Enttäuschende Krisen-Saison

BVB-Idol verlangt großen Umbruch: Das könnte die „Streichliste“ sein

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Der BVB ringt um einen versöhnlichen Saisonabschluss. Folgen danach große Umbau-Projekte im Kader? Die potenzielle „Streichliste“ in Dortmund.

Dortmund – Borussia Dortmund hat vom FC Barcelona die Grenzen schonungslos aufgezeigt bekommen!

Mit dem 0:4 gegen den spanischen Tabellenführer im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinales ist der BVB zwar in bester Gesellschaft, weil Barça diese Saison zum Beispiel schon gegen Atlético Madrid, Real Madrid und den FC Bayern Torfestivals gefeiert hat. Doch ein wirklicher Trost kann das nicht sein. Schließlich wird auch in der Bundesliga der große Rückstand auf die Spitze immer wieder deutlich.

Am Dienstagabend (21 Uhr) geht es für Dortmund nur noch um einen ehrenvollen Abschied aus der Champions League. Für wie lange? Das ist die große Frage. Nur Optimisten glauben noch an eine Qualifikation zur kommenden Saison. Wenn der BVB die Königsklasse tatsächlich verpasst, muss der Klub im Sommer kluge Entscheidungen treffen, um es bei einem einmaligen Ausrutscher zu belassen.

BVB-Legende Weidenfeller: „Kovač trifft jetzt die wenigste Schuld“

Für viele Beobachter steht fest, dass es einen radikalen Umbruch braucht. Neben den üblichen Transfers ziehen viele auch in Zweifel, ob es mit Sportdirektor Sebastian Kehl und Trainer Niko Kovač weitergehen kann, wenn Dortmund womöglich sogar überhaupt nicht europäisch vertreten sein sollte. Sportchef Lars Ricken stellte hingegen dieser Tage den Umfang des Umbruchs beim BVB öffentlich infrage und verteilte Garantien an Kehl und Kovač.

Sein ehemaliger Mannschaftskamerad Roman Weidenfeller reiht sich in das Camp derer ein, die in Dortmund deutliche Veränderungen fordern. „Du müsstest den Kader aussortieren“, sagte der langjährige BVB-Torwart beim TV-Sender Sky. „Das wird, glaube ich, schwer. Niko Kovač trifft jetzt die wenigste Schuld. Er ist der richtige Mann am richtigen Fleck. Es ist unheimlich schwierig, in so ein Konstrukt extern als Trainer reinzukommen.“

Aus Sicht von Weidenfeller muss also vor allem beim spielenden Personal ein Großreinmachen stattfinden. Doch um welche Spieler geht es konkret? Absolut Fußball, das Fußballportal von Home of Sports, hat eine potenzielle Streichliste zusammengestellt.

Julian Brandt ist das Symbol des BVB-Niedergangs

Der BVB hat nach dem Abgang von Marco Reus im Sommer letzten Jahres Julian Brandt als neues Gesicht der Mannschaft auserkoren. Der Mittelfeldmann bekam die Rückennummer 10, wurde zum Vizekapitän ernannt und war beispielsweise auch Zugpferd der Marketingmaßnahmen auf der Asien-Tour im Juli 2024.

Offensichtlich ist Brandt aber damit überfordert, beim BVB mehr als ein talentierter Spieler zu sein. „In Brandt war ich mal richtig verliebt. Das ist einer der besten Kicker, die Deutschland in den letzten Jahren hatte. Nur spielt der keinen seriösen Profifußball mehr auf dem Niveau“, wurde Reporterlegende Marcel Reif nun bei Sky deutlich.

Wenn es Dortmund mit einem Umbruch Ernst ist, ist der bis 2026 unter Vertrag stehende Brandt der erste Anwärter, bei dem ein Abschied vollzogen werden muss.

Julian Brandt gilt beim BVB als Sinnbild der Krisen-Saison.

Niklas Süle ist sein BVB-Gehalt nicht wert

Der BVB feierte sich 2022 dafür, Niklas Süle ausgerechnet vom FC Bayern ablösefrei geholt zu haben. Drei Jahre später kann sich der Rekordmeister ins Fäustchen lachen. Der Abwehrmann kassiert beim BVB fürstlich ab, zeigt aber keine Leistung. Als vermeintlicher Führungsspieler gekommen, ist (Ex-)Nationalspieler Süle trotz beachtlicher körperlicher Transformation nur noch ein Schatten seiner selbst.

Der 29-Jährige muss sich entscheiden, ob er kommende Saison seinen Top-Vertrag aussitzen will, oder sportlich nochmal angreift. Beim BVB scheint der Weg zurück zu fußballerischer Relevanz schwer vorstellbar, auch wenn Trainer Kovač als Fan von Süle gilt. Wegen des Gehalts kann Dortmund nicht damit rechnen, dass Süle den Verein ein Jahr vor Vertragsende verlässt.

Macht der BVB bei Emre Can den gleichen Fehler nochmal?

Emre Can hat sich nach der dauerhaften Versetzung in die Innenverteidigung auf hohem Niveau stabilisiert und sorgt unter anderem dafür, dass Süle derzeit keine große Rolle spielt. In der Rückrunde ist Can einer der zwei, drei stärksten BVB-Profis und drängt sich vielleicht sogar für eine unerwartete Vertragsverlängerung auf.

Das alles hat Dortmund aber schon mal erlebt und sich zu Entscheidungen verleiten lassen, die im Nachhinein gewiss nicht unumwunden als die richtigen einzuschätzen sind. Als Can das letzte Mal eine starke Halbserie spielte, wurde sein Vertrag verlängert und stieg er zum Kapitän auf. Langfristig kommt für diese Rolle beim BVB eigentlich nur Nico Schlotterbeck infrage.

Wenn der BVB darüber nachdenkt, Cans 2026 auslaufenden Vertrag zu verlängern, begeht er womöglich den gleichen Fehler nochmal.

Die Leistungen von Emre Can haben sich zuletzt stabilisiert. Genug für einen neuen BVB-Vertrag?

Bei Moukoko und Haller droht dem BVB ein Millionengrab

Die Leihstürmer Youssoufa Moukoko (OGC Nizza) und Sébastien Haller (FC Utrecht) könnten bei der FIFA-Klub WM in den USA das Aufgebot des BVB erweitern. Durch das Extra-Transferfenster, das die DFL eingerichtet hat, können beide Spieler rechtzeitig zurückgeholt werden. Eine große BVB-Zukunft haben sie nicht.

Bei Moukoko besteht die Mini-Hoffnung darauf, dass ein Klub an das Potenzial des einstigen Wunderkinds glaubt, bei Haller läuft es eher auf eine Vertragsauflösung hinaus. Nach derzeitigem Stand muss Dortmund beide Spieler kommende Saison bezahlen: Sie sollen schlappe 18,5 Millionen Euro verdienen!

Auch Leihverteidiger Soumaïla Coulibaly (Stade Brest) kehrt im Sommer derweil wohl nur kurzzeitig zurück und sollte endgültig abgegeben werden.

Dusche, Tankstelle, Küche: Die skurrilsten Verletzungen im Profifußball

Manuel Neuer feiert die Meisterschaft des FC Bayern auf Krücken
Manuel Neuer ist schon mehrfach auf Krücken gelaufen. Der Kapitän des FC Bayern erlitt jüngst eine kuriose Verletzung – und ist damit im Profifußball nicht alleine ... © IMAGO / Revierfoto
Nathan Ngoumou wird vorerst nicht mehr für Borussia Mönchengladbach spielen
Nathan Ngoumou wurde nach dem Schlusspfiff des Auswärtsspiels von Borussia Mönchengladbach gegen den FC St. Pauli zum Auslaufen geschickt. Wenige Minuten später musste der Flügelspieler mit einer gerissenen Achillessehne in die Kabine getragen werden. © IMAGO/kolbert-press/Burghard Schreyer
Manuel Neuer wurde im Champions-League-Duell zwischen dem FC Bayern und Leverkusen ausgewechselt
Für Manuel Neuer hatte das Champions-League-Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen im März 2025 bittere Konsequenzen. Der Torhüter des FC Bayern erlitt beim Torjubel einen Muskelfaserriss. © IMAGO/Philippe Ruiz
Xabi Alonso gewann 2010 mit Spanien die Weltmeisterschaft in Südafrika
Auf dem Platz konnte man Xabi Alonso wenig anhaben, dafür war die Dusche sein größter Feind. In der Vorbereitung auf das WM-Halbfinale 2010 erlitt Alonso eine tiefe Wunde im Knie, weil die Glasscheibe der Dusche plötzlich brach. Der Cut wurde in der Mannschaftskabine zugenäht, der Mittelfeldspieler stand gegen Deutschland daher auf dem Rasen. © IMAGO / Fotoarena
Charles Akonnor spielte von 1998 bis 2004 für den VfL Wolfsburg
Im Jahr 2001 rammte sich Charles Akonnor, damals für den VfL Wolfsburg tätig, versehentlich seine Auto-Antenne in die Nase. Weil das blutstillende Mittel auf der Dopingliste stand, wurde er für drei Spiele gesperrt.  © IMAGO / Contrast
Kevin Trapp spielt bis heute für Eintracht Frankfurt, war von 2015 bis 2018 aber für Paris St. Germain aktiv
Kevin Trapp galt noch als Talent, da hatte er 2013 beim Werbedreh der deutschen U21-Nationalmannschaft großes Pech. Trapp war ausgerutscht, weil er laut dem damaligen Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen mit Stollenschuhen auf einem glatten Steinboden unterwegs war. Später einigten sich die SGE und der DFB auf eine Entschädigungszahlung. © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal
Santiago Cañizares vom FC Valencia diskutiert mit einem Verantwortlichen
Santiago Cañizares wollte sich im Mai 2002 für ein Abendessen mit der spanischen Nationalmannschaft frisch machen, als ihm das Parfüm im Badezimmer auf den Boden fiel und eine Sehne durchtrennte. Damit war die WM in Japan und Südkorea für den Torhüter gelaufen – und ein gewisser Iker Casillas rückte zwischen die Pfosten. © IMAGO / Claus Bergmann
Darren Barnard in einem Spiel der walisischen Nationalmannschaft
Der ehemalige walisische Nationalspieler Darren Barnard musste aufgrund einer Knieverletzung für fünf Monate pausieren, weil er in der Küche in einer Urinpfütze eines Hundewelpens ausrutschte. © IMAGO / Colorsport
Martin Palermo spielte in seiner Karriere auch für die Boca Juniors
Martín Palermo verletzte sich ausgerechnet nach dem größten Erfolg eines Stürmers. Als der Argentinier in Diensten des FC Villarreal ein Tor bejubelte, stürzte die Werbebande ein. Palermo erlitt einen Schien- und Wadenbeinbruch. © IMAGO / Gribaudi / ImagePhoto
Logan Bailly spielte zweieinhalb Jahre für Borussia Mönchengladbach
Logan Bailly erlitt während seiner Zeit bei Borussia Mönchengladbach einen Mittelfußbruch. Schuld war eine mobile Klimaanlage, die beim Transport aus seinen Händen glitt und auf seinen Fuß fiel. © IMAGO / Ulmer
Adam Nemec spielte 2011 auch für die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern
Als Adam Nemec dem 1. FC Kaiserslautern im Jahr 2011 für drei Monate fehlte, war ausgerechnet sein Kirschbaum schuld. Der Stürmer kletterte auf diesen hoch, fiel runter – und brach sich sowohl zwei Brustwirbel als auch das Schlüsselbein. © IMAGO / Revierfoto
Robbie Keane spielte in seiner Karriere unter anderem für Aston Villa
In der Sturmspitze war Robbie Keane treffsicher, doch auf dem heimischen Sofa stellte er sich mit seinem Fuß ungeschickter an. Als er mit diesem die TV-Fernbedienung bedienen wollte, zog sich der Ire einen Bänderriss im Knie zu. © IMAGO / Colorsport
Markus Pröll hütete bis 2010 das Tor von Eintracht Frankfurt
Bei einem Testspiel mit Eintracht Frankfurt im Jahr 2009 stolperte der damalige Torhüter Markus Pröll nicht über seine eigenen Füße, sondern über ein kleines Mädchen. Das Resultat: eine Schultereckgelenksprengung. © IMAGO / Jan Huebner
Bjarne Thoelke spielte 2011 sechsmal für die Profis des VfL Wolfsburg
Als seine Karriere beim VfL Wolfsburg Fahrt aufnehmen sollte, spielte ein Pferd dem damaligen Abwehrtalent Bjarne Thoelke einen Streich. Der heutige Innenverteidiger des 1. FC Saarbrücken erlitt einen Kahnbeinbruch, weil ein Pferd auf dem Bauernhof seiner Eltern während der Stallarbeit austrat. © IMAGO / Joachim Sielski
Elkin Soto spielte viele Jahre lang für Mainz 05
Im März 2013 musste Mainz-Trainer Thomas Tuchel für ein Spiel auf Elkin Soto verzichten, weil sich der Mittelfeldspieler bei „einer alltäglichen Bewegung“ einen Hexenschuss zuzog. Die Auflösung: Der Kolumbianer erlitt die starken Schmerzen, als er sich bückte, um seine Schuhe zu binden. © IMAGO / Martin Hoffmann
Leon Andreasen hat 2016 seine Karriere bei Hannover 96 beendet
Dass Messer gefährlich sind, lernte Leon Andreasen auf bittere Weise. Der Ex-Profi von Hannover 96 verletzte sich im November 2015 beim Öffnen eines Pakets an der Hand. Die Schnittwunde hatte eine Operation zur Folge. © IMAGO / Eibner
Daniel Bierofka wird von den Spielern von 1860 München gefeiert
Als Daniel Bierofka noch Spieler von 1860 München war, prallte er in einem Testspiel gegen den VfR Aalen mit Schiedsrichter Robert Hartmann zusammen. Die Diagnose: Nasenbeinbruch. © IMAGO / Sven Simon
Nicolai Müller erlitt am 1. Spieltag der Saison 2017/18 einen Kreuzbandriss
Nicolai Müller wollte in der Saison 2017/18 mit dem Hamburger SV angreifen. Am ersten Bundesliga-Spieltag erzielte er schon in der achten Minute den Siegtreffer gegen den FC Augsburg – und erlitt beim Jubel einen Kreuzbandriss. © IMAGO / Oliver Ruhnke
Éver Banega spielt bis heute Fußball und ist für die Newell‘s Old Boys aktiv
Beim FC Valencia fehlte Éver Banega in der Schlussphase der Saison 2011/12 wegen eines Knöchelbruchs. Schuld war das Auto des Argentiniers, das an der Tankstelle über seinen Fuß rollte – weil er die Handbremse nicht gezogen hatte. © IMAGO / ULMER
Stefan Kuntz ist 1991 mit Kaiserslautern deutscher Meister geworden
Als der 1. FC Kaiserslautern am 7. September 1991 gegen den FC Bayern spielte, fehlte Stefan Kuntz (l.) plötzlich. Der damalige Stürmer knickte beim Verlassen des Mannschaftsbusses um und erlitt einen dreifachen Bänderriss.  © IMAGO/ HORSTMUELLER GmbH
Marko Arnautovic geht heute für Inter Mailand auf Torejagd
Marko Arnautović hat bei Werder Bremen mehrfach für Aufruhr gesorgt. So auch im März 2012, als er wegen eines Innenbandrisses im Knie wochenlang fehlte – weil er mit seinem Hund spielte und im Rasen hängengeblieben war. © IMAGO / Marco Canoniero

An den Durchbruch von Reyna glaubt in Dortmund niemand mehr

Bereits auf der Suche nach einem neuen Klub soll sich Giovanni Reyna befinden. Das einstige Top-Talent hat den nächsten Schritt beim BVB auch wegen Verletzungen nie geschafft. An den plötzlichen Durchbruch glaubt niemand mehr, deshalb wird sich Reyna im Sommer wohl eher still verabschieden.

Das ganz große Ablösepotenzial bringt der US-Amerikaner nicht mehr mit. Für die hohen Einnahmen müssen andere sorgen.

Kandidaten sind Karim Adeyemi, Jamie Gittens oder auch Gregor Kobel. Grundsätzlich steht dieses Trio eher nicht auf der Streichliste des BVB. Wenn aber die Einnahmen aus dem Europapokal fehlen sollten, bleibt Dortmund nichts anderes übrig, als einige Spieler zu Geld zu machen. Das Ablösepotenzial ist bei Adeyemi, Gittens und Kobel derzeit wohl am höchsten.

Rubriklistenbild: © IMAGO/kolbert-press/Marc Niemeyer

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