Ausgerechnet Leipzig schlägt wohl zu

BVB-Fans rechnen wegen drohender Transfer-Pleite gnadenlos mit Kehl ab

  • schließen

Transfer-Pleite für den BVB in Sicht: Dortmunds Taktieren bei einem Wunschspieler ermöglicht RB Leipzig den Zuschlag. Viele Fans sind erbittert.

Dortmund – Das Transferkarussell ist oft unberechenbar und brutal schnelllebig. Bei Borussia Dortmund schien in der Causa Carney Chukwuemeka alles auf ein Geduldsspiel hinauszulaufen, wie Absolut Fussball, das Fußballportal von Home of Sports, noch am Dienstagnachmittag (22. Juli) berichtete.

Der BVB wähnte sich in einer passablen Position, da der Markt für den vom FC Chelsea zum Verkauf stehenden Mittelfeldspieler nicht wie erhofft in Bewegung kam. Eine erneute Leihe, die dem BVB vorschwebt, kam da als Lösung später im Transferfenster durchaus infrage.

Doch die Wende folgte wenige Stunden später: Wie unter anderem Sky berichtete, steht Chukwuemeka ausgerechnet bei RB Leipzig auf dem Zettel.

Wer geht? Wer bleibt? – Die Vertragslaufzeiten der Stars von Borussia Dortmund

Gregor Kobel
Stammtorhüter Gregor Kobel hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und bleibt bis 2028 gesetzt. © IMAGO/Madeleine Fantini
Patrick Drewes
Patrick Drewes unterschrieb am 26. Juni 2025 seinen Vertrag beim BVB bis 2027 – als neue Nummer 3 hinter Gregor Kobel und Alexander Meyer. © IMAGO/RHR-FOTO
Silas Ostrzinski
Auch Silas Ostrzinski hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und ist als zukünftige Nummer eins bei der U23 fest eingeplant. Sein Vertrag läuft bis 2027. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Meusel
Alexander Meyer
Ersatztorwart Alexander Meyer steht seit 2022 beim BVB unter Vertrag. Sein Arbeitspapier läuft am 30.06.2027 aus.  © IMAGO/Jess Stiles
Yan Couto
Der Brasilianer Yan Couto kam zunächst als Leihe vom Manchester City, ehe Dortmund frühzeitig die Kaufpflicht zog – sein Vertrag läuft bis zum 30.06.2030. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Waldemar Anton
Waldemar Anton wechselte im Sommer 2024 von VfB Stuttgart zum BVB – Vertrag bis zum 30.06.2028. © IMAGO/Marco Bader
Nico Schlotterbeck
Abwehrchef Nico Schlotterbeck ist seit Sommer 2022 gesetzt in Dortmund – sein aktueller Vertrag läuft bis 2027, doch der BVB plant bereits eine vorzeitige Verlängerung bis 2030 inklusive einer Gehaltsverdopplung. © IMAGO/Revierfoto
Ramy Bensebaini
Der algerische Außenverteidiger Ramy Bensebaini kam 2023 ablösefrei und unterschrieb einen Vierjahresvertrag beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Niklas Süle
Niklas Süles Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026. Im März gab der Verein bekannt, dass sich die Wege im Sommer trennen werden.  © IMAGO/Marco Bader
Julian Ryerson
Der Norweger Julian Ryerson verlängerte ebenfalls vorzeitig seinen Vertrag bis 2028 und hat sich zu einem festen Bestandteil der Mannschaft etabliert. © IMAGO/Marco Bader
Almugera Kabar
Das BVB-Talent Almugera Kabar erhielt im Februar 2025 seinen ersten Profivertrag bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Filippo Mane
Der italienische Innenverteidiger Filippo Mane hat ebenfalls Anfang 2025, seinen ersten Profivertrag bis 2028 unterschrieben. © IMAGO/Katie Stratman
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat einen bis 2027 gültigen Kontrakt.
Nachwuchstalent Luca Reggiani hat seinen bis 2027 gültigen Kontrakt langfristig verlängert. Über die genaue Laufzeit ist nichts bekannt. © IMAGO/Dennis Ewert/RHR-FOTO
Daniel Svensson
Der zunächst ausgeliehene Daniel Svensson kam Anfang Februar 2025 vom FC Nordsjælland – Dortmund zog frühzeitig die Kaufoption, sein Vertrag läuft nun bis zum 30. Juni 2029. © IMAGO/Katie Stratman
Salih Özcan
Salih Özcan unterschrieb 2022 seinen Vierjahresvertrag bis 2026. Dieser wird nicht verlängert, sodass der türkische Nationalspieler den BVB im Sommer verlässt. © IMAGO/Hesham Elsherif
Felix Nmecha
Der Mittelfeldspieler Felix Nmecha kam 2023 für knapp 30 Mio.€ vom VfL Wolfsburg. Im März 2026 verlängerte er seinen Vertrag vorzeitig bis Sommer 2030. ©  IMAGO / Nicolo Campo
Julian Brandt
Julian Brandts Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2026 – dann endet nach sieben Jahren seine Zeit beim BVB. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Carney Chukwuemeka
Der Engländer Carney Chukwuemeka unterschrieb nach seiner Leihe vom FC Chelsea fest beim BVB. Er ist noch bis 2030 gebunden. © IMAGO/Heuler Andrey / SPP
Marcel Sabitzer
Marcel Sabitzer wechselte 2023 vom FC Bayern nach Dortmund – sein Vertrag läuft regulär bis 2027, der BVB hat wohl vorerst keine Vertragsverlängerung geplant. © IMAGO/Marco Bader
Emre Can
Der Vertrag des Kapitäns läuft nach der Saison 2025/26 aus. Berichten zufolge verlängert er nach seiner schweren Kreuzbandverletzung allerdings um ein weiteres Jahr.  © IMAGO/Madeleine Fantini
Kjell Wätjen
Das Dortmunder Talent unterschrieb 2024 seinen ersten Profivertrag – für die Saison 2025/2026 wird der 19-Jährige, für die Spielpraxis an den VfL Bochum ausgeliehen. Sein BVB-Kontrakt läuft noch bis 2028. © IMAGO/Fotostand / Fantini
Jobe Bellingham
Der 19-jährige Jobe Bellingham unterzeichnete im Juni 2025 einen Fünfjahresvertrag bis 2030 und bereitet sich momentan bei der Klub-WM auf die Bundesliga-Saison 2025/26 vor. © IMAGO / Nicolo Campo
Karim Adeyemi
Karim Adeyemi wechselte im Sommer 2022 von RB Salzburg zum BVB – sein Vertrag läuft noch bis 2027. Immer wieder rankten sich Abgangsgerüchte um den Flügelspieler. © IMAGO/Jonathan Moscrop
Maximilian Beier
Der 21-jährige Maximilian Beier wechselte im August 2024 von Hoffenheim zum BVB, nachdem er dort mit 16 Bundesligatoren glänzte – sein Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2029. © IMAGO/Marco Bader
Verlässt Serhou Guirassy den BVB?
Torjäger Serhou Guirassy kam im Juli 2024 vom VfB Stuttgart und lieferte seitdem bei den Borussen ab – sein Vertrag läuft noch bis 2028. ©  IMAGO / Gribaudi/ImagePhoto
Julien Duranville
Julien Duranville ist noch bis 2028 an Dortmund gebunden. In der Rückrunde der Saison 2025/26 spielt er auf Leihbasis beim FC Basel. © IMAGO/Madeleine Fantini
Cole Campbell
Cole Campbell unterschrieb 2024 einen Profivertrag in Dortmund – sein Vertrag läuft noch bis 2028. Auch er ist 2025/26 ausgeliehen und verbringt die Rückrunde bei der TSG Hoffenheim. © IMAGO/Katie Stratman
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030.
Neuzugang Fabio Silva unterschrieb beim BVB einen Vertrag bis 2030. © IMAGO/Jordi Mergen

Die Stimmung beim BVB ist angespannt

Dieser drohende Wechsel zum direkten Konkurrenten und regelrechten Hassobjekt vieler Fans ist für die Verantwortlichen des BVB eine maximal unglückliche Fügung. Er ist aber auch das direkte Resultat einer riskanten Strategie und könnte für die ohnehin schon angespannte Stimmung im BVB-Umfeld der sprichwörtliche Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Die Sachsen scheinen auch deshalb gute Karten zu haben, weil Chelsea im Gegenzug an Leipzigs Star Xavi Simons interessiert ist. Ein Deal, der die Dortmunder Verantwortlichen als passive Zuschauer zurücklassen würde. Und das in einer Situation, in der kurz vor dem Trainingsauftakt mit Jobe Bellingham und Ersatzkeeper Patrick Drewes weiter nur zwei externe Neuzugänge feststehen.

Der Transferstau ist beim BVB aktuell das größte Gesprächsthema.

Geduldsspiel mit hohem Einsatz: BVB verzockt sich

Die Ausgangslage bei Chukwuemeka war von Beginn an ein Ritt auf der Rasierklinge. Der BVB wollte den in der Rückrunde ausgeliehenen Mittelfeldspieler grundsätzlich halten, das Potenzial des 21-Jährigen ist schließlich unbestritten. Gleichzeitig scheute Dortmund aber das finanzielle Risiko. Eine Kaufoption im Bereich von 30 bis 35 Millionen Euro war den Bossen aufgrund der hohen Verletzungsanfälligkeit des Spielers zu teuer. Man pokerte, hoffte auf eine weitere Leihe mit reduzierter Kaufoption für den Sommer 2026.

Dieses Zögern, obwohl durch den Verkauf von Jamie Gittens an Chelsea sowie die ordentliche Leistung bei der FIFA Klub-WM finanzielle Mittel vorhanden sind, und die Drähte zwischen Dortmund und London ohnehin glühen, könnte sich nun als strategische Fehleinschätzung erweisen.

Der BVB hat offenbar die Marktdynamik und den unbedingten Verkaufswillen von Chelsea, die Transfereinnahmen generieren müssen, um selbst weiter investieren zu können, falsch bewertet. Das Risiko, dass ein potenter Konkurrent die Situation ausnutzt, wurde sehenden Auges in Kauf genommen.

Die Arbeit von Sportdirektor Sebastian Kehl wird von vielen BVB-Fans sehr kritisch beäugt.

Die Fan-Seele kocht beim BVB

Bei den Fans reißt jetzt endgültig der Geduldsfaden. In den Foren ist die Fassungslosigkeit groß und die Kritik an der sportlichen Führung um Sebastian Kehl und Lars Ricken an Schärfe kaum zu überbieten.

Ein Nutzer bringt die strategische Fehleinschätzung auf den Punkt: „Wieso hat man Chukwuemeka nicht in den Gittens-Deal eingebunden, wenn man ihn sowieso will? Dass Chelsea sich nun querstellt, sollte niemanden wundern.“ Das Vorgehen wird von anderen sogar als „vereinsschädigend“ gebrandmarkt.

Die Kritik geht aber weit über diesen Einzelfall hinaus. Ein anderer Fan fasst die wahrgenommene Passivität in einem vernichtenden Urteil zusammen: „Es wird nur reagiert und auf Optionen gewartet, die irgendwo vom Laster fallen. 0 Plan, 0 Initiative. Inkompetente sportliche Leitung Jahr für Jahr.“ Dieses Gefühl der Planlosigkeit wird von vielen geteilt, die Kehl vorwerfen, dass er „bei gefühlt jedem vielversprechenden Spieler zu spät dran ist, zu zögerlich agiert oder schlichtweg keinen Plan B hat“.

„Mal ehrlich – ich hab echt keinen Schimmer, wie man Kehl heutzutage noch irgendwie verteidigen will. Da fehlt mir jegliches Verständnis“, heißt es in einem besonders harten Fan-Urteil zum Sportdirektor des BVB, der kaum noch vom Kredit zehren kann, den er als ehemaliger Kapitän von Dortmund eigentlich genießen dürfte.

Der Kern der Kritik trifft dabei nicht nur das laufende Transferfenster, sondern die grundlegende Philosophie. Ein Anhänger formuliert es drastisch: „Der eigentliche kapitale Fehler von Kehl ist, dass er offensichtlich die Bedeutung von technisch versierten, kreativen Spielern völlig unterschätzt.“ Ein anderer Fan bringt die Stimmungslage perfekt auf den Punkt: „Woher soll das Vertrauen kommen?“

Kehl und Ricken unter Zugzwang: Es braucht jetzt Antworten

Der Druck auf die sportliche Leitung ist also immens. Sollte der Deal zwischen Chelsea und Leipzig über die Bühne gehen, wäre es eine weitere empfindliche Niederlage auf dem Transfermarkt, die das Vertrauen in die Handelnden weiter erodieren lässt.

Die Meinung der Fans ist eindeutig: Die Zeit des Abwartens und Zögerns muss vorbei sein. Kehl und Ricken müssen ihre Strategie grundlegend überdenken und jetzt endlich liefern.

Um die aufgeheizte Stimmung zu beruhigen und die Fans wieder einzufangen, müssten die Verantwortlichen schon sehr überzeugende Deals präsentieren. Gelingt dies nicht, droht die Unruhe im Umfeld die neue Saison von Beginn an schwer zu belasten.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Ralf Treese/DeFodi Images

Kommentare