Unterschätzte Gefahr

Kinder bei Hitze im Auto lassen: So schnell kann es gefährlich werden – und das ist im Ernstfall zu tun

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Gefahr für Kinder: Im Sommer wird das Auto schnell zur Hitzefalle(Symbolbild)
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Im Sommer heizt sich ein geparktes Auto in kürzester Zeit bis in gefährliche Temperaturen auf. Diese Gefahr wird jedoch oft unterschätzt – was Sie wissen müssen.

Kassel – An heißen Sommertagen klettern die Temperaturen schnell auf die 30-Grad-Marke und höher. Gerade beim Autofahren denken die wenigsten daran, die Haut vor UV-Bestrahlung zu schützen. Um den passenden Sonnenschutz zu wählen, sollte man den eigenen Hauttypen kennen. Welche Sonnencreme die Beste ist, hat Stiftung Warentest kürzlich geprüft.

Zwar bieten die Frontscheiben im Auto nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) weitestgehend Schutz vor UV-A- und UV-B-Strahlung, nicht jedoch die Seitenscheiben. Gerade die UV-A-Einstrahlung verursacht dem BfS zufolge vorzeitige Hautalterung und im schlimmsten Fall Hautkrebs. Darüber hinaus kann das Auto im Sommer die größte Hitzefalle sein. Daher sollten sich Kinder und Tiere niemals alleine im geparkten Auto aufhalten, auch nicht für wenige Minuten – denn das kann laut dem Automobilclub ADAC lebensgefährlich sein. Auch bestimmte Gegenstände können zur echten Gefahr werden, wenn man sie im Auto liegen lässt, warnt der Autoclub Europa (ACE).

Hitze im Auto: Autofahrer unterschätzen häufig die Gefahr

Gerade wenn die Temperatur im Auto dank Klimaanlage angenehm kühl ist, wird die Stärke der Sonnenstrahlen oft unterschätzt. „Bei einer Außentemperatur von 28 Grad Celsius wird es im Auto schon nach 20 Minuten bis zu 42 Grad warm, bei geschlossenen Fenstern bis zu 45 Grad“ so der ADAC. Auch Temperaturen von 60 Grad Celsius seien keine Seltenheit. Forschungsergebnisse einer US-Studie zeigten zudem, dass heiße Autos in nur einer Stunde tödliche Temperaturen erreichen können.

Kontroll- und Warnlampen im Auto: Wenn es rot leuchtet, sollten Sie sofort anhalten

Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Plötzlich blinkt und leuchtet es im Cockpit! Die Symbole und Kontrolllichter am Armaturenbrett zeigen an, ob dem Auto technisch etwas fehlt. Allerdings, ist es wichtig zu wissen, was die Lämpchen bedeuten. Hier die wichtigsten Kontrollleuchten im Auto: © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motoröldruck zu niedrig. Motor abstellen. Ölstand prüfen und gegebenenfalls nachfüllen - hilft aber nicht immer. Meist muss der Wagen in eine Werkstatt geschleppt werden. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Ölmangel, Ölstand überprüfen und nachfüllen - sonst droht Motorschaden. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Anschnallzeichen: Einer oder einige der Fahrgäste sind nicht angeschnallt. Das Symbol leuchtet auch auf, wenn eine schwere Tasche auf dem Sitz steht. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme bei der Stromversorgung: Generator defekt oder eine elektrische Verbindung unterbrochen. Motor nicht ausschalten und zur nächsten Werkstatt. NICHT weiterfahren bei elektrischer Servolenkung (Lenkkraftunterstützung kann ausfallen) oder gerissener Keilriemen (Motor kann überhitzen). © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme mit der Bremse. Brennt dieses Licht auch bei gelöster Handbremse, droht große Gefahr. Zu wenig Bremsflüssigkeit oder die Beläge sind bis aufs Metall runter. Sofort anhalten und Pannendienst rufen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motor ist überhitzt. Kühlwasser reicht nicht mehr. Anhalten und abkühlen lassen. Danach unbedingt in die Werkstatt. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Reifendruckkontrollsystem meldet zu niedrigen Reifendruck. Eventuell harmlos, wenn das Symbol nach dem Reifenwechsel leuchtet (fehlende Kalibrierung) - mehr in der Betriebsanleitung. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Störung im Rückhaltesystem. Funktionsversagen des Airbags/ Gurtstraffers bei Unfall möglich - sofort in die Werkstatt. Symbol leuchtet auch bei deaktiviertem Beifahrerairbag (wg. Kindersitz). © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Bremsbeläge sind abgefahren und sollten demnächst erneuert werden. Weiterfahren möglich. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) ist aktiv - oft auf nassen und vereisten Straßen. Vorsichtig lenken, keine Vollbremsung machen und Fuß vom Gas nehmen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme mit der Motorsteuerung. Der Schadstoffausstoß kann erhöht sein. Symbol leuchtet auch, wenn die Lambdasonde defekt ist oder ein Marder ein Kabel beschädigt hat. Umgehend in die nächste Werkstatt fahren. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Nebelschlussleuchte ist eingeschaltet. In Deutschland nur erlaubt, wenn die Sicht durch Nebel geringer als 50 Meter ist. © ADAC

Neugeborene und Kinder sind hitzeempfindlich und können im Gegensatz zu Erwachsenen ihre Körpertemperatur nicht ausreichend regulieren. Außerdem können sie aufgrund der geringeren Körperoberfläche weniger gut schwitzen. Steigt die Körpertemperatur über 40 Grad Celsius, wird es lebensgefährlich für Kinder: Der Organismus erleidet einen Hitzeschlag, oder Kreislaufkollaps, der zu körperlichen Schäden führen kann.

Kind bei Hitze im Auto: Was bei einem Hitzschlag unbedingt unternommen werden muss

Wenn das Kind einen Hitzeschlag erleidet, handelt es sich um einen medizinischen Notfall. Wenn das Kind die typischen Symptome wie hochroter Kopf, gerötete, trockene und heiße Haut sowie schnelle, flache Atmung zeigt, sollten laut dem ADAC folgende Sofortmaßnahmen getroffen werden:

  • Das Kind an einen möglichst kühlen, schattigen Ort bringen.
  • Beengende oder zu warme Kleidung entfernen.
  • Beine des Kindes hochlegen
  • Das Kind mit lauwarmen Wasser kühlen.
  • Ist das Kind bei Bewusstsein, ihm etwas zum Trinken geben.
  • Bei Bewusstlosigkeit das Kind in eine stabile Seitenlage legen und durchgehend Puls und Atmung kontrollieren.
  • Sollte das Kind nicht mehr atmen, sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen.

Ein Kind solchen Gefahren auszusetzen, wird nach Angaben der Polizei Sachsen als Straftat bewertet. Demnach machen sich Erwachsene in diesem Fall der Körperverletzung und Kindesmisshandlung strafbar.

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