VonLarissa Strohbuschschließen
Grün und nachhaltig: Das sind die erstklassigen organischen Dünger – im Handel erhältlich oder unkompliziert selbst gemacht aus Küchenresten.
Auch Pflanzen haben Hunger: Um kräftiges Grün, hübsche Blüten oder saftige Früchte zu entwickeln, brauchen sie Nährstoffe. Doch früher oder später ist der Boden ausgelaugt. Sie müssen Ihre Pflanzen daher mit Dünger füttern. Mineralische Düngemittel zeigen dabei besonders schnell Wirkung. Allerdings sind sie auch schlecht für die Umwelt. Besser sind deswegen organische Dünger. Diese können Sie als fertigen Flüssigdünger kaufen – oder Sie versorgen Ihre Pflanzen gezielt mit Stoffen von Kaffeesatz bis Hornspänen.
Organischer Dünger vom Bauernhof
In jedem gut sortierten Fachhandel bekommen Sie organischen Flüssigdünger. Aber wussten Sie, dass es auch andere natürliche Düngemittel gibt? Bei Ihnen in der Nähe gibt es einen Bauernhof? Dann fragen Sie dort einmal nach.
Hornspäne
Hörner und Hufe bleiben als Schlachtabfälle übrig. Klein gemahlen ergeben sie kostbares, organisches Düngermittel. Sie sind reich an Stickstoff und regen somit zum Wachsen an. Das ist gut für alle Grünpflanzen. Streuen Sie die Späne um die Pflanze herum – je feiner die Späne sind, desto schneller geben sie ihre Mineralstoffe ab. Für Veganer und Vegetarier sind sie aber in der Regel weniger attraktiv. Eine Alternative können die eigenen Fingernägel sein.
Schafwolle
Wolle wärmt nicht nur, sie pflegt auch beanspruchte Babypopos und versorgt Ihre Pflanzen mit Nährstoffen. Bei Ihnen in der Nähe gibt es eine Schäferei? Fragen Sie dort nach Resten nach. Neben Kalium und Phosphor, die für alle Pflanzen lebenswichtig sind, enthält Schafwolle Schwefel und Magnesium. Durch ihre Struktur hilft sie noch dazu, Wasser besser zu speichern. Dazu müssen Sie sie einfach um die Pflanze herum in das Pflanzloch geben oder sie leicht in die Erde einarbeiten.
Rinderdung
Was in der Landwirtschaft gut ist, hilft auch Ihrem Gemüsegarten: Rinderdung ist ein sehr effizienter Bodenverbesserer. Sein hoher Kaliumgehalt tut allen Pflanzen gut. Sie erhalten Kuhmist direkt vom Bauern – oder als Pellets im Handel.
Organischer Dünger – ganz einfach selbst gemacht
Es muss nicht immer gekauft sein: Sie können NPK-Dünger (also Dünger mit den Hauptbestandteilen Stickstoff, Phosphor und Kalium) auch selbst machen. Erste Wahl ist sicherlich der hauseigene Kompost – den Sie übrigens mit Hornspänen noch verbessern können. Doch auch, wer nur seinen Balkon oder seine Zimmerpflanzen pflegen möchte, kann auf DIY-Dünger zurückgreifen. Meist reichen Küchenabfälle und Lebensmittel dafür aus, die viele Menschen standardmäßig vorrätig haben.
Kaffeesatz
Er bleibt in so ziemlich jeder Küche regelmäßig übrig und ist ein Klassiker in der Pflanzenpflege: Kaffeesatz. Er liefert Stickstoff und säuert zudem den Boden – gut für Pflanzen wie Heidelbeeren, Rhododendron oder Hortensien. Zudem eignet er sich als organischer Rosendünger.
Eierschalen
Manche Pflanzen brauchen Kalk. Das liefern ihnen klein gemahlene Eierschalen. Kräuter profitieren davon. Ebenso helfen sie Gemüse wie Kohl, Erbsen und Bohnen, Blumen wie Astern und Rosen oder dem Apfelbaum.
Bananenschalen
Bananen sind reich an Kalium – ein Bestandteil von NPK-Dünger, da es die Zellen stärkt. Klein geschnitten und in die Erde eingearbeitet, stärkt die Bananenschale Rosen, Geranien oder Tomaten. Verwenden Sie aber gerade für Ihren Gemüseanbau nur Schalen von Bio-Obst.
Kräuterjauche
Brennnesseln und Ackerschachtelhalme sind im Garten nicht sehr beliebt. Zu Unrecht, denn Sie können sie zum Düngen verwenden. Ein Kräuterauszug aus diesen stärkt Ihr Grünzeug und schreckt Schädlinge ab. Sie können für die Jauche die Kräuter entweder für bis zu 24 Stunden in kaltes, kalkarmes Wasser einlegen oder einen Tee daraus kochen. Dann geben Sie etwas davon in Ihr Gießwasser und schon haben Sie einen selbst gemachten Flüssigdünger.
Grüner Tee
Sie haben Ihren Tee vergessen und jetzt ist er kalt? Macht nichts, er eignet sich immer noch prima als Dünger. Er ist nicht nur für uns Menschen gesund, sondern versorgt auch Ihre Pflanzen mit Nährstoffen – allen voran Orchideen.
Kamillentee
Wer erkältet ist, greift gerne zum Kamillentee. Warum? Weil er entzündungshemmend wirkt. Auch Ihre Zimmerpflanzen werden von den Kräutern gestärkt. Ebenfalls sehr nützlich: Gießen Sie Ihre Anzucht mit Kamillentee. Das befreit die Samen von Krankheitserregern.
Gemüsewasser
Sie haben Kartoffeln, Blumenkohl, Brokkoli oder Spargel gekocht – jetzt das Kochwasser bloß nicht wegschütten! Hier haben sich viele Nährstoffe gesammelt, die Sie an Ihre Pflanzen weitergeben können. Dafür geben Sie es einfach ins Gießwasser, sobald es auf Raumtemperatur abgekühlt ist. Aber Achtung, das Wasser sollte nicht gesalzen sein! Gemüsewasser eignet sich besonders gut für Monstera, Friedenslilie, Glücksfeder oder Sukkulenten wie Bogenhanf und Aloe vera.
Bier
Nach der Party von gestern stehen überall noch halbvolle Bierflaschen herum? Ihre Pflanzen freuen sich auf einen kleinen Schwips! Bier enthält neben Kalium und Phosphor auch Magnesium. Vermischen Sie abgestandenes altes Bier mit Ihrem Gießwasser und beglücken Sie Rosen, Tomaten, Kartoffeln oder Gurken einmal im Monat damit. Auch Zimmerpflanzen genießen ein gelegentliches Bierbad.
Altes Mineralwasser
Noch ein Punkt aus der Kategorie „alte, abgestandene Getränke“ – auch Ihr Mineralwasser müssen Sie nicht in den Abguss kippen. Der Name sagt es schon: Es steckt voller Mineralien wie Kalium, aber auch Magnesium und Kalzium. Daher können Sie es ruhig gelegentlich zum Gießen verwenden.
Holzasche
Der Kamin ist ausgebrannt, es ist nur noch Asche übrig. Stopp, werfen Sie sie nicht weg! Sie enthält wertvolle Inhaltsstoffe. Streuen Sie diese sparsam um Gemüsepflanzen, Lavendel und Rosen. Achten Sie aber darauf, dass Sie nur unbehandeltes Holz verwenden, sonst gelangen möglicherweise Schadstoffe in Ihre Ernte.
Urin
Der letzte Tipp ist etwas gewöhnungsbedürftig: Nutzen Sie Urin für Ihre Pflanzen. Er ist reich an Stickstoff und sorgt so für ein prächtiges Wachstum. Hinzu kommen Kalium, Phosphor und Magnesium. Unters Gießwasser gemischt, profitieren Starkzehrer davon. Sie können daraus auch einen organischen Rasendünger herstellen. Sie sollten allerdings Ihren Urin nur verwenden, wenn Sie weder rauchen noch Medikamente nehmen.
Tabelle: Dünger selbst herstellen – was enthält Phosphor und Co.?
| Phosphor | Bier, Bananenschale, Kaffeesatz |
| Stickstoff | Kaffeesatz, Brennnessel |
| Kalium | Bananen, Bier, Mineralwasser, Brennnessel, Zwiebelschalen |
| Eisen | Bier |
| Magnesium | Bier, Mineralwasser, Zwiebelschalen, Bananenschalen |
| Kalzium | Mineralwasser, Zwiebelschalen, Eierschalen |

