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Ein Erdbeben hat den Adriastaat Kroatien erschüttert. Die Schockwellen erreichten auch die Hauptstadt Zagreb, in einigen Gegenden fiel der Strom aus.
Zagreb – Das an der Adria gelegene Kroatien ist ein Land, in dem Millionen Menschen Urlaub machen. Die Küste der Adria mit ihren Kiesstränden und historischen Städten ist bei Touristen sehr beliebt. Doch auch das unbekannte Landesinnere lockt mit seinen Sehenswürdigkeiten zu einem Urlaub in Kroatien. So etwa die an der Mündung des Flusses Kupa in die Save gelegene Sisak. Ab hier ist die Save, die in Belgrad in die Donau mündet, schiffbar. Eine mittelalterige Festung oder eine historische Brücke locken hier als Fotomotive.
Am Dienstag (25. Februar) wurde das Städtchen um die Mittagszeit jedoch von einem Beben der Stärke vier erschüttert. Dem Portal net.hr zufolge fiel in Sisak und Umgebung der Strom aus. „Das Erdbeben war sehr stark zu spüren“, berichtet ein Marko aus Sisak dem Portal. „Es war, als wäre eine Granate explodiert!“ Eine andere Leserin aus Sisak erzählt aufgeregt: „Alles hat gewackelt, ich bin rausgerannt!“
Bürger berichten von Erdbeben in Kroatien: „Wie bei einer Explosion“
Auf der Website des Seismologischen Zentrums Europa-Mittelmeer EMSC berichten User bis ans italienisch-slowenisch-österreichische Dreiländereck, dass sie den Erdstoß gespürt hatten. Meldungen kommen auch von der Adriaküste von Istrien bis nach Split. Auch die Bürger Zagrebs bestätigten, dass sie das Erdbeben in der Hauptstadt gespürt hätten: „Zagreb hat kurz für drei Sekunden gebebt“, schreibt ein Leser net.hr. Das Epizentrum lag nur 28 Kilometer südlich der Hauptstadt. Das Erdbeben wurde auch vom seismologischen Dienst der Abteilung für Geophysik der Fakultät für Naturwissenschaften in Zagreb bestätigt.
#Earthquake (#potres) possibly felt 24 sec ago in #Croatia. Felt it? Tell us via:
— EMSC (@LastQuake) February 25, 2025
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⚠ Automatic crowdsourced detection, not seismically verified yet. More info soon! pic.twitter.com/qSRbr741ZS
Andere Bürger berichten aus der Stadt Petrinja: „Ein Rumpeln, ein Schlag wie bei einer Explosion, ein starkes Beben.“ Es hatte schon mehrere, kleinere Vorbeben gegeben. „In Petrinja hat es seit Tagen gebebt, das hier war mit Abstand das stärkste“, schreibt darum ein User. Ein anderer war in Panik: „Entsetzen, wir sind alle nach draußen gerannt, drei starke Explosionen, das Haus hat gebebt, Gläser und Geschirr sind zerbrochen, wieder die alte Angst“. Am 29. Dezember 2020 hatte bereits ein Beben der Stärke 6,4 die Region von Sisak und Petrinja erschüttert. Sieben Menschen starben, weitere 26 wurden verletzt.
Dieses Mal gab es aber keine Schäden: Der Zivilschutz von Sisak teilte aber mit, dass es schon vor dem Hauptbeben zu Stromausfällen gekommen sei. Der Stromversorger HEP berichtete, dass nach dem Erdbeben am Dienstag 2300 Menschen ohne Strom waren. Wenige Minuten nach dem Erdbeben sei aber die Stromversorgung in der Region wiederhergestellt worden und man gehe davon aus, dass sich die Lage im Laufe des Nachmittags wieder normalisieren werde. Auch der Mobilfunkanbieter A1 hatte vorübergehend Probleme. Erst vor zwei Wochen hatte ein Erdbeben Kroatien getroffen.
Kroatien liegt in einer gefährlichen geotektonischen Risikozone
Kroatien liegt in der tektonischen Zone, in der sich die Adriatische Platte als Teil der Afrikanischen Platte unter die Eurasische Platte schiebt. Dadurch werden die Gebirge der Balkanhalbinsel in die Höhe gehoben. Wenn sich zu viel Spannung aufbaut, wird diese durch Erdbeben wieder abgebaut.
Zuletzt hatte eine Erdbebenserie im Mittelmeerraum für Schlagzeilen gesorgt. Erdstöße in der Nähe der griechischen Kykladeninsel Santorini ließen die Sorge vor einem Vulkanausbruch wachsen. Auch der Supervulkan der phlegräischen Felder bei Neapel in Italien versetzte mit einem der längsten und heftigsten Schwarmbeben der Geschichte für Panik unter den Einheimischen. Der Vesuv und die äolischen Inseln vor Sizilien bebten ebenfalls. Auch die Kanareninsel Teneriffa mit ihrem riesigen Vulkan Teide wird immer wieder durchgeschüttelt, was den nächsten Ausbruch ankündigt, während es am Ätna auf Sizilien jetzt schon zu einem spektakulären Vulkanausbruch kam. In der Toskana bebte die Erde ebenfalls. Direkte Zusammenhänge auch mit Erdbeben in der Toskana, vor Marokko oder Portugal schließen Wissenschaftler allerdings aus.
