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Die ukrainischen Streitkräfte erhöhen offenbar an der südlichen Front den Druck. Bei Robotyne soll ein Durchbruch durch russische Linien gelungen sein – angeblich dank deutscher Marder-Panzer.
Robotyne – Im Ukraine-Krieg läuft es für Russland vielerorts so gar nicht. Russische Truppen mussten wohl auch deshalb aus Belarus abgezogen werden, weil die Verluste an den Fronten in der Region Saporischschja im Süden und im Donbass im Osten so hoch sind.
Offensive im Ukraine-Krieg: Ukrainer stoßen bei Robotyne wohl durch Russlands Linien
Während bei Bachmut wohl wieder russische T-90M-Panzer verloren gingen, haben die Ukrainer laut eines russischen Militärbloggers am Dienstag (15. August) bei Robotyne angeblich einen punktuellen Durchbruch geschafft. Und zwar mithilfe deutscher Marder-Panzer, die demnach erstmals überhaupt auf dem ukrainischen Schlachtfeld gesichtet wurden.
Bei Twitter kursiert ein Foto, das wohl einen solchen Marder zeigt. In der Regel greift man mit derlei Schützenpanzern im Verbund an, weil ein einzelner Panzer nur sieben bis acht Mann Infanterie transportieren kann. Soll der Marder jetzt die Wende im Süden bringen?
50% chance we saw challengers soon. We saw our first Marder and Stryker. Looks like 82nd (we'll wait for the geo on the stryker) got activated in Robotino. That's it... all the "NATO" brigades are out. No more "oh we have trained brigades in reserves". This is it. pic.twitter.com/4CFMr3AyCx
— Trapped Ion (@SyriaObReloaded) August 15, 2023
Hier, an der südlichen Front, sollen die Ukrainer laut New York Times (NYT) seit Tagen „signifikante“ Fortschritte erzielen. Laut ukrainischen Militärbloggern wurden seit Sonntag (13. August) zeitgleich russische Verteidigungsanlagen von Westen nach Osten bei den Dörfern Nesterianka, Kopani, Robotyne, Werbowe und Novofedorivka angegriffen.
Offensive im Ukraine-Krieg: Deutsche Marder erstmals an der Front gesichtet
Rund 20 Kilometer südlich von Robotyne liegt die strategisch wichtige Kleinstadt Tokmak, die Russland zu einer regelrechten Festung ausgebaut hat. Dorthin wollen die Ukrainer kommen, um Berdjansk und Melitopol ins Visier nehmen zu können. Der aktuelle Großangriff dürfte darauf abzielen, einen Keil zwischen die russischen Stellungen in der Region zu schlagen. Bei Robotyne geht es offenbar voran.
Der russische Blogger „Militär-Beobachter“ schrieb in einem Posting: „Heute wurde ein deutscher Schützenpanzer Marder 1A3 in der Nähe von Robotyne gesichtet. Offenbar brachte der Feind eine weitere neue Formation in die Schlacht, um die russische Verteidigung zu durchbrechen, was seinen jüngsten Teilerfolg bei Robotyne erklärt.“ Der ukrainische Abgeordnete Juryj Mysyagin schrieb zudem am Dienstag bei Telegram: „Die Streitkräfte der Ukraine schlugen russische Truppen aus dem größten Teil des Dorfes Robotyne nieder. Feindliche Artillerie greift den Norden und die Mitte der Siedlung an.“
Offensive im Ukraine-Krieg: Kiew bekam 40 Marder-Panzer aus Deutschland
Deutschland hatte der Ukraine im Frühjahr 40 Schützenpanzer Marder aus Industrie- und Bundeswehrbeständen geliefert sowie ukrainische Soldaten hierzulande auf dem militärischen Gerät ausgebildet. (pm)
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