Israel

Israel stimmt Abkommen zu gemeinsamer Seegrenze mit Libanon zu

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Symbolbild Israel-Flagge.

Die israelische Regierung hat das Abkommen zur gemeinsamen Seegrenze mit dem Libanon abschließend verabschiedet und damit den Weg zur Unterzeichnung freigegeben.

Tel Aviv/Beirut - Dies sei eine diplomatische Errungenschaft, sagte Israels Regierungschef Jair Lapid am Donnerstag zu Beginn der Sondersitzung des Kabinetts in Jerusalem. «Es kommt nicht jeden Tag vor, dass ein feindliches Land den Staat Israel in einem schriftlichen Abkommen vor der internationalen Gemeinschaft anerkennt». Offiziell befinden sich beide Länder im Krieg.

Die separat von Israel und dem Libanon unterzeichneten Vereinbarungen sollten am Nachmittag von den Verhandlungsteams auf einem Stützpunkt der Vereinten Nationen (UN) in Nakura im Süden des Libanons an den Vermittler aus den USA, Amos Hochstein, übergeben werden. Mit der Einigung geht ein jahrzehntelanger Streit der beiden verfeindeten Länder über eine Meeresfläche vor der Küste zu Ende. Der Streit um den Grenzverlauf im Mittelmeer hatte sich nach der Entdeckung von großen Mengen Erdgas verschärft. Die Verhandlungen liefen unter Vermittlung der USA.

Dem wirtschaftlich angeschlagenen Libanon soll durch das Abkommen die Erschließung des Offshore-Gasfeldes Kana ermöglicht werden. Wie viel Gas dort tatsächlich gefördert werden kann, ist noch unklar. Das Gebiet rund um die Karisch-Gasplattform, nordöstlich der israelischen Hafenstadt Haifa, bleibt im israelischen Hoheitsgebiet. Das Land hatte am Mittwoch dort mit der Gasförderung begonnen. Das Gas aus Israel könnte auch zur Linderung der Energiekrise in Europa beitragen. Seit der russischen Invasion in der Ukraine sucht die EU zunehmend nach anderen Gaslieferanten.

Aktivisten: Israel tötet vier libanesische Hisbollah bei Angriff auf Syrien

Israel hat Aktivisten zufolge bei einem erneuten Angriff auf Syrien vier Anhänger der libanesischen Hisbollah getötet. Ziel seien Stellungen von Milizen gewesen, die mit dem Iran verbündet sind, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag. Dabei seien Waffen- und Munitionslager in der Nähe des Flughafens von Damaskus zerstört worden. Der Angriff in der Nacht auf Donnerstag war der dritte innerhalb einer Woche und der 28. in diesem Jahr, der von Israel ausgegangen sein soll.

Syriens staatliche Nachrichtenagentur meldete, die Armee habe einen israelischen Angriff auf Standpunkte in der Nähe von Damaskus abgewehrt und die meisten Raketen abgeschossen. Das israelische Militär wollte sich - wie üblich - nicht zu den Berichten äußern.

Am Donnerstag wollten Israel und der Libanon ein Abkommen über eine gemeinsame Seegrenze unterschreiben. Damit geht ein jahrzehntelanger Streit der beiden Länder über eine Meeresfläche vor der Küste zu Ende. Ohne die Zustimmung der im Libanon mächtigen Schiitenmiliz Hisbollah war eine Einigung in dem Grenzkonflikt nicht möglich. Offiziell befinden sich Israel und der Libanon im Kriegszustand. Am Vormittag hatte die israelische Regierung die Vereinbarung abschließend gebilligt.

Israel will mit den Bombardierungen verhindern, das sein Erzfeind Iran seinen militärischen Einfluss in Syrien mit Hilfe verbündeter Milizen ausbaut. Der Iran, Russland und die Hisbollah kämpfen im Bürgerkrieg an der Seite von Präsident Baschar al-Assad. Bei Angriffen in den vergangenen Tagen hatte Israel unter anderem Logistik und Ausrüstung zerstört, die der Iran für den Bau von Drohnen verwendet. (dpa)

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