VonSophie Klußschließen
Sie lieben Tiere und Ihr eigenes Haustier versetzt Sie jeden Tag in Staunen? Dann haben wir hier einige bemerkenswerte Fakten über Tiere für Sie, die Sie vielleicht noch nicht kannten.
Tiere sind immer wieder für allerlei Überraschungen gut. Nicht nur aus der Wissenschaft hört man beständig Neuigkeiten über, beispielsweise die Neuentdeckung bisher unbekannter Tierarten oder bis dato unbekannte Verhaltensweisen. Auch was Forscher bereits über das Tierreich wissen, ist vielen Menschen oftmals nicht bekannt. Um das zu ändern, haben wir einige überraschende Fakten über die verschiedensten Tiere für Sie zusammengestellt. Viel Spaß beim Stöbern!
1. Vögel haben nicht nur zwei Augenlider
Vögel haben nicht nur zwei Lider (ein Ober- und ein Unterlid), sondern sogar je Auge drei Augenlider: Mit einem blinzeln sie, mit dem zweiten schlafen sie und ein drittes sorgt für die Reinigung der Augen. Das Dritte, die sogenannte Nickhaut, ist kaum erforscht und dient den Vögeln als eine Art Scheibenwischer: Die durchsichtige oder weißliche Haut ist eine dünne Bindehautfalte und sitzt im inneren oberen Augenwinkel. In regelmäßigen Abständen wischt sie über das Vogelauge – meist nur so kurz, dass Menschen sie, wenn überhaupt, als trüben Schleier wahrnehmen. Neben ihrer reinigenden Funktion sorgt sie auch während des Fliegens dafür, dass die Bindehaut nicht austrocknet. Unterschiedliche Vogelarten benutzen ihre Nickhaut für unterschiedliche Zwecke, teils sogar zu Paarungszwecken. Wussten Sie außerdem, dass die meisten Vögel ihr Augen schließen, indem sie das unter Lid darüber schieben?
2. Schnecken reagieren auf Wetter
Gefällt einer Schnecke das Wetter nicht, kann es passieren, dass sie sich für bis zu drei Jahre in ihr Haus zurückzieht. Schneckenexperte Jörg Rüetschi vom WWF Bern sagte gegenüber dem St. Gallener Tagblatt, dass es einige Schnecken beispielsweise während Dürreperioden monate- oder sogar jahrelang in ihren Gehäusen aushalten würden. Die Weinbergschnecke könne sich zudem etwa an einem Baumstamm oder einem Stein festkleben und ihr Haus mithilfe einer Membran verschließen. „Andere Arten vergraben sich im Boden, wo es kühler ist“, führte der Biologe weiter aus. So ist es möglich, dass sogar in der Sahara Schnecken leben können.
3. Schildkröten werden nicht nur uralt
Schildkröten erreichen nicht nur ein Alter von über 150 Jahren, sondern erstaunen uns auch durch eine andere Fähigkeit: Sie können durch ihre Panzer fühlen. Dr. Jakob Hallermann vom Zoologischen Museum und der Universität Hamburg erklärte dem Hamburger Abendblatt: „Der Panzer einer Schildkröte ist in Schichten aufgebaut. (…) Die (Anmerkung der Redaktion: Knochenhaut) ist durchblutet und von Nervenbahnen durchzogen. Die Hornplatten sind gefühllos. Das heißt, dass die Schildkröte direkt auf dem Panzer nichts spürt. Allerdings fühlt sie den Druck der Berührung aufgrund der Nerven in der Knochenhaut. Somit kann sie auch Schmerz bei sehr hohem Druck oder Beschädigung ihres Panzers empfinden. Beide Seiten des Panzers, die Ober- und die Unterseite, bestehen bei fast allen Schildkrötenarten aus diesen drei Schichten.“
4. Mauersegler leben in der Luft
Bis zu zehn Monate am Stück können Mauersegler in der Luft verbringen – und das ganz ohne Unterbrechung. Sie fliegen damit die meiste Zeit ihres Lebens in luftigen Höhen. Die eleganten Vögel landen für gewöhnlich nur zur Brutzeit. Wissenschaftler konnten zudem herausfinden, dass Mauersegler täglich rund 570 oder mehr Kilometer fliegen. Um eine so lange Zeit in der Luft verweilen zu können, müssen die Vögel während des Fluges schlafen. Dafür steigen sie am Morgen und am Abend hoch auf und bleiben dort im Gleitflug. Es wird davon ausgegangen, dass während ihres Schlafes nur eine Gehirnhälfte schlummert, während die andere den Flug steuert.
5. Dachse sind wahre Baumeister
Wer nachts auf die Jagd geht, benötigt tagsüber eine geeignete Unterkunft. Bei ihren Bauten beweisen Dachse daher künstlerisches Talent. Sie graben unterirdische Höhlen für mehrere Dachsfamilien mit bis zu 50 Ausgängen. Der größte Dachsbau jemals hatte ganz 50 Kammern, 178 Ausgänge und Tunnel, die eine Gesamtlänge von 879 Metern aufwiesen. Dachse bewohnen ihre Unterkünfte außerdem meist über viele Jahrzehnte hinweg. Sie werden von Generation zu Generation weitergegeben. 1968 wurde in Malchin in Mecklenburg-Vorpommern ein Dachsbau entdeckt, der Schätzungen zufolge bereits seit 10.000 Jahren von den schwarz-weißen Tieren genutzt wird.
6. Waldfrösche frieren im Winter ein
Der Waldfrosch kann zaubern – denn im Winter wird er zum „Eisfrosch“. Manche Waldfrösche frieren im nordamerikanischen und kanadischen Winter nahezu komplett ein und tauen im Frühling wieder auf. Um sich vor der eisigen Kälte zu schützen, suchen sich die kleinen Amphibien im Laub oder Schlamm einen geschützten Ort. Dort verfallen sie in eine Kältestarre, bei der sich unter der Haut Eiskristalle bilden. Etwa 35 bis 40 Prozent seines Körpers befinden sich dann im gefrorenen Zustand. Um nicht zu sterben, passt der Waldfrosch seine Körperfunktionen an: Atmung, Herzschlag und Blutfluss fährt er so weit herunter, dass er kaum Energie benötigt. Um die wichtigen Zellen seines Körpers vor Schäden zu bewahren, produziert der Waldfrosch aus Glukose und Harnstoff sein eigenes Frostschutzmittel, quasi als eine Art Froschschutzmittel. Taut der Schnee im Frühling, passiert das Gleiche mit dem Frosch.
7. Puten sind emotionale Tiere
Puten sind in der Lage, verschiedene Emotionen wie Aufregung, Angst, Stress oder auch Freude zu empfinden. Doch dabei bleibt es nicht: Sogar für die Außenwelt werden ihre Gefühle sichtbar. Anhand der Farbe ihres Kopfes und Nackens kann man die aktuelle Stimmungslage der Haustruthühner in Rot, Weiß oder Blau ablesen. Ist eine Pute beispielsweise aufgeregt oder empfindet Stress, wird ihr Hals blau und der Kopf färbt sich rot. Auch gegenüber ihren Rassevertretern legen Puten ein äußerst empathisches Verhalten an den Tag. Ist eine andere Pute verletzt oder stirbt sogar, sind die sensiblen Vögel derart besorgt, dass sie unter Umständen selbst eingehen.
8. Giraffen haben nicht nur lange Hälse
Bis zu sechs Meter wird eine ausgewachsene Giraffe groß. Damit gelten die Paarhufer als die höchsten Tiere der Welt. Die Zunge von Giraffen ist nicht nur ungewöhnlich blau, sondern mit etwa 50 Zentimetern auch sehr lang. Mit diesem Kaliber können sie sowohl ihre eigenen Ohren als auch ihre Augen lecken. Ihre Zungen sind außerdem so robust, dass Giraffen beim Fressen keine Dornen spüren.
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9. Krokodile können ein Jahr hungern
Mit bis zu fünf Metern Länge gelten Leistenkrokodile als die größten und gefährlichsten Krokodile überhaupt. Dabei können sich die Reptilien erstaunlich gut zusammenreißen, wenn es um ihre Nahrung geht. Sie fressen nur etwa 50 Mal pro Jahr, das entspricht im Groben einer Mahlzeit pro Woche. Besonders große Tiere schaffen es über ein ganzes Jahr lang, ohne Nahrung auszukommen. Währenddessen greifen sie auf ihre Fettreserven zurück – diese befinden sich in ihrem Schwanz. Unter diesen Bedingungen schaffen es Leistenkrokodile, ihren Puls auf zwei Herzschläge in drei Minuten herunterzufahren. Zum Vergleich: Bei einem gesunden erwachsenen Menschen liegt der Puls bei 180 bis 270 Schlägen in drei Minuten. Das ist das 90-Fache beziehungsweise 135-Fache des Leistenkrokodils. Übrigens: Es ist außerdem das einzige Krokodil, das auch im Salzwasser zu finden ist.
10. Kraken können riechen und schmecken
Kraken können riechen und schmecken – und zwar mithilfe ihrer Arme: Mit ihren Tentakeln können die Tintenfische nicht nur mechanische Reize fühlen. Denn in ihren Saugnäpfen sitzen Sinneszellen, die auch chemische Reize wahrnehmen können. Sie sind also nicht nur fähig, Dinge zu ertasten und zu erfühlen, sondern können auch riechen und schmecken.
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