Ende März war bekannt geworden, dass Kodi sich mit einem Investor auf die Übernahme von 150 der 230 Filialen geeinigt hat. Verbunden mit der schlechten Nachricht: 80 Märkte werden geschlossen. Etwa 480 Beschäftigten in den Schließungsfilialen sowie weiteren 40 Beschäftigten in der Zentrale müsse die Kündigung ausgesprochen werden. Doch die Hoffnung besteht, zahlreiche dieser Filialen mitsamt Beschäftigten an weitere Investoren zu übertragen. „Für die 80 Filialen, die nicht von den neuen Investoren von Kodi übernommen werden - also auch nicht unter der Marke KODi weitergeführt werden - laufen derzeit Verhandlungen mit anderen Investoren“, sagte ein Sprecher am 10. April zu wa.de.
Kodi-Sonderverkauf in 80 Filialen – 120 sind gerettet
Exakt jene 80 Standorte, darunter Dutzende in NRW, werden nun auf der Homepage von Kodi unter der Überschrift „Wir schließen diese Filialen“ aufgeführt. „Es erwarten Sie tolle Preisnachlässe“, heißt es, und die Ware sei vom Umtausch ausgeschlossen.
Die lange Liste: An diesen Kodi-Standorten ist Sonderverkauf gestartet
Aachen Kapuzinergraben
Alsdorf Bahnhofstraße
Aschaffenburg Sandgasse
Berg. Gladbach Bensberg Schloßstraße
Bielefeld Beckendorfstraße
Bocholt Osterstraße
Bochum Kortumstraße
Bochum Wattenscheid Oststraße
Borken Am Vennehof
Castrop-Rauxel Münsterplatz
Coesfeld Kupferstraße
Dinslaken Am Neutor
Dortmund Provinzialstraße
Duisburg Wickede Wickeder Hellweg
Duisburg Beeck Friedrich-Ebert-Straße
Duisburg Hochheide Moerser Straße
Düsseldorf Friedrichstraße
Düsseldorf Pempelfort Duisburger Straße
Düsseldorf Rath Westfalenstraße
Ennepetal Voerde Straße
Essen Altenessen Altenessener Straße
Essen Frohnhausen Frohnhauser Straße
Frankfurt Hedderichstraße
Frankfurt Leipziger Straße
Frechen Hauptstraße
Geldern Markt
Gelsenkirchen Bahnhofstraße
Gelsenkirchen Resse Ewaldstraße
Gladbeck Hochstraße
Goch Voßstraße
Grevenbroich Kölner Straße
Gummersbach Kaiserstr.
Gütersloh Brockhäger Straße
Hagen Elberfelder Straße
Hagen Mittelstraße
Haiger Hauptstraße
Hamburg-Billstedt Möllner Landstraße
Hanau Nürnberger Straße
Havixbeck Blickallee
Heiligenhaus Hauptsstraße
Herdecke Stiftstraße
Herten Konrad-Adenauer-Straße
Hilden Am Kronengarten
Hofheim Am alten Bach
Hückelhoven Parkhofstraße
Hückeswagen Bahnhofplatz
Iserlohn-Letmathe Hagener Straße
Kall Siemensring
Kamen Kampstraße
Kierspe Kölner Straße
Koblenz Schloßstraße
Langen Bahnstrasse
Leverkusen Wiesdorfer Platz
Linden Max-Eyth Weg
Lüdenscheid Wilhelmstraße
Marl-Hüls Hülsstraße
Marsberg Hauptstraße
Mayen Marktplatz
Mönchengladbach Rheindahlen Beecker Straße
Münster Aegidiistraße
Nettetal-Lobberich Hochstraße
Neuwied Langendorfer Straße
Oberhausen Bero-Center Concordiastraße
Oberhausen Marktstraße
Offenbach Bieberer Straße
Olpe Martinstraße
Pforzheim Hohenzollernstraße
Remscheid Alleestraße
Rheine Emsstraße
Schwerte Brückstraße/ Ecke Ostenstraße
Steinfurt-Borghorst Münsterstraße
Sundern Hauptstraße
Troisdorf Kölner Straße
Übach-Palenberg Am Wasserturm
Unna Bahnhofstraße
Velbert Friedrichstraße
Wissen Rathausstraße
Witten Bahnhofstraße
Wülfrath Parkstraße
Xanten Markt
Kodi-Schließungen: Kunden reagieren betroffen
Die Stammkundschaft reagiert traurig auf die Nachrichten, wie sich bei Facebook zeigt. „Leider ist Leverkusen-Wiesdorf auch dabei ... es ist zum Heulen, kein Centershop mehr, kein Kodi“, schreibt eine Nutzerin. Andere meinen: „Wow, das sind viele, sehr schade“, „Oh nein, so viele“, „Oh nein ... meiner ist auch dabei“ oder „Ein paar Filialen? Das sind aber schon eine ganze Menge“. Eine Frau, die wohl bei Kodi arbeitet, zeigt sich trotzig: „Dickes Dankeschön an mein Team, dass wir so gut zusammenhalten ... und bis zum Schluss die Filiale rocken werden.“
Die Kodi Diskontläden GmbH hatte im November ein Schutzschirmverfahren beantragt – wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung. Das Einzelhandelsunternehmen ist vor allem in Nordrhein-Westfalen vertreten. Knapp zehn Kodi-Filialen waren in den vergangenen Monaten geschlossen worden, nachdem Mietverträge ausgelaufen waren. Am 1. März wurde das Insolvenzverfahren vom Amtsgericht Duisburg eröffnet.
Kennen Sie diese Modemarken noch? Diese Firmen sind aus Deutschland verschwunden
Kodi wurde 1981 gegründet und hat seinen Sitz in Oberhausen. Das Einzelhandelsunternehmen verkauft unter anderem Artikel aus den Bereichen Reinigen, Kochen, Dekorieren, Heimwerken, Textilien und Lebensmittel. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei 130 Millionen Euro.
Die Lage des stationären Handels ist schwierig. In den vergangenen Jahren haben laut Handelsverband Deutschland (HDE) zahlreiche Geschäfte hierzulande ihre Türen für immer geschlossen. Einer Prognose zufolge sinkt die Zahl in diesem Jahr um 4.500 auf etwa 300.000. Im Jahr 2015 waren es noch mehr als 370.000. Wussten Sie, was an SB-Kassen im Verborgenen vorgeht?(lin mit dpa)