Anschnallpflicht gilt vorne und hinten

EU-Verordnung: Bodyguard im Auto verpflichtend – Gurt rettet Leben

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Ab dem 6. Juli müssen Fahrzeuge mit mehr Sicherheitsfunktionen ausgestattet sein. Das schreibt eine EU-Verordnung vor. Das Sicherheitsgurt-Warnsystem ist bereits seit 2019 verpflichtend.

München ‒ Das System wie die Sicherheitsgurt-Warnung dürfte den meisten Fahrern von modernen Autos bereits bekannt sein. Die allermeisten Fahrzeuge sind mit diesem System inzwischen ausgestattet. Bereits seit dem 1. September 2019 sind unter anderem für neue typgenehmigte Pkw das Warnsystem für Vorder- und Rücksitze vorgeschrieben.

Vom 6. Juli 2022 an ist die Warnung bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt für alle neu zugelassenen Autos obligatorisch, das heißt: somit für alle neu zugelassenen Pkw verpflichtend. Das schreibt die EU-Verordnung 2019/2144 in Punkt 12 vor.

Vor dem Losfahren gilt: Gurtpflicht. Ein Warnsystem erinnert die Fahrerin daran. (Symbolbild)

Sicherheitsgurte sind eines der wichtigsten und wirksamsten Sicherheitsmerkmale von Fahrzeugen. Mit dem Sicherheitsgurt-Warnsystem können potenziell noch mehr Todesfälle verhindert und Verletzungen gemindert werden. Dennoch schnallen sich trotz Gurtpflicht noch immer nicht alle Autofahrer an, berichtet der ADAC und macht auf die lebensrettende Funktion von Sicherheitsgurten im Auto aufmerksam.

EU-Auto-Verordnung: Gurtpflicht ab Juli 2022

Bei einer Geschwindigkeit von gerade einmal 30 Kilometern pro Stunde werde es bereits unangeschnallt gefährlich. Ein Aufprall mit diesem Tempo habe ähnliche Folgen wie ein Sturz aus vier Metern Höhe, warnt der ADAC auf seiner Webseite. Seien Fahrer oder Beifahrer bei 64 Kilometern pro Stunde nicht angeschnallt, führe der Crash selbst mit Airbag zu lebensgefährlichen Verletzungen an Kopf oder Brust, die Beine können dabei sogar zertrümmert werden, so der ADAC weiter und verweist dabei auf einen simulierten Crashtest mit Dummys.

Auto-Sicherheit: Diese weiteren Assistenzsysteme sind geplant*:

Fahrzeug-Genehmigung: Gurt muss laut ADAC passen

Dabei unterstreicht der Verkehrsclub, dass es nicht nur entscheidend ist, dass der Gurt angelegt ist, er müsse außerdem passen, um den Insassen schützen zu können. Sogenannte adaptive Rückhaltesysteme sorgten für den richtigen Schutz. Und umgekehrt: Was nutzt ein perfekter Gurt, wenn der Fahrer ihn nicht anlegt. Denn viele Fahrer - 50 Prozent der Befragten - machen offenbar den Fehler, sich bei kurzen Strecken nicht anzuschnallen. Das geht aus einer Statistik der Unfallforschung der Versicherer aus den Jahren 2017/2918 hervor.

Ein ausgeklügeltes Sicherheitsgurt-Warnsystem ist sinnvoll, trotzdem müsse beim Anlegen des Gurts noch auf ein paar entscheidende Dinge beachtet werden, empfiehlt der ADAC-Verkehrsclub den Fahrern und Insassen. Ein verdrehter Gurt sollte immer entwirrt werden, Einrisse im Gurt niemals selbst reparieren, Gurte immer wieder straffziehen, erst dann losfahren, wenn alle Insassen angeschnallt sind und dicke Jacken vor dem Anschnallen ausziehen. Vor allem sollte der Gurt von Kindersitzen regelmäßig kontrolliert werden.

Kontroll- und Warnlampen im Auto: Wenn es rot leuchtet, sollten Sie sofort anhalten

Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Plötzlich blinkt und leuchtet es im Cockpit! Die Symbole und Kontrolllichter am Armaturenbrett zeigen an, ob dem Auto technisch etwas fehlt. Allerdings, ist es wichtig zu wissen, was die Lämpchen bedeuten. Hier die wichtigsten Kontrollleuchten im Auto: © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motoröldruck zu niedrig. Motor abstellen. Ölstand prüfen und gegebenenfalls nachfüllen - hilft aber nicht immer. Meist muss der Wagen in eine Werkstatt geschleppt werden. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Ölmangel, Ölstand überprüfen und nachfüllen - sonst droht Motorschaden. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Anschnallzeichen: Einer oder einige der Fahrgäste sind nicht angeschnallt. Das Symbol leuchtet auch auf, wenn eine schwere Tasche auf dem Sitz steht. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme bei der Stromversorgung: Generator defekt oder eine elektrische Verbindung unterbrochen. Motor nicht ausschalten und zur nächsten Werkstatt. NICHT weiterfahren bei elektrischer Servolenkung (Lenkkraftunterstützung kann ausfallen) oder gerissener Keilriemen (Motor kann überhitzen). © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme mit der Bremse. Brennt dieses Licht auch bei gelöster Handbremse, droht große Gefahr. Zu wenig Bremsflüssigkeit oder die Beläge sind bis aufs Metall runter. Sofort anhalten und Pannendienst rufen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motor ist überhitzt. Kühlwasser reicht nicht mehr. Anhalten und abkühlen lassen. Danach unbedingt in die Werkstatt. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Reifendruckkontrollsystem meldet zu niedrigen Reifendruck. Eventuell harmlos, wenn das Symbol nach dem Reifenwechsel leuchtet (fehlende Kalibrierung) - mehr in der Betriebsanleitung. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Störung im Rückhaltesystem. Funktionsversagen des Airbags/ Gurtstraffers bei Unfall möglich - sofort in die Werkstatt. Symbol leuchtet auch bei deaktiviertem Beifahrerairbag (wg. Kindersitz). © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Bremsbeläge sind abgefahren und sollten demnächst erneuert werden. Weiterfahren möglich. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) ist aktiv - oft auf nassen und vereisten Straßen. Vorsichtig lenken, keine Vollbremsung machen und Fuß vom Gas nehmen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme mit der Motorsteuerung. Der Schadstoffausstoß kann erhöht sein. Symbol leuchtet auch, wenn die Lambdasonde defekt ist oder ein Marder ein Kabel beschädigt hat. Umgehend in die nächste Werkstatt fahren. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Nebelschlussleuchte ist eingeschaltet. In Deutschland nur erlaubt, wenn die Sicht durch Nebel geringer als 50 Meter ist. © ADAC

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