VonAndreas Knoblochschließen
Hansi Flick ist nicht mehr Bundestrainer beim DFB. Die große Frage: wer wird Nachfolger? Einer hat schon abgesagt, einer würde es sich zutrauen.
- Hansi Flick wurde als Bundestrainer entlassen
- Der DFB sucht nun einen Nachfolger für die Position - die Liste mit Überraschungen
- Ein Kandidat hat wohl schon abgesagt, ein anderer würde es sich zutrauen.
Update vom 12. September, 13.22 Uhr: Rudi Völler ist aktuell der Trainer der deutschen Nationalmannschaft - zusammen mit Sandro Wagner und Hannes Wolf. „Hannes Wolf im Paket mit Sandro Wagner war meine Idee“, betonte Völler durchaus. Aber auch wenn er rundum überzeugt ist vom Können des neuen DFB-Nachwuchsdirektors und ehemaligen Bundesliga-Trainers Wolf (42) sowie des selbstbewusst auftretenden Ex-Nationalspielers und Trainer-Newcomers Wagner (35): Er propagierte zumindest diese Paketlösung mit ihm als Frontmann nicht als das von ihm bevorzugte EM-Projekt. „Ich kann mal aushelfen“, sagte Völler, der beim DFB freilich nicht zum ersten Mal aushilft. „Gefallen tut mir das jetzt trotzdem nicht“, versicherte er glaubhaft: „Bei so einem wichtigen Turnier wie der Heim-EM ist es sehr wichtig, dass wir eine richtige Lösung finden, einen Trainer, der das mit Leib und Seele macht.“ Ein exaktes Profil und mögliche Ausschlusskriterien (vertragslos, deutschsprachig) skizzierte Völler wohlweislich nicht
Update vom 12. September, 11.57 Uhr: Bitburger heißt das offizielle Bier für die Europameisterschaft 2024. Auf welchen Bundestrainer die Fans dann anstoßen können, ist noch nicht bekannt. Julian Nagelsmann wurde nach tz-Informationen noch nicht angefragt, gilt aber weiterhin als heißer Kandidat.
„Einige Namen in der Dreierdiskussion“: Völler über DFB-Bundestrainer - Vogts will Nagelsmann nicht
Update vom 12. September, 10.20 Uhr: Interims-Teamchef Rudi Völler hält sich in der Bundestrainer-Diskussion bei Namen zurück, hat aber klare Vorstellungen zum Zeitplan. „Wir hatten natürlich auch schon, das ist doch klar, einige Namen in der Dreierdiskussion“, sagte Völler vor dem Testspiel an diesem Dienstag gegen Vize-Weltmeister Frankreich über Gespräche mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFL-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke. „Natürlich gibt es Namen, die absolut infrage kommen.“ Kommentieren werde er diese aber nicht, fügte der 63-Jährige an, „das habe ich natürlich in diesem Leben, in diesem Geschäft gelernt“.
Update vom 12. September, 9.22 Uhr: Wäre Nagelsmann einer für die Nationalmannschaft? Zuletzt gab es Gerüchte, dass auch Dortmund an dem Trainer interessiert sein könnte, zudem läuft sein Vertrag beim FC Bayern noch, was finanzielle Hürden mit sich bringt. Doch Ex-Bundestrainer Berti Vogts findet die Nagelsmann-Variante „zu risikoreich“. Die deutsche Nationalmannschaft benötige „einen erfahrenen Mann als Bundestrainer, der die Spieler und die Menschen begeistern kann“, sagte Vogts der Rheinischen Post. „Viele Dinge laufen in die falsche Richtung. Ein neuer Bundestrainer allein wird da nicht reichen“, meint Vogts, für den eher Jürgen Klopp, auch wenn sehr unwahrscheinlich, und Jürgen Klinsmann, aktuell Südkorea-Trainer, die besten Optionen seien.
Flick-Nachfolger beim DFB: Einer hat wohl schon abgesagt, ein anderer fühlt „sich in der Lage“
Update vom 12. September, 8.35 Uhr: Der DFB sucht weiterhin einen Nachfolger für den Bundestrainer-Job. Rudi Völler hat einen Zeitraum bekannt gegeben, in den „nächsten dreieinhalb Wochen“ soll es so weit sein. Bisher gibt es schon eine prominente Absage. Viele fordern Matthias Sammer, so wie Medien aus seinen Kreisen erfahren haben sollen, steht er nicht zur Verfügung. Derweil hat aber Felix Magath, von Effenberg und Hamann gefordert, angeboten zu helfen. „Ich denke, dass ich in der Lage bin, verunsicherte Mannschaften wieder aufzurichten und ihnen so viel Vertrauen zu geben, dass sie wieder sehr gute Leistungen bringen“, sagte Magath dem Radiosender NDR 90.3.
Flick-Nachfolger beim DFB: Favoriten-Liste mit Überraschungen - einer kostet 30 Millionen Euro
Update vom 11. September, 15.40 Uhr: Während Hansi Flick mit dem Aus bei der Nationalmannschaft zu kämpfen hat, darf sich Niklas Süle freuen. Der BVB-Verteidiger wird ein zweites Mal Vater und ist deswegen frühzeitig abgereist. Währenddessen kam die Flick-Entlassung bei Basketball-Fans und -Experten gar nicht gut an. Das Timing des Statements kam nahezu gleichzeitig mit der Schlusssirene des WM-Finals der Männer, die sich historisch zum Sieger krönten. Magenta-Experte Patrick Femerling hat sich dazu nochmal im Radio geäußert und den DFB als „frech“ bezeichnet. Ilkay Gündogan hat sich derweil von Flick verabschiedet und emotionale Worte gewählt.
Update vom 11. September, 14.36 Uhr: Der ehemalige Nationalstürmer Kevin Kuranyi befürwortet die Rückkehr von Rudi Völler als Interims-Teamchef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. „Er ist eine Legende, eine Autoritätsperson. Jeder schätzt ihn und seine Leistungen als Spieler, Trainer und Verantwortlicher. Überall genießt er allerhöchsten Respekt. Ich habe ihn selbst als Nationaltrainer erlebt und kann nur Gutes über ihn sagen“, sagte Kuranyi der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Tags zuvor war Hansi Flick als Bundestrainer freigestellt worden. Es sei seiner Ansicht nach aber wichtig, rasch „eine gute Dauerlösung zu finden“, sagte Kuranyi. „Mein Wunschkandidat wäre Matthias Sammer, weil er vieles von dem verkörpert, was der deutschen Mannschaft gerade fehlt.“
Nagelsmann als Flick-Nachfolger beim DFB - oder geht zu Borussia Dortmund?
Update vom 11. September, 13.43 Uhr: Nagelsmann zum DFB (siehe Erstmeldung mit Liste) als Nachfolger von Hansi Flick? Das könnte für Aki Watzke zu einem Interessenkonflikt werden. Borussia Dortmunds Geschäftsführer und DFB-Vize-Präsident könnte nämlich für beide Teams nach dem gleichen Trainer Ausschau halten. Der BVB ist schleppend in die Saison gestartet und hat gegen VfL Bochum und Heidenheim nur Unentschieden gespielt, daneben schwingt das Remis gegen Mainz am letzten Spieltag der Vorsaison noch mit. Wie lange macht es Edin Terzic noch? Wäre Nagelsmann als BVB-Trainer vorstellbar? Oder hat der DFB Vorrang? Man darf bei der Personalie gespannt sein.
Update vom 11. September, 12.24 Uhr: Die Geldfrage spielt nicht nur bei der möglichen Ablöse eines neuen Bundestrainers eine Rolle, auch wenn der DFB die finanzielle Seite laut Kicker nicht beachten will, sondern auch beim alten Coach. Hansi Flick soll nämlich rund sechs Millionen Euro Gehalt bezogen haben und weiter beziehen. Der Verband hofft auf eine schnelle Einigung.
Flick-Nachfolger für 30 Millionen Euro? DFB könnte sich Bundestrainer einiges kosten lassen
Update vom 11. September, 11.30 Uhr: Und noch ein Name steht wohl auf der Favoriten-Liste (siehe Erstmeldung) um die Nachfolge von Hansi Flick als Bundestrainer: Roger Schmidt. Allerdings kostet der Benfica-Trainer laut Kicker auch 30 Millionen Ausstiegsklausel. Ein Betrag, den der klamme DFB wohl nicht zahlen kann. Laut Kicker verfolgt der DFB den Weg des ehemaligen Leverkusen-Coaches „intensiv“. Es heißt aber auch, dass Geld kein Kriterium ist, wenn es um den Posten des Nationaltrainers geht, abschrecken wird es allerdings schon.
Flick-Nachfolger beim DFB: Favoriten-Liste mit einigen Überraschungen
Erstmeldung vom 11. September, 9.30 Uhr: München - Hansi Flick wurde entlassen. Die große Frage, die sich jetzt alle stellen: Wer wird Nachfolger? Wer wird künftig den Posten als Bundestrainer bekleiden? Es wabern einige Namen herum, doch nicht jeder Coach ist verfügbar oder könnte die Nachfolge von Flick antreten. tz.de hat eine Liste erstellt von möglichen Nachfolgern, die in die Fußstapfen von Flick treten könnten.
Nach der 1:4-Niederlage gegen Japan wird für Frankreich klar sein: Rudi Völler nimmt auf der Bank Platz, neben ihm gesellen sich Hannes Wolf und Sandro Wagner. Eine Übergangslösung oder womöglich sogar ein festes Team? Eher unwahrscheinlich, wobei Völler schon Erfahrung gesammelt hat auf der Bank beim DFB-Team. Oder wird es mit Julian Nagelsmann ein Ex-Bayern-Trainer? Auch der Name Louis van Gaal, ebenso einst an der Säbener Straße daheim, schwirrt durch die Gassen.
Nachfolger von Hansi Flick beim DFB: Nagelsmann als Bundestrainer? Oder doch von Gaal?
Julian Nagelsmann (36, noch beim FC Bayern unter Vertrag): Nagelsmann wurde im März bei Bayern München beurlaubt. Sein Vertrag läuft dort allerdings noch bis 2026. Der DFB müsste sich mit dem deutschen Rekordmeister einigen. Doch es ist fraglich, ob sich Nagelsmann jetzt schon für eine Nationalmannschaft entscheidet. „Ich glaube, dass er mit 36 Jahren noch nicht so weit ist, dass er lieber die tägliche Arbeit mit einer Mannschaft will und braucht“, sagte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Zuletzt wurde Nagelsmann mit Borussia Dortmund in Verbindung gebracht.
Louis van Gaal (72, vereinslos): Der ehemalige Bayern-Trainer war bei der WM 2022 das letzte Mal auf der großen Bühne unterwegs. Dort schied er mit den Niederlanden im Viertelfinale gegen den späteren Weltmeister Argentinien aus. Zuletzt fiel van Gaal mit leichten Verschwörungsaussagen rund um die Weltmeisterschaft auf. Jedoch hat der erfahrene Coach genügend Fähigkeiten, um Flick zu beerben. Ein ausländischer Nationaltrainer hätte im engen DFB-Korsett auch mal was Erfrischendes. „Normalerweise trainiere ich nicht mehr bei einem Verein, aber ein vielversprechendes Land hat immer noch eine Chance, mich zu überzeugen!“, sagt er der BILD.
Wunsch-Bundestrainer Klopp beim DFB? Wohl aussichtslos - auch ein Österreicher im Gespräch
Jürgern Klopp (56, FC Liverpool): Er wäre der Wunschtrainer der Fans und wohl auch der Verantwortlichen. „Er ist der Einzige, den ich sehe, der da noch mal was rausreißen kann“, sagte 2014er-Weltmeister Lukas Podolski. Doch es ist unrealistisch, dass Klopp beim FC Liverpool hinschmeißen wird. Sein Vertrag bei den Reds läuft noch bis 2026. Nach einer total verkorksten Saison im Vorjahr sind die Reds gut in die Premier League gestartet.
Oliver Glasner (49, vereinslos): Als Hansi Flick beim FC Bayern aufhörte, erfuhr Oliver Glasner das angeblich sehr früh. Am Vorabend des Duells beim VfL Wolfsburg soll der heutige Bundestrainer seinem Kollegen erzählt haben, dass er am nächsten Tag seinen Abschied verkünden wird. Der Österreicher Glasner gilt als exzellenter Fachmann, er gewann mit Eintracht Frankfurt die Europa League und war vorher mit Wolfsburg erfolgreich. Kuriosum: Wenn Deutschland im November in Wien gegen Österreich spielt, könnte Deutschland einen österreichischen Trainer haben und umgekehrt (Ralf Rangnick).
Macht den Flick-Nachfolger ein alter Bekannter beim DFB? Völler, Sammer oder Kuntz wären Lösungen
Rudi Völler (63, DFB-Sportdirektor): Der Weltmeister von 1990 sprang schon nach der EM-Blamage 2000 ein und führte die DFB-Auswahl zwei Jahre später als Teamchef ins WM-Finale gegen Brasilien (0:2). Am Dienstag gegen Frankreich sitzt er mit U20-Trainer Hannes Wolf und Sandro Wagner einmalig auf der Bank. Nach dem WM-Debakel im vergangenen Winter wurde der Fan-Liebling Hansi Flick als Sportdirektor zur Seite gestellt - ohne Erfolg. „Für mich ist das kein einfacher Moment“, sagte Völler nach der Trennung.
Matthias Sammer (56, Berater): Der ehemalige Meister-Coach des BVB ist auch beim DFB für seine Meinung hoch angesehen. Sammer hat kürzlich in einem SZ-Interview und einem Bild-Podcast mit einem Rundumschlag gegen die Nationalmannschaft ausgeholt. Wenn es einer darf, dann Sammer. Doch stünde Sammer für die vakante Position des Nationaltrainers überhaupt zur Verfügung? Diese Frage bleibt zu klären.
Nachfolger von Hansi Flick: Überraschungsname Magath - Hamann und Effenberg fordern ihn
Stefan Kuntz (60, Nationaltrainer Türkei): Der Europameister von 1996 steht angeblich als Nationaltrainer in der Türkei vor der Entlassung, das jüngste 1:1 gegen Armenien könnte für ihn ein schwaches Ergebnis zu viel gewesen sein. Kuntz ist ein Sympathieträger mit der verbandsinternen Kenntnis, die klassischerweise Stallgeruch genannt wird. Nicht nur durch seine 25 Länderspiele: Er führte die U21 als Trainer zu zwei EM-Titeln und bewies dabei ein herausragendes Händchen für die besten deutschen Talente. Er verantwortete 2021 auch das früh ausgeschiedene deutsche Olympiateam in Tokio.
Felix Magath (70, vereinslos): „Wenn wir in neun Monaten eine vernünftige EM spielen und kurzfristig erfolgreich sein wollen, damit sich die Zuschauer mit der Mannschaft identifizieren können. Da kann es für mich nur einen geben: Felix Magath!“, sagte Stefan Effenberg im Sport1-Doppelpass. Magath, auch bekannt als Quälix, ist wohl der überraschendste Name, der in der Diskussion bisher gefallen ist. Vor allem nannte Effenberg seinen Wunschkandidaten fünf Stunden vor dem offiziellen Aus von Hansi Flick. Auch Didi Hamann fordert Magath: „Wir brauchen nun jemanden mit Autorität, Erfahrung und Rückgrat. Ich würde daher alles daransetzen, Felix Magath oder Matthias Sammer zum DFB zu holen“, so der 50-Jährige bei Sky. (ank mit SID)
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