„Pünktlich zum Familienfest“

Ukraine-Deal zu Thanksgiving – das steckt hinter der Trump-Deadline

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Donald Trump drängt Selenskyj, seinem Ukraine-Plan bis Thanksgiving zuzustimmen. Kiew warnt vor einem „sehr schwierigen Moment“.

Washington, D.C. – Schon seit Tagen erhöht US-Präsident Donald Trump den Druck auf die Ukraine: Bis Thanksgiving, also bis kommenden Donnerstag (27. November), solle Präsident Wolodymyr Selenskyj den amerikanischen 28-Punkte-Plan zur Beendigung des von Russland begonnenen Ukraine-Kriegs akzeptieren – sonst drohe der Verlust zentraler US-Unterstützung.

US-Präsident Trump bei zurückliegenden traditionellen Truthahn-Begnadigung im Weißen Haus – und Wolodymyr Selenskyj in Kiew: Während Amerika sich auf Thanksgiving vorbereitet, drängt Trump die Ukraine, seinem 28-Punkte-Plan zuzustimmen.

„Auf die eine oder andere Weise müssen wir das beendet bekommen“, sagte Trump am Samstag (22. November) vor Reportern in Washington, schreibt NBC News. Zugleich stellte er Selenskyj vor die Wahl: Wenn der ukrainische Präsident nicht unterschreibe, könne er „mit seinem kleinen Herzen weiterkämpfen, so viel er will“.

Ukraine-Frieden bis Thanksgiving: Warum Trump ein schnelles Ergebnis will

Dass Trump das Ultimatum ausgerechnet auf den wichtigsten Familienfeiertag der USA legt, ist kein Zufall. Bis zum Truthahn-Fest am vierten Donnerstag im November soll nach Trumps Willen nicht nur Amerika am Tisch zusammenkommen, sondern auch der Krieg in Europa einem Deal näherkommen.

Der 28-Punkte-Plan, den Trumps Sondergesandter Steve Witkoff wohl mit enger Einbindung von Außenminister Marco Rubio sowie in Rücksprache mit russischen und ukrainischen Vertretern ausgearbeitet hat, ist radikal: Er sieht vor, dass die gesamte Donbas-Region – inklusive ukrainisch kontrollierter Städte wie Kramatorsk und Slowjansk – am Ende de facto Russland zugeschlagen wird, berichtet der Kyiv Independent. Auch die Krim sowie die Regionen Luhansk und Donezk sollen als russisch anerkannt werden, Cherson und Saporischschja würden entlang der aktuellen Frontlinie „eingefroren“.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Die GUS besteht aus ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die bis heute zum Großteil eng verbunden mit Russland geblieben sind. Doch Moskau-Machthaber Putin hat nicht nur in den Sowjet-Gebieten Freunde. Putin findet auch nach mehreren Jahren Angriffskrieg in der Ukraine noch immer fast weltweit Verbündete. Eine Übersicht: © Imago
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht ein Mann eng an der Seite Wladimir Putins: Alexander Lukaschenko. Das von ihm autoritär beherrschte Belarus teilt sich eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. Lukaschenko unterstützte Putins Truppen logistisch bei ihrer Invasion des Nachbarlandes. © Imago
Kim Jong-un und Wladimir Putin
Ein weiterer enger Verbündeter Wladimir Putins ist Kim Jong-un. Der Machthaber regiert ein totalitäres Nordkorea, das als sozialistische Diktatur historisch enge Beziehungen zu Russland pflegt. © Gavriil Grigorov/Imago
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Im Lauf des Ukraine-Kriegs wurde aus der symbolischen Verbindung ein militärisches Bündnis. Kim Jong-un unterstützte Putins Feldzug mit Waffen, Munition und Soldaten. Laut Schätzungen könnten es mehr als 30.000 Mann aus Nordkorea sein, die an der Front im Ukraine-Krieg kämpfen. Auf dem Bild zu sehen ist ein russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist.  © Imago
Xi Jinping zu Gast bei Wladimir Putin
Die Volksrepublik China pflegt sowohl mit Nordkorea als auch mit Russland enge Beziehungen. Das bewies Präsident Xi Jinping zuletzt durch seinen Besuch Moskaus am „Tag des Sieges“. An der Seite Putins begutachte Xi als Gast auf der Ehrentribüne die große Militärparade, die durch Russlands Hauptstadt rollte. Doch China unterstützt Russland nicht nur symbolisch durch Besuche, sondern auch ganz praktisch mit Seltenen Erden und Devisen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist China der größte Importeur für russische Rohstoffe geworden. © Imago
Präsident Wladimir Putin mit To Lam
Der Dritte im Bunde der ostasiatischen Verbündeten Russlands ist Vietnam. Hier posiert Präsident Wladimir Putin mit Tô Lâm, Präsident Vietnams von Mai 2024 bis Oktober 2024, bei einem Besuch des russischen Staatschefs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © Kristina Kormilitsyna/Imago
Wladimir Putin und Narendra Modi
In Südasien, konkret auf dem indischen Subkontinent, findet sich mit Narendra Modi der nächste enge Verbündete Russlands. Indiens Premierminister pflegt ein enges Verhältnis zu Putin. Hier umarmen sich beide bei einem Treffen in Neu-Delhi im Jahr 2018. Indien ist durch mehrere internationale Organisationen und Bündnisse mit Russland verbandelt. Die wohl wichtigsten darunter sind die Zusammenkunft der sogenannten BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
König Ibrahim Ismail von Johor aus Malaysia beim Besuch Putins in Russland
Auch Malaysia ist wie Russland Mitglied des BRICS-Staatenbundes. In Begleitung seiner Frau Raja Zarith Sofia reiste König Ibrahim Ismail von Johor nach Russland, um Putin im Kreml zu besuchen. © Imago
Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Präsident Wladimir Putin eine gute Beziehung
Zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zählt neben Russland unter anderem die Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Das Land teilt sich mit 7644 Kilometern die längste Landgrenze der Welt mit Russland. Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Putin eine gute Beziehung. Kasachstan bezieht 90 Prozent seiner Waffenimporte aus Russland, das wiederum den in Kasachstan gelegenen Weltraumbahnhof Kosmodrom Baikonur mietet. Beide Länder sind außerdem Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
Putin und Traoré
Zu Putins engen Verbündeten gehört auch Burkina Fasos Regierungschef Inbrahim Traoré. Am 9. Mai 2025 besuchte er Putin in Moskau (im Bild). „Wir glauben, dass der Terrorismus, den wir heute erleben, vom Imperialismus herrührt, und wir bekämpfen ihn“, sagte er bei einem bilateralen Treffen. In Erinnerung geblieben ist auch eine virale Rede beim Afrika-Gipfel im Jahr 2023 in Russland. Im Beisein Putins machte er damals den Westen dafür verantwortlich, dass Afrika trotz seiner Rohstoffe der ärmste Kontinent sei.  © IMAGO/Mikhail Metzel/Kremlin Pool
Ägypten Militärband Moskau
Mehr als 80 Jahre Diplomatie verbinden Ägypten und Russland. Das Land am Nil ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Auch Putin profitiert von den Verbindungen nach Kairo. Der russische Präsident betrachtet Ägypten als Tor nach Afrika. Im August 2022 war eine ägyptische Militärband in Moskau zu Gast (im Bild). Auch bei der Militärparade zum 80. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 marschierte eine Einheit aus Ägypten über den Roten Platz.  © Sergei Bobylev/Imago
Laos-einheit in Moskau
Am „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 paradierte auch eine Einheit aus Laos durch Moskau. Angeblich arbeitet Putin derzeit intensiv daran, das Land in den Krieg gegen die Ukraine einzubinden. Im Sommer 2025 begrüßte er den laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith in Moskau. © Ricardo Stuckert/Imago
Turkmenistan Moskau Parade
Turkmenistan schickte ebenfalls eine Einheit nach Moskau. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.  © Ricardo Stuckert/Imago
Aleksandar Vucic Putin Netanjahu
Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vučić nahm 2025 – wie auch schon 2018 (im Bild) – in Moskau an der Parade vor rund 10.000 Soldaten teil. Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf. © Mikhail Metzel/Imago
Milorad Dodik
Putins wichtigster Mann am Balkan heißt Milorad Dodik (2. von rechts). Der bosnisch-serbische Separatistenführer betreibt seit Jahren die Abspaltung des Landesteils Republika Srpska vom bosnischen Staat. Dodik stimmt sich dabei regelmäßig mit dem russischen Präsidenten ab. © Alexei Nikolsky/Imago
Salva Kiir Putin
Im September 2023 traf sich Putin mit Salva Kiir Mayardit, dem Präsidenten von Südsudan. „Die Welt diktiert, dass niemand allein überleben oder Erfolg haben kann“, sagte Salva Kiir. Zu Putin gewandt meinte er, dass sein Land starke Freunde brauche: „Sie sind einer von ihnen.“ © Valery Sharifulin/Imago
Orban Putin
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán ist Putin im Ukraine-Krieg stets treu geblieben. So hat er während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 den bis dahin weitgehend isolierten Kremlchef zum Ärger vieler EU-Länder überraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert (im Bild). Zugleich nutzt Orbán jede Gelegenheit, um gegen die Ukraine auszuteilen.  © Valeriy Sharifulin/Imago
Putin und Ramaphosa
Ende Juli 2023 war Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei Putin zu Gast. Der Kremlchef hatte seine Gäste zum Abschluss eines zweitägigen Afrika-Gipfels in St. Petersburg eingeladen, den er in der russischen Ostsee-Metropole veranstaltete. Südafrika, das mit Russland, China, Indien und Brasilien die Brics-Staatengruppe bildet, wird wegen seiner Russland-Nähe vom Westen mit Skepsis betrachtet.  © Sergei Bobylev/Imago
Peseschkian Putin
Im Januar 2025 war Massud Peseschkian in Moskau zu Besuch. Dabei unterzeichnete Irans Präsident gemeinsam mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Russland und der Iran vertieften damit ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre.  © Imago
Putin Ortega
Seit vielen Jahren steht Nicaragua an der Seite Putins. Nach dem Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung im Juni 2023 schickte auch Präsident Daniel Ortega (hier ein Bild aus dem Jahr 2014) eine Botschaft nach Moskau. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Ortega und seine Ehefrau sowie Vizepräsidentin Rosario Murillo übermittelten Putin „unsere Zuneigung in revolutionärer Bruderschaft“. © Cesar Perez/afp
Maduro
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro tat es ihm gleich. „Wir senden unsere Umarmung der Solidarität und der Unterstützung an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dem es gelungen ist, einen Versuch des Verrats und des Bürgerkriegs zu bewältigen und seinem Volk den Sieg und den Frieden zu garantieren“, twitterte er damals. © Alexandr Kryazhev/Imago
Putin Goita
Im Juni 2025 verständigten sich Putin und Malis Militärmachthaber Assimi Goïta auf eine bilaterale Kooperation. Russland ist enger Verbündeter von Goïta, der gegen Terrormilizen in Mali auch auf russische Wagner-Söldner setzte. Das Militär hatte sich 2020 und 2021 an die Macht geputscht, die Zusammenarbeit mit Ex-Kolonialmacht Frankreich beendet und sich Moskau zugewandt. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Sassou Nguesso Afewerki
Ende Juli 2023 war Putin gemeinsam mit Denis Sassou Nguesso, dem Präsidenten der Republik Kongo (rechts), und dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki (links) beim Tag der Marine auf der Newa in St. Petersburg unterwegs. Mit ihrem Besuch beim Russland-Afrika-Gipfel konnten die beiden Staatsmänner die Achse zwischen Russland und ihren Ländern noch einmal stärken. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Raúl Castro
Ein besonders inniges Verhältnis pflegt Russland zu Kuba. Für die hoch verschuldete Karibikinsel ist Russland einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Geldgeber. Der Kreml bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat, der den Ukraine-Krieg nicht verurteilt hat, als „sehr wichtigen Partner“. Im Jahr 2014 war Putin beim vormaligen Präsidenten Raúl Castro zu Gast. © Imago
Putin
Der Kremlchef ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 im Westen weitestgehend isoliert. Umso wichtiger ist ihm der Kontakt zu seinen Verbündeten – den sucht er in vielen Fällen auch per Video. Im Mai 2025 nahm er an einer Sitzung der Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit mit ausländischen Staaten teil.  © Alexander Kazakov/Imago

Ende des Ukraine-Kriegs mit Trumps 28-Punkte-Plan? Selenskyj soll bis Donnerstag zustimmen

Parallel dazu soll die ukrainische Armee auf 600.000 Soldaten begrenzt werden, schreibt unter anderem Axios, der Verzicht auf einen NATO-Beitritt dauerhaft in der Verfassung verankert werden und die Stationierung westlicher Truppen in der Ukraine ausgeschlossen bleiben. Im Gegenzug verspricht der Plan vage „verlässliche Sicherheitsgarantien“: Ein erneuter russischer Angriff soll eine „entschlossene, koordinierte militärische Antwort“ der USA und ihrer Verbündeten auslösen sowie die Rückkehr aller Sanktionen gegen Moskau.

Über militärische Fragen hinaus enthält das Dokument weitreichende ökonomische Zusagen: Rund 100 Milliarden US-Dollar eingefrorener russischer Vermögenswerte sollen in einen von den USA geführten Wiederaufbaufonds für die Ukraine fließen – mit 50 Prozent Gewinnbeteiligung Washingtons. Europa soll weitere 100 Milliarden zuschießen, während der Rest der eingefrorenen Gelder in einen gemeinsamen US-russischen Investitionsfonds überführt würde. Parallel dazu sieht der Plan eine schrittweise Aufhebung der Sanktionen, langfristige Energie- und Rohstoffkooperation und eine Rückkehr Russlands in den Kreis der G8 vor, schreibt die Washington Post.

Donald Trump will nach Ende des Ukraine-Kriegs „Friedensrat“ leiten

Auch symbolpolitisch greift die Blaupause tief: Eine neu geschaffene „Friedensrats“-Struktur soll die Umsetzung überwachen – und von Donald Trump persönlich geleitet werden. Alle Kriegsparteien würden eine umfassende Amnestie für Handlungen im Krieg erhalten, Kriegsverbrechen kämen juristisch nicht mehr zur Anklage. Diesen Amnestiepunkt soll nach US-Angaben, so die New York Post, sogar die ukrainische Seite eingefordert haben, nachdem ursprünglich eine umfassende Korruptionsprüfung internationaler Hilfen vorgesehen war.

Was in Trumps 28-Punkte-Plan steht – die Kernpunkte:

- Ukraine soll Donbass ganz abtreten

- Krim, Donezk, Luhansk de facto russisch

- Cherson und Saporischschja: Frontlinie einfrieren

- Ukraine-Armee auf 600.000 Soldaten reduzieren

- NATO-Beitritt für Ukraine dauerhaft ausgeschlossen

- Keine NATO-Truppen in der Ukraine

- Wiederaufbau-Fonds auf Basis gefrorener russischer Gelder

- Amnestie für alle Kriegsparteien

- US-geführter Friedensrat unter Leitung von Trump

Trump-Plan für Ukraine ein Schock: Kiew zwischen Würde, Winter und Waffenhilfe

Für die Ukraine ist der Plan ein Schock. Präsident Selenskyj sprach von „einem der schwierigsten Momente in unserer Geschichte“, da der wichtigste Verbündete versuche, Kiew in ein Abkommen zu drängen, das russische Geländegewinne festschreibt und die ukrainische Armee dauerhaft beschneidet. In einer Videoansprache warnte er, die Ukraine könne bald vor einer Entscheidung stehen „zwischen dem Verlust der Würde oder dem Risiko, einen Schlüsselpartner zu verlieren“.

Hinzu kommt der Zeitpunkt: Während russische Truppen im Osten weiter Druck auf die Front bei Pokrowsk ausüben, warnt der ukrainische Aktivist Serhii Sternenko, schreibt der Kyiv Independent, vor einem „Desaster von strategischem Ausmaß“ durch fehlende Verteidigungsstellungen. Zugleich bombardiert Russland die Energieinfrastruktur und die Ukraine steht vor einem harten Winter. Selenskyj ist auch innenpolitisch in der Defensive: Ein großer Korruptionsskandal rund um Milliarden für Energie- und Verteidigungsprojekte erschüttert sein Umfeld. Ein Umstand, den Beobachter in Kiew und Washington als Schwächemoment sehen, den Moskau und Teile der US-Regierung jetzt ausnutzen.

Trumps Ukraine-Friedensplan: Widerstand in Kiew, US-Kongress und Europa

Auch im ukrainischen Parlament stößt der Plan auf heftige Kritik. Abgeordnete verurteilen, dass die Ukraine ganze Regionen abtreten, ihre Streitkräfte verkleinern und auf die NATO-Perspektive verzichten soll, während die vage formulierten Sicherheitsgarantien im Ernstfall von der politischen Lage in Washington abhängen würden, schreibt die Washington Post. Viele sehen darin eine Einladung für Waldimir Putin sich nach einer kurzen Atempause neu aufzustellen und später erneut anzugreifen.

In den USA selbst ist der Widerstand ebenfalls groß – auch in Trumps eigener Partei. Senator Lindsey Graham lobt zwar laut NBC News „viele gute Ideen“ im Entwurf, bezeichnete andere Teile jedoch als „sehr problematisch“ und mahnte, ein Friedensabkommen müsse „ehrenvoll und gerecht“ sein und keinen neuen Konflikt schaffen. Senator Roger Wicker warnt, die Ukraine dürfe nicht gezwungen werden, „Ländereien an einen der schlimmsten Kriegsverbrecher der Welt“ abzugeben und die Größe ihrer Armee sei eine souveräne Entscheidung des Landes. Im Repräsentantenhaus kündigte der Republikaner Michael Turner an, er und viele andere würden jede „erzwungene Zustimmung“ Kiews ablehnen.

Europas Verbündete suchen Gegengewicht zu Trump, Ungarn schert aus

Auf europäischer Seite versuchen die wichtigsten Verbündeten Kiews, den US-Plan umzubauen, ohne Trump frontal zu brüskieren. Mehrere Staats- und Regierungschefs – darunter die Führungen aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Italien, Spanien, Finnland, den Niederlanden, Japan und Norwegen – erklärten gemäß Reuters am Rande des G20-Gipfels in Johannesburg, der Entwurf enthalte „wichtige Elemente“, die für einen „gerechten und dauerhaften Frieden“ notwendig seien, sei aber nur eine „Basis, die weitere Arbeit erfordert“. Besonders kritisch sehen sie die Begrenzung der ukrainischen Armee, die Ukraine „verwundbar für zukünftige Angriffe“ mache.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron betonte, der Plan könne „nicht einfach ein amerikanischer Vorschlag“ sein, sondern müsse auch Sicherheit für „alle Europäer“ bieten. Der deutsche Kanzler Friedrich Merz warnte, ein ukrainischer Zusammenbruch hätte Folgen für „die gesamte europäische Politik“. Derweil stellte Ungarn sich klar hinter den Entwurf. Budapest, schreibt die BBC, sieht in dem Plan „die einzige glaubwürdige Alternative“ und bietet sich als Gastgeber eines möglichen Friedensgipfels an.

28 Punkte für Frieden in Ukraine: Selenskyj soll nach Trump bis Thanksgiving zustimmen

Besonders umstritten ist die Herkunft des Plans. Nach Recherchen von Axios wurde der Entwurf maßgeblich von Steve Witkoff geschrieben, einem Immobilienunternehmer und Trump-Vertrauten, der als Sondergesandter fungiert und eng mit dem russischen Unterhändler Kirill Dmitrijew zusammenarbeitet. Dmitrijew selbst sprach laut dem Portal optimistisch davon, dass in dieser Initiative die russische Position „wirklich gehört“ werde – anders als bei früheren Versuchen. Laut Kyiv Independent betreibt Witkoff sogar einen Schattenkanal im Weißen Haus, der pro-ukrainische Stimmen in der Administration umgeht.

Dies nährte den Verdacht, der Plan sei eher eine russische „Wunschliste“ als ein ausgewogener Vorschlag. US-Senatoren wie Mike Rounds berichteten laut BBC zunächst, ihnen sei von Außenminister Rubio erklärt worden, der Entwurf sei von Russland an die USA herangetragen worden und spiegele nicht die offizielle Position Washingtons wider.

Kurz darauf ruderte das Außenministerium zurück: Sprecher betonten, die Darstellung sei „offensichtlich falsch“. Rubio selbst stellte klar, der Friedensvorschlag sei von der US-Seite „verfasst“, wenn auch auf Grundlage von Input sowohl aus Russland als auch aus der Ukraine. Der Streit zeigt, wie umkämpft die Deutungshoheit über den Plan selbst in Washington ist – und wie groß die Zweifel sind, ob er wirklich amerikanische Interessen und die langfristige Sicherheit Europas abbildet.

Thanksgiving in Stein gemeißelt? Warum Washington beim Zeitplan wieder weicher wird

Während Trump öffentlich auf Schnelligkeit pocht, sendet seine Regierung inzwischen deutlich weichere Signale zur Durchsetzung. In einem Interview mit Fox News Radio erklärte der US-Präsident zwar am Freitag erneut, dass der kommende Donnerstag ein „geeigneter Zeitpunkt“ für ein Abkommen sei, fügte aber hinzu, dass man Fristen auch verlängere, „wenn die Dinge gut laufen“. Am Samstag sagte Trump zudem, schreibt NBC News, der vorgelegte Plan sei „nicht mein letztes Angebot“.

Parallel bemüht sich die US-Diplomatie, den Charakter des Dokuments abzumildern. Rubio sprach öffentlich, wie etwa die New York Post berichtet, von einer Liste „potenzieller Ideen“ zur Beendigung des Kriegs, die auf Inputs „beider Seiten“ basiere – ein deutlicher Unterschied zu der Darstellung, es handele sich um ein fertiges Ultimatum.

Zugleich betonen US-Beamte gegenüber der Washington Post, dass eine tatsächliche Umsetzung Monate intensiver Verhandlungen erfordern würde. Europäische Regierungen, die sich nun in Genf mit US-Vertretern, der Ukraine und dem „EU-3“-Format (Deutschland, Frankreich, Großbritannien) zusammensetzen, versuchen, diese neue Flexibilität laut Reuters zu nutzen. Sie wollen kritische Punkte – etwa Truppenbegrenzungen und Grenzziehungen – zugunsten Kiews entschärfen.

Innenpolitische Motive: Trumps Versprechen vom schnellen Deal in der Ukraine

Dass Trump so vehement auf ein schnelles Ergebnis drängt, hat sicherlich auch innenpolitische Gründe. Vom aktuellen und für den US-Präsidenten immer brisanter werdenden Epstein-Skandal und dessen möglicher Überdeckung einmal abgesehen: Schon im Wahlkampf 2024 hatte er versprochen, den Ukraine-Krieg in kurzer Zeit zu beenden und sich als Deal-Maker präsentiert, der Konflikte dort lösen könne, wo andere gescheitert sind. Der aktuelle Ukraine-Plan ist eng verwoben mit seinem Anspruch, nach dem umstrittenen Gaza-Abkommen erneut als Architekt einer großen internationalen Friedenslösung aufzutreten – inklusive eines von ihm geleiteten „Peace Council“, der Verstöße ahnden und Sanktionen verhängen soll.

Thanksgiving bietet dafür eine ideale Bühne: Der Feiertag erinnert historisch an ein gemeinsames Erntedankfest von Siedlern und Indigenen und gilt vielen US-Bürgerinnen und Bürgern als wichtiger als Weihnachten – ein Tag für Versöhnung und Zusammenhalt. Jedes Jahr ruft der Präsident das Land offiziell dazu auf, innezuhalten und dankbar zu sein. Traditionell gehört dazu die medienwirksame Begnadigung eines Truthahns vor dem Weißen Haus. Dass Trumps Frist genau an diesem Datum ausläuft, erlaubt ihm, innenpolitisch die Geschichte zu erzählen, er habe, wie die Bild schreibt, „pünktlich zum Familienfest“ einen großen Schritt Richtung Frieden erzwungen – selbst wenn die Details des Deals international höchst umstritten bleiben.

Comeback der Atomwaffen-Tests: die nukleare Bedrohung kehrt zurück

Atompilz der nuklearen Explosion bei einem Test am 24. Juni 1957 in Nevada
Sie ist der Schrecken der Moderne und galt lange Zeit als die größte Bedrohung für das Überleben der Menschheit: die Atombombe. Ihre Erfindung nahm ihren Anfang mit der Entdeckung der Kernspaltung durch Otto Hahn und Fritz Straßmann im Jahr 1938. Der erste Test einer Atomwaffe fand am 16. Juli 1946 im US-Bundesstaat New Mexico statt. Dieses Foto zeigt den ikonografischen Atompilz der nuklearen Explosion bei einem Test am 24. Juni 1957 in Nevada. © dpa
Als Vater der Atombombe gilt Dr. J. Robert Oppenheimer.
Als Vater der Atombombe gilt Dr. J. Robert Oppenheimer. Der Atomphysiker leitete das „Manhattan Project“, in dem unter höchster Geheimhaltung ein nuklearer Sprengkörper entwickelt werden sollte. Nach dem ersten erfolgreichen Test war Oppenheimer die Tragweite seiner Erfindung offenbar schnell bewusst. Das machte der Wissenschaftler mit einem aus der Bhagavad Gita, einer heiligen Schrift im Hinduismus, entliehenen Zitat deutlich: „Ich bin zum Tod geworden, der Zerstörer der Welten.“ © Imago
Die erste jemals gezündete Kernwaffe trug den Code-Namen „The Gadget“
Die erste jemals gezündete Kernwaffe trug den Code-Namen „The Gadget“ und war Teil des „Trinity Tests“, der unter Leitung Oppenheimers am 16. Juli 1945 durchgeführt wurde. In diesem Bild posiert der Atomphysiker Norris Edwin Bradbury einen Tag zuvor, am 15. Juli 1945, mit der im Bau befindlichen Bombe. Die erste Atombombe der Menschheitsgeschichte hatte eine Sprengkraft von 21 Kilotonnen TNT.  © Imago
Die Druckwelle der ersten Atombombe in der Menschheitsgeschichte war über 160 Kilometer zu spüren.
Die Druckwelle der ersten Atombombe in der Menschheitsgeschichte war über 160 Kilometer zu spüren. Die Pilzwolke erreichte eine Höhe von etwa zwölf Kilometern. Aufgrund der enormen Hitze, die durch die Atomexplosion freigesetzt wurde, schmolz der Sand in der Umgebung zu grünlichem Glas, das auch als Trinitit bezeichnet wird. Es folgen zahlreiche weitere Tests, darunter dieser am 1. März 1954 auf dem Bikini Atoll im Pazifischen Ozean. © Imago
Die Aufnahme zeigt die Explosion der ersten Atombombe im Rahmen des Trinity-Tests am 16. Juli 1945.
Die Aufnahme zeigt die Explosion der ersten Atombombe im Rahmen des Trinity-Tests am 16. Juli 1945. © Imago
Diese Aufnahme zeigt die Explosion einer Kernwaffe mit der Sprengkraft von 61 Kilotonnen am 4. Juni 1953 in Nevada.
In den Folgejahren testeten die USA munter weiter. Die Sprengkraft der Atombomben wurde dabei sukzessive erhöht. Diese Aufnahme zeigt die Explosion einer Kernwaffe mit der Sprengkraft von 61 Kilotonnen am 4. Juni 1953 in Nevada. © Imago
Soldaten zu Versuchszwecken in der unmittelbaren Nähe von Atomtests
Zu Beginn der Atomwaffenforschung in den USA ignorierte die damalige Militärführung die Gefahren, die durch die radioaktive Strahlung für Menschen in der Umgebung der Explosion entstand. Stattdessen schickte man tausende Soldaten zu Versuchszwecken in die unmittelbare Nähe der Atomtests, wie hier im Jahr 1951 im US-Bundesstaat Nevada. Die größtenteils jungen Soldaten wurden angewiesen, während der Tests die Augen mit Händen oder Ellbogen zu schützen. © imago
Abwurf einer Atombombe auf Nagasaki
Im Zweiten Weltkrieg kam es zum ersten und bislang einzigen Einsatz von Atomwaffen. Am 6. August bombardierten die USA zuerst die japanische Stadt Hiroshima mit einer Kernwaffe. Am 9. August folgte der zweite Abwurf einer Atombombe auf Nagasaki (im Bild). Den Befehl zum Abwurf gab der damalige US-Präsident Harry S. Truman. Sechs Tage nach der Bombardierung von Nagasaki gab Kaiser Hirohito die Kapitulation Japans bekannt. © Imago
Die erste Atombombe (im Bild), die jemals zum Einsatz kam und über Hiroshima detonierte, trug den Codenamen „Little Boy“
Die erste Atombombe (im Bild), die jemals zum Einsatz kam und über Hiroshima detonierte, trug den Codenamen „Little Boy“. Den Sprengkörper, der kurz darauf Nagasaki zerstörte, taufte die US-Luftwaffe auf den Namen „Fat Man“. Die Militärführung der USA wählte die Großstadt Hiroshima als erstes Ziel, weil diese von Luftangriffen bis dahin verschont geblieben war. Die Auswirkungen einer Atombombe konnten so besser eingeschätzt werden. © Imago
Frau, die mit ihrem Kind auf dem Rücken durch die Trümmer des zerstörten Nagasakis läuft.
Die Folgen der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki waren verheerend. Die Explosionen töteten laut Schätzungen etwa 100.000 Menschen sofort. An Folgeschäden starben bis Ende 1945 weitere 130.000 Menschen. In den Folgejahren starben weitere Menschen an durch die nukleare Strahlung ausgelösten Krankheiten. Japan gibt die Gesamtzahl der Todesopfer mit etwa 540.000 an. Im Bild zu sehen ist eine Frau, die mit ihrem Kind auf dem Rücken durch die Trümmer des zerstörten Nagasakis läuft. © Imago
Friedensdenkmal von Hiroshima
An den Einschlag der Atombombe in Hiroshima erinnert noch heute das dortige Friedensdenkmal. Untergebracht ist es einem 1915 erbauten Haus, das infolge der Explosion vollständig ausbrannte. Wegen des geringen Abstands von 140 Metern zum Einschlagsort der Atombombe blieben viele Gebäudestrukturen erhalten, darunter auch die charakteristische Stützkonstruktion des Kuppeldachs. © Imago
Sasaki-Denkmal
In unmittelbarer Nähe des Friedensmuseums befindet sich das Friedensdenkmal der Kinder. Es erinnert an die Schülerin Sadako Sasaki, die zur weltweit bekanntesten Hibakusha (Überlebende der Atombombenabwürfe) wurde. Sie wurde 1943 geboren, blieb zunächst unverletzt, erkrankte aber zehn Jahre später an Leukämie. Sie starb am 25. Oktober 1955 im Alter von 12 Jahren. Die von ihr gefalteten Origami-Kraniche sind zu einem Symbol der internationalen Friedensbewegung und des Widerstands gegen den Atomkrieg geworden. © Imago
Ein Bild vom 6. August 1945 zeigt das vollständig zerstörte Hiroshima und verdeutlich so die Wirkung der Atombombe.
Ein Bild vom 6. August 1945 zeigt das vollständig zerstörte Hiroshima und verdeutlicht so die Wirkung der Atombombe. © Imago
Die erste Wasserstoffbombe in der Geschichte der Menschheit
Am 31. Oktober 1952 gelang den USA der nächste Durchbruch bei der Erforschung von Massenvernichtungswaffen. Unter dem Codenamen „Ivy Mike“ wurde die erste Wasserstoffbombe in der Geschichte der Menschheit über dem Pazifik gezündet. Die Bombe setzte eine Energie von mehr als 10 Megatonnen TNT-Äquivalent frei, was der 800-fachen Sprengkraft der Hiroshima-Bombe entsprach. © Imago
Am 29. August 1949 führte die UdSSR einen erfolgreichen Atombombentest durch
Die USA sind bis heute die einzige Nation, die je eine Atomwaffe in einem Krieg eingesetzt hat. Sie sind aber nicht das einzige Land, das nukleare Bomben im Arsenal hat. Am 29. August 1949 führte die UdSSR einen erfolgreichen Atombombentest durch (im Bild) – und leitete damit einen nuklearen Rüstungswettlauf mit den USA ein, der die Beziehungen beider Länder die nächsten 50 Jahre bestimmen sollte. © Imago
Rakete des Typs Topol-M
Heute soll Russland über mehr als 5400 Atomsprengköpfe verfügen. Bei den jährlich stattfindenden Militärparaden in Moskau präsentiert das Land unter Machthaber Wladimir Putin immer wieder voller Stolz seine atomar bestückbaren Langstreckenraketen, so geschehen im Jahr 2010, als eine Rakete des Typs Topol-M über den roten Platz rollte. © dpa
Aufnahme zeigt einen Atomwaffentest, den die Royal Air Force am 8. November 1957 im Pazifik nahe der Weihnachtsinsel durchführte.
Am 2. Oktober 1952 wurde Großbritannien als dritte Nation der Welt zur Atommacht. Diese Aufnahme zeigt einen Atomwaffentest, den die Royal Air Force am 8. November 1957 im Pazifik nahe der Weihnachtsinsel durchführte. © Imago
Erster erfolgreicher Atomwaffentest Frankreichs nahe der Stadt Reggane in Algerien
Am 13. Februar 1960 folgte Frankreich. Die „Grande Nation“ unternahm ihren ersten erfolgreichen Atomwaffentest nahe der Stadt Reggane, die sich in Algerien befindet und von Wüste umgeben ist. Insgesamt 17 nukleare Sprengkörper zündete die französische Armee dort zu Testzwecken in den Folgejahren, davon vier oberirdisch. © Imago
die Überbleibsel der französischen Militärbasis auf einer der unbewohnten Inseln des Atolls.
Es folgten zahlreiche weitere französische Atomwaffentests, der Großteil auf dem Moruroa-Atoll im Süd-Pazifik. Von 1966 bis 1995 sollen dort insgesamt 179 Kernwaffen gezündet worden sein. Im Bild zu sehen sind die Überbleibsel der französischen Militärbasis auf einer der unbewohnten Inseln des Atolls. © AFP
Jacques Chirac, hier bei einem Treffen mit Wladimir Putin am 30. Mai 2008 in Paris
Frankreichs Präsident Jacques Chirac, hier bei einem Treffen mit Wladimir Putin am 30. Mai 2008 in Paris, geriet infolge der Atomwaffentests in den 1990er Jahren in die Kritik. Es dauerte bis ins Jahr 2008, ehe Frankreich die negativen Auswirkungen der jahrelangen Atomwaffentests auf das Mururoa-Atoll anerkannte und sich bereit erklärte, Entschädigungen für das militärische Personal und betroffene Zivilisten zu übernehmen. © AFP
chinesische Arbeiter, die über den erfolgreichen Atomwaffen-Test in der autonomen Region Xinjiang jubeln.
Am 16. Oktober 1964 wurde die Volksrepublik China Mitglied im erlauchten Kreis der Atommächte. Mithilfe von sowjetischer Technik gelang es den Wissenschaftlern der sozialistischen Diktatur, 15 Jahre nach ihrer Gründung eine eigene Kernwaffe zu entwickeln. Auf dem Bild zu sehen sind chinesische Arbeiter, die über den erfolgreichen Atomwaffen-Test in der autonomen Region Xinjiang jubeln. © Imago
indische Soldaten, die an einem Militärmanöver teilnehmen, bei dem es auch zur Zündung einer Nuklerwaffe kam.
Indien gilt seit 1974 offiziell als Atommacht. Im Bild zu sehen sind indische Soldaten, die an einem Militärmanöver teilnehmen, bei dem es auch zur Zündung einer Nuklearwaffe kam. © Imago
Atrappe der pakistanischen Atombombe
Im Jahr 1976 begann daraufhin das Atomwaffentestprogramm in Pakistan. Der erste erfolgreiche Atomwaffentest Pakistans erfolgte aber erst 1998. Seitdem gilt auch das mit Indien verfeindete Nachbarland offiziell als Atommacht. Beide Staaten streiten bis heute über die Grenzregion Kaschmir. Bei einer dortigen Demonstration im Jahr 2002 trugen Teilnehmer eine Attrappe der pakistanischen Atombombe durch die Straßen. © AFP
israelische F-15-Kampfjets
Israel gilt seit 1985 als faktische Atommacht. Offiziell ist das Nuklear-Programm des Landes aber bis heute nicht. Das Atomwaffenarsenal des Landes wird auf bis zu 200 Sprengköpfe geschätzt. Abgefeuert werden können diese unter anderem von israelischen F-15-Kampfjets (im Bild) und U-Booten der Dolphin-Klasse. © Imago
m Jahr 2005 verkündete Nordkorea, eigene Kernwaffen entwickelt zu haben.
Im Jahr 2005 verkündete Nordkorea, eigene Kernwaffen entwickelt zu haben. International traf diese Behauptung zunächst auf Skepsis. Doch kurz darauf schienen seismische Messungen die Angaben zu bestätigen. Im Jahr 2009 sollen weitere erfolgreiche Tests unternommen worden sein. Zweifelsfrei bestätigt ist das Atomwaffenprogramm Nordkoreas bis heute aber nicht. Zeitgleich entwickelte Nordkorea unter der Führung von Kim Jong-un Trägerraketen mit hoher Reichweite (im Bild). © Imago
Uran-Anreicherungsanlage in Natanz, Iran
Auch der Iran betreibt seit Jahren atomare Forschung. Laut dem Mullah-Regime geht es dabei aber nur um die zivile Nutzung der Kernenergie. Sowohl Israel als auch die mit ihm verbündeten USA bezweifeln dies und gehen davon aus, dass der Iran in Uran-Anreicherungsanlagen wir hier in Natanz auch an der Entwicklung von waffenfähigem Plutonium forscht. © Imago

Ukraine-Krieg und Trumps Friedensplan: Wie es weitergeht – und wie viel Spielraum bleibt

Für die kommenden Tage ist ein dichtes diplomatisches Programm vorgesehen. In Genf arbeiten Vertreter der Ukraine, der USA sowie aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland weiter an dem Entwurf. Rubio und Witkoff werden bei den Gesprächen erwartet, ebenso US-Army-Minister Dan Driscoll, der Selenskyj den Plan bereits in Kiew persönlich überreicht hatte.

Selenskyj bestätigte, dass seine Berater gemeinsam mit den USA und europäischen Partnern an den Punkten arbeiten würden, um sie „wirklich bedeutungsvoll“ zu machen. Für die ukrainische Seite führt der enge Vertraute Andrij Jermak künftig offiziell das Verhandlungsteam, heißt es bei der BBC – mit dem Auftrag, nationale Interessen zu verteidigen und eine dritte russische Großoffensive zu verhindern.

Dass die USA zuletzt von einem starren Ultimatum etwas abrücken und den Plan als „lebendes Dokument“ beschreiben, das sich durch Verhandlungen verändern könne, verschafft Kiew etwas Luft – ändert aber nichts am grundsätzlichen Dilemma. Stimmt die Ukraine zu, riskiert sie langfristige Verwundbarkeit und den Verlust großer Teile ihres Territoriums. Lehnt sie ab, droht zumindest ein teilweiser Rückzug amerikanischer Unterstützung – und damit ein noch härterer Winter an der Front.

Wie viel Handlungsspielraum Selenskyj in dieser Lage tatsächlich hat, wird sich in den Tagen um Thanksgiving zeigen. Sicher ist nur: Für Trump ist das Datum längst mehr als ein Feiertag – es ist die Bühne für sein Versprechen vom schnellen Frieden. (Quellen: NBC News, Axios, Kyiv Independent, Washington Post, BBC, Reuters, New York Post, Bild) (chnnn)

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