Partielle „MoFi“

Nur für Frühaufsteher: Wann die Mondfinsternis am 14. März zu sehen ist

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Hierzulande kann man von der Mondfinsternis nur den Beginn beobachten – wenn man früh genug aufsteht. Was Sie über die „MoFi“ im März 2025 wissen müssen.

Frankfurt – Normalerweise ist eine Mondfinsternis einfach zu beobachten. Man benötigt keine Ausrüstung und keinen speziellen Beobachtungsplatz, um das Himmelsspektakel zu verfolgen. Doch bei der ersten von zwei Mondfinsternissen des Jahres 2025 ist das anders. Während anderswo am 14. März 2025 sogar eine totale Mondfinsternis zu beobachten sein wird, ist es hierzulande schwierig, den verfinsterten Mond überhaupt zu sehen (die Mondfinsternis im Liveticker).

Das passiert bei einer Mondfinsternis

Mehrmals im Jahr kann man auf der Erde eine Mondfinsternis beobachten. Doch was passiert bei diesem Himmelsereignis eigentlich? Und wie kann man eine Mondfinsternis sehen?
Mehrmals im Jahr kann man auf der Erde eine Mondfinsternis beobachten. Doch was passiert bei diesem Himmelsereignis eigentlich? Und wie kann man eine Mondfinsternis sehen?  © IMAGO/LausitzNews.de/Felix Leda
Damit eine Mondfinsternis entsteht, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein. Zuerst muss ein Vollmond am Himmel stehen. Mit dem Vollmond ist automatisch auch die zweite Bedingung erfüllt…
Damit eine Mondfinsternis entsteht, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein. Zuerst muss ein Vollmond am Himmel stehen. Mit dem Vollmond ist automatisch auch die zweite Bedingung erfüllt… © Marios Lolos/dpa
… denn die ist, dass die Erde zwischen Sonne und Mond stehen muss. Beim Vollmond ist das der Fall: Die Sonne strahlt die komplette “Mondscheibe” an und die Erde hat einen freien Blick darauf.
… denn die ist, dass die Erde zwischen Sonne und Mond stehen muss. Beim Vollmond ist das der Fall: Die Sonne strahlt die komplette “Mondscheibe” an und die Erde hat einen freien Blick darauf. © Victoria Jones/dpa
Die dritte Bedingung für eine Mondfinsternis ist etwas komplizierter: Sonne, Erde und Mond müssen so positioniert sein, dass der Mond durch den Schatten wandert, den die Erde ins Weltall wirft. Diese Bedingung wird nicht bei jedem Vollmond erfüllt – sonst gäbe es 12 bis 13 Mondfinsternisse pro Jahr.
Die dritte Bedingung für eine Mondfinsternis ist etwas komplizierter: Sonne, Erde und Mond müssen so positioniert sein, dass der Mond durch den Schatten wandert, den die Erde ins Weltall wirft. Diese Bedingung wird nicht bei jedem Vollmond erfüllt – sonst gäbe es 12 bis 13 Mondfinsternisse pro Jahr. © Axel Seidemann/dpa
Stattdessen gibt es jedes Jahr mindestens zwei Mondfinsternisse – immer dann, wenn der Vollmond durch den Schnittpunkt zwischen Mondbahn und Erdbahn wandert, durch einen der sogenannten Drachenpunkte.
Stattdessen gibt es jedes Jahr mindestens zwei Mondfinsternisse – immer dann, wenn der Vollmond durch den Schnittpunkt zwischen Mondbahn und Erdbahn wandert, durch einen der sogenannten Drachenpunkte. © Christophe Gateau/dpa
In den zwei Wochen vor oder nach einer Mondfinsternis kann man irgendwo auf der Erde auch immer eine Sonnenfinsternis sehen. Das hängt mit den Bewegungen von Erde, Sonne und Mond zusammen.
In den zwei Wochen vor oder nach einer Mondfinsternis kann man irgendwo auf der Erde auch immer eine Sonnenfinsternis sehen. Das hängt mit den Bewegungen von Erde, Sonne und Mond zusammen. © Jair Cabrera Torres/dpa
Eine Mondfinsternis ist ganz einfach zu beobachten: Überall dort, wo man den Mond am Himmel stehen sieht, während die “Mofi” stattfindet, ist das Himmelsereignis zu sehen.
Eine Mondfinsternis ist ganz einfach zu beobachten: Überall dort, wo man den Mond am Himmel stehen sieht, während die “Mofi” stattfindet, ist das Himmelsereignis zu sehen. © Victoria Jones/dpa
Eine Mondfinsternis wird in mehrere Phasen unterteilt. Zuerst schiebt sich langsam der Halbschatten der Erde über den Mond.
Eine Mondfinsternis wird in mehrere Phasen unterteilt. Zuerst schiebt sich langsam der Halbschatten der Erde über den Mond. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Dieses Phänomen ist mit bloßem Auge nur zu sehen, wenn man genau hinschaut. Der Halbschatten ist nämlich nur ein heller grauer Schatten, der sich über den Vollmond legt.
Dieses Phänomen ist mit bloßem Auge nur zu sehen, wenn man genau hinschaut. Der Halbschatten ist nämlich nur ein heller grauer Schatten, der sich über den Vollmond legt. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Nach dem Halbschatten kommt der Kernschatten. Dieser ist deutlich dunkler und man kann mit bloßem Auge gut erkennen, wie er sich über den Mond legt. Es scheint, als würde der Vollmond von einer Seite “angeknabbert” werden.
Nach dem Halbschatten kommt der Kernschatten. Dieser ist deutlich dunkler und man kann mit bloßem Auge gut erkennen, wie er sich über den Mond legt. Es scheint, als würde der Vollmond von einer Seite “angeknabbert” werden. © Boris Roessler/dpa
Der Kernschatten der Erde schiebt sich nach und nach über den Mond und lässt den Vollmond immer mehr wie eine Mondsichel aussehen.
Der Kernschatten der Erde schiebt sich nach und nach über den Mond und lässt den Vollmond immer mehr wie eine Mondsichel aussehen. © Sven Hoppe/dpa
Handelt es sich um eine totale Mondfinsternis, schiebt sich der Kernschatten über die gesamte Mondscheibe. Dadurch verschwindet der Mond jedoch nicht vollständig – stattdessen entsteht ein etwas überraschendes Phänomen.
Handelt es sich um eine totale Mondfinsternis, schiebt sich der Kernschatten über die gesamte Mondscheibe. Dadurch verschwindet der Mond jedoch nicht vollständig – stattdessen entsteht ein etwas überraschendes Phänomen. © Uli Deck/dpa
Ist der Vollmond komplett vom Erdschatten verfinstert, kann man den „Blutmond” sehen. Statt komplett zu verschwinden, ist der gesamte Vollmond in rötlichem Licht wieder am Himmel zu sehen.
Ist der Vollmond komplett vom Erdschatten verfinstert, kann man den „Blutmond” sehen. Statt komplett zu verschwinden, ist der gesamte Vollmond in rötlichem Licht wieder am Himmel zu sehen. © Marcus Brandt/dpa
Das Phänomen entsteht, weil das Sonnenlicht durch die Luftschichten der Erdatmosphäre gebrochen wird. Kurzwelliges blaues Licht wird dadurch geschwächt, während das rote Licht bis zum Mond durchdringt. Der Mond wird also weiter vom langwelligen roten Licht erreicht – und bleibt so schwach sichtbar.
Das Phänomen entsteht, weil das Sonnenlicht durch die Luftschichten der Erdatmosphäre gebrochen wird. Kurzwelliges blaues Licht wird dadurch geschwächt, während das rote Licht bis zum Mond durchdringt. Der Mond wird also weiter vom langwelligen roten Licht erreicht – und bleibt so schwach sichtbar. © Marcel Kusch/dpa
Bei einer partiellen Mondfinsternis wird der Mond dagegen nur teilweise verfinstert. Den „Blutmond” kann man dann nicht sehen.
Bei einer partiellen Mondfinsternis wird der Mond dagegen nur teilweise verfinstert. Den „Blutmond” kann man dann nicht sehen. © Robert Michael/dpa
Eine wissenschaftliche Tatsache, die bei jeder Mondfinsternis aufs Neue bewiesen wird, ist übrigens, dass die Erde eine Kugel ist. Das kann man erkennen, wenn man sich anschaut, wie der Schatten geformt ist, der über den Mond zieht: Er ist gebogen – wie bei einer Kugel, die einen Schatten wirft.
Eine wissenschaftliche Tatsache, die bei jeder Mondfinsternis aufs Neue bewiesen wird, ist übrigens, dass die Erde eine Kugel ist. Das kann man erkennen, wenn man sich anschaut, wie der Schatten geformt ist, der über den Mond zieht: Er ist gebogen – wie bei einer Kugel, die einen Schatten wirft. © Peter Kneffel/dpa
Im Gegensatz zur Beobachtung einer Sonnenfinsternis benötigt man für die Mondfinsternis keinen Schutz für die Augen.
Im Gegensatz zur Beobachtung einer Sonnenfinsternis benötigt man für die Mondfinsternis keinen Schutz für die Augen.  © Francisco Canedo/dpa
Man kann den Mond mit bloßem Auge beobachten, mit einem Fernglas oder Teleskop und nach Herzenslust Bilder machen, ohne das eigene Augenlicht zu gefährden.
Man kann den Mond mit bloßem Auge beobachten, mit einem Fernglas oder Teleskop und nach Herzenslust Bilder machen, ohne das eigene Augenlicht zu gefährden. © Uwe Anspach/dpa
Der Grund dafür ist ganz einfach: Der Mond reflektiert das Licht der Sonne. Das wird dadurch aber so sehr „entschärft”, dass es die Augen nicht mehr gefährdet.
Der Grund dafür ist ganz einfach: Der Mond reflektiert das Licht der Sonne. Das wird dadurch aber so sehr „entschärft”, dass es die Augen nicht mehr gefährdet. © Robert Michael/dpa
Aus diesem Grund kann man den Mond gefahrlos beobachten und auch fotografieren – allerdings ist es nicht einfach, gute Aufnahmen des Mondes zu machen.
Aus diesem Grund kann man den Mond gefahrlos beobachten und auch fotografieren – allerdings ist es nicht einfach, gute Aufnahmen des Mondes zu machen. © Frank Molter/dpa
Der Mond erscheint dem menschlichen Auge nämlich größer, als er in Wirklichkeit ist – das heißt: auf Fotografien erscheint der Mond immer deutlich kleiner als man es erwarten würde.
Der Mond erscheint dem menschlichen Auge nämlich größer, als er in Wirklichkeit ist – das heißt: auf Fotografien erscheint der Mond immer deutlich kleiner als man es erwarten würde. © Angelika Warmuth/dpa
Bei einer Mondfinsternis kommt noch dazu, dass der dunkler werdende Mond am dunklen Himmel steht – eine echte fotografische Herausforderung.
Bei einer Mondfinsternis kommt noch dazu, dass der dunkler werdende Mond am dunklen Himmel steht – eine echte fotografische Herausforderung. © Maurizio Gambarini/dpa
Wer sein Handwerk jedoch versteht, kann solche Aufnahmen von der Mondfinsternis machen: Der teilweise verfinsterte Mond am 16. Mai 2022 neben der Frauenkirche in Dresden.
Wer sein Handwerk jedoch versteht, kann solche Aufnahmen von der Mondfinsternis machen: Der teilweise verfinsterte Mond am 16. Mai 2022 neben der Frauenkirche in Dresden. © Robert Michael/dpa
Der „Blutmond” neben einem angestrahlten Hochofen im Landschaftspark Duisburg am 21. Januar 2019.
Der „Blutmond” neben einem angestrahlten Hochofen im Landschaftspark Duisburg am 21. Januar 2019. © Marcel Kusch/dpa
Alle Phasen einer Mondfinsternis in der Übersicht.
Alle Phasen einer Mondfinsternis in der Übersicht. © Thomas Rensinghoff/dpa

Das Problem: Wenn die Verfinsterung beginnt, steht er bereits sehr tief am Himmel und ist im Begriff, unter dem Horizont zu verschwinden. Kurz nachdem der dunkle Kernschatten beginnt, sich über den Vollmond zu schieben, geht der bereits im Westen unter. Trotzdem kann man es versuchen, die partielle Mondfinsternis am 14. März 2025 zu beobachten – die Höhe des Mondes ist nämlich auch vom Beobachtungsort abhängig.

Mondfinsternis am 14. März 2025 – In den USA gibt es sogar einen „Blutmond“

Doch von vorne: In der Nacht vom 13. auf den 14. März 2025 steht der März-Vollmond, auch Lenzmond, Wurmmond oder Krähenmond genannt, am Himmel. Bei jedem Vollmond befindet sich die Erde zwischen Sonne und Mond. Bei einer Mondfinsternis fällt der Schatten der Erde im Weltall genau auf den Mond und verdeckt ihn zeitweise ein Stück oder sogar komplett. Am frühen Morgen des 14. März 2025 kann man hierzulande den kleinen Teil einer partiellen Mondfinsternis beobachten, während man beispielsweise in den USA in den Genuss einer totalen Mondfinsternis kommt.

UhrzeitPhase der Mondfinsternis
4.57 Uhr:Die Halbschattenfinsternis beginnt.
6.09 Uhr:Die partielle Mondfinsternis beginnt – der Vollmond wird von links vom Kernschatten der Erde angeknabbert.
6.46 Uhr:Der Mond geht in Frankfurt am Main unter.
7.26 Uhr:Die totale Mondfinsternis beginnt (in Deutschland nicht sichtbar).
7.58 Uhr:Der Vollmond ist jetzt maximal verfinstert. Wer den Mond jetzt sehen kann, sieht einen Blutmond.
8.31 Uhr:Die totale Mondfinsternis ist zu Ende, der Kernschatten der Erde gibt den Mond nach und nach wieder frei.
9.47 Uhr:Die partielle Mondfinsternis ist zu Ende, jetzt liegt nur noch der Halbschatten der Erde auf dem Mond. Das ist kaum zu erkennen.
11.00 Uhr:Auch die Halbschattenfinsternis ist jetzt zu Ende – der Erdschatten hat den Vollmond wieder komplett freigegeben.
Quelle: timeanddate.de

Die Mondfinsternis beginnt in Deutschland sehr früh am Morgen

Wer sich die kurze und unspektakuläre partielle Mondfinsternis in Deutschland anschauen möchte, muss früh aufstehen: Schon gegen 5 Uhr morgens berührt der Halbschatten der Erde den Mond und zieht sich nach und nach über die gesamte Mondoberfläche. Das kann man sehen, allerdings nur, wenn man genau hinschaut: Der Mond scheint von einem leichten Grauschleier überzogen zu werden. Besonders spektakulär und sehenswert ist das nicht.

Der Teil der Mondfinsternis, den man mit bloßem Auge gut sehen kann, fängt um kurz nach sechs Uhr morgens an. Dann berührt der Kernschatten der Erde den Mond und beginnt, die Mondscheibe von der linken Seite her „anzuknabbern“. „Man braucht einen wirklich freien Blick zum Westhimmel, um etwas davon zu sehen“, sagt auch Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) gegenüber IPPEN.MEDIA. In Frankfurt am Main steht der Mond zum Beginn der Mondfinsternis noch etwa fünf Grad über dem Horizont, in München sind es noch etwa drei Grad.

Bei einer Mondfinsternis „knabbert“ der Kernschatten der Erde die Scheibe des Vollmonds an. (Archivbild vom 18.9.2024)

Der Vollmond steht während der Mondfinsternis in Deutschland sehr tief am Himmel

Zum Vergleich: In der Astronomie kann man die eigenen Hände verwenden, um Entfernungen abzuschätzen. Streckt man den Arm komplett nach vorne, entspricht eine Faustbreite etwa zehn Grad, eine Daumenbreite entspricht ungefähr 2 Grad. Der Mond befindet sich in Frankfurt also nicht mehr ganz drei Daumenbreiten über dem Horizont. Wer da eine Mondfinsternis beobachten möchte, braucht schon einen besonders freien Blick nach Westen.

BeobachtungsortMonduntergang am 14. März 2025
Berlin6.29 Uhr
München6.34 Uhr
Hamburg6.43 Uhr
Stuttgart6.44 Uhr
Frankfurt6.46 Uhr
Bremen6.47 Uhr
Köln6.54 Uhr
Quelle: timeanddate.de

Der Mond geht kurz nach dem Start der partiellen Mondfinsternis in Deutschland unter

Angenommen, man hat diesen Blick, dann kann man bis zum Monduntergang gegen 6.45 Uhr (die genaue Zeit variiert genau wie die Mondhöhe je nach Beobachtungsort) sehen, wie der Mond von links immer weiter „angeknabbert“ wird. In diesem Stadium verschwindet der Mond unter dem Horizont. Gegen 7.30 Uhr beginnt dann die totale Phase der Mondfinsternis – überall dort, wo der Mond jetzt noch am Himmel steht, kann man den „Blutmond“ bewundern. Die maximale Verfinsterung wird gegen 8 Uhr erreicht, um 11 Uhr ist die gesamte Mondfinsternis vorbei – falls man überhaupt die Chance hatte, sie zu sehen.

Wer sich für die unspektakuläre partielle Mondfinsternis nicht so früh den Wecker stellen möchte, der sollte sich den 7. September 2025 im Kalender markieren. An diesem Tag geht der Mond bereits vollständig verfinstert über Deutschland auf – dann ist der „Blutmond“ in all seiner Pracht auch hierzulande zu bewundern. (tab)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Rene Traut

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