Nächster Rüstungsdeal

Leopard: Pistorius will mehr als Panzer – ihn reizt die Schmiede

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Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) beim Panzerbataillon der Bundeswehr.
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KNDS-Eigentümer planen Anteilsverkauf, und der Bund erwägt die Beteiligung – ein Erstzugriff vor den Chinesen? Die allerdings stecken ohnehin überall drin.

Berlin – „Kriegsbereit in Jahrzehnten“, schreibt Guntram Wolff. Zusammen mit anderen Analysten des in Brüssel sitzenden Thinktanks Bruegel hat Wolff Deutschland dieses Armutszeugnis Ende 2024 ausgestellt. Lange davor hatte die Zeitenwende-Rede des damaligen Bundeskanzlers (Olaf Scholz) (SPD) wieder für Hoffnung gesorgt, dass im Zuge des Ukraine-Krieges und Wladimir Putins Gier auf noch ein Stück Europas künftig fleißig gerüstet würde. Anzeichen sind da: Wie die Wirtschaftswoche berichtet, erwäge die Bundesregierung einen Einstieg bei dem deutsch-französischen Panzerhersteller KNDS. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will offenbar selber Panzer bauen.

„Wir ziehen das in Erwägung“, bestätigte Pistorius jüngst bei einem Treffen mit seinem französischen Kollegen Sébastien Lecornu in Osnabrück entsprechende Informationen der Börsen-Zeitung, so die Nachrichtenagentur Reuters. Das Blatt hatte berichtet, dass sich die KNDS-Eigentümerfamilien Bode und Braunbehrens „schrittweise aus dem Unternehmen zurückziehen und ihre Aktien verkaufen“, so die Börsen-Zeitung. Die Bundesregierung erwäge deshalb, eine Sperrminorität zu erwerben, also so viele Anteile, dass die Bundesregierung als Aktionär unliebsame Entscheidungen der Geschäftsführung verhindern könne. KNDS werde auf einen Wert von 20 Milliarden Euro geschätzt, so die Zeit, und baut beispielsweise den Leopard 2.

Der „Leo“ in der Nato: Das ist der Panzer, mit dem die Nato auch für die nähere und mittlere Zukunft plant

Das ist der Panzer, mit dem die Nato auch für die nähere und mittlere Zukunft plant. Anfang des Jahres hatte Reuters berichtet, dass die vor zehn Jahren aus dem Leopard 2-Hersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und der französischen Nexter entstandene Konzern für dieses Jahr oder später den Gang an die Börse plane. Die Wegmann-Unternehmens-Holding, die den Familien Bode und Braunbehrens gehöre, halte aktuell 50 Prozent der KNDS-Anteile, die staatliche französische Beteiligungsholding APE die übrigen 50 Prozent, berichtet die Börsen-Zeitung.

Wie die Investment Week und andere Medien publizieren, dränge das Wachstum des Unternehmens KNDS zu diesem Schritt: „Die massive Expansion fordert Investitionen in Milliardenhöhe. Neue Werke, mehr Personal, komplexe Waffensysteme. Und das ist erst der Anfang: Allein der angestrebte Kauf der Militärsparte von Iveco könnte bis zu zwei Milliarden Euro kosten“, schreibt das Blatt. Und ganz deutlich: Dem Unternehmen fehlte für Wachstum Liquidität. „Die Wegmann-Familienstruktur erlaubt keine Öffnung. Selbst eine simple Kapitalerhöhung könnte scheitern, weil keiner der Miteigentümer seinen Anteil aufstocken kann oder will“, so die Investment Week.

Der Staat könnte dann die militärische Kapazität sichern, ohne den Anreiz für eskalierende Konflikte zu verstärken.

Markus Knauff, Der Freitag

„KNDS könnte sich mit dem Börsengang den Rüstungs-Boom in Europa nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine zunutze machen“, vermutete die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.). „Angesichts der komplexen Eigentümerstruktur könnte nur ein kleiner Anteil an KNDS an die Börse gebracht werden, sodass die Familie Wegmann und der französische Staat weiterhin die Kontrolle behalten könnten“, zitierte die F.A.Z. einen „Insider“.

Laut dem Wirtschaftsdienst Bloomberg will Deutschland 25 Milliarden Euro investieren, um die Nato-Truppen an der Ostflanke mit bis zu 3500 Panzerfahrzeugen zu verstärken. Eine Investition, die Putins Mütchen kühlen und ihm beweisen soll, dass er auf ein anderes Europa treffen würde, als jenes, das vor dem Ukraine-Krieg von der Friedensdividende gezehrt hat. So zumindest die Theorie. In diesem Zuge wird wohl auch der Fuhrpark der Nato-Streitkräfte vergrößert. Allerdings räumt Bloomberg ein, dass das Bundesverteidigungsministerium eine Stellungnahme zu diesem Panzerdeal verweigert hat.

Mega-Deal wegen Putin? Anonyme Quellen sprechen von 1000 zusätzlichen Leopard-2-Panzern

Die anonymen Quellen von Bloomberg sprechen von 1000 zusätzlichen Leopard 2 und 2500 GTK-Boxer-Radpanzern; die Kampfpanzer sollen von Rheinmetall und KNDS gefertigt werden und die GTK Boxer vom Joint Venture der beiden Unternehmen unter dem Namen ARTEC. Dieser Auftrag wäre ein Argument für einen Börsengang – der neben frischem Geld für eine Unternehmensexpansion auch ein lohnendes Investment für Anleger bedeutete. Auch der Wert der Rheinmetall-Aktie hat sich verzehnfacht. Von einem Jahresschlusskurs von 187,95 Euro im ersten Jahr des Ukraine-Krieges auf einen aktuellen Stand von ungefähr 1700 Euro.

Da der Panzer auch in künftigen Kriegen eine Hauptrolle spielen wird, scheint eine ähnliche Entwicklung einer KNDS-Aktie möglich bis wahrscheinlich. Allerdings dürfte das den Bund weniger für einen Einstieg motivieren – wie die Tagesschau berichtet, hält der Bund „weit über 100 Beteiligungen“, beispielsweise bei der Bahn. Anteilseigner sei die Bundesregierung aber auch an Unternehmen, „die von politischem oder strategischen Interesse sind“, wie Tagesschau-Finanzredakteur Stefan Wolff schreibt. Deutschland erkauft sich damit ein Mitbestimmungsrecht in Form einer Sperrminorität.

Sie kann als Gesellschafter damit Entscheidungen, die eine qualifizierte Mehrheit erfordern, verhindern; üblicherweise liegt die Sperrminorität bei 25,1 Prozent. Zu wenig, um Entscheidungen mit einfachen Mehrheiten zu blockieren, aber genug, um gewichtigen Entscheidungen entgegenzustehen. KNDS wäre nicht der erste Rüstungskonzern, dem die Bundesregierung durch ihr Aktienpaket ins Ruder greifen könnte. Unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war die Bundesregierung im Frühjahr 2021 mit einer Sperrminorität von 25,1 Prozent für 450 Millionen Euro Anteilseigner der Hensoldt AG.

Ukraine-Krieg macht reich: „Rüstungsausgaben sind ein gigantisches Konjunkturprogramm“

Die ehemalige Airbus-Radarsparte der Airbus war 2017 vom US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co, kurz KKR, gekauft und 2020 an die Börse gebracht worden. Das Verteidigungsministerium hatte für diesen Schritt gegenüber dem Bundestag auf „sicherheitspolitische Aspekte“ verwiesen, wie Caspar Busse für die Süddeutsche Zeitung geschrieben hat. Hergestellt würden beispielsweise Hightech-Kameras für Tornado-Flugzeuge, Panzer-Periskope und Radarsysteme für den Eurofighter, so Busse.

„Rüstungsausgaben sind ein gigantisches Konjunkturprogramm“, zitiert aktuell die Deutsche Welle Oliver Dörre. Im März hatte der Chef des Rüstungskonzerns Hensoldt auf einer Veranstaltung in Frankfurt die Rüstungsindustrie als Kurbel des schwächelnden deutschen Wirtschaftswachstums angepriesen. Laut der Süddeutschen Zeitung hatte vor dem Hensoldt-Deal die FDP gemault, dass der Bund nach der Beteiligung an einer Rüstungsschmiede ein Eigeninteresse am Kauf dieser Produkte wohl zwangsweise entwickeln müsse und somit eventuell den Markt verzerre. Was vielleicht nach einem möglichen KNDS-Deal die Konkurrenz von Rheinmetall zu spüren bekäme, wenn sie mit ihrem KF 51-Panzer in einen Bieterwettstreit mit einem Teil-Staatskonzern trete.

Pistorius-Plan: Notwendigkeit, die Firma vor dem Zugriff anderer Nationen, wie etwa China, zu schützen?

Mit einem Argument gegen den Hensoldt-Deal hatten sich die Liberalen aber womöglich vergaloppiert: „Es gebe auch offensichtlich keine Notwendigkeit, die Firma vor dem Zugriff andere Nationen, wie etwa China, zu schützen“, hat Caspar Busse deren damalige Meinung notiert. Allerdings müssten die Chinesen auch keine Waffenfabrik kaufen, sie stecken nämlich schon tief drin in der Produktion.

„Ohne seltene Erden keine Radare, keine Optiken, keine Kameras, keine Lasersucher, keine Nachtsichtgeräte, letztlich keine Steuerung und keine Präzision im Ziel“, schreibt Marco Seeliger. Der Autor der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) verweist auf das Monopol Chinas für seltene Erden – den Metallen, die in jedem modernen Waffensystem verbaut seien, weil sie für Sensoren und Elektronik benötigt würden, so Seeliger.

Putins Krieg: Zutiefst unmoralisch, wenn ein ganzer Industriezweig massiv davon profitiert

„Kampfpanzer, Infanteriefahrzeuge, Artilleriegeschütze, Flugabwehrsysteme, Kriegsschiffe, U-Boote, Sturmgewehre, Flugzeuge, Radaranlagen und Munition – nichts geht ohne China. Deutschland und mit ihm andere westliche Staaten befinden sich in einer strategischen Abhängigkeit von einem Land, das als enger Verbündeter Russlands gilt. Denn China hat die Rohstoffe, die Deutschland für seine Waffen braucht“, schreibt er.

Von Taurus bis Leopard – die Waffensysteme der Bundeswehr im Überblick

Die Bundeswehr ist zu See, an Land und in der Luft mit verschiedenen Waffensystemen präsent.
Marine, Heer und Luftwaffe können auf ein breites Angebot an militärischem Arsenal zurückgreifen. Wir zeigen in dieser Fotostrecke eine Auswahl. © dpa (3) / Boris Roessler / Moritz Frankenberg / Bernd von Jutrczenka
Ein Startfahrzeug eines Patriot-Luftabwehrsystems der Bundeswehr. (Symbolfoto)
Patriot (MIM-104): Weitreichendes Flugabwehrraketensystem zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen. Bekämpfungsreichweite ca. 68 Kilometer, kann mehrere Ziele gleichzeitig erfassen und bekämpfen. © IMAGO / Schöning
Ein Flugabwehrsystem Skyranger 35 von Rheinmetall, in diesem Fall auf einem GTK Boxer als Waffenplattform.
Ein Flugabwehrsystem Skyranger 35 von Rheinmetall, in diesem Fall auf einem GTK Boxer als Waffenplattform – es kombiniert Kanone und Boden-Luft-Raketen und ist spezialisiert auf Drohnenabwehr. © IMAGO / Zoonar
Die Fregatte F 222 Baden-Württemberg nimmt an der multinationalen Formationsfahrt teil auf dem Transit im Ostchinesischen Meer im Rahmen des Indo-Pacific Deployment, am 11.09.2024.
Die Fregatte „Baden-Württemberg“ ist das Typschiff der modernen F125-Klasse der Deutschen Marine und wurde für langandauernde, weltweite Einsätze mit geringer Besatzung konzipiert. Sie zeichnet sich durch hohe Automatisierung, vielseitige Einsatzmöglichkeiten und eine besondere Eignung für Stabilitätsmissionen und Kriseninterventionen aus. © Bundeswehr/Leon Rodewald
Ein Tornado-Kampfflugzeug startet während der Übung „Baltic Hunter 2023“ vom Flugplatz des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“ in Rostock-Laage.
Der Tornado ist ein zweistrahliges Mehrzweckkampfflugzeug, das von Deutschland, Großbritannien und Italien entwickelt wurde und seit den 1980er Jahren vor allem für Tiefflugangriffe, Aufklärung und elektronische Kampfführung eingesetzt wird. Er bleibt trotz seines Alters ein wichtiger Bestandteil der Luftwaffe, insbesondere als Träger für die nukleare Teilhabe und spezialisierte Aufgaben. © Jens Büttner/dpa
Kampfpanzer Leopard 2A7 der Bundeswehr (vorne) bei einer Übung mit einem Puma-Schützenpanzer (hinten). (Archivfoto)
Der Leopard 2 ist ein deutscher Kampfpanzer, der seit 1979 das Rückgrat der Panzertruppe bildet und als Hauptwaffensystem der Bundeswehr sowie vieler Nato-Staaten gilt. Er vereint hohe Feuerkraft durch seine 120-mm-Glattrohrkanone, starken Panzerschutz und außergewöhnliche Beweglichkeit und ist speziell für den Kampf gegen gegnerische Panzerverbände konzipiert. © IMAGO/Björn Trotzki
Infanterist der Zukunft der Bundeswehr ausgestattet u.a. mit Panzerfaust 3.
Die Panzerfaust 3 ist eine moderne, tragbare Panzerabwehrwaffe der Bundeswehr, die mit einem Mehrfachscharfschuss-System und einem hochentwickelten Gefechtskopf ausgestattet ist, um gut geschützte Fahrzeuge zu bekämpfen. Sie bietet eine hohe Präzision, Reichweite von bis zu 600 Metern und kann sowohl gegen gepanzerte Fahrzeuge als auch gegen befestigte Ziele eingesetzt werden. © Björn Trotzki/imago
Drohne "Luna"
„Luna“ ist ein unbemanntes Aufklärungsdrohnensystem der Bundeswehr, das zur Echtzeitüberwachung und Zielaufklärung auf dem Gefechtsfeld eingesetzt wird. Mit einer Reichweite von bis zu 100 Kilometern liefert die „Luna“-Drohne Bild- und Videodaten zur Unterstützung von Einsatzkräften. © dpa
Wuchtig: Eine Panzerhaubitze 2000 der Bundeswehr.
Die Panzerhaubitze 2000 ist ein selbstfahrendes Artilleriegeschütz der Bundeswehr mit einer 155-mm-Kanone, das Reichweiten von 30 Kilometern mit Standard- und bis zu 40 Kilometern mit reichweitengesteigerter Munition erzielt. © IMAGO / Sven Simon
Am 28.02.22 lief das Minenjagdboot Dattelnzur Verstärkung der NATO-Nordflanke aus.
Das Minenjagdboot „Datteln“ ist Teil der Frankenthal-Klasse (Klasse 332) der Deutschen Marine und spezialisiert auf das Aufspüren und Beseitigen von Seeminen. Es nimmt regelmäßig an internationalen Nato-Einsätzen und Übungen teil und trägt so zur Sicherung von Seewegen bei. © Presse- und Informationszentrum Marine
Soldaten bei der Waffen- und Geräteausbildung mit einem Gewehr (Archivfoto aus dem Jahr 2005).
Das G36 ist seit 1997 das Standard-Sturmgewehr der Bundeswehr und zeichnet sich durch sein geringes Gewicht, die modulare Bauweise und die einfache Handhabung aus. Es verfügt über eine Feuerrate von etwa 750 Schuss pro Minute und ist mit einem integrierten Optiksystem ausgestattet. Es wird schrittweise durch das modernere G95 ersetzt. © dpa
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Die Bundeswehr nutzt aktuell die Pistole P8 als Standarddienstpistole im Kaliber 9 x 19 mm, plant jedoch deren Ablösung durch die modernere P13. Für Spezialkräfte werden bereits die neuen Walther P14 und P14K eingeführt, die speziell auf deren Anforderungen zugeschnitten sind. (Symbolfoto) © dpa (Symbolbild)
Bundeswehr in Hamburg
Der Wiesel ist ein leicht gepanzertes, luftverlastbares Kettenfahrzeug der Bundeswehr, das vor allem bei Fallschirmjägern und Spezialkräften im Einsatz ist. Es existiert in verschiedenen Varianten, etwa mit 20-mm-Maschinenkanone oder Panzerabwehrlenkwaffen, und bietet hohe Mobilität bei geringem Gewicht. © Markus Scholz/dpa
Von Kiew schon lange angefragt: der Taurus-Marschflugkörper aus Deutschland.
Der Taurus ist ein hochpräziser, weitreichender Marschflugkörper, der von Deutschland und Schweden entwickelt wurde und vor allem zur Bekämpfung stark geschützter Bodenziele aus großer Entfernung eingesetzt wird. Mit einer Reichweite von über 500 Kilometern und modernster Zielerfassungstechnologie ermöglicht der Taurus präzise Angriffe bei minimalem Risiko für das Trägerflugzeug. © IMAGO / Political-Moments
Deutsches Flugabwehrsystem Iris-T
Das Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM. Es dient der Abwehr von Flugzeugen, Hubschraubern, Marschflugkörpern und Drohnen. Seit 2024 in der Bundeswehr eingeführt. © Wolfgang Kumm/dpa
Korvette läuft zu EU-Einsatz vor Libyen aus
Die Korvette „Ludwigshafen am Rhein“ ist ein modernes Kriegsschiff der Braunschweig-Klasse der Deutschen Marine, das vor allem für Küstenüberwachung, Aufklärung und Schutzaufgaben eingesetzt wird. Sie ist mit einem 76-mm-Geschütz, Flugabwehrraketen und Seezielflugkörpern bewaffnet und zeichnet sich durch hohe Wendigkeit und moderne Sensorik aus. © picture alliance / dpa
Mit dieser Ausrüstung kämpft unsere Bundeswehr
Der Mungo ist ein leicht gepanzertes Mehrzweckfahrzeug der Bundeswehr, das speziell für den schnellen Transport von Soldaten und Material, insbesondere für Spezialkräfte, entwickelt wurde. Aufgrund seiner kompakten Bauweise und Luftverlastbarkeit eignet sich der Mungo besonders für Einsätze in schwierigem Gelände und bei schnellen Operationen. © Quelle: Bundeswehr
PIONIERPANZER DACHS: Der Panzer ist ein Arbeitsgerät der Pioniere und basiert auf dem Fahrgestellt des Leopard 1. Mit seinem Teleskoparmbagger errichtet er Ein- und Ausfahrten sowie Zu- und Abfahrten an Gewässerübergangsstellen und macht den Gewässergrund befahrbar. Außerdem dient er zum Anlegen und Beseitigen von Hindernissen und Sperren auf dem Gefechtsfeld. TECHNISCHE DATEN: Motorleistung: 610 kW (830 PS); Gewicht: ca. 43 t; Baggerleistung: ca. 140 Kubikmeter/h
Der Pionierpanzer Dachs ist ein spezialisiertes Unterstützungsfahrzeug der Bundeswehr, das auf dem Leopard-1-Fahrgestell basiert und für Aufgaben wie Baggern, Räumen und Bergen eingesetzt wird. Ausgestattet mit Baggerarm, Räumschild und Seilwinde ermöglicht er Pionieren das Überwinden von Hindernissen und das Befahrbarmachen von Wegen unter Gefechtsbedingungen. © Quelle: Bundeswehr
Ein Raketenwerfer MARS II steht in der Alb-Kaserne.
Der MARS II ist das moderne Raketenartilleriesystem der Bundeswehr, das präzisionsgelenkte Raketen mit Reichweiten von bis zu 84 Kilometern abfeuern kann. Es basiert auf dem amerikanischen MLRS M270, bietet hohe Feuerkraft und Flexibilität und wird vor allem zur Unterstützung von Bodentruppen eingesetzt. © Sebastian Gollnow/dpa
Die Eurofighter sind beeindruckende Kampfjets. Zahlreiche westliche Armeen haben sie in ihrem Bestand. Fotos lassen erahnen, welche technischen Fähigkeiten sie haben.
Der Eurofighter Typhoon ist ein Mehrzweckkampfflugzeug europäischer Herkunft, das durch seine hohe Wendigkeit und vielseitige Bewaffnung sowohl Luftüberlegenheits- als auch Präzisionsangriffe ermöglicht. Er bildet das Rückgrat der Luftwaffen mehrerer europäischer Staaten und ist für Luftverteidigung, Begleitschutz sowie internationale Einsätze ausgelegt. © dpa
U-Boot der Klasse U212A
Die U-Boote der Klasse 212 A sind das Rückgrat der deutschen Marine und zählen zu den modernsten konventionellen U-Booten weltweit. Dank ihres außenluftunabhängigen Brennstoffzellenantriebs sind sie besonders leise, ausdauernd und schwer zu orten, was sie ideal für Aufklärungs- und Spezialoperationen macht. (Symbolfoto)  © picture alliance / Daniel Reinhardt/dpa
Die Bundeswehr in Afghanistan: Von dem Ausspäh-Programm "Prism" wußten die Deutschen angeblilch schon seit 2011.
Der Dingo ist ein gepanzertes Allschutz-Transport-Fahrzeug (ATF) der Bundeswehr, das vor allem für Patrouillen- und Konvoifahrten in gefährlichen Einsatzgebieten entwickelt wurde und durch hervorragenden Minen- und ballistischen Schutz vielen Soldaten das Leben gerettet hat.  © picture alliance / dpa
Bundeswehr
Das MANTIS, ehemals auch Nächstbereichschutzsystem C-RAM (NBS C-RAM), ist ein stationäres Luft-Nahbereichs-Flugabwehrsystem (engl. Short Range Air Defense, kurz SHORAD). Neben den klassischen Zielen der Flugabwehr, wie Flugzeuge und Hubschrauber, kann es sowohl gegen kleine Ziele wie Drohnen/UAVs und Lenkwaffen als auch gegen sogenannte RAM-Ziele (Raketen, Artilleriegeschosse und Mörser) eingesetzt werden. © Bundeswehr
Wiesbaden Army Airfield
Der Kampfhubschrauber Tiger ist ein deutsch-französischer, zweisitziger Mehrzweckhubschrauber der Bundeswehr, der für Panzerabwehr, Luftnahunterstützung und Aufklärung konzipiert wurde. Er ist mit modernen Waffen wie Panzerabwehrlenkraketen, Maschinengewehren und Luft-Luft-Raketen ausgestattet ist. Die Bundeswehr plant, den Tiger bis 2032 aus der Nutzung zu nehmen und schrittweise durch leichtere Kampfhubschrauber zu ersetzen. © Andreas Arnold/dpa
Militärische Fahrzeuge im Norden von Sachsen-Anhalt
Der Schützenpanzer Marder war über Jahrzehnte das Standardfahrzeug der Panzergrenadiertruppe der Bundeswehr und gilt als bewährtes, wendiges und feuerkräftiges Waffensystem. Mit seiner 20-mm-Bordmaschinenkanone, Panzerabwehrlenkwaffen und moderner Nachtsichttechnik bot er den Panzergrenadieren Schutz, Mobilität und vielseitige Einsatzmöglichkeiten – sowohl im Kalten Krieg als auch bei Auslandseinsätzen, etwa in Afghanistan. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Symbolbild: Das Panzergrenadierbataillon 112 ist mit dem Schützenpanzer Puma auf dem Weg in die Letzlinger Heide zum Gefechtsübungszentrum Heer, am 12.02.2024.
Der Puma ist der modernste Schützenpanzer der Bundeswehr und ersetzt schrittweise den Marder. Er bietet eine hochmoderne Kombination aus starker Bewaffnung, umfassendem Schutz und digitaler Vernetzung, wodurch er optimal auf die Anforderungen moderner Gefechtsführung und die Zusammenarbeit mit dem Kampfpanzer Leopard 2 ausgelegt ist. © Bundeswehr/Julia Dahlmann
Tag der Bundeswehr 2024
Der CH-53 ist der größte und schwerste Transporthubschrauber der Bundeswehr und seit 1975 im Einsatz, vor allem für den schnellen Transport von Personen, Material und bei Katastrophenhilfe sowie in Auslandseinsätzen wie Afghanistan und Mali. Aufgrund seines Alters und steigender Wartungsprobleme soll der CH-53 bis 2030 durch den moderneren CH-47F Chinook ersetzt werden. © Frank Hammerschmidt/dpa

Markus Knauff geht einen ähnlich radikalen Schritt. Wenn China die Produktion von Waffen ohnehin bestimme, wenn Töten überhaupt unmoralisch sei – warum dann noch die Kapitalisten daran verdienen lassen?, fragt der Autor aktuell im Freitag. Ihm zufolge könnten keine zwei Meinungen darüber bestehen, dass „zutiefst unmoralisch ist, wenn ein ganzer Industriezweig massiv davon profitiert“, wie er schreibt. Einen Einstieg des Staates als kleiner Teilhaber müsse er somit schon als einen Anfang vom Ende betrachten. Als klares moralisches Signal. Als Preisbremse mithin, wenn der Staat anstelle der Unternehmer oder Shareholder den Produktionspreis bestimmen könne.

„Warum verstaatlichen wir nicht die Rüstungsproduktion?“, fragt Knauff. „Der Staat könnte dann die militärische Kapazität sichern, ohne den Anreiz für eskalierende Konflikte zu verstärken.“

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