Streik der GDL

Bahnstreik im Januar – jetzt ist klar, wann gestreikt wird

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Bis zum 7. Januar rollte der Bahnverkehr, doch danach herrscht Unsicherheit. Jetzt ist klar: Die GDL ruft ab Mittwoch, 10. Januar, zum Streik auf.

Update vom 7. Januar, 19:25 Uhr: Die GDL ruft ihre Mitglieder ab 10. Januar zum Streik auf. Der Streik bei der Deutschen Bahn soll laut einer Mitteilung am Mittwoch, 10. Januar, 2 Uhr beginnen und bis Freitag, 12. Januar, 18 Uhr dauern. Das teilte die GDL am Sonntagabend mit.

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Erstmeldung: Bahnstreik droht im Januar – was zu Datum und Dauer bereits bekannt ist

Köln – Bis zum Sonntag (7. Januar) konnten Bahnreisende in Deutschland beruhigt sein. Die Züge der Deutschen Bahn fuhren bis dahin regulär – Sturm, Hochwasser, Baustellen oder ein potenzielles Schnee-Chaos mal ausgeklammert. Die Lokführergewerkschaft GDL hatte im aktuellen Tarifstreit zuvor mehrfach versprochen, bis einschließlich 7. Januar, nicht erneut zu streiken. Doch wie geht es nun weiter, jetzt wo der sogenannte Weihnachtsfrieden vorbei ist? Laut Medienberichten gibt es ein mögliches Startdatum für den Streik.

GDL will Bahn bis zu fünf Tage am Stück bestreiken

Die Weihnachtstage und der Jahreswechsel sind bereits vorbei und der 8. Januar 2024 ist zum Greifen nah. Wird dieser Montag oder zumindest die kommende Woche der Beginn eines echten Mega-Streiks bei der Bahn? Bislang ist das noch unklar. Als so gut wie sicher gilt aber: Wenn es keine Zugeständnisse der Bahn im aktuellen Tarifstreit gibt, wird die GDL um ihren Chef Claus Weselsky im Januar nochmal streiken.

Und diesmal soll der Streik gleich über mehrere Tage andauern. Es könnten sogar bis zu fünf Tage am Stück werden. „Wir werden Streiks von drei bis maximal fünf Tagen machen“, sagte Weselsky vor Weihnachten der Rheinischen Post (RP). Der Streik könnte nach Informationen des Kölner Stadt-Anzeigers frühestens am Mittwoch, 10. Januar 2024, beginnen.

In den beiden Tagen davor findet in Köln nämlich die Jahrestagung des Beamtenbundes (dbb) statt. Dort ist auch die GDL Mitglied. Ulrich Silberbach, Bundesvorsitzender des dbb, sagte, er habe mit GDL-Chef Claus Weselsky vor Weihnachten besprochen, „dass während der Tagung keine Streiks stattfinden werden.“ Die An- und Abreise der Tagungsteilnehmer sei damit gesichert. „Was danach passiert, liegt nicht mehr in meiner Hand.“

Nächster GDL-Streik: Was bekannt ist

Wann beginnt der Streik? Ein genaues Datum gibt es bislang nicht, aber frühestens am 8. Januar 2024

Wie lange dauert der Streik? Auch das ist noch unklar, aber laut GDL-Chef Weselsky voraussichtlich drei bis fünf Tage

Stand: 5. Januar, 9:20 Uhr

Kann ein neuer Bahnstreik noch abgewendet werden?

Noch könne ein weiterer Streik abgewendet werden, betonte Weselsky noch kurz vor Weihnachten. „Die Arbeitgeberseite hat immer die Möglichkeit, ein Angebot zu versenden, ein Angebot zu machen, in dem die Eckpunkte unter anderem bei der Wochenarbeitszeit so verankert sind, dass es einen Verhandlungseinstieg wieder gibt“, sagte er dem RBB-Inforadio am 20. Dezember.

Genau das passierte nun am 5. Januar. Die Bahn hat der GDL ein neues Angebot unterbreitet. Dabei geht es erstmals auch um eine Senkung der Wochenarbeitszeit. Die Bahn sieht demnach ein Wahlmodell für Schichtarbeiter vor. „Die können dann statt 38 nur noch 35 Stunden arbeiten – oder auch 40 Stunden. Jeder wählt aus, wie in einer Cafeteria“, sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler der Süddeutschen Zeitung. Gleichzeitig forderte die Bahn die GDL zu neuen Verhandlungen am 10. Januar auf. Und die Gewerkschaft solle auf weitere Streiks verzichten. Die GDL reagierte bislang noch nicht auf dieses Angebot. Ob damit Streiks verhindert werden können, ist also noch unklar.

Unbefristeter Bahnstreik soll zumindest vorerst nicht kommen

Positiv für Bahnreisende: Zumindest soll es vorerst keinen unbefristeten Streik geben. „Einen unbefristeten Streik auszurufen, wäre mit Blick auf die Kunden und die wirtschaftlichen Folgen nicht in Ordnung“, sagte Weselsky der RP. Nach der Urabstimmung mit einer mehr als deutlichen Zustimmung für längere Arbeitskämpfe wurde das zunächst befürchtet. Doch zumindest vorerst will Weselsky offenbar nicht zu dieser extremen Maßnahme greifen, berichtet auch wa.de.

Aber auch ein Streik von „nur“ drei Tagen am Stück hätte bereits massive Auswirkungen. Der Bahnverkehr in Deutschland wäre so gut wie lahmgelegt. Millionen Pendler und Reisende, die auf die Bahn angewiesen sind, müssten sich Alternativen suchen. Einen Vorgeschmack, wie das aussehen kann, gab es bereits im November und Dezember 2023. In beiden Monaten hatte die GDL bereits jeweils einen Tag lang gestreikt und allein in NRW für viele Ausfälle im Nah- und Fernverkehr gesorgt. Aber auch bundesweit standen fast überall Züge still.

Bei der Deutschen Bahn droht durch die GDL im Januar ein tagelanger Streik (Fotomontage).

Bahn gegen GDL: Zeichen stehen auf Eskalation

Bahn und GDL verhandeln seit Anfang November. Die GDL versuchte bereits mit zwei Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeberseite zu erhöhen. Eine Annäherung gab es zunächst nicht. Weselsky erklärte die Verhandlungen daraufhin bereits nach der zweiten Runde für gescheitert. Der größte Knackpunkt war bislang die von der GDL geforderte Absenkung der Wochenarbeitszeit für Schichtarbeiter bei vollem Lohn von 38 auf 35 Stunden. Die Bahn hielt das für nicht umsetzbar, bis sie nun doch ein Angebot in Bezug darauf unterbreitete.

Dennoch bleiben die Fronten verhärtet. Auch, weil die Deutsche Bahn inzwischen sogar gerichtlich gegen die GDL vorgeht. Die Bahn hat laut eigenen Angaben am Dienstag beim Hessischen Landesarbeitsgericht eine sogenannte Feststellungsklage eingereicht. Bei der Klage geht es darum, ob die GDL durch ihre Leiharbeitergenossenschaft Fair Train ihre Tariffähigkeit und somit den Status als Gewerkschaft verloren habe. Die Bahn wirft demnach der GDL vor, gleichzeitig als Arbeitgeber und als Gewerkschaft aufzutreten.

Die GDL hatte diese Genossenschaft im Sommer gegründet. Mittelfristig soll sie als Leiharbeitsfirma für Lokführer fungieren. Die Lokführer sollen dort zu besseren Bedingungen angestellt und dann an Bahn-Unternehmen verliehen werden. Ob dies funktioniert, ist offen. Einem Bericht der Bild zufolge soll die Klage aber keine Auswirkungen auf mögliche Streiks haben. (bs mit dpa-Material) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Dieser Text wird laufend aktualisiert.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Maria Weber/Imago

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