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Verbraucher müssen sich auf viele Änderungen im Juni 2024 einstellen

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Einige Änderungen stehen für Verbraucher im Juni 2024 an – etwa bei Disney+, beim Bezahlen per Handy, bei der Bahn und beim Kabel-TV. Rentner erhalten mehr Geld.

Hamm - Kein neuer Monat ohne Neuerungen. Der Juni 2024 bringt viele kleinere und größere Änderungen und Neuregelungen – mit Folgen für Millionen Menschen in Deutschland. Es geht unter anderem um die Erhöhung der Rente, ein neues Bezahlsystem sowie gravierende Umstellungen beim Kabel-TV, Disney+ und der Bahn. wa.de gibt einen Überblick über das, was neu und wichtig ist.

Änderungen im Juni 2024: Überblick über alles, was neu und wichtig ist

Das Jahr 2024 ist reich an Neuerungen und Änderungen. Das sind die wichtigsten im Juni 2024:

  • Rentenerhöhung, aber nicht für alle
  • Wer zum 1. Juni in Rente gehen kann
  • Nebenkostenprivileg beim Kabelfernsehen endet
  • Bahncard 25 und 50 nur noch digital
  • Europawahl erstmals für Jugendliche ab 16
  • Disney+ schränkt Account-Sharing ein
  • Neues Bezahlsystem geht an den Start
  • Gravis schließt alle Filialen
  • Pfund-Scheine mit Charles-Porträt
  • Neue Einschränkungen für Venedig-Urlauber
  • Einbürgerung wird einfacher
  • Termine im Juni 2024: Fußball-EM, Sommersonnenwende und Siebenschläfer

Änderungen im Juni 2024: Rentenerhöhung, aber nicht für alle

Zum 1. Juli 2024 steigt die Rente deutlich an - eine Tabelle zeigt, wie viel Geld es mehr gibt. Millionen Bezieher der gesetzlichen Rente werden von der Erhöhung allerdings schon im Juni profitieren. Und das auch noch zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt, denn der Auszahlungstermin liegt diesmal so früh wie seit Jahren nicht mehr.

Stars packen aus: So hoch ist unsere Rente

Katrin Sass (66): 
Die Schauspielerin bekommt rund 800 Euro
 Rente in Monat. Sie klagt:
 „Davon kann ich nicht
 leben. Ich habe es
 früher leider versäumt, richtig
 für mich vorzusorgen.“ Dass
 sie weiterspielen muss, macht ihr nichts aus. „Es
 macht keinen Sinn,
 von heute auf morgen aufzuhören (...),
 nur weil man ein gewisses Alter erreicht hat.“
Katrin Sass (66): Die Schauspielerin bekommt rund 800 Euro Rente in Monat. Sie klagt: „Davon kann ich nicht leben. Ich habe es früher leider versäumt, richtig für mich vorzusorgen.“ Dass sie weiterspielen muss, macht ihr nichts aus. „Es macht keinen Sinn, von heute auf morgen aufzuhören (...), nur weil man ein gewisses Alter erreicht hat.“ © Britta Pedersen
Hansi Kraus (70): Durch die Verfilmung der Lausbubengeschichten von Ludwig
Thoma ist der Münchner Schauspieler Hansi Kraus zum Kinderstar geworden. Auch wenn er seitdem in unzähligen Filmen aufgetreten ist, hat er nur eine schmale Rente von rund 600 Euro.
Hansi Kraus erklärt: „Finanziell
ausgesorgt habe ich noch lange
nicht.“ Tragisch: „Nach dem Tod
meines Vaters hat mein Bruder
das Erbe, eine Eigentumswohnung, abgestaubt–und er
hat mich komplett außen vor gelassen.
Das hat mich ungefähr 150 000
Euro gekostet.“
Hansi Kraus (70): Durch die Verfilmung der Lausbubengeschichten von Ludwig Thoma ist der Münchner Schauspieler Hansi Kraus zum Kinderstar geworden. Auch wenn er seitdem in unzähligen Filmen aufgetreten ist, hat er nur eine schmale Rente von rund 600 Euro. Hansi Kraus erklärt: „Finanziell ausgesorgt habe ich noch lange nicht.“ Tragisch: „Nach dem Tod meines Vaters hat mein Bruder das Erbe, eine Eigentumswohnung, abgestaubt – und er hat mich komplett außen vor gelassen. Das hat mich ungefähr 150.000 Euro gekostet.“ © Tobias Hase / dpa
Peter Sattmann (75): „Seit Januar 2013 bekomme ich meine Rente. Ich
kann nur sagen, es macht
Spaß, wenn jeden Monat
ein bisschen Geld kommt,
über das man sich keinerlei Gedanken machen
muss. Das ist einigermaßen beruhigend und es ist
sehr viel mehr geworden,
als ich vermutet habe,
weil ich mit 50 Jahren
noch in die Pensionskasse eingestiegen bin. Ich
hatte auch lange Theater
gespielt und in die Bayerische Versorgungskammer
eingezahlt. Wenn ich mich
in meinem Lebensstil zurückschrauben würde,
dann könnte ich, ohne
Geld dazuzuverdienen, gut
auskommen.“
Peter Sattmann (75): „Seit Januar 2013 bekomme ich meine Rente. Ich kann nur sagen, es macht Spaß, wenn jeden Monat ein bisschen Geld kommt, über das man sich keinerlei Gedanken machen muss. Das ist einigermaßen beruhigend und es ist sehr viel mehr geworden, als ich vermutet habe, weil ich mit 50 Jahren noch in die Pensionskasse eingestiegen bin. Ich hatte auch lange Theater gespielt und in die Bayerische Versorgungskammer eingezahlt. Wenn ich mich in meinem Lebensstil zurückschrauben würde, dann könnte ich, ohne Geld dazuzuverdienen, gut auskommen.“ © Britta Pedersen / dpa
Heino (84): „Ich bekomme schon seit
neun Jahren Rente–1635
Euro im Monat. Aber nicht
allein vom Singen. Ich habe als Bäcker und Konditor gearbeitet, habe eine
abgeschlossene Berufsausbildung. Viele meiner
Künstlerkollegen können
nicht auf so eine Rente zurückgreifen. Ich zum Glück
schon, teilweise lebe ich
auch davon.“
Heino (84): „Ich bekomme schon seit neun Jahren Rente – 1635 Euro im Monat. Aber nicht allein vom Singen. Ich habe als Bäcker und Konditor gearbeitet, habe eine abgeschlossene Berufsausbildung. Viele meiner Künstlerkollegen können nicht auf so eine Rente zurückgreifen. Ich zum Glück schon, teilweise lebe ich auch davon.“ © Frank Christiansen / dpa
Jürgen Drews (77): „Ich bekomme gerade einmal 200 Euro im Monat“, verriet Schlagerstar Jürgen Drews. „Davon könnte ich mit Ramona einmal schön essen gehen.“ Sein großes Glück ist, dass seine Hits immer noch gespielt werden. Außerdem habe er vorgesorgt und sein Geld gut angelegt, er müsse sich also keine finanziellen Sorgen machen. Seinen Ruhestand könne er jetzt endlich in vollen Zügen genießen.
Jürgen Drews (77): „Ich bekomme gerade einmal 200 Euro im Monat“, verriet Schlagerstar Jürgen Drews. „Davon könnte ich mit Ramona einmal schön essen gehen.“ Sein großes Glück ist, dass seine Hits immer noch gespielt werden. Außerdem habe er vorgesorgt und sein Geld gut angelegt, er müsse sich also keine finanziellen Sorgen machen. Seinen Ruhestand könne er jetzt endlich in vollen Zügen genießen. © Ina Fassbender / dpa
Hannes Jaenicke (63): „Ich bekomme höchstens 600 Euro Rente“, gesteht er. „Ich bin allerdings auch nie zum Arbeitsamt gegangen und habe mich arbeitslos gemeldet.“ Er habe das als unanständig empfunden, weil er seit vielen Jahren gut verdient. Allerdings besitzt Hannes Jaenicke eine kleine Zwei-Zimmer-Eigentumswohnung in Köln, hat also ein wenig vorgesorgt. Aber solange er als Schauspieler so erfolgreich ist, macht er sich keine Sorgen. Und er verdiene auch mit seinen Vorträgen über Umwelt, Menschenrechte und Tierschutz.
Hannes Jaenicke (63): „Ich bekomme höchstens 600 Euro Rente“, gesteht er. „Ich bin allerdings auch nie zum Arbeitsamt gegangen und habe mich arbeitslos gemeldet.“ Er habe das als unanständig empfunden, weil er seit vielen Jahren gut verdient. Allerdings besitzt Hannes Jaenicke eine kleine Zwei-Zimmer-Eigentumswohnung in Köln, hat also ein wenig vorgesorgt. Aber solange er als Schauspieler so erfolgreich ist, macht er sich keine Sorgen. Und er verdiene auch mit seinen Vorträgen über Umwelt, Menschenrechte und Tierschutz.  © IMAGO/STEFAN SCHMIDBAUER
Thomas Gottschalk (72): Genau 915,79 Euro Rente bekommt Moderator Thomas Gottschalk jeden Monat überwiesen. „Weil ich zu Beginn meiner Karriere, in den 80er-Jahren, beim Bayerischen Rundfunk angestellt war“, sagt der heute 72-Jährige dazu. Allerdings hat er in den letzten 40 Jahren – geschätzte–100 Millionen Euro eingenommen. Rund 50 Millionen alleine für seine Werbung mit den süßen Goldbären. Aber Thomas Gottschalk denkt auch nicht ans Aufhören: „Solange die Leute meine Rübe noch sehen wollen...“, scherzt er immer gerne.
Thomas Gottschalk (72): Genau 915,79 Euro Rente bekommt Moderator Thomas Gottschalk jeden Monat überwiesen. „Weil ich zu Beginn meiner Karriere, in den 80er-Jahren, beim Bayerischen Rundfunk angestellt war“, sagt der heute 72-Jährige dazu. Allerdings hat er in den letzten 40 Jahren – geschätzte – 100 Millionen Euro eingenommen. Rund 50 Millionen alleine für seine Werbung mit den süßen Goldbären. Aber Thomas Gottschalk denkt auch nicht ans Aufhören: „Solange die Leute meine Rübe noch sehen wollen...“, scherzt er immer gerne. © Tom Weller / dpa

Änderungen im Juni 2024: Wer zum 1. Juni in Rente gehen kann

Wo wir gerade bei der Rente sind: Zum 1. Juni 2024 ist der Renteneintritt für unterschiedliche Geburtenjahrgänge möglich – mit und ohne Abschläge:

  • Regelaltersrente: Geboren in der Zeit vom 2. Mai 1958 bis einschließlich 1. Juni 1958 mit Vollendung des 66. Lebensjahres – ohne Abschlag
  • Altersrente für langjährig Versicherte (35 Jahre Wartezeit): Geboren vom 2. Mai 1961 bis einschließlich 1. Juni 1961 - mit 12,6 Prozent Abschlag.
  • Altersrente für besonders langjährig Versicherte (45 Jahre Wartezeit): Menschen, die zwischen dem 2. Januar und dem 2. Februar 1960 geboren sind, können mit Vollendung des 64. Lebensjahres und vier Kalendermonaten diese Altersrente beanspruchen – ohne Abschlag.
  • Altersrente für schwerbehinderte Menschen: Geboren in der Zeit vom 2. September 1962 bis einschließlich 1. Oktober 1962 – mit 10,8 Prozent Abschlag.

Änderungen im Juni 2024: Nebenkostenprivileg beim Kabelfernsehen endet

Zum 30. Juni 2024 endet das Nebenkostenprivileg. Millionen Mieter in Deutschland müssen bis dahin geklärt haben, wie sie in ihrer Wohnung künftig weiter fernsehen, ansonsten droht ab dem 1. Juli ein schwarzer TV-Bildschirm. Vermieter dürfen die TV-Gebühren ab Juli nicht mehr auf die Nebenkosten umlegen. Wer den bestehenden Kabelanschluss weiter nutzen möchte, muss einen Einzelvertrag abschließen - oder sich für eine der Alternativen zu Kabel entscheiden. Das Ende des Nebenkostenprivilegs hat finanzielle Folgen für viele Bürgergeld-Empfänger.

Änderungen im Juni 2024: Bahncard 25 und 50 nur noch digital

Bahn-Kunden müssen sich im Juni auf Neuerungen einstellen. Die Bahncard 25 und 50 gibt es ab dem 9. Juni nur noch in digitaler Form. Um das Abo digital zu nutzen, brauchen Kundinnen und Kunden ein Profil in der Bahn-App oder auf bahn.de. Wer noch eine Plastik-Bahncard hat, kann sie bis zum aufgedruckten Gültigkeitsende nutzen. Menschen ohne Smartphone können sich ein Ersatzdokument ausdrucken.

Änderungen im Juni 2024: Europawahl erstmals für Jugendliche ab 16

Am 9. Juni ist Europawahl. In Deutschland dürfen zum ersten Mal Jugendliche ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben. Damit hat sich die Zahl der Wahlberechtigten von rund 61,5 Millionen (2019) auf jetzt rund 65 Millionen Menschen erhöht. Wer noch nicht weiß, wo er sein Kreuz machen möchte, sollte den Wahl-O-Mat nutzen - er kann dabei helfen, die passende Partei zu finden.

Änderungen im Juni 2024: Disney+ schränkt Account-Sharing ein

Wer Disney+ über den Zugang eines anderen nutzt, muss sich umstellen. Der Streaming-Dienst startet im Juni weltweit seine Maßnahmen gegen das Account-Sharing. Bis September sollen sie abgeschlossen sein. Jeder Haushalt braucht künftig also seinen eigenen Disney+-Account, um weiterhin Filme und Serien etwa aus dem Marvel- oder dem Star-Wars-Universum zu streamen.

Änderungen im Juni 2024: Neues Bezahlsystem geht an den Start

Die Online-Bezahldienste Paypal und Apple Pay bekommen Konkurrenz. Kundinnen und Kunden einiger Banken in Europa können ab Ende Juni untereinander Handy-zu-Handy-Zahlungen durchführen. Das ermöglicht das europaweite Bezahlsystem „wero“ der Bankeninitiative EPI. In Deutschland nehmen Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Deutsche Bank daran teil. Ende Juni soll die erste Ausbaustufe starten. Ziel ist ein einheitliches europaweites System zum Bezahlen per Karte und Smartphone.

Die Online-Bezahldienste Paypal und Apple Pay bekommen Konkurrenz. Ziel ist ein einheitliches europaweites System.

Änderungen im Juni 2024: Gravis schließt alle Filialen

Gravis verkaufte schon Apple-Produkte, als sie lediglich Technik-Fans bekannt waren. Im Juni ist nach Jahrzehnten Schluss für den Technik-Händler. Zum 15. Juni werden die 37 noch bestehenden Geschäfte den Vertrieb weitgehend einstellen. Die endgültige Schließung aller Filialen soll zum 30. Juni erfolgen.

Änderungen im Juni 2024: Pfund-Scheine mit Charles-Porträt

Die Urlaubssaison 2024 steht bevor. Wer nach Großbritannien reist, könnte mit neuem Geld in Berührung kommen. Das Pfund bleibt natürlich als Währung erhalten - neu ist, dass ab dem 5. Juni Scheine mit dem Abbild von König Charles III. in Umlauf kommen.

Änderungen im Juni 2024: Neue Einschränkungen für Venedig-Urlauber

Apropos Urlaub: Für Venedig-Touristen wird im Juni eine Änderung wirksam. Die Stadt verbietet von Reiseführern begleitete Touristengruppen mit mehr als 25 Menschen. Auch sind ab dann Lautsprecher bei solchen Führungen verboten. Die Maßnahmen sollen helfen, den Massentourismus und seine negativen Auswirkungen einzuschränken, wie auch die Einführung von Tagestickets im April 2024.

Änderungen im Juni 2024: Einbürgerung wird einfacher

Die Hürden für die Einbürgerung sinken. Zuwanderer können künftig schneller die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten - und den Pass ihres Heimatlandes behalten. Zum 27. Juni tritt die Reform des Staatsbürgerschaftsrechts in Kraft. Einbürgerungen sind damit schon nach fünf statt bisher acht Jahren möglich, bei „besonderen Integrationsleistungen“ sogar nach drei Jahren. Auch Mehrstaatigkeit wird zugelassen.

Termine im Juni 2024: Fußball-EM, Sommersonnenwende und Siebenschläfer

Am Ende noch einige markante Termine im Juni: Am Samstag, 1. Juni, steigt im Londoner Wembley-Stadion das Finale der Champions League: Borussia Dortmund trifft auf Real Madrid. Viele Fans aus Dortmund wollen dabei sein, haben aber ein Reisepass-Problem. Wo wir gerade bei Fußball sind: Am Freitag, 14. Juni, startet die Fußball-Europameisterschaft in Deutschland. Viele EM-Spiele finden in NRW-Stadien statt.

Am Donnerstag, 20. Juni, ist Sommersonnenwende - es ist der längste Tag des Jahres mit seinen eigenen Bräuchen und Traditionen. Am 27. Juni ist Siebenschläfer - wenn es nach Bauern geht, entscheidet sich an diesem Tag das Wetter für den Sommer.

Rubriklistenbild: © Marcus Brandt/dpa

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