„Wortbruch auf höchster Ebene“

„Neue Qualität“: Orbán blamiert EU beim Ukraine-Kredit – nach der Ungarn-Wahl könnte es ernst werden

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Viktor Orbán legt wieder Veto ein – diesmal schmerzt es Ukraine und EU besonders. Die Rufe nach Konsequenzen werden lauter. Ein Experte ordnet ein.

Pünktlich zum bitteren Jahrestag wollte die EU-Spitze mit einem großen Hilfspaket in die Ukraine reisen. Aber Ursula von der Leyen und António Costa kamen am Dienstag, vier Jahre nach dem Beginn von Russlands Vollinvasion, mit mehr oder minder leeren Händen in Kiew an. Ohne neues Sanktionspaket gegen Russland. Vor allem aber ohne das lange angekündigte 90-Milliarden-Euro-Darlehen. Denn wieder einmal hat Viktor Orbán Europa mit einem Veto einen Strich durch die Rechnung gemacht

Ursula von der Leyen bei ihrer Ankunft in Kiew am Dienstag – Viktor Orbán (re.) torpedierte Hilfspläne.

Eine „neue Qualität“ der ungarischen Blockadehaltung sieht der EU-Experte Nicolai von Ondarza vor allem im Eklat um den Kredit, wie er dem Münchner Merkur von Ippen.Media sagt. Der Politologe sieht einen „Wortbruch auf höchster Ebene“. Denn Orbán hatte in der Runde der Staats- und Regierungschefs versprochen, kein Veto einzulegen, solange Ungarn nicht haftet. „Plan A“ sei nun vermutlich, Druck auf Orbán auszuüben und eine gesichtswahrende Lösung zu suchen – von Ondarza schließt aber nicht aus, dass nach den Ungarn-Wahlen im April ein „letztes Mittel“ auf die Agenda kommen könnte.

Orbán Eklat um EU-Kredit für die Ukraine: „Ungarn hofft selbst noch auf einen Kredit“

Der Streit hat potenziell weitreichende Auswirkungen: Die Ukraine benötigt Geld für den Staatshaushalt – nicht nur für die Armee, sondern auch für die Verwaltung und für Reformen im Sinne des EU-Beitritts, wie der Ukraine-Fachmann Eduard Klein unserer Redaktion schon Ende 2025 erklärte. Dabei war der Kredit ohnehin eher die Notlösung – ursprünglich drängten mehrere Staaten darauf, in Belgien eingefrorene russische Gelder für die Ukraine zu verwenden. Dazu kam es nicht. „In der Ukraine hat man sich mit der langsamen und zögerlichen Reaktion der Europäer abgefunden und sieht das recht pragmatisch“, sagte Klein damals.

Doch nun droht Kiew eben akut ein Haushaltsloch. Das weiß auch die EU. „Unmittelbar dürfte nun versucht werden, einen Ausgleich mit Orbán zu finden, wie es bereits durch kleine Anpassungen bei früheren Sanktionspaketen der Fall war“, sagt von Ondarza unserer Redaktion. Auch Gegendruck sei möglich: „Beispielsweise hofft Ungarn noch selbst auf einen hohen Kredit über 16 Milliarden Euro für Verteidigungsinvestitionen unter dem EU-Programm SAFE“, erklärt der Experte. Diesen könne die EU-Kommission nun zurückhalten. Sollte gar kein Deal mit Orbán möglich sein, müsse man eine Kredit-Absicherung außerhalb des EU-Budgets finden – „was weitaus aufwendiger und komplizierter wäre“.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Die GUS besteht aus ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die bis heute zum Großteil eng verbunden mit Russland geblieben sind. Doch Moskau-Machthaber Putin hat nicht nur in den Sowjet-Gebieten Freunde. Putin findet auch nach mehreren Jahren Angriffskrieg in der Ukraine noch immer fast weltweit Verbündete. Eine Übersicht: © Imago
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht ein Mann eng an der Seite Wladimir Putins: Alexander Lukaschenko. Das von ihm autoritär beherrschte Belarus teilt sich eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. Lukaschenko unterstützte Putins Truppen logistisch bei ihrer Invasion des Nachbarlandes. © Imago
Kim Jong-un und Wladimir Putin
Ein weiterer enger Verbündeter Wladimir Putins ist Kim Jong-un. Der Machthaber regiert ein totalitäres Nordkorea, das als sozialistische Diktatur historisch enge Beziehungen zu Russland pflegt. © Gavriil Grigorov/Imago
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Im Lauf des Ukraine-Kriegs wurde aus der symbolischen Verbindung ein militärisches Bündnis. Kim Jong-un unterstützte Putins Feldzug mit Waffen, Munition und Soldaten. Laut Schätzungen könnten es mehr als 30.000 Mann aus Nordkorea sein, die an der Front im Ukraine-Krieg kämpfen. Auf dem Bild zu sehen ist ein russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist.  © Imago
Xi Jinping zu Gast bei Wladimir Putin
Die Volksrepublik China pflegt sowohl mit Nordkorea als auch mit Russland enge Beziehungen. Das bewies Präsident Xi Jinping zuletzt durch seinen Besuch Moskaus am „Tag des Sieges“. An der Seite Putins begutachte Xi als Gast auf der Ehrentribüne die große Militärparade, die durch Russlands Hauptstadt rollte. Doch China unterstützt Russland nicht nur symbolisch durch Besuche, sondern auch ganz praktisch mit Seltenen Erden und Devisen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist China der größte Importeur für russische Rohstoffe geworden. © Imago
Präsident Wladimir Putin mit To Lam
Der Dritte im Bunde der ostasiatischen Verbündeten Russlands ist Vietnam. Hier posiert Präsident Wladimir Putin mit Tô Lâm, Präsident Vietnams von Mai 2024 bis Oktober 2024, bei einem Besuch des russischen Staatschefs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © Kristina Kormilitsyna/Imago
Wladimir Putin und Narendra Modi
In Südasien, konkret auf dem indischen Subkontinent, findet sich mit Narendra Modi der nächste enge Verbündete Russlands. Indiens Premierminister pflegt ein enges Verhältnis zu Putin. Hier umarmen sich beide bei einem Treffen in Neu-Delhi im Jahr 2018. Indien ist durch mehrere internationale Organisationen und Bündnisse mit Russland verbandelt. Die wohl wichtigsten darunter sind die Zusammenkunft der sogenannten BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
König Ibrahim Ismail von Johor aus Malaysia beim Besuch Putins in Russland
Auch Malaysia ist wie Russland Mitglied des BRICS-Staatenbundes. In Begleitung seiner Frau Raja Zarith Sofia reiste König Ibrahim Ismail von Johor nach Russland, um Putin im Kreml zu besuchen. © Imago
Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Präsident Wladimir Putin eine gute Beziehung
Zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zählt neben Russland unter anderem die Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Das Land teilt sich mit 7644 Kilometern die längste Landgrenze der Welt mit Russland. Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Putin eine gute Beziehung. Kasachstan bezieht 90 Prozent seiner Waffenimporte aus Russland, das wiederum den in Kasachstan gelegenen Weltraumbahnhof Kosmodrom Baikonur mietet. Beide Länder sind außerdem Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
Putin und Traoré
Zu Putins engen Verbündeten gehört auch Burkina Fasos Regierungschef Inbrahim Traoré. Am 9. Mai 2025 besuchte er Putin in Moskau (im Bild). „Wir glauben, dass der Terrorismus, den wir heute erleben, vom Imperialismus herrührt, und wir bekämpfen ihn“, sagte er bei einem bilateralen Treffen. In Erinnerung geblieben ist auch eine virale Rede beim Afrika-Gipfel im Jahr 2023 in Russland. Im Beisein Putins machte er damals den Westen dafür verantwortlich, dass Afrika trotz seiner Rohstoffe der ärmste Kontinent sei.  © IMAGO/Mikhail Metzel/Kremlin Pool
Ägypten Militärband Moskau
Mehr als 80 Jahre Diplomatie verbinden Ägypten und Russland. Das Land am Nil ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Auch Putin profitiert von den Verbindungen nach Kairo. Der russische Präsident betrachtet Ägypten als Tor nach Afrika. Im August 2022 war eine ägyptische Militärband in Moskau zu Gast (im Bild). Auch bei der Militärparade zum 80. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 marschierte eine Einheit aus Ägypten über den Roten Platz.  © Sergei Bobylev/Imago
Laos-einheit in Moskau
Am „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 paradierte auch eine Einheit aus Laos durch Moskau. Angeblich arbeitet Putin derzeit intensiv daran, das Land in den Krieg gegen die Ukraine einzubinden. Im Sommer 2025 begrüßte er den laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith in Moskau. © Ricardo Stuckert/Imago
Turkmenistan Moskau Parade
Turkmenistan schickte ebenfalls eine Einheit nach Moskau. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.  © Ricardo Stuckert/Imago
Aleksandar Vucic Putin Netanjahu
Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vučić nahm 2025 – wie auch schon 2018 (im Bild) – in Moskau an der Parade vor rund 10.000 Soldaten teil. Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf. © Mikhail Metzel/Imago
Milorad Dodik
Putins wichtigster Mann am Balkan heißt Milorad Dodik (2. von rechts). Der bosnisch-serbische Separatistenführer betreibt seit Jahren die Abspaltung des Landesteils Republika Srpska vom bosnischen Staat. Dodik stimmt sich dabei regelmäßig mit dem russischen Präsidenten ab. © Alexei Nikolsky/Imago
Salva Kiir Putin
Im September 2023 traf sich Putin mit Salva Kiir Mayardit, dem Präsidenten von Südsudan. „Die Welt diktiert, dass niemand allein überleben oder Erfolg haben kann“, sagte Salva Kiir. Zu Putin gewandt meinte er, dass sein Land starke Freunde brauche: „Sie sind einer von ihnen.“ © Valery Sharifulin/Imago
Orban Putin
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán ist Putin im Ukraine-Krieg stets treu geblieben. So hat er während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 den bis dahin weitgehend isolierten Kremlchef zum Ärger vieler EU-Länder überraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert (im Bild). Zugleich nutzt Orbán jede Gelegenheit, um gegen die Ukraine auszuteilen.  © Valeriy Sharifulin/Imago
Putin und Ramaphosa
Ende Juli 2023 war Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei Putin zu Gast. Der Kremlchef hatte seine Gäste zum Abschluss eines zweitägigen Afrika-Gipfels in St. Petersburg eingeladen, den er in der russischen Ostsee-Metropole veranstaltete. Südafrika, das mit Russland, China, Indien und Brasilien die Brics-Staatengruppe bildet, wird wegen seiner Russland-Nähe vom Westen mit Skepsis betrachtet.  © Sergei Bobylev/Imago
Peseschkian Putin
Im Januar 2025 war Massud Peseschkian in Moskau zu Besuch. Dabei unterzeichnete Irans Präsident gemeinsam mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Russland und der Iran vertieften damit ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre.  © Imago
Putin Ortega
Seit vielen Jahren steht Nicaragua an der Seite Putins. Nach dem Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung im Juni 2023 schickte auch Präsident Daniel Ortega (hier ein Bild aus dem Jahr 2014) eine Botschaft nach Moskau. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Ortega und seine Ehefrau sowie Vizepräsidentin Rosario Murillo übermittelten Putin „unsere Zuneigung in revolutionärer Bruderschaft“. © Cesar Perez/afp
Maduro
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro tat es ihm gleich. „Wir senden unsere Umarmung der Solidarität und der Unterstützung an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dem es gelungen ist, einen Versuch des Verrats und des Bürgerkriegs zu bewältigen und seinem Volk den Sieg und den Frieden zu garantieren“, twitterte er damals. © Alexandr Kryazhev/Imago
Putin Goita
Im Juni 2025 verständigten sich Putin und Malis Militärmachthaber Assimi Goïta auf eine bilaterale Kooperation. Russland ist enger Verbündeter von Goïta, der gegen Terrormilizen in Mali auch auf russische Wagner-Söldner setzte. Das Militär hatte sich 2020 und 2021 an die Macht geputscht, die Zusammenarbeit mit Ex-Kolonialmacht Frankreich beendet und sich Moskau zugewandt. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Sassou Nguesso Afewerki
Ende Juli 2023 war Putin gemeinsam mit Denis Sassou Nguesso, dem Präsidenten der Republik Kongo (rechts), und dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki (links) beim Tag der Marine auf der Newa in St. Petersburg unterwegs. Mit ihrem Besuch beim Russland-Afrika-Gipfel konnten die beiden Staatsmänner die Achse zwischen Russland und ihren Ländern noch einmal stärken. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Raúl Castro
Ein besonders inniges Verhältnis pflegt Russland zu Kuba. Für die hoch verschuldete Karibikinsel ist Russland einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Geldgeber. Der Kreml bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat, der den Ukraine-Krieg nicht verurteilt hat, als „sehr wichtigen Partner“. Im Jahr 2014 war Putin beim vormaligen Präsidenten Raúl Castro zu Gast. © Imago
Putin
Der Kremlchef ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 im Westen weitestgehend isoliert. Umso wichtiger ist ihm der Kontakt zu seinen Verbündeten – den sucht er in vielen Fällen auch per Video. Im Mai 2025 nahm er an einer Sitzung der Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit mit ausländischen Staaten teil.  © Alexander Kazakov/Imago

Noch schwieriger dürfte eine langfristige Lösung für die wiederkehrenden Blockaden zu finden sein. Einen Ausschluss aus der Union sähen die EU-Verträge nicht vor, so von Ondarza. Allerdings würden Forderungen lauter, Ungarn aufgrund von Verstößen gegen die Rechtsstaatlichkeit zu sanktionieren – möglich sei sogar ein Entzug des Stimmrechts. Das hatten EU-Parlamantarier auch schon im Gespräch mit unserer Redaktion vorgeschlagen.

„Es wird Zeit, dass Orbán endlich der Geldhahn zugedreht und auch das Stimmrecht genommen wird“, sagte nun die Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) dem Sender Welt TV. Die EU – und auch ihre Ungarn-Delegationen – beklagen bereits seit längerem Verstöße gegen die Rechtsstaatlichkeit in Ungarn. Der Stimmrechtsentzug sei „das letzte Mittel“, betonte von Ondarza. Allerdings verlange der Einstimmigkeit. Unter anderem im Slowaken Robert Fico hat Orbán noch einen Unterstützer. Ernst werden könne es womöglich erst in ein paar Monaten, deutete der Experte an. „Da Ungarn im April eine Entscheidungswahl bevorsteht, dürfte die EU sehr vorsichtig sein, dieses Mittel im laufenden Wahlkampf in den Raum zu stellen.”

Ungarn-Wahl naht: Orbán nimmt die EU ins Visier – die hat ein grundlegenderes Problem

Sein neues Parlament wählt Ungarn am 12. April. Schon seit Monaten liegt die Partei „Tisza“ von Herausforderer Péter Magyar in Umfragen in Front. Bereits jetzt ist die EU Wahlkampfthema. Der Politologe Andreas Umland etwa attestiert Orbán einen antieuropäischen Wahlkampf. „Es geht Orban unter anderem darum, Druck auf die EU auszuüben, es geht um Wahlkampf und darum, die Ukraine zu einem innenpolitischen Thema Ungarns zu machen“, sagte er unserer Redaktion über die jüngste Volte.

Im Hintergrund steht aber wohl auch ein praktisches Ziel, wie von Ondarza meint: Druck auf die Ukraine im Streit um russische Öllieferungen. Öl aus Wladimir Putins Quellen beziehen Ungarn und auch die Slowakei grundsätzlich weiterhin – es fließt allerdings in der Druschba-Pipeline durch die Ukraine. Nach Angaben Kiews ist die Leitung bei einem russischen Angriff beschädigt worden. Orbán und auch sein slowakischer Amtskollege Robert Fico bezweifeln das öffentlich. Beweise haben sie indes nicht. Die Slowakei rechnet mit der Wiederaufnahme der Lieferungen am Donnerstag.

Für die EU gehe das Problem aber tiefer, urteilt von Ondarza. „Perspektivisch unterstreichen die aktuellen Entwicklungen, dass eine rein auf Einstimmigkeit beruhende europäische Außen- und Sicherheitspolitik der rauen geopolitischen Lage nicht gewachsen ist“, sagt er. Langfristig brauche die EU Mehrheitsentscheidungen, meint der SWP-Wissenschaftler. Eine These, die auch Verteidigungsanalysten teilen. Erstmal werde es in ähnlichen Fällen aber wohl auf Notinstrumente oder flexible Koalitionen hinauslaufen. (Quellen: Nicolai von Ondarza, Andreas Umlauf, Eduard Klein, AFP, eigene Recherchen)

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