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Fabian Müller
Florian Naumann
Bedrettin Bölükbasi
Franziska Schwarz
Die Gegenoffensive der Ukraine kommt nur langsam voran. Auf der Krim wird eine starke Explosion gemeldet. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.
- Drohnen-Angriff auf der Krim: Gouverneur spricht von Explosion
- Gegenoffensive der Ukraine: Truppen von Wolodymyr Selenskyj arbeiten sich an drei Fronten vor
- Die verarbeiteten Informationen zum Ukraine-Krieg stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber teils auch von den Kriegsparteien aus Russland und der Ukraine sowie deren Verbündeten. Einige Angaben lassen sich deshalb zum Teil nicht unabhängig überprüfen.
Update vom 2. August, 8.03 Uhr: Dieser News-Ticker zum Ukraine-Krieg ist beendet. Die weiteren Entwicklungen hier.
Update vom 1. August, 23 Uhr: Warschau hat am Dienstagabend bestätigt, dass zwei Hubschrauber aus Belarus den Luftraum Polens verletzt haben. Dies sei im Rahmen einer Übung passiert, über die Minsk das Nachbarland im Voraus informiert habe. Zunächst hatte Polen vermeldet, dass keine Verletzung des Luftraums erfolgt sei (siehe Update von 15.30 Uhr). Warschau habe die Nato über den Vorfall informiert und die Grenze zu Belarus zusätzlich mit Soldaten und Kampfhubschraubern abgesichert.
Ukraine und Polen bestellen gegenseitig Botschafter ein
Update vom 1. August, 21.10 Uhr: Die Ukraine und Polen haben im Tagesverlauf den jeweiligen Botschafter des anderen Landes einberufen. Auslöser war eine Bemerkung des polnischen Präsidial-Beraters Marcin Przydacz, die Regierung Kiew solle mehr Wertschätzung für Polens Unterstützung zeigen. Der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums sagte, dem polnischen Botschafter sei mitgeteilt worden, die Behauptungen seien „unwahr und inakzeptabel“.
Das polnische Außenministerium schrieb seinerseits auf Twitter, der ukrainische Botschafter sei als Reaktion auf die „Kommentare von Vertretern der ukrainischen Behörden“ vorgeladen worden. Details wurden nicht genannt. Zwischen beiden Staaten ist etwa ein polnisches Importverbot für ukrainische Agrarprodukte umstritten.
News im Ukraine-Krieg: Neue Explosion auf der Krim – Gouverneur nennt Details
Update vom 1. August, 20.45 Uhr: Der von Russland eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, erklärte am Dienstag, eine Drohne sei in der Region Kara-Koba der Stadt auf der besetzten Halbinsel Krim abgeschossen worden, es habe eine Explosion gegeben. „Vorläufigen Angaben zufolge wurde im Gebiet Kara-Koba eine unbemannte Drohne (UAV) abgeschossen. Am Boden gab es eine Explosion, Gras und Sträucher fingen Feuer“, schrieb Raswoschajew am Dienstag auf seinem Telegram-Kanal. „Die Feuerwehr ist bereits vor Ort und hat begonnen, das Feuer zu löschen.“
Bewohner der Stadt berichteten, sie hätten am Dienstagnachmittag eine laute Explosion gehört, die Fensterscheiben erschüttert und Autoalarme ausgelöst habe. Es gibt Berichte, wonach zudem eine Rauchwolke über dem Stadtzentrum zu sehen gewesen sein soll.
Krieg in der Ukraine: Land an vielen Fronten unter Druck
Update vom 1. August, 19.35 Uhr: Die Ukraine erfährt die größte Gegenwehr derzeit an den Fronten von Kupjansk und Lyman. Das sagte Hanna Maljar, die stellvertretende Verteidigungsministerin der Ukraine, im ukrainischen Fernsehen. Die russische Armee versuche auch, Angriffe an der Swatowe-Front durchzuführen, so Maljar weiter. „Wir haben die russischen Angriffe dort heute den ganzen Tag über abgewehrt.“
Auch an der Bachmut-Front habe die Zahl der russischen Angriffe zugenommen, die ukrainischen Streitkräfte stünden dort praktisch ununterbrochen unter starkem Artilleriebeschuss. Der ukrainischen Soldaten soll es jedoch gelungen sein, in südlicher Richtung vorzurücken. Die russischen Versuche, im Norden ihre verlorenen Stellungen zurückzuerobern, sollen gescheitert sein.
Verhandlungen in Saudi-Arabien anberaumt: Treffen in Dschidda am Wochenende
Update vom 1. August, 18.55 Uhr: Die Anzeichen, dass es am Wochenende in Saudi-Arabien zu einem Gipfeltreffen über den russischen Angriffskrieg kommen wird, verdichten sich. Nachdem bereits das Wall Street Journal darüber berichtet hatte, will nun auch die dpa Informationen aus Diplomatenkreisen in Riad erhalten haben.
Demnach sollen ranghohe Vertreter aus rund 30 Ländern in der Küstenstadt Dschidda tagen. Eine offizielle Bestätigung aus Riad für den Gipfel gibt es bislang nicht. Erwartet werden in Saudi-Arabien unter anderem Vertreter der Ukraine, USA, der EU, Großbritanniens sowie aus Chile, Indonesien, Ägypten und der Türkei, wie es den Diplomaten zufolge hieß. Russland werde nicht teilnehmen.
Wagner-Gruppe marschiert in Richtung Moskau: Bilder zum Putschversuch in Russland




Update vom 1. August, 17.54 Uhr: Die Slowakei hat der Ukraine die ersten zwei von 16 Zuzana-2-Haubitzen übergeben, deren Herstellung gemeinsam von Dänemark, Norwegen und Deutschland finanziert wird. Das teilte das Verteidigungsministerium in Bratislava am Dienstag mit. Die restlichen Exemplare will das Staatsunternehmen Konstrukta-Defence bis Ende 2024 für den Kampf gegen die russische Invasion liefern. Der Gesamtwert der Rüstungsgüter beläuft sich auf rund 92 Millionen Euro.
Russischer Angriff auf Klinik in Cherson
Update vom 1. August, 15.30 Uhr: Bei einem russischen Angriff auf eine Klinik in der ukrainischen Stadt Cherson sollen ein Arzt getötet und eine Krankenschwester schwer verletzt worden sein. Das berichtet die Militärverwaltung der Stadt. „Heute um 11.10 Uhr hat der Feind einen weiteren Angriff auf die friedlichen Bewohner unserer Gemeinde verübt“, schrieb ihr Leiter Roman Mrotschko auf Telegram. Der Arzt sei erst seit wenigen Tagen dort tätig gewesen. Seitdem ukrainische Truppen die Stadt ganz im Süden des Landes im November wieder unter ihre Kontrolle gebracht haben, ist sie wieder häufiger Ziel russischer Angriffe. Am Vortag seien bei weiteren Angriffen in der Oblast Cherson vier Leute getötet worden, berichtet das Portal Kyiv Independent. Diese Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.
Drohnenangriffe auf Moskau: USA nehmen Stellung
Update vom 1. August, 13.20 Uhr: US-Außenministeriumssprecher Matthew Miller hat die jüngsten Drohnenangriffe in Moskau kommentiert. Auf eine Journalistenfrage, ob die USA Selenskyjs Willen unterstütze, den Ukraine-Krieg in „seine symbolischen Zentren“ zu tragen, antwortete Miller, er sei sich nicht sicher, ob er dieser Interpretation eines „symbolischen Zentrums“ zustimmen könne. So berichtet es nun die European Pravda.
„Ich möchte sagen, dass wir Angriffe außerhalb der Grenzen der Ukraine weder fördern noch ermöglichen … aber wie wir schon oft gesagt haben, liegt es an der Ukraine, zu entscheiden, wie sie diesen Krieg führt“, fügte Miller laut dem Bericht hinzu.
Drohnen-Angriffe in Moskau für Putin laut Experte „unfassbar schmerzhaft“
Update vom 1. August, 12.30 Uhr: An diesem Montag ist die zweite feindliche Drohne in denselben Glasturm des Wolkenkratzerviertels Moskwa City in Moskau gekracht. In der Ukraine meinte der Experte Iwan Stupak dazu, das russische Abwehrsystem könne solche Angriffe nicht abwehren.
„Die Attacken gegen Moskwa City gelten für den Kreml als unfassbar schmerzhaft, weil das die Unfähigkeit zeigt, das Herz der Hauptstadt zu schützen“, sagte er im staatlichen Fernsehen. Die Objekte flögen unbemerkt, hätten ganz konkrete Ziele, Fenster getroffen, sagte Stupak, der viele Jahre für den Geheimdienst SBU gearbeitet hat.
Am Sonntag (30. Juli) war ein Büro des Digitalisierungsministeriums betroffen. Das sei makellos gelaufen – direkt in den „schwachen Punkt“ des Systems von Kremlchef Wladimir Putin, sagte er.
Angriff im Schwarzen Meer: Ukraine setzt wohl Seedrohnen gegen Russland-Boote ein
Update vom 1. August, 10.48 Uhr: Seit Russland aus dem Getreideabkommen ausgestiegen ist, steht das Schwarze Meer im Zentrum verschärfter Spannungen zwischen Kiew und Moskau. Die Ukraine hat nun nach russischer Darstellung in der Nacht russische Patrouillenboote angegriffen.
Die eingesetzte Waffe seien drei Seedrohnen gewesen, die alle „zerstört“ wurden, teilte das russische Verteidigungsministerium offiziell mit. Seedrohnen sind Boote, die ohne Besatzung auf der Wasseroberfläche eingesetzt und ferngesteuert werden. Moskau wirft der ukrainischen Armee regelmäßig vor, diese für Angriffe im Schwarzen Meer einzusetzen.
Der Vorfall ereignete sich demnach 340 Kilometer südwestlich von Sewastopol, dem Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte auf der Krim. In der vergangenen Woche hatte Russland bereits erklärt, es habe einen Drohnenangriff auf das Patrouillenboot „Sergej Kotow“ abgewehrt.
Prigoschins Wagner-Söldner könnten Putins Männer in Belarus als Ausbilder ablösen
Update vom 1. August, 9.32 Uhr: Die Wagner-Gruppe unter Jewgeni Prigoschin könnte das russische Militär als wichtigsten Ausbildungspartner des belarussischen Militärs ablösen. Zu dieser Einschätzung kam nun das US-Institut für Kriegsstudien (ISW). Denn das belarussische Verteidigungsministerium hatte am 30. Juli bekannt gegeben, dass Wagner-Mitarbeiter „Schulungen“ mit mehreren belarussischen Brigaden durchgeführt hätten, hieß es im jüngsten ISW-Lagebericht zum Ukraine-Krieg.
Die Experten des ISW nannten das „bemerkenswert“, schließlich führe das belarussische Militär solche Übungen „in der Regel mit russischen Ausbildern“ durch. Dem russischen Verteidigungsministerium sei es wahrscheinlich, nach dem gescheiterten Wagner-Aufstand in Russland eine unbekannte Anzahl von Söldnern zu rekrutieren, „obwohl Prigoschin Berichten zufolge die verbleibenden Wagner-Kämpfer angewiesen hatte, sich bis zum 5. August in Weißrussland zu versammeln“, hieß es.
Prigoschin hatte demnach am 30. Juli erklärt, dass „leider einige einem Wechsel aus der Wagner-Gruppe zugestimmt haben“ und sich anderen, nicht näher genannten russischen Sicherheitsdiensten anschlossen. Prigoschin habe diesen Ehemaligen für ihre Dienste gedankt und betont, dass er ihnen einen Wechsel nie verboten habe. Er äußerte aber die Hoffnung, dass man „in Kontakt bleibe“, so das ISW.
Putins Truppen bei Gegenoffensive der Ukraine laut Geheimdienst unter Druck
Update vom 1. August, 8.58 Uhr: Die Gegenoffensive der Ukraine setzt die Russen offenbar unter Druck. „Zu den allgemeinen Problemen der russischen Kommandeure im Süden dürften knappe Bestände an Artilleriemunition, ein Mangel an Reserven und Probleme bei der Sicherung der Flanken der verteidigenden Einheiten gehören“, schätzten britische Geheimdienste die Lage in ihrem jüngsten Update zum Ukraine-Krieg ein.
Die Kämpfe konzentrieren sich demnach vor allem auf zwei Abschnitte in der Südukraine. Südlich der Stadt Orichiw stehe den ukrainischen Angreifern die 58. Armee gegenüber. Diese Truppe habe höchstwahrscheinlich mit Kampfmüdigkeit und Abnutzung in vorgeschobenen Regimentern zu kämpfen, die sich seit mehr als acht Wochen in intensiven Gefechten befänden.
Weiter östlich bei Welyka Nowosilka setzten sich die russischen Truppen aus Einheiten des Östlichen und des Südlichen Militärbezirks zusammen, was zu Abstimmungsproblemen führe. „Teile der 5. Armee dürften besonders unter Druck stehen und wahrscheinlich auch das Gefühl haben, dass eine Rotation aus der Frontlinie längst überfällig sei“, teilte das britische Verteidigungsministerium am Dienstag (1. August) mit.
Drohnen-Angriff in Moskau: Flugverkehr kurzzeitig eingestellt
Update vom 1. August, 6.54 Uhr: Der Moskauer Büroturm, der bereits am Wochenende getroffen wurde, ist erneut Angriffsziel geworden. „Mehrere Drohnen wurden bei dem Versuch, nach Moskau zu fliegen, von Luftabwehrsystemen abgeschossen. Eine flog in denselben Turm (...) wie beim letzten Mal“, erklärte der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin am frühen Morgen auf Telegram.
Bei dem Vorfall sei die Fassade im 21. Stockwerk beschädigt worden. Informationen über Verletzte gab es ihm zufolge nicht. Kurz nach dem Drohnenangriff wurde der Verkehr am internationalen Moskauer Flughafen Wnukowo vorübergehend eingestellt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtete. Flüge wurden auf andere Flughäfen umgeleitet. Wenig später wurde der normale Flugbetrieb wieder aufgenommen.
Moskau liegt rund 500 Kilometer von der Grenze Russlands zur Ukraine entfernt. Das Stadtgebiet und das Umland der russischen Hauptstadt waren seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs zunächst nur selten ins Visier geraten. Zuletzt aber gab es mehrere Drohnenangriffe auf Moskau, für die russische Behörden die Ukraine verantwortlich machten. Der Kreml nannte die Angriffe einen „Akt der Verzweiflung“ der Ukraine, weil diese Rückschläge auf dem Schlachtfeld hinnehmen müsse.
Russland im Ukraine-Krieg in Raketen-Klemme? „Praktisch alles wird direkt verschossen“
Update vom 31. Juli, 22.45 Uhr: Die Ukraine attestiert Wladimir Putins Streitkräften Schwierigkeiten bei der Produktion von Raketen-Nachschub - zumindest bei gewissen Waffenkategorien. Russland arbeite daran, die Herstellung zu beschleunigen, erklärte Andrij Jusow, Sprecher des ukrainischen Verteidigungsgeheimdienstes, in einem Video-Interview. Das Volumen sei aber bei den Herstellern von „Iskander“-Raketen bedeutend kleiner als bei „Kalibr“-Geschossen.
„Praktisch alles, was produziert wird, schießen die russischen Terroristen direkt auf das Territorium der Ukraine“, sagte Jusow laut einem Bericht der Ukrainska Pravda. Dazwischen gebe es „gewisse Pausen“, um wieder Ressourcen sammeln zu können. Schon im Winter hatte die Ukraine lautstark über eine mögliche Raketen-Knappheit in Russland spekuliert. Bereits damals hieß es aus Moskau, der Vorrat an „Kalibr“ werde „niemals“ ausgehen.
Am Montag hat Russland unter anderem einen Raketenschlag auf die Großstadt Krywyj Rih ausgeführt. Nach offiziellen Angaben kamen dabei fünf Menschen ums Leben, darunter ein Kind. 64 Menschen seien verletzt worden, teilte Wolodymyr Selenskyj auf Telegram mit.
Update vom 31. Juli, 20.40 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird im September bei der UN-Generalversammlung in New York erwartet. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf anonyme informierte Quellen. Dort werde er wahrscheinlich seine „Friedensformel“ für den Ukraine-Krieg besprechen. Selenskyjs 10-Punkte-Plan, der vor mehreren Monaten vorgestellt wurde, ruft etwa nach einem vollständigen Abzug russischer Truppen aus ukrainischem Territorium, der Freilassung aller Kriegsgefangener und Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach dem Krieg.
Russlands Pläne im Ukraine-Krieg: Selenskyj hält vollständige Einnahme nun für unmöglich
Update vom 31. Juli, 18.20 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hält eine russische Einnahme der gesamten Ukraine für unmöglich. Die Entwicklung auf dem Schlachtfeld zeige, dass es Russland nicht mehr möglich sei, die Ukraine vollständig zu besetzen und zu zerstören, sagte er dem brasilianischen Nachrichtensender Globo News. Zwar sei es immer noch das russische Ziel, die Ukraine vollständig unter Kontrolle zu bringen, doch Moskau sei nun nicht dazu fähig.
Am Anfang des Krieges hingegen sei dies noch der Fall gewesen, erklärte Selenskyj: „Aber wir haben etwas innerhalb des Landes verändert und auch im Ausland haben wir etwas gemacht, sodass wir stärker als sie geworden sind.“ Selenskyj zufolge wird Russland sicherlich erneut versuchen, die gesamte Ukraine zu besetzen, doch dafür müsse Moskau zunächst Kraft sammeln, sich von Sanktionen befreien und politische Unterstützung sammeln. Die Ukraine werde aber nicht zusehen und „leise“ sein, sondern „handeln“ und dies verhindern.
Mit Blick auf Wladimir Putin sagte Selenskyj: „Er wird keine weiteren 30 Jahre bleiben. Er wird sicherlich sterben, das ist klar. Ihm bleiben aber nicht einmal zehn Jahre. Er ist nicht mehr das, was er einmal war.“
Update vom 31. Juli, 17 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat die enorme Bedeutung der Wirtschaft für die Bewältigung der Probleme des Landes hervorgehoben. „Bei Themen von sozialerer Natur und wirtschaftlicher Entwicklung ist die Wirtschaft das Fundament, um generell alle Probleme zu lösen, die unser Land konfrontieren“, sagte Putin laut der staatlichen Agentur Tass in einem Treffen mit dem Duma-Vorsitzenden Wjacheslaw Wolodin. In Koordination mit der russischen Regierung werde man „Ergebnisse und akzeptable Lösungen“ erzielen, die der Entwicklung Russlands beitragen würden. Westliche Sanktionen im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine setzen die russische Wirtschaft massiv unter Druck.
Ukraine-Krieg: Schoigu will Angriffe gegen die Ukraine verstärken
Update vom 31. Juli, 15.40 Uhr: Die russische Armee hat nach Angaben von Verteidigungsminister Sergej Schoigu ihre Angriffe auf ukrainische Militäreinrichtungen „deutlich verstärkt“. Dies sei eine Antwort auf Angriffe der Ukraine auf russisches Territorium und betreffe unter anderem Einrichtungen, „die diese terroristischen Taten unterstützen“, sagte Schoigu in einem Gespräch mit Militärvertretern. Er bezog sich auf Drohnenangriffe auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim sowie auf russisches Territorium.
Der russische Verteidigungsminister versicherte zugleich, die seit Anfang Juni laufende und lang vorbereitete ukrainische Gegenoffensive sei „erfolglos“ und „gescheitert“. Die vom Westen gelieferten Waffen führten demnach „nicht zum Erfolg, sondern verlängern den Konflikt nur“, erklärte der russische Verteidigungsminister. Der Kreml bezeichnete die Drohnenangriffe auf Moskau als „Verzweiflungstaten“ der Ukraine. „Es ist offensichtlich, dass die Gegenoffensive kein Erfolg ist“, sagte Kreml-Sprecher Dimitri Peskow. Für die ukrainischen Streitkräfte an der Front sei die Lage „sehr schwierig“.
Ukraine-Krieg: Kiews Nationalgarde-Chef empört über westliche Kritik an Gegenoffensive
Update vom 31. Juli, 13.35 Uhr: Der Kommandeur der ukrainischen Nationalgarde, Oleksandr Pivnenko, hat die Kommentare aus dem Westen mit Blick auf die ukrainische Gegenoffensive kritisiert. Gegenüber der ukrainischen Publikation Ukrainska Prawda sagte er: „Ich verstehe es nicht, was haben sie erwartet? Dass wir beim ersten Versuch die Krim erreichen?“ Jeder Vorstoß, „jeder Meter“ sei ein Erfolg der Gegenoffensive, betonte er. „Sie werden sehen, wenn die Zeit kommt, werden wir einen Durchbruch in eine Richtung schaffen“, unterstrich er und ergänzte, man werde Russland aus sehr vielen ukrainischen Gebieten vertreiben. „Wir sind in eine nicht so gute Situation geraten, denn Russland ist ein großes Land mit sehr vielen Ressourcen“, räumte er ein. Dennoch werde man die Grenzen von 1991 erreichen.
Angriffe auf russische Grenzregionen dauern an
Erstmeldung vom 31. Juli: Kiew – Im Ukraine-Krieg beklagen auch die russischen Grenzregionen immer wieder Angriffe von ukrainischer Seite – wobei Opfer und Schäden hier in keinem Verhältnis zu den Kriegsfolgen für die Ukraine stehen. Der Kreml unter Wladimir Putin macht für den Beschuss stets die Regierung von Wolodymyr Selenskyj verantwortlich.
Auch die russische Hauptstadt Moskau war am letzten Juli-Wochenende erneut Ziel von Drohnenangriffen. Kiew hat eine Beteiligung an diesen Attacken offiziell nicht eingestanden. Am Montag (31. Juli) hat Russland nun neue Drohnenangriffe gemeldet: Einen Anschlag auf ein Behördengebäude im Raum Trubtschewsk sowie Zerstörungen in einer Siedlung im Gebiet Rostow. Unabhängig prüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht.
Ukraine macht bei Gegenoffensive wohl kleine Fortschritte an drei Fronten
Schwierig ist es aktuell auch, verlässliche Angaben zur Gegenoffensive der Ukraine zu erhalten. Das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) schreibt in ihrer jüngsten Lage-Analyse immerhin, dass die ukrainischen Streitkräfte führten an mindestens drei Frontabschnitten angeblich Fortschritte machen: der Südflanke von Bachmut, in Richtung Berdjansk in der Region Donezk sowie in Richtung Melitopol in der Region Saporischschja. Russlands Präsident Putin spielt jegliche Erfolge der Gegenoffensive bislang beharrlich herunter.
Geheimdienste: Russland kann eigene Bevölkerung nicht vor Ukraine-Krieg schützen
Dennoch könnte sich Putin bald mit neuen Sorgen der Bevölkerung in Russland konfrontiert sehen. So schätzten es zumindest britische Geheimdienste in ihrem aktuellen Briefing zum Ukraine-Krieg ein. Grund seien die Anhebung des Einberufungsalters für Wehrpflichtige sowie die Erhöhung des Reservistenalters.
„Die erhöhte Wahrscheinlichkeit, zum Kampf gezwungen zu werden, Drohnenangriffe auf Moskau, das außergewöhnliche Maß an innerstaatlichen Repressionen und die jüngste Wagner-Meuterei machen deutlich, dass es dem russischen Staat nicht gelungen ist, die Bevölkerung vor dem Krieg zu schützen“, teilte das britische Verteidigungsministerium am Montag mit.
Reservisten hätten den Großteil der „Teilmobilisierung“ im Herbst 2022 ausgemacht und könnten auch künftig die Zahl der für den Ukraine-Krieg verfügbaren Soldaten erhöhen. Rekruten würden zwar derzeit nicht eingesetzt. Doch würden zusätzliche Wehrpflichtige professionelle und mobilisierte Soldaten von anderen Aufgaben innerhalb Russlands entlasten. (mit Nachrichtenagenturen-Material)
Rubriklistenbild: © Lcpl. Tyler Forti/Imago




