische Länder von der Stange kaufen würden anstatt sich auf eigene Ingenieure und eigene Technik zu verlassen.

Franziskus-Nachfolge: Die Favoriten unter den Papst-Kandidaten – Deutscher mischt mit

Papst Franziskus ist tot. Das College of Cardinals Report listet laufend die Favoriten bei einer möglichen Papst-Wahl, dem sogenannten Konklave. Kardinäle mit Chancen auf den Heiligen Stuhl werden als „Papabili“ (lt. wörtlich: papstfähig) bezeichnet. Wir stellen die aktuellen Favoriten in unserer Fotostrecke vor.
Nach Papst Franziskus Tod muss ein neuer Papst gewählt werden. Das College of Cardinals Report listet laufend die Favoriten bei einer möglichen Papst-Wahl, dem sogenannten Konklave. Kardinäle mit Chancen auf den Heiligen Stuhl werden als „Papabili“ (lt. wörtlich: papstfähig) bezeichnet. Wir stellen die aktuellen Favoriten in unserer Fotostrecke vor. © Alessandra Tarantino/picture alliance/dpa
Der allerletzte Blick auf Papst Franziskus am Samstag (26. April) gegen 0.30 Uhr: Zeremonienmeister und Erzbischof Diego Giovanni Ravelli bedeckt das Gesicht des verstorbenen Papstes mit einem Seidentuch, bevor er seinen Sarg im Petersdom im Vatikan schließt.
Der allerletzte Blick auf Papst Franziskus am Samstag (26. April) gegen 0.30 Uhr: Zeremonienmeister und Erzbischof Diego Giovanni Ravelli bedeckt das Gesicht des verstorbenen Papstes mit einem Seidentuch, bevor er seinen Sarg im Petersdom im Vatikan schließt. © picture alliance/dpa/Vatican Media
Papst Franziskus gestorben - Vatikan
Für die Trauerfeier werden Hunderttausende Besucher erwartet. © Michael Kappeler/dpa
Die „Papabili“ 2025: Wer hat Chancen auf die Nachfolge von Papst Franziskus?
Die „Papabili“ 2025: Wer hat Chancen auf die Nachfolge von Papst Franziskus? © Giuseppe Giglia/Attila Kovacs/picture alliance/MTI/dpa/ABACAPRESS/Imago
Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson aus Ghana gilt als einer der Favoriten auf die Papst-Nachfolge.
Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson aus Ghana gilt als einer der Favoriten auf die Papst-Nachfolge. © MASSIMILIANO MIGLIORATO/CPP / via www.imago-images.de
Angelo Scola (l.): Wird er der Nachfolger von Papst Franziskus?
Angelo Scola (l.): Wird er der Nachfolger von Papst Franziskus? © imago stock&people
Kardinal Angelo Bagnasco: Geboren am 14. Januar 1943 in Italien, emeritierter Erzbischof von Genua.
Kardinal Angelo Bagnasco: Geboren am 14. Januar 1943 in Italien, emeritierter Erzbischof von Genua. © Angelo Carconi/picture alliance/dpa
Bagnasco war eigentlich schon im Ruhestand, wurde 2021 aber vom Vatikan zurückgeholt, um Missbrauchsvorwürfe gegen einen hochrangigen Geistlichen zu untersuchen. Er gilt als konservativer Vertreter des klassischen Papsttums – hier hilft ihm auch seine italienische Herkunft. Er wäre ein Kandidat, der Ruhe in die katholische Kirche bringen könnte, nach den bewegten Franziskus-Jahren.
Bagnasco war eigentlich schon im Ruhestand, wurde 2021 aber vom Vatikan zurückgeholt, um Missbrauchsvorwürfe gegen einen hochrangigen Geistlichen zu untersuchen. Er gilt als konservativer Vertreter des klassischen Papsttums – hier hilft ihm auch seine italienische Herkunft. Er wäre ein Kandidat, der Ruhe in die katholische Kirche bringen könnte, nach den bewegten Franziskus-Jahren. © Luca Zennaro/picture alliance/dpa
Kardinal Matteo Maria Zuppi: Geboren am 11. Oktober 1955 in Italien, Erzbischof von Bologna.
Kardinal Matteo Maria Zuppi: Geboren am 11. Oktober 1955 in Italien, Erzbischof von Bologna. © Stefano Spaziani/picture alliance/dpa
Zuppi ist Präsident der italienischen Bischofskonferenz CEI und damit eigentlich schon automatisch unter den Favoriten. Diplomatisches Geschick konnte er schon mehrfach beweisen, ist aktuell Sondergesandter des Papstes für Frieden in der Ukraine.
Zuppi ist Präsident der italienischen Bischofskonferenz CEI und damit eigentlich schon automatisch unter den Favoriten. Diplomatisches Geschick konnte er schon mehrfach beweisen, ist aktuell Sondergesandter des Papstes für Frieden in der Ukraine. © Italy Photo Press/Imago
Kardinal Robert Sarah: Geboren am 15. Juni 1945 in Guinea, emeritierter Präfekt der Kongregation für Gottesdienst und die Sakramentanordnung.
Kardinal Robert Sarah: Geboren am 15. Juni 1945 in Guinea, emeritierter Präfekt der Kongregation für Gottesdienst und die Sakramentanordnung. © Giuseppe Giglia/picture alliance/dpa
Sarah wurde einst vom damaligen deutschen Papst Benedikt XVI. zum Kardinal ernannt. Bereits nach dem Rücktritt von Joseph Ratzinger galt er als „Papabile“. Ein Papst vom afrikanischen Kontinent wäre ein Novum für die katholische Kirche. Seine Chancen bei Anhängern von Franziskus könnte schmälern, dass er im Januar scharfe Kritik an der von Franziskus unterstützen Segnungen homosexueller Gläubiger geäußert hatte. Damals wurden sogar Rufe laut, er solle seinen Kardinalshut abgeben.
Sarah wurde einst vom damaligen deutschen Papst Benedikt XVI. zum Kardinal ernannt. Bereits nach dem Rücktritt von Joseph Ratzinger galt er als „Papabile“. Ein Papst vom afrikanischen Kontinent wäre ein Novum für die katholische Kirche. Seine Chancen bei Anhängern von Franziskus dürfte schmälern, dass er im Januar scharfe Kritik an der von Franziskus unterstützen Segnungen homosexueller Gläubiger geäußert hatte. Damals wurden sogar Rufe laut, er solle seinen Kardinalshut abgeben.  © Giuseppe Giglia/picture alliance/dpa
Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle: Geboren am 21. Juni 1957 auf den Philippinen, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung.
Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle: Geboren am 21. Juni 1957 auf den Philippinen, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung. © Mark R. Cristino/picture alliance/dpa
Einen Papst aus dem Fernen Osten gab es im Vatikan bislang ebenfalls noch nicht. Der katholische Glaube ist im südostasiatischen Raum allerdings weit verbreitet. Auch Tagle galt bei dem Konklave 2013 bereits als Mit-Favorit. Damals wurde letztendlich Franziskus zum Papst ernannt, der Beziehung zwischen Tagle und ihm schadete das aber nicht. Tagle gilt als einer der einflussreichsten Männer unter dem aktuellen Papst und als einer der Nicht-Italiener mit den größten Chancen auf dessen Nachfolge.
Einen Papst aus dem Fernen Osten gab es im Vatikan bislang ebenfalls noch nicht. Der katholische Glaube ist im südostasiatischen Raum allerdings weit verbreitet. Auch Tagle galt bei dem Konklave 2013 bereits als Mit-Favorit. Damals wurde letztendlich Franziskus zum Papst ernannt, der Beziehung zwischen Tagle und ihm schadete das aber nicht. Tagle gilt als einer der einflussreichsten Männer unter dem aktuellen Papst und als einer der Nicht-Italiener mit den größten Chancen auf dessen Nachfolge. © Ettore Ferrari/picture alliance/dpa
Kardinal Malcolm Ranjith: Geboren am 15. November 1947 in Sri Lanka, Metropolitanbischof von Colombo.
Kardinal Malcolm Ranjith: Geboren am 15. November 1947 in Sri Lanka, Metropolitanbischof von Colombo. © L'osservatore Romano
Ranjith gilt als Verfechter traditioneller Werte. 2024 positionierte er sich deutlich gegen die Einführung zweier Gesetzentwürfe zur Unterstützung gleichgeschlechtlicher Ehen in Sri Lanka. Im Oktober verbot er Priestern, den Altardienst zu erlauben. Sein Werdegang spielte sich trotz seiner Herkunft weitestgehend in Rom ab: Ranjith studierte an der Päpstlichen Universität Urbania und machte seinen Abschluss am Päpstlichen Bibelinstitut. 1975 wurde er von Papst Paul VI. in Rom zum Priester geweiht.
Ranjith gilt als Verfechter traditioneller Werte. 2024 positionierte er sich deutlich gegen die Einführung zweier Gesetzentwürfe zur Unterstützung gleichgeschlechtlicher Ehen in Sri Lanka. Im Oktober verbot er Priestern, den Altardienst zu erlauben. Sein Werdegang spielte sich trotz seiner Herkunft weitestgehend in Rom ab: Ranjith studierte an der Päpstlichen Universität Urbania und machte seinen Abschluss am Päpstlichen Bibelinstitut. 1975 wurde er von Papst Paul VI. in Rom zum Priester geweiht. © Gemunu Amarasinghe/picture alliance/dpa
Kardinal Pietro Parolin: Geboren am 17. Januar 1955 in Italien, Staatssekretär des Vatikan.
Kardinal Pietro Parolin: Geboren am 17. Januar 1955 in Italien, Staatssekretär des Vatikan. © Paulo Cunha/picture alliance/dpa
Während Franziskus‘ Aufenthalt im Krankenhaus kristallisierte sich Parolin als einer der wichtigsten Männer im Vatikan heraus. Er soll im Besitz einer „bedingten Rücktrittserklärung“ des Papstes gewesen sein, könnte demnach den Heiligen Stuhl als vakant erklären, sollte Franziskus länger krank bleiben. Weil sowohl Kardinalsdekan Giovanni Battista Re (91) als auch Vizedekan Leonardo Sandri (81) die Altersgrenze von 80 Jahren bereits überschritten haben, würde Parolin als ältester Kardinalbischof auch den Konklave leiten.
Während Franziskus‘ Aufenthalt im Krankenhaus kristallisierte sich Parolin als einer der wichtigsten Männer im Vatikan heraus. Er soll im Besitz einer „bedingten Rücktrittserklärung“ des Papstes gewesen sein. Weil sowohl Kardinalsdekan Giovanni Battista Re (91) als auch Vizedekan Leonardo Sandri (81) die Altersgrenze von 80 Jahren bereits überschritten haben, würde Parolin als ältester Kardinalbischof auch das Konklave leiten. © Evandro Inetti/picture alliance/dpa
Kardinal Pierbattista Pizzaballa: Geboren am 21. April 1965 in Italien, Lateinischer Patriarch von Jerusalem.
Kardinal Pierbattista Pizzaballa: Geboren am 21. April 1965 in Italien, Lateinischer Patriarch von Jerusalem.  © Nasser Nasser/picture alliance/dpa
Pizzaballa gilt als geschickter Diplomat im politisch so angespannten Nahen Osten, sein Stil als unkonventionell. Er steht im Dialog mit jüdischen, islamischen sowie christlich-orthodoxen Religionsführern. Das könnte bei einem Konklave für ihn zum Vorteil werden.
Pizzaballa gilt als geschickter Diplomat im politisch so angespannten Nahen Osten, sein Stil als unkonventionell. Er steht im Dialog mit jüdischen, islamischen sowie christlich-orthodoxen Religionsführern. Das könnte bei einem Konklave für ihn zum Vorteil werden. © Ilia Yefimovich/picture alliance/dpa
Kardinal Peter Erdö: Geboren am 25. Juni 1952 in Ungarn, Metropolitanbischof von Esztergom-Budapest.
Kardinal Peter Erdö: Geboren am 25. Juni 1952 in Ungarn, Metropolitanbischof von Esztergom-Budapest. © Rolf Vennenbernd/picture alliance/dpa
Bei Konservativen, die auf eine Abkehr von Franziskus‘ progressivem Kurs hoffen, dürfte Erdö beste Chancen haben. Der Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenz gilt als durch und durch traditionell, steht der Orthodoxie auch aufgrund seiner Herkunft nahe. 2005 war Erdö übrigens der jüngste Kardinal im Konklave nach dem Tod von Johannes Paul II.
Bei Konservativen, die auf eine Abkehr von Franziskus‘ progressivem Kurs hoffen, dürfte Erdö beste Chancen haben. Der Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenz gilt als durch und durch traditionell, steht der Orthodoxie auch aufgrund seiner Herkunft nahe. 2005 war Erdö übrigens der jüngste Kardinal im Konklave nach dem Tod von Johannes Paul II. © Attila Kovacs/picture alliance/dpa
Kardinal Willem Eijk: Geboren am 22. Juni 1953 in den Niederlanden, Metropolitanbischof von Utrecht.
Kardinal Willem Eijk: Geboren am 22. Juni 1953 in den Niederlanden, Metropolitanbischof von Utrecht. © Maurizio Brambatti/picture alliance/dpa
Eijk (Mitte) ist kein Freund von Reformen. Im Herbst 2024 sagt er der Zeitschrift Communio, die Weltkirche müsse von den Irrtümern der niederländischen Kirche lernen, die mit liberalen Positionierungen keinen Erfolg gehabt hatte.
Eijk (Mitte) ist kein Freund von Reformen. Im Herbst 2024 sagt er der Zeitschrift Communio, die Weltkirche müsse von den Irrtümern der niederländischen Kirche lernen, die mit liberalen Positionierungen keinen Erfolg gehabt hatte.  © Thomas Frey/picture alliance/dpa
Kardinal Anders Arborelius: Geboren am 24. September 1949 in der Schweiz, Bischof von Stockholm.
Kardinal Anders Arborelius: Geboren am 24. September 1949 in der Schweiz, Bischof von Stockholm. © Osservatore Romano
Arborelius ist der erste Schwede, der zum Kardinal erhoben wurde – 2017 von Papst Franziskus. Er gilt als besonnener Mensch und als gleichermaßen beliebt unter Konservativen wie Progressiven. Außergewöhnlich: Im schwedischen Lund ist er als Lutheraner aufgewachsen, konvertierte im Alter von 20 Jahren zum Katholizismus.
Arborelius ist der erste Schwede, der zum Kardinal erhoben wurde – 2017 von Papst Franziskus. Er gilt als besonnener Mensch und als gleichermaßen beliebt unter Konservativen wie Progressiven. Außergewöhnlich: Im schwedischen Lund ist er als Lutheraner aufgewachsen, konvertierte im Alter von 20 Jahren zum Katholizismus. © Marius Becker/picture alliance/dpa
Kardinal Charles Maung Bo: Geboren am 29. Oktober 1948 in Myanmar, Erzbischof von Yangon.
Kardinal Charles Maung Bo: Geboren am 29. Oktober 1948 in Myanmar, Erzbischof von Yangon. © L‘Osservatore Romano/picture alliance/dpa
Als Präsident der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen hat Bo großen Einfluss. Außerdem ist er Vizepräsident von „Religions für Peace“, eine NGO mit dem Ziel, durch interreligiösen Dialog Friedensarbeit zu leisten. Krisenfestigkeit muss Bo seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs 2021 in Myanmar beweisen. Zehntausende kamen bei Kämpfen ums Leben, Millionen Menschen wurden aus dem Land vertrieben.
Als Präsident der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen hat Bo großen Einfluss. Außerdem ist er Vizepräsident von „Religions für Peace“, eine NGO mit dem Ziel, durch interreligiösen Dialog Friedensarbeit zu leisten. Krisenfestigkeit muss Bo seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs 2021 in Myanmar beweisen. Zehntausende kamen bei Kämpfen ums Leben, Millionen Menschen wurden aus dem Land vertrieben. © Jay Rommel Labra/picture alliance/dpa
Kardinal Jean-Marc Aveline: Geboren am 26. Dezember 1958 in Algerien, Metropolitanbischof von Marseille.
Kardinal Jean-Marc Aveline: Geboren am 26. Dezember 1958 in Algerien, Metropolitanbischof von Marseille. © Denis Thaust / SOPA Images/Imago
Aveline gilt als Vertrauter von Papst Franziskus, wurde von ihm 2019 zum Erzbischof von Marseille und 2022 zum Kardinal ernannt. Angesehen ist Aveline auch außerhalb der geistlichen Welt, Marseilles Bürgermeister Benoît Payan beschrieb ihn in einem Interview mit der Zeitung L‘Obs als „Mann von überragender Intelligenz“. Bei kritischen Kirchenthemen wie der Ordination von Frauen oder Zweifeln am Zölibat hielt sich Aveline in der Vergangenheit eher bedeckt. Damit hat er sich wenig positioniert, aber eben auch keine Feinde gemacht.
Aveline galt als Vertrauter von Papst Franziskus, wurde von ihm 2019 zum Erzbischof von Marseille und 2022 zum Kardinal ernannt. Angesehen ist Aveline auch außerhalb der geistlichen Welt, Marseilles Bürgermeister Benoît Payan beschrieb ihn in einem Interview mit der Zeitung L‘Obs als „Mann von überragender Intelligenz“. Bei kritischen Kirchenthemen wie der Ordination von Frauen oder Zweifeln am Zölibat hielt sich Aveline in der Vergangenheit eher bedeckt. Damit hat er sich wenig positioniert, aber eben auch keine Feinde gemacht. © Coust Laurent/ABACA/Imago
Kardinal Gerhard Ludwig Müller: Geboren am 31. Dezember 1947 in Deutschland, Emeritierter Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre.
Kardinal Gerhard Ludwig Müller: Geboren am 31. Dezember 1947 in Deutschland, Emeritierter Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre. © Vandeville Eric/ABACA/Imago
Ein Kardinal aus Deutschland, genauer aus Mainz, hat es immerhin in die erweiterte „Papabili“-Liste des College of Cardinals Report geschafft. Der ehemalige Bischof von Regensburg gilt als intelligent und bodenständig und wird vor allem als versierter Theologe geschätzt. Generell haben deutsche Geistliche seit dem Amtsende von Papst Benedikt XVI. allerdings an Einfluss im Vatikan verloren.
Ein Kardinal aus Deutschland, genauer aus Mainz, hat es immerhin in die erweiterte „Papabili“-Liste des College of Cardinals Report geschafft. Der ehemalige Bischof von Regensburg gilt als intelligent und bodenständig und wird vor allem als versierter Theologe geschätzt. Generell haben deutsche Geistliche seit dem Amtsende von Papst Benedikt XVI. allerdings an Einfluss im Vatikan verloren.  © Vandeville Eric/ABACA/Imago

Inwieweit Donald Trump als Handelspartner zur Verfügung stehen werde, bleibt ebenfalls abzuwarten. Michael Bohnert sieht darin eine Herkulesaufgabe – seine Analysten hätten ergeben, dass die Kosten, Wladimir Putin in der Ukraine zu stoppen, jedes europäische Partnerland ein Prozent ihres BIP an Ausrüstungslieferungen und Finanzinvestitionen kosten werden. Das sei eben der Preis dafür, dass Europa seit dem Ende des Kalten Krieges einen Großteil seiner Sicherheits- und Industriebasis an die USA abgetreten habe, wie er schreibt. Jetzt sei Europa in der Verantwortung sich zu entscheiden.

„Diese Aufgabe wird nicht einfach.“

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