Republikaner fordern Musk auf: Schock-Videos von Kirk-Attentat sollen gelöscht werden
VonBabett Gumbrecht
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Nach den Schüssen auf Charlie Kirk gibt es unzählige Videos auf Plattformen wie X – zum Teil unzensiert. Republikaner fordern Konsequenzen.
Orem/Washington D.C. – Von dem tödlichen Attentat auf den einflussreichen rechten Aktivisten und Unterstützer von Donald Trump Charlie Kirk wurden zahlreiche Videoaufnahmen in den sozialen Medien veröffentlicht. Herausstechen aber vor allem Plattformen wie X oder Facebook. Der Grund: Dort werden die tödlichen Schüsse auf Kirk vom Mittwoch (10. September) unzensiert gezeigt.
Attentat auf Charlie Kirk: Bilder zeigen das Entsetzen – und den mutmaßlichen Täter
Deswegen fordern zwei republikanische Politikerinnen, das Social-Media-Unternehmen X unter Tech-Milliardär Elon Musk auf, alle expliziten Videos der Erschießung des konservativen Aktivisten Kirks zu entfernen. Auch an Mark Zuckerberg und damit Facebook sowie TikTok richtete sie die Forderung.
Republikaner appellieren an Musk: Kirks Familie soll Tragödie nicht „erneut online erleben“ müssen
Die republikanische Kongressabgeordnete Anna Paulina Luna aus Florida appellierte über X an die großen Social-Media-Plattformen: „Er hinterlässt eine Familie und kleine Kinder, und niemand sollte dazu gedrängt werden, diese Tragödie online erneut miterleben zu müssen. Bitte löschen Sie diese Videos“, zitiert Newsweek. Daraufhin schrieb die republikanische Abgeordnete Lauren Boebert aus Colorado, sie schätze Lunas Aufruf und unterstütze ihn.
Luna kritisiert in ihrem Beitrag, dass die Verbreitung solcher Aufnahmen politischer Attentate das bereits angespannte politische Klima in den USA weiter anheize. „Dies sind nicht die einzigen extremen Videos von brutalen Morden, die kursieren – irgendwann führen soziale Medien zur Abstumpfung der Menschheit“, so Luna. Nach Angaben von Newsweek bezieht sich die Aussage auf das Attentat auf die ehemalige Parlamentspräsidentin des US-Bundesstaats Minnesota, Melissa Hortman, im Juni dieses Jahres.
Seit Musk im Oktober 2022 die Plattform X übernommen hat, scheinen dort die ganz eigenen Regeln des Tech-Milliardärs zu gelten: Gewaltverherrlichende Videos, Rassismus oder Diskriminierung sind auf der Social-Media-Plattform keine Seltenheit. „Man kann definitiv sagen, dass, seitdem Elon Musk die Plattform vor gut zwei Jahren übernommen hat, genau das passiert, was eher dem früheren Twitter oft vorgeworfen wurde, nämlich, dass bestimmte Meinungen weniger sichtbar sind“, sagt Simon Hurtz von Watch-Blog im Interview mit dem NDR.
Sowohl bei Republikanern als auch bei Demokraten: Kirk-Attentat bestürzt US-Politiker
Das Kirk-Attentat sorgte in den USA für großes Entsetzen – und zwar in beiden politischen Lagern und in der Bevölkerung. Trump sprach in einem Video von einem „dunklen Moment für Amerika“ und machte die „radikale Linke“ für Kirks Tod verantwortlich. Die oppositionellen Demokraten verurteilten die Gewalttat ebenfalls. Der frühere Präsident Joe Biden und Trumps demokratische Rivalin bei der US-Präsidentschaftswahl 2024, Kamala Harris, erklärten, politische Gewalt habe „keinen Platz“ in den USA.
I am calling on @elonmusk, @finkd, and @tiktok_us to remove the horrifying videos of Charlie Kirk’s murder. He has a family, young children, and no one should be forced to relive this tragedy online. These are not the only graphic videos of horrifying murders circulating— at some…
Linksgerichtete Nutzer äußerten in Onlinemedien teils Genugtuung über Kirks Tod und nannten ihn einen „Hassredner“. Die oppositionellen Demokraten hatten den Angriff auf Kirk dagegen scharf verurteilt. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom nannte den Angriff auf Kirk auf X „widerlich, abscheulich und verwerflich“.
Schuss aus 180 Meter Entfernung: FBI findet Waffe des Kirk-Attentäters
Zum Attentat: Kirk war am Mittwoch (10. September) bei einem Auftritt auf dem Campus der Utah Valley University erschossen worden. Bislang ist der Täter nicht gefasst (Stand: 11. September). Das FBI setzte die Suche nach dem Attentäter fort. Die Ermittler veröffentlichten Aufnahmen einer verdächtigen Person, womöglich im Studentenalter. Auf den unscharfen Bildern ist ein Mensch mit dunkler Basecap und Sonnenbrille und schwarzem Oberteil zu sehen. Darauf scheint ein Logo mit einer US-Flagge zu prangen.
Überblick: Fakten zum Attentat auf Charlie Kirk
Datum
Mittwoch, 10. September 2025
Ort des Anschlags\t
Utah Valley University in Orem südlich von Salt Lake City
Opfer
Charlie Kirk (rechter US-Aktivist, Podcaster, Trump-Unterstützer)
Waffe
Hochleistungs-Bolzengewehr
Täter-Status
Flüchtig (Stand: 11. September)
Bisherige Festnahmen
Drei Personen vorübergehend festgenommen, alle wieder freigelassen\t
Zudem fanden die Ermittler nach eigenen Angaben in einem Waldgebiet nahe dem Tatort die mutmaßliche Tatwaffe. Es handele sich um ein „Hochleistungs-Bolzengewehr“, sagte der zuständige FBI-Agent Robert Bohls. Solche Waffen werden bei der Jagd auf Großwild eingesetzt oder als Präzisionswaffe von Scharfschützen des Militärs. Sie ermöglichen es, Ziele aus großer Distanz zu treffen. Kirk war offenbar aus einer Entfernung von rund 180 Metern mit einem einzigen Schuss tödlich am Hals verletzt worden. (Quellen: Newsweek, NDR, dpa) (bg)