Neue „Rüstungs-Initiative“

Ukraine-Krieg zwingt zum Umkleiden: Bundeswehr erhält neue Farben

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Eingekleidet zum Abtauchen: Bundeswehr-Spezialkräfte wie die Kampfschwimmer tragen schon länger das Multitarn-Schema. Bis 2029 sollen alle Kräfte der Bundeswehr ihre „Flecktarn“-Ausrüstung getauscht haben. Der Grün-Anteil wird reduziert zugunsten einer besseren „Unsichtbarkeit“ in städtischen Umgebungen.
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Abschied aus dem Mischwald. Die Bundeswehr will in Städten deutlich „unsichtbarer“ werden. Deshalb wird „Flecktarn“ jetzt gegen „Multitarn“ ausgetauscht.

Berlin – „Wer wider besseren Wissens auf Tarnung verzichtet, riskiert nicht nur die eigene Gesundheit“, sagt Jan Halama. Im Bundeswehr-Podcast „Nachgefragt“ hat der Heeresaufklärer und Leiter des Technologiestützpunkts Tarnen und Täuschen der Bundeswehr betont, wie dringend der Ukraine-Krieg und Wladimir Putins aggressiver Expansionsdrang alle militärischen Kräfte individuell dazu verpflichtet, mit ihrer Umgebung zu verschmelzen. Künftig wird sich auch die Bundeswehr der veränderten Vegetation neu anpassen.

„Multitarn kommt, für alle“, schreibt Waldemar Geiger. Der Autor des Militärjournals hartpunkt.de berichtet, dass die Bekleidung aller kämpfenden Kräfte umgestellt werden wird: vom jetzigen, „Flecktarn“ genannten Muster auf ein unter „Multitarn“ firmierendes Äußeres. Kein neues Muster, sondern eines, das von der Bundeswehr bereits genutzt wird. „Multitarn“ haben bisher ausschließlich die Spezialkräfte getragen, bei der Marine beispielsweise die Kampfschwimmer, im Heer das Kommando Speziakräfte (KSK) oder Fernspäher. Vom Jahr 2026 werde neue persönliche Bekleidung im Querschnitt durch die gesamte Bundeswehr das neue Tarnschema aufweisen, so hartpunkt.

Ukraine-Krieg lebt vor: Tarnen und Täuschen wieder Generaltugenden einer modernen Armee

Tarnen und Täuschen seien wieder zu den Generaltugenden einer modernen Armee zu zählen, erklärte beispielsweise Oberstleutnant Martin Winkler, Leiter des Sachgebietes „Auswertung“ im Kommando Heer, im Bundeswehr-Podcast „Nachgefragt“. Bei den Einsätzen beispielsweise in Afghanistan oder Mali waren Armeen im Gegenteil darum bemüht, wie Winkler sagte, „offen Präsenz zu zeigen und zu stabilisieren“. In einem Krieg, der wie in der Ukraine Mann gegen Mann und von Baumgrenze zu Baumgrenze geführt wird, ist das Gegenteil gefordert. Auch und vor allem aufgrund des massenhaften Auftretens von Drohnen.

„Ich sehe viele kluge Köpfe, aber sie werden nicht zusammengebracht, die Dinge versanden. Die Strukturen sind überbürokratisiert, die Bundeswehr lernt zu langsam. Und das bedeutet: Sie würde im Ernstfall wohl erst durch hohe Verluste Lehren ziehen.“

Sönke Neitzel, Welt

„Wenn ich mit einer Gruppe Soldaten im Gelände oder im Gefecht bin und einer tarnt nicht sein Gesicht oder nicht seinen Helm, dann gefährdet er sein Leben und vor allem das Leben seiner Kameraden“, stellt Halama fest. „Weil dann die Gefahr sehr groß ist, dass dieser eine Soldat entdeckt wird und somit die ganze Gruppe aufgeklärt wird“, sagt der Ausbilder im Podcast „Nachgefragt“. Laut hartpunkt werde bereits neue Bekleidung für die Bundeswehr-Kräfte aus dem 2022 aufgelegten Sondervermögen finanziert. In den 100 Milliarden Euro waren 2022 insgesamt 2,4 Milliarden Euro für die Erneuerung der Bekleidung und der persönlichen Ausrüstung vorgesehen – diese Neuanschaffungen erreichen in diesem Jahr die Truppe.

Gesamtkosten für die letztendliche Umstellung müsse das Bundesverteidigungsministerium aktuell noch schuldig bleiben, wie Euronews berichten. Dem Medium zufolge solle das Einkleiden zum Abtauchen dank neuem Muster aber 2028 und 2029 erfolgen. Wie die Wirtschaftswoche bereits 2016 berichtet hatte, soll sich das Verteidigungsministerium allerdings lange geweigert haben, dieses Tarnschema einzuführen.

Das neue Muster hatte sich indes hartnäckig im Militär und in der Politik gehalten, nachdem das Wehrwissenschaftliche Instituts für Werk- und Betriebsstoffe (WIWeB) in Zusammenarbeit mit der Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH (IABG) bereits 2016 in einer Studie nahe gelegt hat, dass sich die Vegetation dermaßen ändere, dass Soldaten in ihrem alten Flecktarn (5-Farben-Flecktarndruck oder kurz 5 FTD) mit einem hohen Grün-Anteil daraus hervorstechen würden, schreibt das Magazin Soldat & Technik. Wie dessen Autor Waldemar Geiger betont, sollte „zukünftige Bekleidung in einem helleren Tarndruck beschafft werden“. Offenbar hat der Ukraine-Krieg dieser Studie Nachdruck verliehen.

Russland zwingt zu neuem Einsatz: Gefechte künftig immer stärker auf urbane Zentren konzentriert

Laut Soldat & Technik habe sich 2023 auch die damalige Wehrbeauftragte Eva Högel den Wünschen aus der Truppe angeschlossen, allerdings darauf verzichtet, laufende Beschaffungsverfahren umzuwerfen. Da Wladimir Putin gedroht hat, seine Expansion möglicherweise auch auf Nato-Gebiet auszudehnen, scheint die Bundeswehr dazu genötigt zu sein, künftig wieder einen „nennenswerten Beitrag in der klassischen Bündnisverteidigung zu leisten“, wie der Historiker Sönke Neitzel formuliert. Kampfanzüge für Out-of-Area-Einsätze wie in Afghanistan oder Mail können daher eingemottet werden; auch ist unwahrscheinlich, dass eine russische Armee auf breiter Front die Nato angreifen würde, was noch im Kalten Krieg die bestimmende Befürchtung gewesen war.

Auch deshalb hat der 5-Farben-Flecktarndruck ausgedient, auch wenn dieses Tarnschema seine Berechtigung hatte und auch noch haben würde – wie beispielsweise beim Einsatz im grünen europäischen Mischwald, schreibt Waldemar Geiger in hartpunkt. Allerdings gehen Analysten und Militärs seit etlichen Jahren davon aus, dass sich Gefechte künftig immer stärker auf urbane Zentren, also vornehmlich Städte konzentrieren würden. Dort werden dem Multitarn mit seinem deutlich reduzierten Grün-Anteil Vorteile zugesprochen.

Der Feldanzug im „klassischen Flecktarn“ enthält „fünf Farben (Braun, Schwarz und drei Grüntöne) in unregelmäßig gekleckerten Flecken, so die Wirtschaftswoche. Parallel traten die Soldaten „out-of-area“ die Tarn-Variante aus Sandfarben, Braun und leichten Dunkelgrün-Flecken, so das Blatt. Das neue Tarnschema gilt als eine Symbiose beider Muster und besteht aus sechs Farben – sie sollen Soldaten verschwinden lassen in einer Umgebung mit viel Sand beziehungsweise Stein und nur geringem Bewuchs mit Grün. Noch in den 1990er-Jahren waren Bundeswehrsoldaten komplett im reinen Nato-Oliv aufmarschiert.

Nato-Aufgaben geändert: Frontverlauf vermutlich außerhalb von Eichen- und Hainbuchenwäldern

Der damals propagierte Verteidigungsfall war darauf ausgelegt, dass Deutschland an seiner Grenze verteidigt worden wäre – die deutsche „Ostfront“ hätte sich somit beispielsweise in den Eichen- und Hainbuchenwäldern östlich von Braunschweig befunden. „Mit dem vorhandenen Fünffarb-Flecktarn hat man doch eine auf europäische Bedingungen und damit auf das für mindestens ein Jahrzehnt wahrscheinlichste Szenario optimierte Lösung. Welches militärische Argument spricht denn dafür, diese durch eine für Mittel- und Osteuropa weniger optimale Lösung zu ersetzen?“, schreibt Kommentator „Gerlach“ aktuell auf dem Militärblog Augen geradeaus !.

Tarnung bedeutete damals: Schminke ins Gesicht und Zweige an den Helm. Heute würde vermutlich direkt in Braunschweigs Innenstadt gekämpft werden. „Der strategische Wert von Städten liegt nach konventioneller Betrachtung darin, dass sie Industrie-, Wirtschafts-, Politik-, Kommunikations- und Kulturzentren von Staaten bilden. Als solche war ihre Eroberung oder Zerstörung oft das Ziel von Kriegsparteien“, schrieb bereits vor 20 Jahren Stephan Maninger in einer Analyse für den Bundesverband Sicherheitspolitik an Hochschulen. Seine These gilt heute mehr denn je: „Ihre Kontrolle ist zudem oftmals von einer psychologischen Bedeutung, die sich auf den Verlauf eines ganzen Interventionseinsatzes oder Krieges entscheidend auswirken kann.“

Experte über Bundeswehr: „Sie würde im Ernstfall wohl erst durch hohe Verluste Lehren ziehen“

Ein Soldat mit Zweigen am Helm wirkt dort mindestens deplatziert. „Multitarn“ soll ein Tausendsassa der Täuschung werden – universell einsatzbar für verschiedene Umgebungen und unabhängig von Klimazonen. Ob die neue Tarnung auch signifikant gegen Drohnen helfen würde, bleibt bislang unbeantwortet. Drohnen in der Ukraine arbeiten inzwischen bereits mit Wärmebild-Optiken, dagegen sind Tarnschemen machtlos, obwohl das Überleben von vor allem infanteristischen Kräften davon abhängt, dass sie dem Feind so schwer wie möglich machen, sie im Gelände zu identifizieren.

Vom Schützen bis zum General: Das sind die Dienstgrade der Bundeswehr

Reservisten-Kompanie der Bundeswerh in Sachsen
Wie beim Militär üblich, gibt es auch bei der Bundeswehr eine klare Hierarchie in der Truppe. Jeder Soldat und jede Soldatin erhält einen Dienstgrad, über den neben der Position in der Befehlskette und dem Verantwortungsbereich auch die Besoldung geregelt wird. Welche Dienstgrade es in der Bundeswehr gibt und wer in der Hierarchie ganz oben steht, erfahren Sie in dieser Fotostrecke. © Matthias Hiekel/dpa
Freiwilliger Wehrdienst der Bundeswehr im Heimatschutz in Burg
Grundsätzlich lassen sich die Dienstgrade bei der Bundeswehr in drei Oberkategorien einteilen. Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere. Auf der niedrigsten Hierarchieebene in der Bundeswehr stehen zunächst die Mannschaften. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Öffentliches Gelöbnis von Rekruten der Bundeswehr vor dem Abgeordnetenhaus.
Der niedrigste Dienstgrad von Rekruten in der Bundeswehr richtet sich in der Regel nach der Truppengattung. Mögliche Bezeichnungen für die Rekruten lauten Schütze, Flieger oder Matrose. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Ein Gefreiter und ein Obergefreiter der Bundeswehr.
Die verschiedenen Dienstgrade der Bundeswehr lassen sich zur schnellen Erkennung an den Schulterklappen der Soldaten ablesen. Auf der untersten Ebene in den Mannschaften nach dem einfachen Soldaten steht der Gefreite (r) gefolgt vom Obergefreiten (l). Die Schulterklappen zeigen einen bzw. zwei schräge Streifen. Soldaten können frühestens nach drei bzw. sechs Monaten zum Gefreiten oder Obergefreiten ernannt werden.  © Mathias Ernert/dpa
Ein Hauptgefreiter der deutschen Bundeswehr bei einer Übung auf dem Truppenübungsgelände Bergen in der Lüneburger Heide.
Als Nächstes in der Rangordnung folgt der Hauptgefreite, der Schulterklappen mit drei schrägen Streifen trägt. Im Soldatenjargon werden die Querstreifen auch „Pommes“ oder „Fritte“ bezeichnet. Die Mindestdienstzeit für die Ernennung zum Hauptgefreiten liegt bei 12 Monaten. © Chris Emil Janssen/imago-images
Ein Stabsgefreiter der Bundeswehr berät einen Interessenten
Nach drei Jahren im Dienst können Soldaten in den Rang einen Stabsgefreiten aufsteigen. Stabsgefreite steigen auch eine Besoldungsgruppe auf und tragen Schulterklappen mit vier Streifen. © Michael Gottschalk/dpa
Ein Oberstabsgefreiter der Bundeswehr bei einr Militaeruebung.
Nach einem weiteren Jahr im Dienst – also nach vier Jahren – ist die Beförderung zum Oberstabsgefreiten möglich. Bis 2021 bildete der Dienstgrad – zu erkennen an den fünf Querstreifen an den Schulterklappen – den höchsten Dienstgrad in der Laufbahn der Mannschaftssoldaten. © Juliane Sonntag/imago-images
Ein Korporal der Bundeswehr.
2021 schuf die Bundeswehr im Rahmen der „Modernisierung der Laufbahnen“ zwei neue Dienstgrade für Mannschaftssoldaten. Soldaten erhielten nach sieben Jahren im Dienst die Möglichkeit, zum Korporal aufzusteigen. Der mit der Beförderung verbundene Aufstieg in eine höhere Soldgruppe sollte auch die Laufbahn der Mannschaften attraktiver machen. Das Dienstgradabzeichen zeigt einen breiten Querstreifen. © Sebastian Wilke/Bundeswehr/dpa
Ein Oberstabsgefreiter der Bundeswehr wird zum Korporal befördert.
Der zweite neu eingeführte Dienstgrad war der des Stabskorporal, der künftig als neuer Spitzendienstgrad in den Mannschaften agiert. Soldaten können diesen frühestens nach zehn Jahren im Dienst, davon ein Jahr als Korporal, erhalten.  © Sebastian Wilke/Bundeswehr/dpa
Feierliche Vereidigung von Feldwebel und Unteroffiziersanwärtern der Bundeswehr Aufklärungsbataillon.
Die zweite Hauptgruppe der Bundeswehr sind die Unteroffiziere. „Unteroffiziere sind Spezialisten, aber auch Führer, Ausbilder und Erzieher der ihnen unterstellten Soldatinnen und Soldaten. Sie leiten und schulen das ihnen unterstellte Personal, beraten aber auch ihre eigenen Vorgesetzten“, schreibt die Bundeswehr auf ihrer eigenen Website. © imago-images
Unteroffiziere der Bundeswehr bei einer Übung.
Die Unteroffiziere gliedern sich wiederum in zwei Untergruppen. Unteroffiziere mit und ohne Portepee. Letztere vereint die ersten Dienstgrade der Laufbahn unter sich. Den Anfang macht der Unteroffizier. Dieser wird in die gleiche Besoldungsgruppe eingeteilt wie ein Stabsgefreiter. Die Schulterklappen zeigen eine nach unten offenen goldenen Bandstreifen genannt „Tresse“. Wer die Laufbahn eines Unteroffiziers ohne Portepee durchlaufen will, braucht mindestens einen Hauptschulabschluss. Das Pendant der Marine ist der Maat. © Swen Pförtner/dpa
Eine Stabsunteroffizierin der Bundeswehr mit einem Diensthund.
Stabsunteroffiziere bilden den höchsten Dienstgrad in der Gruppe der Unteroffiziere ohne Portepee. Das Dienstgradabzeichen zeigt eine geschlossene Tresse. Beim Sold liegen die Stabsunteroffiziere in der Gruppe A6 oder A7. Erstere ist auf dem Niveau der Korporale und Stabskorporale. Das Pendant der Marine ist der Obermaat. © Lars Heidrich/dpa
Eine Feldwebel der Bundeswehr hilft bei einer Teststation im Kampf gegen das Coronavirus.
Unteroffiziere mit Portepee bilden die nächsthöhere Untergruppe. Um diese Laufbahn anzustreben, brauchen Anwärter neben einem Hauptschulabschluss auch eine abgeschlossene Berufsausbildung. Nach Angaben der Bundeswehr muss sich ein Feldwebel in der Regel für acht bis 13 Jahre verpflichten. Das Dienstgradabzeichen des Feldwebels ist ein Winkel mit der Spitze nach oben in einer geschlossenen Tresse. Bei der Marine trägt der vergleichbare Dienstgrad die Bezeichnung Bootsmann. © Nicolas Armer/dpa
Ein Oberfeldwebel der Bundeswehr bei einer Gefechtsübung.
Das Dienstgradabzeichen mit zwei nach oben zeigenden Winkeln weist den Oberfeldwebel aus. Oberfeldwebel werden unter anderem als stellvertretende Zugführer oder Gruppenführer eingesetzt. In der Marine wird die Bezeichnung Oberbootsmann verwendet. © Jochen Lübke/dpa
Eine Oberfeldwebel der Bundeswehr beim Girls' Day im Bundesverteidigungsministerium.
Eine Besoldungsgruppe über dem Oberfeldwebel ist in der Bundeswehr der Hauptfeldwebel angesetzt. Das Dienstgradabzeichen zeigt einen Kopfwinkel mit der Spitze nach oben. Das Pendant der Marine ist der Hauptbootsmann. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Ein Stabsfeldwebel der Bundeswehr
Der Stabsfeldwebel zählt zu den Spitzenverdienern unter den Unteroffizieren mit Portepee (Besoldungsgruppe A9). Stabsfeldwebel werden neben ihren Aufgaben als Zugführer auch als Kompaniefeldwebel – auch „Spieß“ genannt – eingesetzt. Als solcher agiert er als Führer des Unteroffizierkorps einer Einheit und leitet den Innendienst. In der Marine lautet die Bezeichnung für den Dienstgrad Stabsbootsmann. © Juliane Sonntag/imago-images
Ein Oberstabdsfeldwebel der Bundeswehr in einem Büro.
Den höchsten Dienstgrad der Unteroffiziere mit Portepee bildet der Oberstabsfeldwebel. Er kommt vor allem in höheren Stäben und Ämtern zum Einsatz, dient aber ebenso wie der Stabsfeldwebel auch als „Spieß“ oder Zugführer. Das Dienstgradabzeichen für Oberstabsfeldwebel zeigt einen Kopfwinkel, darunter zwei Winkel. Das Pendant in der Marine heißt Oberstabsbootsmann. © Rolf Vennenbernd/dpa
Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer.
Die dritte und letzte Obergruppe bei der Bundeswehr sind die Offiziere. Die Bundeswehr bezeichnet sie auf ihrer Website als „Manager in Uniform“. Sie führen Kompanien und Bataillone, arbeiten in Stäben und dem Verteidigungsministerium. Neben einer praktischen militärischen Ausbildung absolvieren Offiziersanwärter auch ein akademisches Studium bei der Bundeswehr. Für fast alle Laufbahnen wird deswegen mindestens eine Fachhochschulreife vorausgesetzt. © Jacob Schröter/imago-images
Ein Leutnant der Bundeswehr steht vor einem Militärflugzeug.
Den Anfang in der Offizierslaufbahn macht der Leutnant. Durch seine Stellung kann er sowohl Soldaten aus der Gruppe der Mannschaften, als auch der Unteroffiziere Befehle erteilen. Der Leutnant ist in der Besoldungsgruppe A9 – auf dem Level eines Stabsfeldwebels – eingeordnet. Das Dienstgradabzeichen des Leutnants zeigt einen Stern.  © Lars Klemmer/dpa
Ein Oberleutnant der Bundeswehr bei der Nato-Großübung in Norwegen.
Eine Besoldungsgruppe weiter oben (A10) ist der Oberleutnant angesetzt. In der Regel erfolgt die Beförderung frühestens zwei Jahren nach der Ernennung zum Offizier. Das Dienstgradabzeichen zeigt zwei Sterne. © Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Ein Hauptmann der Bundeswehr auf einem Flugplatz.
Eine Stufe über dem Oberleutnant steht in der Rangordnung der Bundeswehr die Gruppe der Hauptleute. Diese beinhaltet die Dienstgrade Hauptmann und Stabshauptmann. Hauptleute werden häufig als militärische Führer in den Verbänden ihre Truppengattungen eingesetzt. Der Dienstgrad des Stabshauptmanns ist Offizieren des militärfachlichen Diensts vorbehalten. Die Schulterklappen zeigen drei (Hauptmann) oder vier (Stabshauptmann) Sterne. In der Marine lautet die Bezeichnung des Dienstgrads Kapitänleutnant bzw. Stabskapitänleutnant. © Achille Abboud/imago-images
Ein Major der Bundeswehr im Gespräch mit Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius.
Auf die Hauptleute folgt die Dienstgradgruppe der Stabsoffiziere, die in der Regel auf Stabsposten und als militärische Führer eingesetzt werden. Der erste Dienstgrad in der Gruppe ist der Major. Majore werden auch als Hörsaalleiter in Lehreinrichtungen der Bundeswehr oder in Referaten und Ministerien eingesetzt. Das Dienstgradabzeichen zeigt ein Eichenlaub und einen Stern. Das Pendant der Marine ist der Korvettenkapitän. © Bernhard Herrmann/imago-images
Ein Oberstleutnant der Bundeswehr im Gespräch mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.
Der mittlere Dienstgrad der Stabsoffiziere bildet der Oberstleutnant. Diese werden neben den anderen Anwendungsfeldern der Stabsoffiziere auch als Dezernenten oder Referenten in Ämtern oder im Verteidigungsministerium eingesetzt. Das Dienstgradabzeichen zeigt ein Eichenlaub und zwei Sterne. Das Pendant der Marine ist der Fregattenkapitän. © Revierfoto/imago-images
Ein Oberst der Bundeswehr im Gespräch mit Verteidigungsminister Boris Pistorius.
Der Oberst stellt den höchsten Dienstgrad in der Gruppe der Stabsoffiziere dar. In der Regel wird er in leitenden Positionen in Kommandobehörden, Ämtern oder im Verteidigungsministerium eingesetzt. Sein Dienstgradabzeichen zeigt ein Eichenlaub mit drei Sternen. Das Pendant der Marine ist der Kapitän zur See. © IMAGO/JOERAN STEINSIEK
Ein Brigadegeneral der Bundeswehr.
Die Speerspitze in der Hierarchie der Bundeswehr bilden die Generäle. Sie stehen in der Hierarchie ganz oben und dienen vor allem auf Stabsposten und in der Regel nicht in der kämpfenden Truppe. Der rangniedrigste General ist der Brigadegeneral. Eine Beförderung vom Oberst zum Brigadegeneral erfolgt in der Regel aufgrund der Eignung und Leistung des Offiziers und ist nicht an andere Voraussetzungen gebunden. Sein Dienstgradabzeichen zeigt ein goldenes Eichenlaub mit einem goldenen Stern. In der Marine heißt der vergleichbare Dienstgrad Flottillen­admiral. © IMAGO/Björn Trotzki
Christian Freuding, Generalmajor des Heeres der Bundeswehr, Leiter des Lagezentrums Ukraine und des Planungsstabs des Bundesministers der Verteidigung.
Auf den Brigadegeneral folgt in der Rangordnung der Bundeswehr der Generalmajor. In der Praxis erfolgt die Beförderung erst nach mehreren Jahren als Brigadegeneral. Generalmajore übernehmen leitende Funktionen in Kommandobehörden, dem Verteidigungsministerium oder Einrichtungen der Nato. So dient Generalmajor Christian Freuding (Bild) als Leiter des Lagezentrums Ukraine und des Planungsstabs des Bundesministers der Verteidigung. Das Dienstgradabzeichen des Generalmajors zeigt ein goldenes Eichenlaub und zwei goldene Sterne. Das Pendant der Marine ist der Konteradmiral. © IMAGO/M. Popow
Der Inspekteur der Luftwaffe: Generalleutnant Holger Neumann.
Der zweithöchste Dienstgrad der Bundeswehr ist der Generalleutnant. Bei Luftwaffe und Heer gibt es weniger als zwei Dutzend Offiziere mit diesem Rang, die in wichtigen leitenden Positionen eingesetzt werden. So ist der stellvertretende Generalinspekteur der Bundeswehr immer ein Generalleutnant. Auch der Inspekteur der Luftwaffe, Holger Neumann (Stand Mai 2025, Bild), ist im Rang eines Generalleutnants. Sein Dienstabzeichen zeigt ein goldenes Eichenlaub mit drei goldenen Sternen. Das Pendant der Marine ist der Vizeadmiral. © Björn Trotzki/imago-images
Der Generalinspekteur der Bundeswehr: General Carsten Breuer.
Ganz oben in der Hierarchie der Bundeswehr steht der General. Der Dienstgrad ist nur wenigen Soldaten in absoluten Führungspositionen vorbehalten. Der Generalinspekteur der Bundeswehr – höchster militärischer Repräsentant der Bundeswehr – ist General Carsten Breuer (Stand Mai 2025, Bild). Deutsche Generäle dienen auch in Führungspositionen der Nato. Das Dienstgradabzeichen zeigt ein goldenes Eichenlaub und vier goldene Sterne. Zur besseren Unterscheidung von der Dienstgruppe der Generäle wird er deswegen umgangssprachlich als Vier-Sterne-General bezeichnet. Das Pendant der Marine ist der Admiral. © IMAGO/Klaus W. Schmidt

„Die Optiken werden immer besser, und es wird immer schwieriger, sich vor diesen Optiken zu verstecken“, sagt aber Jan Halama. Wärmebildgeräte sind demnach in der Lage, die von einem Körper ausgehende Infrarotsignatur als Wärmestrahlung sichtbar zu machen. Ein Wärmebildsensor vermag trotz vollkommener Dunkelheit oder anderen visuellen Hindernissen wie Rauch oder Nebel Temperaturunterschiede zu registrieren und diese in ein Thermalbild umzuwandeln, schreibt das Outdoor-Magazin Spartanat.

Ob die Bundeswehr dank ihrer neuen Bekleidung kampfkräftiger wird, bleibt abzuwarten – die Erkenntnis über das neue Tarnschema musste auch erst über etliche Jahre hinweg wachsen. Historiker Neitzel bleibt skeptisch, wie er in einem aktuellen Interview gegenüber der Welt geäußert hat: „Ich sehe viele kluge Köpfe, aber sie werden nicht zusammengebracht, die Dinge versanden. Die Strukturen sind überbürokratisiert, die Bundeswehr lernt zu langsam. Und das bedeutet: Sie würde im Ernstfall wohl erst durch hohe Verluste Lehren ziehen.“

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