VonSebastian Oppenheimerschließen
Wer auf einer längeren Fahrt den Akku seines Stromers flott wieder füllen möchte, sucht sich eine Schnellladesäule. Doch gerade an Autobahnen gibt es hier laut ADAC Nachholbedarf.
Verbrenner oder Elektroauto? Nach wie vor spaltet diese Frage die Meinungen. Noch immer gibt es Vorbehalte gegen Stromer – dazu gehören laut einer Reddit-Umfrage beispielsweise der hohe Preis oder die Ladesituation. Darüber, ob der Ausbau der Ladeinfrastruktur zu langsam vorangeht, herrschen unterschiedliche Ansichten. So überraschte der Branchenverband BDEW kürzlich mit der Aussage, es gebe ein „Überangebot an Ladesäulen“. Allerdings geht es auch nicht immer darum, irgendeine Ladesäule zu finden, sondern speziell auf längeren Fahrten eine, die mit ordentlich Tempo den Akku füllt. Doch gerade an Autobahn-Rastanlagen gibt es da laut einer aktuellen Untersuchung des ADAC Nachholbedarf.
Schnellladestationen an der Autobahn: Nicht alle sind auch wirklich schnell
Laut dem Automobilclub gibt es inzwischen an 370 Rastanlagen (fast 90 Prozent aller Standorte) Schnellladepunkte: insgesamt 1.400. Das klinge zwar zunächst viel, jedoch relativere sich das schnell. Denn offiziell gelten auch Ladesäulen mit 43 beziehungsweise 50 kW als Schnelllader – doch aus heutiger Sicht ist das für viele Fahrzeuge nicht mehr zeitgemäß. Richtig flotte Lader – sogenannte „High Power Charger“ (HPC) schaffen heutzutage zwischen 150 und 300 kW Ladeleistung. Dementsprechend schnell ist der Strom getankt – jedoch sollte man auch immer berücksichtigen, dass häufiges Schnellladen in der Regel dem Akku schadet.
Allerdings lädt man laut ADAC nur an rund 770 der „Schnellladesäulen“ auch wirklich schnell, denn das ist der Tank & Rast zufolge die Anzahl der HPC-Ladepunkte mit mindestens 150 kW Ladeleistung. Richtig flottes Laden ist also nur etwa an rund der Hälfte der „Schnellladesäulen“ möglich. Doch das soll sich ändern: Denn die Tank & Rast habe auf Anfrage erklärt, dass alte Anlagen „sukzessive auf den neuesten Stand gebracht werden sollen“, so der Automobilclub.
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Schnelllader mit mehreren Ladepunkten: Experten haben einen Tipp
Und es gibt noch eine weitere Einschränkung, auf die der Automobilclub hinweist: Weil viele Ladesäulen ihre Leistung aufsplitten, wenn zwei E-Autos gleichzeitig Strom tanken, kann die Ladeleistung deutlich sinken. Statt 150 kW sind dann möglicherweise maximal noch 75 kW möglich. Der Tipp der Experten lautet daher: Falls mehrere Ladesäulen zur Verfügung stehen, am besten jene nutzen, an denen noch kein Stromer hängt.
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Wen übrigens gerne mal der Appetit auf einer längeren Fahrt überkommt, sollte sich gut überlegen, ob er sich für eine eventuelle Ladepause nicht was von zu Hause einpackt. Denn an Autobahn-Raststätten sind die Preise für Snacks häufig exorbitant hoch, wie erst kürzlich ein Test zeigte.
Rubriklistenbild: © Christian Ender/Imago

