Gerüchte prompt dementiert

Friedensplan für Ukraine: Chinesische Friedenstruppen absurd – vor allem wegen Trump

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Asiatische Friedenswächter? Gerüchten zufolge werden chinesische Truppen als Teil einer Friedenstruppe in der Ukraine gehandelt – was China prompt dementiert hat. Experten hielten die Teilnahme Chinas an einem europäischen Projekt von vornherein für wenig wahrscheinlich.
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Chinesische Kräfte als Teil einer Ukraine-Friedenstruppe „völlig unwahr“ – China sieht sich als Großmacht und würde keine fremden Kommandeure dulden.

Peking – Chinas Haltung zum Ukraine-Krieg oder zur „Ukraine-Krise“, wie Russlands Überfall in Peking betitelt wird, sei weiterhin „konsistent und eindeutig“, bekräftigte Guo Jiakun. Den Sprecher des Außenministeriums der Volksrepublik China zitiert aktuell die russische Nachrichtenagentur Interfax. Während einer Pressekonferenz am Montag (24. März) sagte er, „dass Berichte über Diskussionen über die Beteiligung Chinas an Friedenstruppen in der Ukraine falsch seien“, wie zuvor auch die chinesische Publikation Global Times berichtet hatte.

Am Freitag (22. März) war Christoph B. Schiltz vorgeprescht mit der Behauptung, China erwäge womöglich, eigene Kräfte für Friedenstruppen in die Ukraine zu entsenden. Ihm zufolge hätten chinesische Diplomaten sondiert, ob sich die Europäer einen solchen Schritt wünschten oder zumindest den Gedanken zuließen, so der Autor der Tageszeitung Welt: „In Brüsseler Diplomatenkreisen hieß es dazu: ,Die Einbindung Chinas in eine ‚Koalition der Willigen‘ könnte die Akzeptanz von Friedenstruppen in der Ukraine durch Russland möglicherweise steigern.‘ In jedem Fall sei die Angelegenheit aber ,heikel‘.“

Friedenstruppe aus China: Außenministeriums-Sprecher sagt, dass der Bericht „völlig unwahr sei“

Heikel vor allem wohl auch deshalb, weil China seit der Intervention Nordkoreas bei der Verteidigung der russischen Region seine Rolle gegenüber seinen beiden Vasallenstaaten neu überdenken muss. Außenministeriums-Sprecher Guo Jiakun habe jedenfalls gesagt, dass der Bericht der Welt „völlig unwahr sei“, wie Interfax weiter berichtet. Demnach werden Friedenstruppen, wie vom britischen Premierminister Keir Starmer und dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron angedacht, ohne den engen Verbündeten Wladimir Putins auskommen müssen – so sich denn Putin und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj unter Führung von US-Präsident Donald Trump auf eine endgültige Waffenruhe einigen.

„Xi sagte Putin, dass die Beziehungen zwischen China und Russland über eine ,starke endogene Dynamik und einen einzigartigen strategischen Wert‘ verfügten und dass die Entwicklungsstrategien und Außenpolitiken Chinas und Russlands ,auf lange Sicht‘ angelegt seien.“

Amber Wang, South China Morning Post

Carla Freeman und Naiyu Kuo sehen Xi Jinping durch vor allem Kims außenpolitischen Vorstoß in die Bredouille manövriert. „Wird China in der Lage sein, die Distanz zu dem Konflikt, die es zu wahren versucht hat, aufrechtzuerhalten und gleichzeitig Moskau zu unterstützen?“, fragen die beiden Analysten des US-Thinktanks United States Institute of Peace. Möglicherweise könnte China sogar einen seiner beiden Vasallen fallenlassen, um sich geopolitisch Ruhe zu verschaffen. Diese Option scheint denkbar anhand der Vermutungen von Viktor Cha. Dem Analysten des Thinktank Center for Strategic and International Studies (CSIS) ist China die Nähe der beiden Staaten mittlerweile suspekt – sie entwickeln ein Eigenleben und könnten beginnen, sich als Verbündete eigen- und übermächtig zu fühlen.

Pavel K. Baev jedenfalls hält die Vermutung einer aktiven, schlichtenden Teilnahme an einer „euro-asiatischen“ Friedensallianz für absurd, wie der Politikwissenschaftler während eines Symposiums des US-Thinktanks Brookings Anfang März geäußert hat. Baev hält eher das Gegenteil für wahrscheinlich: dass China dem Vorhaben Sand ins Getriebe streuen könnte – auch er ist überzeugt, Chinas Staatschef Xi Jinping sei die plötzliche Vertrautheit zwischen den beiden Potentaten Trump und Putin suspekt: „Putins Begeisterung für Verhandlungen mit Trump ärgert China, nicht zuletzt, weil Moskau den Diskurs über die Bekämpfung der ,angelsächsischen‘ Feindseligkeit und den Bruch der US-amerikanischen ‚Hegemonie‘ in der Weltordnung rasch aufgegeben hat.“

Truppen im Ukraine-Krieg: Chinas sieht eine Unternehmung unter westlicher Führung kritisch

Demzufolge würde Xi nichts unterstützen können, was unter Trumps Regie zustande gekommen sei. Dennoch will China an den Verhandlungen auch Fühlung halten. Baev betont, Xi hätte Putin zwar im Rahmen des diplomatisch Gebotenen kritisiert, aber gleichzeitig dem Westen signalisiert, jeder Versuch, die chinesisch-russische Partnerschaft zu schwächen, sei vergebens. „Dieses Signal könnte den Boden für eine neue Initiative bereiten, wenn ein frustrierter Trump den Verhandlungstisch verlässt“, so Baev.

Auch andersherum sieht Jonathan A. Czin eine Beteiligung Chinas an eine Unternehmung unter westlicher Führung kritisch, wie der ehemalige China-Experte des US-amerikanischen Auslandsgeheimdiensts CIA gegenüber Brookings geäußert hat: Czin erinnert daran, dass vorherige US-Regierungen versucht hätten, China zu diskreditieren und von den Märkten zu verdrängen. Ihm zufolge würden die USA ihre eigene Politik untergraben durch eine Quasi-Einladung zur Kooperation.

Lye Liang Fook hält eine Teilnahme Chinas an Friedenstruppen allein aus praktischen Erwägungen für ausgeschlossen. Der Analyst fragt im Online-Magazin der in Singapur erscheinenden Tageszeitung Lianhe Zaobao, wie ein chinesisches Kontingent mit einer europäischen Friedenstruppe zusammenarbeiten wollte: Die Europäer würden wahrscheinlich unter europäischem Kommando stehen und möglicherweise sogar durch US-Informationen versorgt werden oder kooperativ mit US-Kommandeuren führen. Unter diesen Bedingungen könne er sich schwer vorstellen, wie sich die Chinesen dort einpassen könnten, so Lye Liang Fook.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

Trumps schlechter Ruf: Chinesische Friedenstruppe könnte als „zweite Geige“ wahrgenommen werden

Allein an einem Konflikt über das Kommando könnte solch eine Allianz von vornherein scheitern, behauptet der Analyst: „Die chinesische Friedenstruppe könnte, sollte sie eingesetzt werden, als ,zweite Geige‘ wahrgenommen werden, da sie unter den ‚allgemeinen Schutz‘ der USA gestellt würde. Diese Wahrnehmung dürfte Peking nicht gefallen, da sich China als Großmacht sieht, die mehr als in der Lage ist, für ihre eigene Sicherheit zu sorgen.“

Offenbar werde das Verhältnis beider Länder auch durch die beiden Alpha-Politiker Donald Trump und Xi Jinping bestimmt und sei auf einen Tiefpunkt gesackt, behauptet Robert Rust vom US-Thinktank Union of Concerned Scientists. Ihm zufolge ist die Kommunikation beider Länder eingeschlafen, und er befürchtet, dass gerade Trump das Gefühl bekomme, „nur noch militärisch – durch Machtdemonstrationen – mit Peking kommunizieren zu können“, schreibt Rust. Darüber hinaus könnten beide Politiker aufgrund eines gegenläufigen Politikverständnisses aneinandergeraten. Möglicherweise suchen Donald Trump und sein Vize J.D. Vance Gesprächspartner, die „spuren“ – was Xi Jinping sicher verweigern wird.

Das Großmacht-Gebaren beider Länder setzt sich vor allem durch den Rüstungswettlauf auf Hoher See fort: Während die USA China als Seemacht um Jahrzehnte voraus sind, setzt China alles daran, diesen Vorsprung aufzuholen, wie verschiedene Autoren des US-Thinktanks Carnegie Endowment for International Peace betonen. Allerdings treffen sich beide Nationen möglicherweise in dem Punkt, eine gemeinsame Sicht auf die Ordnung in der Welt zu teilen, wie Rosemary Foot urteilt. Die britische Politikwissenschaftlerin geht davon aus, dass beide Nationen das Gefühl einen könnten, ein gemeinsames Schicksal zu teilen und eine „Insel des Konsens‘“ zu finden, wie sie formuliert. Allerdings scheint dieses Ergebnis rund um den Ukraine-Krieg noch verfrüht.

Putins Plus: Beziehungen zwischen China und Russland haben „einen einzigartigen strategischen Wert“

Vor allem deshalb, weil das Telefonat zwischen Wladimir Putin und Donald Trump dazu geführt haben soll, dass sich Xi Jinping und Wladimir Putin wieder „langfristige“ Beziehungen versprochen hätten, wie Amber Wang berichtet hat. Die Autorin der South China Morning Post beobachtet das gestärkte Miteinander zwischen beiden angesichts der „Erwärmung der Beziehungen zwischen den USA und Russland“, sowie sie schreibt.

Das ist erstaunlich angesichts der abgekühlten Temperaturen zwischen beiden Regierungschefs, von dem Laura Bicker noch vor fast einem Jahr für die britische BBC geschrieben hatte, als Wladimir Putin Gast in Peking gewesen war. Putin habe von China als „guter Freund und ein guter Nachbar“ gesprochen; Xi wiederum habe ihn mit allen diplomatischen Zeremonien empfangen und Einheit demonstriert, aber darauf verzichtet „seinen Gast mit Lob zu überhäufen“, wie Bicker beobachtet habe.

Das jüngste Telefonat soll deutlich an Herzlichkeit gewonnen haben, wie Amber Wang für die South China Morning Post behauptet: „Xi sagte Putin, dass die Beziehungen zwischen China und Russland über eine ,starke endogene Dynamik und einen einzigartigen strategischen Wert‘ verfügten und dass die Entwicklungsstrategien und Außenpolitiken Chinas und Russlands ,auf lange Sicht‘ angelegt seien.“

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