Erste Hilfe gegen Stress

Gelassenheit lernen: Drei Strategien für mehr Balance im Leben

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Entspannungstechniken können in akuten Stresssituationen helfen, einen kühlen Kopf zu bewahren. Sie wirken aber auch präventiv, um Stress leichter bewältigen zu können.
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Gelassenheit ist die Kunst, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Im stressigen Alltag ruhig zu bleiben, ist allerdings nicht immer einfach.

Die Abgabe des wichtigen Projekts rückt immer näher, die Kinder streiten sich auf dem Autorücksitz und ein Stau lässt Sie zu spät zum Meeting erscheinen: Trotz Stress auf der Arbeit und im Alltag die Ruhe zu bewahren, ist gar nicht so einfach. Laut einer repräsentativen Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) leidet rund ein Viertel der deutschen Bevölkerung häufig unter Stress. Einen guten Umgang mit Stresssituationen kann man allerdings lernen. Dafür gibt es ein paar Strategien, die sich leicht integrieren lassen.

Strategien für mehr Gelassenheit: Mehr Balance durch realistische Erwartungen

Gelassene Menschen lassen sich von keiner Hektik anstecken und nehmen auch den größten Stress mit einem Lächeln hin. Nimmt man die Dinge an wie sie sind und verliert man sich nicht in Erwartungen, fällt es leichter im Moment zu bleiben. Gelassenheit hat dabei etliche Vorteile. Mit einer entspannten Grundhaltung lebt es sich kreativer und sogar leistungsfähiger. Auch für die Gesundheit hat Gelassenheit viele Vorteile. Studien wiesen nach, dass sie das Immunsystem stärkt und vor Depressionen schützen kann.

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Wenn etwas anders läuft, als wir geplant oder erhofft haben, endet dies meist in Stress oder sogar Wut. Werden unsere Erwartungen nicht erfüllt, kann es helfen, die eigene Erwartungshaltung herunterzuschrauben und realistischere Ziele zu setzen. Auch eine neue Perspektive auf das Problem kann Distanz schaffen und den Stress reduzieren. Fragen Sie sich zum Beispiel, wie Sie in einigen Jahren auf das Problem reagieren würden oder wie ein außenstehender Betrachter die Situation einschätzen würde.

Pop-Psychologie in sozialen Medien: 10 Begriffe, die oft (falsch) besprochen werden

Es ist das Wort Trigger in Buchstaben geschrieben.
Das aus dem Englischen stammende Wort bedeutet übersetzt „Auslöser“. Damit gemeint ist ein Wort oder Bild, dass die Erinnerung an ein traumatisches Erlebnis hervorrufen kann. Im Kontext der sozialen Medien wird der Begriff allerdings häufig falsch verwendet. Während es bei einem Trigger ganz klar um eine traumatische Situation geht, verwenden viele Internet-User das Wort für eine eher aufwühlende Situation.  © Pond5 Images/Imago
Eine junge Frau ist zu sehen.
Der Begriff Trauma beschreibt eine psychische Ausnahmesituation. Während ein Trauma individuell erfahren werden kann, handelt es sich meist um eine Gewalttat, Kriege oder Naturkatastrophen. Die psychischen oder physischen Erlebnisse sind dabei in der Regel so überwältigend, dass sie eine wahrgenommene Bedrohung für den Betroffenen darstellen. In sozialen Medien wird der Begriff Trauma vor diesem Hintergrund oft zu leichtfertig verwendet.  © Pond5 Images/Imago
Es ist ein streitendes Paar zu sehen.
Probleme in der Beziehung beschreiben viele Internet-User als toxisch. Streiten gehört allerdings zu einer gesunden Beziehung dazu. Nicht jede Auseinandersetzung macht ein Paar daher zu einem toxischen Paar. Unterschwellige Formen der Gewalt wie Manipulation, gegenseitige Demütigung, Kontrollsucht und Drohungen dagegen schon.  © Zoonar II/Imago
Es ist eine Zeichnung einer Sprechblase zu sehen.
Beim sogenannten „Gaslighting“ handelt es sich um Manipulation durch Worte. Das Gegenüber verwirrt den Betroffenen dabei so stark mit dem Gesagten, dass dieser beginnt am Inhalt, seinen Gefühlen oder dem tatsächlichen Geschehen zu zweifeln. Typische Ausdrücke sind „Das bildest du dir nur ein, sowas habe ich nie gesagt“ oder Bezeichnungen wie „Drama Queen“. Häufig hinterfragen Betroffene ihre eigene Einschätzung der Situation und werden sehr unsicher.  © fStop Images/Imago
Eine junge Frau hält einen Kaffee in ihren Händen.
Der Begriff „Anxiety“ wird häufig mit Angst gleichgesetzt. Doch nicht in jeder Situation, in der Unwohlsein oder Angst verspürt wird, handelt es sich tatsächlich um „Anxiety“. Der Fachbegriff stammt aus dem Englischen und wird unter Experten für die generalisierte Angststörung verwendet. Betroffene leiden im Fall einer Angststörung unter ausgeprägten Ängsten und körperlichen Symptomen, die häufig das alltägliche Leben beeinträchtigen.  © Image Source/Imago
Ein Mann mit nacktem Oberkörper schaut in einen Spiegel.
Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung kennzeichnen sich durch ein mangelndes Selbstbewusstsein, das sie nach außen hin allerdings gut verstecken können. Andere denken daher häufig, dass Narzissten besonders selbstbewusst sind. Narzissten sind ständig auf der Suche nach Anerkennung und Bewunderung, ihnen mangelt es allerdings an Empathie und Kritikfähigkeit.  © Image Source/Imago
Es ist ein Kind beim Malen zu sehen.
Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) beginnt in der Regel im Kinder- und Jugendalter, kann aber auch bei Erwachsenen weiterhin bestehen bleiben. ADHS ist laut dem Bundesministerium für Gesundheit eine der häufigsten psychischen Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen. Der Begriff wird auch in den sozialen Medien ziemlich häufig verwendet. Charakteristisch für ADHS sind Symptome wie Hyperaktivität (übersteigerter Bewegungsdrang), Unaufmerksamkeit (gestörte Konzentrationsfähigkeit) und Impulsivität (unüberlegtes Handeln). Allerdings leidet nicht jedes unruhige oder unaufmerksame Kind gleich unter ADHS.  © Cavan Images/Imago
Ein junger Mann umarmt eine junge Frau.
Auch „Love Bombing“ fällt unter die manipulativen Taktiken, die manche Menschen bewusst oder unbewusst anwenden. Das Gegenüber wird dabei – gerade in der anfänglichen Kennenlernphase – mit großen Gesten und besonders viel Zuneigung überschüttet. Liebesschwüre und -bekundungen machen das Liebesglück perfekt. Dahinter versteckt sich allerdings eine manipulative Technik. Wendet sich ein Partner in der anfänglichen Kennenlernphase ab, muss dies aber nicht zwangsläufig mit Love Bombing zusammenhängen.  © Image Source/Imago
Es ist ein junges Mädchen beim Schminken zu sehen.
Die Begriffe „Self-Care“ und „Me-Time“ sind ziemlich weit gefasst und beschreiben nicht nur die bewusst gewählte Auszeit, sondern den grundsätzlichen Umgang mit sich selbst. Influencer auf Social Media geben dabei meist eine sehr genaue Vorstellung davon, wie die Selbstfürsorge aussehen sollte. Was auf den sozialen Kanälen gezeigt wird, weckt meist unrealistische Erwartungen. Statt einem langen Bad, grünen Smoothies und Yoga bedeutet „Self-Care“ für jeden etwas anderes.  © HalfPoint Images/Imago
Es ist ein Mann zu sehen, der auf dem Boden sitzt.
Auch der Begriff Depression wird in den sozialen Medien häufig mit nicht-wissenschaftlichen Konzepten verbunden. Obwohl Depressionen auf einem breiten Spektrum auftreten, sollte die Diagnose mit Vorsicht angewendet werden. Viele Social-Media-Beiträge sind darauf ausgelegt, geteilt zu werden und zum Klicken anzuregen. Oft sind sie dabei aber nicht wissenschaftlich fundiert und übertreiben oder verallgemeinern die Behauptungen.  © Shotshop/Imago

Weniger Stress: Probleme lösen und besseres Zeitmanagement

Verschiedene Bewältigungsstrategien können helfen, mit Stressoren umzugehen. Probleme auf der Arbeit oder Konflikte zu Hause sollte man möglichst schnell ansprechen. Wichtig ist es, typische Verhaltensmuster und Denkfallen früh zu erkennen und bewusst neue Entscheidungen zu treffen. Alte Gewohnheiten können dadurch abgelegt und Probleme gelöst werden.

In stressigen Phasen ist es zudem sinnvoll das eigene Zeitmanagement genauer zu betrachten. Möglicherweise ist es ratsam, lieber einen Schritt runterzuschalten, statt von einem Termin zum nächsten zu hetzen.

Entspannter im Alltag: Mit Achtsamkeit und Yoga erholen

Gestressten Menschen fällt das Abschalten besonders schwer. Entspannungstechniken wie Meditation und Yoga können helfen wieder zur Ruhe zu kommen. Wer die Methoden langfristig in den Alltag integriert, kann so auch in belastenden Momenten davon profitieren.

Achtsamkeit hilft, auch in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben. In akuten Stresssituationen kann es hilfreich sein, Atemübungen zu praktizieren. Laut dem Wissenschaftsmagazin Psychology Today beruhigt man sich am schnellsten, wenn man sich in einem akuten Zustand emotionaler Aufregung befindet, indem man zwei kurze Atemzüge ein- und dann einen langen, langsamen Atemzug ausatmet und dies dreimal wiederholt. Die 4-7-8 Atemtechnik dient ebenfalls der Entspannung und hilft beim Stressabbau. Dabei atmet man vier Sekunden lang ein, hält den Atem sieben Sekunden lang an und atmet acht Sekunden lang aus.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion nicht beantwortet werden.

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