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Du bist jetzt schon kurz vorm Burnout? BuzzFeed News Deutschland erklärt, wie du dich vor dem 67. Geburtstag vom Acker machst.
Aktuell beträgt das Renteneintrittsalter in Deutschland 67 Jahre. Da das vor allem für die junge Generation in weiter Ferne liegt, träumen viele von einer frühen Rente, wie unsere Autorin. Sie weiß schon mit 26 Jahren, dass sie früh in Rente gehen will. Aber: Je länger du in Rente bist beziehungsweise, also je früher du in Rente gehst, desto teurer wird die Altersvorsorge, da du die Jahre im Ruhestand irgendwie finanzieren musst.
Um früh in Rente zu gehen, gibt es daher eigentlich nur einen Trick: Du musst kompensieren. Sich einfach früh aus der Arbeitswelt zu verabschieden, reicht nicht. Denn je früher du mit einer Lohnarbeit aufhörst, desto eher fallen Gehalt und die damit berechneten Rentenbezüge weg.
Einige fangen deswegen schon früh an, Geld zur Seite zu legen und pflegen einen sparsamen Lebensstil. So wie diese TikTokerin, die plant, mit 40 in Rente zugehen. Andere investieren. BuzzFeed News Deutschland hat ein paar Wege herausgesucht, die dir eine frühe Rente ermöglichen. Wir erklären dir aber auch den Haken an der Sache.
1. Vermögensaufbau
Die Idee dahinter ist einfach: Sobald du genug angespart oder eine abbezahlte Immobilie hast, gehst du in Rente. Oder du gleitest schrittweise in den Ruhestand, also zum Beispiel durch eine Teilzeitarbeit ab 50. Das fehlende Gehalt (und den dadurch geringeren Rentenanspruch) kannst du dann mit eigenem Vermögen kompensieren. Unsere Autorin denkt, der beste Weg, als junger Mensch überhaupt zu eigenem Vermögen zu kommen, ist über Aktien.
2. Früher in Rente gehen mit Rentenabschlag
Die gesetzliche Rente kannst du frühestens im Alter von 63 Jahren in Anspruch nehmen. Dann musst du allerdings mit einem Abschlag rechnen. Wie viel Rente du überhaupt bekommst, hängt von den Rentenpunkten ab, die du bis zum Ruhestand gesammelt hast. Was es damit auf sich hat und die sieben anderen wichtigsten Begriffe rund um die Altersvorsorge liest du hier.
Wenn du mit 63 Jahren in Rente gehen willst, musst du 35 Arbeitsjahre vorweisen, also 35 Jahre in die Rentenversicherung einbezahlt haben. Du kannst auch nach weniger Arbeitsjahren in Rente gehen, in dem du dir Mutterschutz, unter gewissen Umständen Studienjahre, Zeiten, in denen du arbeitsunfähig oder länger erkrankt warst, anrechnen lässt. Du musst aber wissen: Für jeden Monat, den du früher in Rente gehst, gibt es einen Abzug von 0,3 Prozent pro Monat, also 3,6 Prozent pro Jahr.
Rechenbeispiel: Hast du 30 Rentenpunkte gesammelt und beziehst eine Rente von 1128 Euro monatlich, bekommst du nur noch 1085 Euro, wenn du dich entscheidest ein Jahr früher in Rente zu gehen. Die Abschläge kannst du umgehen, aber nur, wenn du 45 Beitragsjahre gesammelt hast.
Mehr dazu: Ob du dir dein Studium für die Rente anrechnen lassen kannst oder nicht, erfährst du hier.
3. Arbeitszeitkonto oder Zeitwertkonto
Das ist eine Möglichkeit, „vorzuarbeiten“, um dann früher in den Ruhestand zu gehen. Vereinfacht gesagt: Ein Sparbuch, in das man Extra-Arbeitszeit einträgt, zum Beispiel Überstunden oder nicht genommenen Urlaub (der über den gesetzlichen Urlaubsanspruch hinausgeht). Das funktioniert aber nur in Ansprache mit dem Arbeitgeber.
Dabei gibt es eine Ansparphase und eine Auszahlungsphase, in der die Zeit in Geld umgerechnet und auch verzinst wird. So kannst du Geld in Form von Zeit für die Rente ansparen und damit ausgleichen, wenn du früher aufhören willst zu arbeiten. Es gibt sogar noch einen Weg, um über den Job früher in den Ruhestand zu gehen, denn dein Arbeitgeber muss dir im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge Geld schenken.
4. Sich arbeitslos melden für Renten- oder Frührentenbeginn
Wenn du alle Voraussetzungen für den Bezug von Arbeitslosengeld erfüllst, bekommst du 60 Prozent deines Nettogehalts der letzten zwölf Monate (Mit Kind 67 Prozent). Unter 50 Jahre hat man ein Jahr lang Anspruch darauf. Wer über 50 Jahre alt ist, kann bis zu zwei Jahre lang Arbeitslosengeld bekommen. Kündigst du selbst, hast du vor der Auszahlung aber noch eine dreimonatige Sperrfrist, in der du kein Geld bekommst. Diese Zeit musst du finanziell selbst überbrücken. So kannst du zwei Jahre früher in Rente gehen, aber auch hier gilt: Die Arbeitslosigkeit hat Einfluss auf die Rentenbezüge.
Mehr dazu: In welchen Ländern die Rente besser geregelt ist als in Deutschland erfährst du hier.
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