Die verarbeiteten Informationen, insbesondere zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg, stammen teils von den Kriegsparteien aus Russland oder der Ukraine. Sie lassen sich deshalb nicht unabhängig überprüfen.
Update vom 23. Juli, 22.05 Uhr: Die ukrainische Armee ist nach Angaben des Generalstabs bei ihrer Gegenoffensive auf schwere russische Gegenwehr im Osten des Landes gestoßen. Zwischen Donezk im Osten und Kupjansk in der nordöstlichen Region Charkiw sollen auf einer Frontlänge von rund 230 Kilometern während der vergangenen 24 Stunden mehr als 27 Gefechte stattgefunden haben, wie aus dem Lagebericht der ukrainischen Streitkräfte hervorgeht. Dabei sei von russischer Seite verstärkt Artillerie und Luftwaffe eingesetzt worden, hieß es. Mehr als 60 Ortschaften in dem Frontabschnitt sollen unter russischen Raketen- und Artilleriebeschuss geraten sein.
Gegenoffensive der Ukraine: Raketen auf Bürgermeister-Haus gefeuert
Update vom 23. Juli, 20:10 Uhr: Raketenangriff in Oleschky: Die Ukraine hat offenbar versucht, den von Russland eingesetzten Bürgermeister der besetzten Stadt in der südukrainische Region Cherson zu töten. Unbestätigte Medienberichten zufolge soll das Wohnhaus des ukrainischen Kollaborateurs Heorhiy Schurawko explodiert sein, nachdem es von Hirmas-Raketen getroffen worden ist. Das berichtet der öffentlich-rechliche Rundfunk der Ukraine unter Berufung auf Jewhen Ryschtschuk, den im Exil lebenden tatsächlichen Bürgermeister von Oleschky. Der Angriff verfehlte aber offenbar sein tatsächliches Ziel. Schurawko soll nicht zuhause gewesen sein.
Ukraine-Krieg: US-Geheimdienst meldet langsamen Fortschritt bei Gegenoffensive
Update vom 23. Juli, 18:41 Uhr: Langsam, aber stetig: Die Ukraine soll bei ihrer Gegenoffensive mittlerweile etwa die Hälfte der Gebiete befreit haben, die Russland bei seiner Invasion ursprünglich besetzt hatte. Das geht aus Erkenntnissen der US-Geheimdienste hervor. Die jüngste Gegenoffensive stehe allerdings erst in den Anfängen und werde ein „sehr harter Kampf“, sagt US-Außenminister Antony Blinken dem Sender CNN. Der Politiker rechnet damit, dass die Ukraine-Offensive noch mehrere Monate andauern wird. Doch die Verluste bei der Gegenoffensive sind hoch, wie Frontkämpfer in einem aktuellen Bericht beklagen.
Ukraine-Krieg: Raketenangriff auf Kathedrale von Odessa – Selenskyj verspricht Rache
Update vom 23. Juli, 17.05 Uhr: Russlands Raketen haben in Odessa die Kathedrale zerstört, Vize-Außenminister Andrij Melnyk nannte den Angriff einen Akt der „Barbarei“. Doch die Ukraine will die Attacke vergelten, das machte am Sonntag der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj deutlich. „Raketen gegen friedliche Städte, gegen Wohngebäude, gegen eine Kathedrale... Es kann keine Entschuldigung für das russische Böse geben“, schrieb Selenskyj auf seinem Telegram-Kanal. „Wie immer wird auch dieses Böse verlieren. Und es wird für Odessa definitiv eine Vergeltung gegen die russischen Terroristen geben.
Russland hatte am vergangenen Montag unter internationalem Protest ein internationales Getreideabkommen mit der Ukraine aufgekündigt und bombardiert seitdem täglich die Hafenstadt Odessa. Vor allem die russischen Oniks-Raketen machen der ukrainischen Abwehr zu schaffen.
Panzer, Drohnen, Luftabwehr: Waffen für die Ukraine
Ukraine-Krieg: Die Ukraine erweitert ihr Luftabwehrsystem
Update vom 23. Juli, 16.17 Uhr: Offenbar hat die Ukraine eigenen Luftabwehrsysteme erweitert. „Die Ukraine hat ihre eigenen Luftabwehrsysteme mittlerer Reichweite entwickelt und testet sie jetzt“, sagte Jehor Tschernjew, Vize-Vorsitzender des Ausschusses für nationale Sicherheit, Verteidigung und Nachrichtendienste in im ukrainischen Parlament. Er fügte hinzu, dass die Tests der Flugabwehrsysteme im Gange und „recht erfolgreich“ seien.
Tschernjew zufolge ähneln die „in der Ukraine hergestellten und von der Ukraine entwickelten“ Luftabwehrsysteme den HAWK-Flugabwehrwaffen, sind jedoch kein Ersatz für die Patriot-Raketen mit größerer Reichweite.
Putin und Lukaschenko treffen sich im Ukraine-Krieg: Kreml-Chef spricht über Verluste Kiews
Update vom 23. Juli, 14.21 Uhr: Die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti berichtet nun Details aus dem Gespräch zwischen Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko. Der Kremlchef sagte bei dem Treffen demnach, dass die russische Armee im Ukraine-Krieg binnen eines Tages „eine Rekordanzahl“ an Militärausrüstung vernichtet habe, welche die Ukraine vom Westen erhalten hatte.
Putin antwortete damit auf eine Äußerung Lukaschenkos, dass die Russen in einem Gefecht mehr als ukrainische 15 Leoparden und mehr als 20 Bradleys zerstört hätten. Putin betonte, dass die Ukraine seit Beginn ihrer Gegenoffensive bereits 26.000 Streitkräfte verloren hätte. Unabhängig prüfen ließen sich diese Angaben nicht. Der Kremlchef wies laut Ria Nowosti auch auf „erhebliche Verluste“ unter ausländischen Söldnern in der Ukraine hin, die dort „wegen ihrer Dummheit“ sterben würden.
Einschätzung der Gegenoffensive der Ukraine: Putin unterbricht Lukaschenko
Update vom 23. Juli, 11.47 Uhr: Erstmals seit dem Wagner-Aufstand in Russland hat Kremlchef Wladimir Putin den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko getroffen. Das Putin-Lukaschenko-Treffen fand in St. Petersburg statt. Putin erklärte während des Treffens gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Tass, die Gegenoffensive der Ukraine sei „gescheitert“.
Zuvor hatte Lukaschenko Tass zufolge gesagt, es gebe „gar keine Gegenoffensive“. Daraufhin habe Putin unterbrochen und gesagt, eine Gegenoffensive finde statt, sei aber gescheitert. Die Gespräche mit Lukaschenko sollten zwei Tage lang dauern, fügte Putin gegenüber Tass an.
Putin und Lukaschenko sind enge Verbündete. Der Wagner-Putschversuch wurde nach russischen Angaben durch Vermittlung Lukaschenkos nach wenigen Stunden beendet.
Ukraine veröffentlicht neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg
Update vom 23. Juli, 10.39 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat neue Zahlen zu Russlands Verlusten publiziert. Unabhängig verifizieren ließen sich die Angaben zunächst nicht. Demnach wurden an der Front mehr als 600 russischen Soldaten binnen eines Tages getötet oder verletzt.
Soldaten: 241960 (+630 zum Vortag)
Panzer: 4151 (+11)
Gepanzerte Gefechtsfahrzeuge: 8105 (+9)
Artilleriesysteme: 4658 (+29)
Mehrfach-Raketenwerfersysteme: 697 (+4)
Fahrzeuge und Tanklaster: 7172 (+13)
Kampf- und Aufklärungsdrohnen: 3958 (+14)
Quelle: Angaben des Generalstabs der Ukraine vom 23. Juli 2023
Prigoschin auf der Tagesordnung: Putin trifft Lukaschenko zum Gespräch
Update vom 23. Juli, 9.19 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin plant ein Treffen mit seinem belarussischen Amtskollegen Alexander Lukaschenko, der sich aktuell zu einem Arbeitsbesuch in Russland aufhält, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Tass.
Lukaschenko hatte am 6. Juli vor Reportern gesagt, er und Putin hätten vereinbart, sich „in naher Zukunft“ zu treffen, hieß es weiter. Ihm zufolge stehen auf Tagesordnung des Treffens auch die Situation rund um die Wagner-Gruppe mit ihrem Chef Jewgeni Prigoschin und deren „zukünftige Operationen“.
Explosion auf der Krim galt wohl militärischen Einrichtungen
Update vom 22. Juli, 22.35 Uhr: Eine unbekannte Quelle aus dem inneren Kreis der ukrainischen Armee hat gegenüber der Nachrichtenagentur AFP bestätigt, dass die ukrainischen Streitkräfte am Samstag einen Drohnenangriff auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim verübt haben. Der Angriff habe laut der Quelle auf „militärische Einrichtungen“ abgezielt und laut dem pro-russischen Krim-Gouverneur Sergej Aksjonow ein Munitionslager getroffen. In der Folge sei in der Region Krasnogwardeiskoje auf der Krim eine Evakuierung im Umkreis von fünf Kilometern um das Lager beschlossen worden.
Update vom 22. Juli, 17.30 Uhr: Der Berater des ukrainischen Präsidialamts, Mikhailo Podolyak, erwartet eine „Revolution“ in Russland. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Unian sagte im ukrainischen Fernsehen, es werde zwar einen weiteren Putsch geben, doch dieser werde anders als die Meuterei von Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin sein. Stattdessen würden kleinere Gruppen Russland Stück für Stück für sich selbst beanspruchen, was zur Revolution führen werde. Kreml-Chef Wladimir Putin formiere eine „zweite Armee“ mit Spezialtruppen innerhalb des Innenministeriums, die ihn schützen sollten. „Aber er liegt falsch, auch diese Armee wird ihn angreifen, da Russland nicht einen schwachen, sondern starken Zaren will“, so Podolyak. Prigoschins Putschversuch habe aber gezeigt, dass Putin „ein Feigling, der keine Entscheidungen treffen kann“ sei.
Ukraine-Krieg: Munitionslager auf der Krim wird beschossen
Update vom 22. Juli, 12.00 Uhr: Auf der Krim ist nach Behördenangaben ein Munitionslager durch einen ukrainischen Drohnenangriff in Brand geraten. Nach ersten Erkenntnissen gebe es keine Toten oder Verletzten, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter Sergej Aksjonow mit. Aus Sicherheitsgründen sei die Evakuierung der anliegenden Ortschaften und die Einstellung des Bahnverkehrs angeordnet worden. In sozialen Netzwerken kursieren Videos, die einen Großbrand dokumentieren. Auf einigen Videos sind auch Detonationen zu hören. Zunächst war auch von einem Angriff auf ein Treibstofflager die Rede. (s. auch Update v. 11.20 Uhr).
Update vom 22. Juli, 11.20 Uhr: Die Ukraine hat russischen Angaben zufolge die annektierte Halbinsel Krim mit Drohnen angegriffen. Ziel des Angriffs sei Infrastruktur im Bezirk Krasnohwardijske im Zentrum der Krim gewesen, teilte der von Russland eingesetzte Gouverneur, Sergej Axjonow mit, ohne Einzelheiten zu nennen. Einsatzkräfte seien vor Ort, um mögliche Folgen zu beseitigen.
Beschuss im Gebiet Donezk: Mehrere Tote - Ukraine beklagt russische Kriegsverbrechen
Update vom 22. Juli, 9.15 Uhr: Durch russische Angriffe im Osten der Ukraine sind nach offiziellen Angaben mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Auf die Ortschaft Nju-Jork im Donbass-Gebiet seien Fliegerbomben des Typs Fab-250 abgeworfen worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Befürchtet wird, dass die Zahl der Opfer noch steigt. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen ein. Zudem meldeten die Behörden des Gebiets Dnipropetrowsk drei Verletzte durch russischen Artilleriebeschuss in Nikopol. Die Stadt liegt am Ufer des Flusses Dnipro auf der gegenüberliegenden Seite des von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerks Saporischschja.
Update vom 22. Juli, 7.40 Uhr: Die russische Armee hat nach Angaben der zuständigen Militärverwaltung sieben Gemeinden im Gebiet Sumy beschossen. Dabei wurde mehr als 161 Explosionen registriert. Russland setzte Artillerie und Mörser ein, darüber hinaus beschoss es die Region mit ungelenkten Flugkörpern und Granatwerfern.
„Krieg statt Frieden“: Krim-Brücke für die Ukraine legitimes Ziel
Update vom 22. Juli, 6.15 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erklärt, dass die Brücke, die die Halbinsel Krim mit Russland verbindet, „Krieg statt Frieden“ bringe und daher ein militärisches Ziel sei. „Dies ist die Route, die genutzt wird, um den Krieg mit Munition zu versorgen, und das geschieht täglich. Dadurch wird die Krim-Halbinsel militarisiert“, erklärte Selenskyj per Videoschaltung auf der Aspen-Sicherheitskonferenz in den USA. Erst kürzlich hatten Explosionen auf der Krim-Brücke zwei Zivilisten getötet und einen Teil der Brücke beschädigt. Die Ukraine begrüßte zwar den Angriff, übernahm aber nicht direkt die Verantwortung.
Könnten weitere Putschversuche auf Putin folgen?
Update vom 21. Juli, 18.19 Uhr: Russische Quellen aus den Geheimdiensten GRU und FSB sowie aus dem Innenministerium rechnen auch in Zukunft mit weiteren Putschversuchen gegenüber Putin. „Jeder hat gesehen, dass sich tatsächlich niemand für Putin eingesetzt hat“, sagte eine anonyme Quelle laut dem russischen Investigativportal The Insider. Der Putsch Wagners habe gezeigt, dass etwas, „was viele bis vor kurzem für absolut unmöglich gehalten haben“, beinahe gelungen wäre. Deshalb „wollen es andere vielleicht noch einmal versuchen“.
GRU-Spione berichten demnach, dass Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin Komplizen in den russischen Sicherheitsbehörden gehabt habe. „Jeder im Verteidigungsministerium und in der gesamten Regierung hat diesen Krieg satt und möchte ihn gerne beenden“, so ein Informant. Deshalb habe Prigoschin Unterstützung erhalten.
Pistorius sichert Polen Unterstützung zu
Update vom 21. Juli, 16.05 Uhr: Nachdem Putin Polen im Falle einer Aggression auf Belarus gedroht hatte, betont Pistorius die Solidarität zu Polen. Pistorius hat der polnischen Regierung die Bereitschaft Deutschlands und der Nato zur Verteidigung seiner Ostgrenze versichert. „Da wo die polnischen Partner Unterstützung brauchen, werden sie sie bekommen“, sagt Pistorius laut der Nachrichtenagentur Reuters bei einer Pressekonferenz. Polen will im Osten an der Grenze zu Belarus mehr Präsenz zeigen.
Ukrainischer Botschafter nach Selenskyj-Kritik abberufen
Update vom 21. Juli, 11.40 Uhr: Kurz nach einer kritischen Äußerung über Präsident Wolodymr Selenskyj ist der ukrainische Botschafter in Großbritannien, Wadym Prystajko, von seinem Posten abberufen worden. Selenskyj ließ das entsprechende Dekret ohne nähere Erläuterungen am Freitag in Kiew auf seiner Website veröffentlichen. Vor knapp einer Woche hatte der Botschafter seinem Staatschef im britischen Fernsehen „ungesunden Sarkasmus“ vorgehalten. Prystajko war drei Jahre lang auf Posten in London. Davor war er Vizeregierungschef und Außenminister.
Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace hatte Kiew zuvor zu mehr Dankbarkeit für bisher gewährte Hilfe im Krieg gegen Russland aufgefordert. Selenskyj fragte daraufhin auf einer Pressekonferenz, was der britische Minister genau wolle. „Soll er mir schreiben. Wir können jeden Morgen dem Minister persönlich nach dem Aufwachen danken“, sagte er. Prystajko hatte diesen Schlagabtausch als kontraproduktiv kritisiert. Großbritannien ist eines der wichtigsten Partnerländer der Ukraine.
Russland hält Übungen im Schwarzen Meer mit scharfer Munition ab
Update vom 21. Juli, 9.40 Uhr: Nach Auslaufen des Ukraine-Getreideabkommens hat die russische Schwarzmeerflotte nach Angaben Moskaus im Schwarzen Meer eine Übung mit scharfer Munition abgehalten. Dabei sei im Nordwesten des Schwarzen Meers ein Zielschiff mit Antischiffraketen beschossen und zerstört worden, erklärte das russische Verteidigungsministerium am Freitag im Online-Dienst Telegram. Russland hatte zuvor angekündigt, Schiffe im Schwarzen Meer mit dem Ziel Ukraine ab Donnerstag als Schiffe einzustufen, „die potenziell militärische Ladung transportieren“.
Bei der nun abgehaltenen Übung hätten die beteiligten Schiffe und Marineflugzeuge zudem Maßnahmen zur „Abriegelung des vorübergehend für die Schifffahrt gesperrten Gebiets“ ergriffen und das Festhalten eines angreifenden Schiffs erprobt.
Russland hatte nach dem Auslaufen des Getreideabkommens nicht näher bezeichnete Gebiete in den „nordwestlichen und südöstlichen Gebieten der internationalen Gewässer des Schwarzen Meeres“ als „vorübergehend gefährlich für die Durchfahrt“ erklärt. Schiffsrouten ohne russische Beteiligung einzurichten sei mit „Risiken“ verbunden.
Update vom 21. Juli, 6.15 Uhr: Experten der Internationalen Atomenergiebehörde warten weiterhin auf Zugang zu den Dächern des von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerks Saporischschja. Die Spezialisten hätten Anfang der Woche weitere Inspektionen der Anlage vorgenommen, dabei aber bisher keine sichtbaren Anzeichen von Sprengstoff oder Minen entdeckt, sagte IAEA-Direktor Rafael Grossi laut einem Bericht der Behörde vom Donnerstag. Die IAEA verlange aber weiterhin Zugang zu den Dächern der Reaktoren und ihrer Turbinenhallen, so Grossi.
Der Chef der russischen Atombehörde Rosatom, Alexej Lichatschow, hatte vor gut einer Woche Vorwürfe einer angeblich von Moskau geplanten Sprengung des Atomkraftwerks Saporischschja zurückgewiesen.
Ukraine setzt Streumunition bereits „effektiv“ ein
Kiew – Die Ukraine setzt die von den USA gelieferte Streumunition nach Angaben des Weißes Hauses bereits im Abwehrkampf gegen die russischen Angreifer ein. „Sie setzen sie angemessen ein, sie setzen sie effektiv ein“, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats der US-Regierung, John Kirby, am Donnerstag (20. Juli).
Der Einsatz der Streumunition wirke sich bereits auf russische Verteidigungsstellungen und Offensivmanöver aus, sagte Kirby. Für weitere Details verwies er an die Ukrainer. Das Pentagon hatte vergangene Woche bestätigt, dass die kurz zuvor von den USA zugesagte Streumunition bereits in der Ukraine angekommen sei.
USA: Russland könnte Ukraine Angriffe auf zivile Schiffe vorwerfen
Die US-Regierung warnte zudem erneut davor, dass Russland seine Angriffe nach dem Ausstieg aus dem internationalen Getreideabkommen auf zivile Schiffe im Schwarzen Meer ausweiten und diese dann der Ukraine zur Last legen könnte. „Unsere Informationen weisen darauf hin, dass Russland weitere Seeminen in den Zufahrten zu ukrainischen Häfen gelegt hat“, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby. „Und gestern haben wir beobachtet, dass Russland ein Video der Entdeckung und Detonation einer - wie sie behaupteten - ukrainischen Seemine veröffentlicht hat.“ Es sei möglich, dass dieses Video ein „Vorbote“ für einen Angriff unter falscher Flagge sein könnte.
Russland hatte am Montag das Abkommen zum Export ukrainischen Getreides über das Schwarze Meer trotz aller internationaler Appelle für beendet erklärt. Im Anschluss kündigte Moskau an, Schiffe, die ukrainische Häfen ansteuern, künftig als mögliche militärische Ziele zu betrachten. In den vergangenen Nächten griff Russland zudem den Hafen von Odessa, von wo aus in den vergangenen Monaten viele Millionen Tonnen Nahrungsmittel exportiert wurden, sowie andere ukrainische Städte am Schwarzen Meer an.
UN-Chef verurteilt russische Angriffe auf Odessa
UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die wiederholten russischen Angriffe auf den Hafen von Odessa und andere ukrainische Städte am Schwarzen Meer „aufs Schärfste“. „Die Angriffe widersprechen den Verpflichtungen der Russischen Föderation im Rahmen der Absichtserklärung mit den Vereinten Nationen“, teilte die Weltorganisation mit. Zudem stelle die Zerstörung ziviler Infrastruktur einen Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht dar. (Mit Agenturen)